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Gedankensammlung

 

Wahrscheinlich gibt es kaum etwas auf der Welt, das noch nicht gedacht wurde, doch entscheidend ist, dass man davon erfährt. Am schönsten ist es wohl, wenn sich der Denkanstoß in eine Beziehung mit eigenen Erfahrungen bringen lässt.

Gedanken sind mehr als nur die Aneinanderreihung von Worten. Gedanken können Weichen stellen. Auf der Basis von Argumenten wurde auf dieser Welt vieles vom Schlimmsten und Schönsten bewirkt, was man sich nur vorstellen kann.

Unsere gedanklichen Gewohnheiten haben einen großen Einfluss darauf, wie wir fühlen und handeln. Somit können neue Anregungen für unseren Geist wie die Zutaten für Lebensstil werden, der besser schmeckt als das schon zu oft Wiedergekäute.

Viel Freude beim Lesen und Reflektieren! Jeder von uns hat bewusst oder unbewusst eine Schatzkiste von Gedanken zu Hause stehen. Lassen Sie uns daran teilhaben und schicken Sie mir Ihre Impulse per E-Mail. Sagen Sie mir, ob Sie völlig anonym bleiben oder mit Ihrem Vornamen, gegebenenfalls auch mit Vor- und Nachnamen zitiert werden wollen. Genauso wie Sie Rückmeldungen im Hinblick auf Beiträge anderer Autorinnen und Autoren aus unserem Kreis verfassen können, haben Sie auf diesem Wege die Chance, selbst ein Echo zu erhalten. 

Über die Psychologie-Luftlinie können Sie Ihre Lebenserfahrung einem großen Kreis von Menschen zugänglich machen und schaffen eine wunderbare Grundlage für Gespräche im Rahmen persönlicher Begegnungen, ganz nach dem Motto: "Ach, Du bist die ... / der ... mit dem tollen Beitrag zum Thema ..., das hat mich sehr angesprochen!"

Aphorismen, Gedichte und Zitate

 
 

Auch das Fernweh ist nichts anderes als Sehnsucht der menschlichen Seele nach sich selbst. Erich Limpach, deutscher Dichter, Schriftsteller und Aphoristiker, 1899-1965

Wir können von Reisen träumen oder sie erleben.
Oscar Wilde, 1854-1900
 
Eine kleine Reise ist genug, um uns selbst und die Welt zu erneuern. Marcel Proust, 1871-1922

Wer Problemen davonläuft,den holen sie sie mehrmals ein. Elmar Kupke

Erfinde für ein ungelöstes Problem einen neuen Begriff,so wirst Du es für einen Moment los. Daniel Mühleman

 

Reiselied

Sonne, leuchte mir ins Herz hinein,

Wind, verweh mir Sorgen und Beschwerden!

Tiefere Wonne weiß ich nicht auf Erden,

Als im Weiten unterwegs zu sein.

Nach der Ebne nehm ich meinen Lauf,

Sonne soll mich sengen, Meer mich kühlen;

Unsrer Erde Leben mitzufühlen

Tu ich alle Sinne festlich auf.

Und so soll mir jeder neue Tag

Neue Freunde, neue Brüder weisen,

Bis ich leidlos alle Kräfte preisen,

Aller Sterne Gast und Freund sein mag.

Hermann Hesse



 

Alter Irischer Segen

Nicht, dass von jedem Leid verschont Du
mögest bleiben,
noch, dass dein künft'ger Weg stets Rosen für Dich trage
und keine bittere Träne über Deine Wangen komme
dies alles, nein,
das wünsche ich Dir nicht!
Mein Wunsch für Dich ist vielmehr dieser:
Dass
dankbar Du und allezeit bewahrst in Deinem Herzen
die kostbare Erinnerung der
guten Ding' in Deinem Leben;
Dass mutig Du stehst in Deiner Prüfung,
wenn
hart das Kreuz auf Deinen Schultern liegt
und wenn der Gipfel, den es zu
ersteigen gilt,
ja selbst das Licht der Hoffnung zu entschwinden
droht;
Dass jede Gottesgabe in Dir wachse
und mit den Jahren sie Dir
helfe,
die Herzen froh zu machen, die Du liebst;
Dass immer einen wahren
Freund Du hast,
der Freundschaft wert, der Dir Vertrauen gibt,
wenn Dir's
an Licht gebricht und Kraft;
Dass Du dank ihm den Stürmen standhältst
und
so die Höhen doch erreichst.

 

Vergiss die Träume nicht, wenn die Nacht wieder über dich hereinbricht und die
Dunkelheit
dich wieder gefangen zunehmen droht.
Noch ist nicht alles
verloren.
Deine Träume und deine Sehnsüchte tragen Bilder der Hoffnung in
sich.
Deine Seele weiß, dass in der Tiefe Heilung schlummert und bald in dir
ein neuer Tag erwacht.
Ich wünsche dir, dass du die Zeiten der Einsamkeit
nicht als versäumtes Leben erfährst,
sondern dass du beim Hineinhorchen in
dich selbst noch Unerschlossenes in dir entdeckst.
Ich wünsche dir, dass dich
all das Unerfüllte
in deinem Leben nicht erdrückt, sondern dass du dankbar
sein kannst für das, was dir an Schönem gelingt.
Ich wünsche dir, dass all
deine Traurigkeiten
nicht vergeblich sind, sondern dass du aus der Berührung
mit deinen Tiefen auch Freude
wieder neu erleben kannst. (aus Irland)

 

Gehe ruhig

Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast und suche den Frieden in der Stille.
Sei freundlich zu deinen Mitmenschen.
Äußere deine Meinung ruhig und klar.
Höre anderen aufmerksam zu, auch wenn sie andere Beweggründe als du haben mögen.
Meide laute und aggressive Menschen.
Vergleiche dich nicht mit anderen, es wird immer jemanden geben, der größer oder geringer ist als du.
Erfreue dich deiner eigenen Leistungen, wie auch deiner Pläne.
Begeistere dich für deine persönlichen, täglichen Fortschritte, wie bescheiden sie auch sein mögen.
Dein Tun ist wahrer Besitz im wechselnden Glück der Zeiten.
Sei vorsichtig bei deinen Geschäften, die Welt ist voller Betrug.
Aber lobe fairen Handel und empfehle gute Methoden.
Anerkenne, wie viele Menschen sich wirklich ehrlich anstrengen und auch im Kleine Großes, vollbringen.
Heuchle keine Zuneigung.
Sei nicht zynisch, was die Liebe betrifft, denn gerade, wenn es dir schlecht gehen wird, wird sie dich tragen.
Ertrage dein Alter, verabschiede dich mit Grazie von der, Jugend.
Stärke deinen Geist, damit er dich vor Unglücken schützen kann.
Erschöpfe dich nicht mit Phantasien.
Viele Ängste kommen aus Enttäuschung und Einsamkeit.
Sei diszipliniert, aber freundlich zu dir selbst.
Auch du bist ein Kind Gottes, auch du hast ein Recht gelegentlich zu versagen.
Auch du bist Teil einer Welt, die manchmal über dich bestimmt.
Lebe in Frieden mit Gott, was immer für eine Vorstellung du von Ihm hast.
Strebe behutsam danach, glücklich zu sein.
Was auch immer deine Arbeit oder dein Sehnen ist, erhalte dir den Frieden mit deine Seele.
Denn trotz aller Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten ist die Welt schön und das Leben lebenswert. (nach den Desiderata aus der alten St. Paul-Kirche,
Baltimore 1692)

Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt...."  Arthur Schopenhauer

Liebe drängt danach etwas auf die Welt zu bringen was vorher nicht da war. Franz Gruber

 

Ins Wasser fällt ein Stein,
ganz heimlich, still und leise,
und ist er noch so klein,
er zieht doch weite Kreise.
Wo Gottes große Liebe in einem Menschen fällt,
da wirkt sie fortin Tat und Wort
hinaus in uns're Welt.

Ein Funke, kaum zu seh'n,
entfacht doch helle Flammen,
und die im Dunkeln steh'n,
die ruft der Schein zusammen.
Wo Gottes große Liebe in einem Menschen brennt,
da wird die Welt vom Licht erhellt,
da bleibt nichts, was uns trennt.

Nimm Gottes Liebe an.
Du braucht Dich nicht allein zu müh'n,
denn seine Liebe kann
in deinem Leben Kreise zieh'n.
Und füllt sie erst dein Leben
und setzt sie dich in Brand,
gehst du hinaus,
teilst Liebe aus,
denn Gott füllt dir die Hand.

Kirchenlied

 

Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Eure Schulweisheit sich träumen lässt (Hamlet zu Horatio, in William Shakespeares Werk)

 

 

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich von Rat.

Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unsre Not zum End er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland groß von Tat.

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein,
da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn,
bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
mein Tröster früh und spat.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
eu’r Herz zum Tempel zubereit’.
Die Zweiglein der Gottseligkeit
steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
so kommt der König auch zu euch,
ja, Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.

Kirchenlied mit konfessionell geprägten Begriffen, die nicht unbedingt wörtlich zu nehmen sind, vor allem nicht bezüglich des Geschlechtes der Angesprochenen ;-) ... entscheidend sind die Gefühle, die beim Lesen, Hören und Singen  alleine und mit Menschen aus aller Welt entstehen.



Seit Aristoteles wissen wir, was Demokratie ist. Und doch sind wir Barbaren geblieben. Erst wenn der Mensch seinen Verstand durch sein Herz ausdeutet, wird sich unsere Welt verbessern. Friedrich von Schiller

 

Wir sollten uns nicht zu sehr darauf versteifen, dass unsere alltägliche Sicht der Welt die richtigste und umfassendste Anschauung darstellt. Der 'gesunde Menschenverstand' kann irreführend sein, und es könnte weit mehr Wirklichkeit geben, als das Auge wahrnimmt. Platon

 

Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist. David Ben Gurion

 

Quantitativer Irrtum

so reich waren wir nie wie heute
so habgierig aber waren wir auch nie wie heute

 

so viele Kleider hatten wir nie wie heute
so ausgezogen so nackt aber waren wir auch nie wie heute

 

so satt waren wir nie wie heute
so unersättlich aber waren wir auch noch nie wie heute

 

so schöne Häuser hatten wir nie wie heute
so unbehaust, so heimatlos aber waren wir nie wie heute

 

so versichert waren wir nie wie heute
so unsicher aber waren wir nie wie heute

 

so weit gereist waren wir nie wie heute
so eng aber war für uns das Land nie wie heute

 

so viel Zeit hatten wir nie wie heute
so gelangweilt aber waren wir auch nie wie heute

 

so vielwissend waren wir nie wie heute
so sehr die Übersicht verloren haben wir nie wie heute

 

so viel gesehen haben wir nie wie heute
so blind aber waren wir nie wie heute

 

so viel Licht hatten wir nie wie heute
so dunkel aber war es nie wie heute

 

so risikolos haben wir nie gelebt wie heute
so isoliert aber waren die Menschen nie wie heute

 

So eng aufeinander haben die Menschen nie gelebt wie heute
so weit voneinander aber waren die Menschen nie wie heute

 

so hoch entwickelt waren wir nie wie heut
so sehr am Ende aber waren wir nie wie heute

Wihelm Willms

 

Unerwünschte Belehrung

Ein Mensch, dem's ziemlich dreckig geht,
Hört täglich doch, von früh bis spät,
Dass ihm das Schicksal viel noch gönnte
Und er im Grunde froh sein könnte;

Dass, angesichts manch schwererer Bürde
Noch der und jener froh sein würde,
Dass, falls man etwas tiefer schürfte,
Er eigentlich noch froh sein dürfte;

Dass, wenn genau man's nehmen wollte,
Er, statt zu jammern, froh sein sollte,
Dass, wenn er andrer Sorgen wüsste,
Er überhaupt noch froh sein müsste.

Der Mensch, er hört das mit Verdruss,
Denn unfroh bleibt, wer froh sein muss. 

Eugen Roth

 

Sterben ist wie Umziehen in ein anderes Haus. Elisabeth Kübler-Ross

 

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann. Weissagung der Cree (Abwandlung eines Satzes aus der Rede eines Indianerhäuptlings durch die US-amerikanische und westdeutsche Umweltbewegung)

 

Die Menschen sehen nur das, was sie noch alles haben und bekommen könnten, schätzen aber nicht was sie haben, bis sie es verlieren. Jimi Hendrix

 

Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heißt. Jimi Hendrix

 

Do not stand at my grave and weep

Do not stand at my grave and weep,

I am not there; I do not sleep.

I am a thousand winds that blow,

I am the diamond glints on snow,

I am the sun on ripened grain,

I am the gentle autumn rain.

When you awaken in the morning’s hush

I am the swift uplifting rush

Of quiet birds in circling flight.

I am the soft star-shine at night.

Do not stand at my grave and cry,

I am not there; I did not die. Mary Elizabeth Frye (http://en.wikipedia.org/wiki/Do_not_stand_at_my_grave_and_weep)

 

Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft ... so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten, intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Max Planck

 

Die Natur zeigt uns nur den Schwanz des Löwen. Ich bezweifle nicht, dass auch ein Löwe dazu gehört, auch wenn er sich aufgrund seiner enormen Grösse nicht auf einmal zeigen kann. Albert Einstein

 

Menschen, Gemüse oder kosmischer Staub - wir alle tanzen nach einer geheimnisvollen Melodie eines fernen, unsichtbaren Pfeifers. Albert Einstein

 

Ich glaube, der Umwelt sollte dieselbe Aufmerksamkeit wie unserer nationalen
Sicherheit zuteil werden. Was bliebe anderenfalls noch zu verteidigen? Robert
Redford, 1985 dem Yosemite-Nationalpark gewidmet

 

Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein. (Johann Wolfgang von Goethe, "Die Wahlverwandtschaften", 2. Teil, 5. Kapitel)

 

Willkommen und Abschied

Es schlug mein Herz. Geschwind, zu Pferde!
Und fort, wild wie ein Held zur Schlacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht.
Schon stund im Nebelkleid die Eiche
Wie ein getürmter Riese da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah schläfrig aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr.
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch tausendfacher war mein Mut,
Mein Geist war ein verzehrend Feuer,
Mein ganzes Herz zerfloß in Glut.

Ich sah dich und die milde Freude
Floß aus dem süßen Blick auf mich.
Ganz war mein Herz an deiner Seite,
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Lag auf dem lieblichen Gesicht
Und Zärtlichkeit für mich, ihr Götter,
Ich hofft es, ich verdient es nicht.

Der Abschied, wie bedrängt, wie trübe!
Aus deinen Blicken sprach dein Herz.
In deinen Küssen welche Liebe,
O welche Wonne, welcher Schmerz!
Du gingst, ich stund und sah zur Erden
Und sah dir nach mit nassem Blick.
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden,
Und lieben, Götter, welch ein Glück!

(Johann Wolfgang von Goethe, 1771)

 

Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.

(Werner Heisenberg, 1901-1976, deutscher Physiker)

 

 

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.



Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.



Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse)

 

Man sollte eigentlich im Leben niemals die gleiche Dummheit zweimal machen, denn die Auswahl ist so groß.

(Bertrand Russell)

 

Die Summe unseres Lebens sind die Stunden, in denen wir liebten.
(Wilhelm Busch)

 

~*Des Liebenden Herz ist angefüllt mit einem Ozean. In seinen rollenden Wogen wiegt sanft sich das All. (Rumi)

~*Voneinander isolierte Systeme existieren nicht. Jedes Teilchen des Universums steht mit anderen Teilchen in direkter Verbindung, die schneller als Licht ist. Selbst wenn die Teile durch riesige Entfernungen voneinander getrennt sind, bildet das ganze System eine ungeteilte Einheit. (John Bell, Quantenphysiker) 

 

~*Komm! Komm wieder! Wer Du auch bist!Wenn Du auch Götzendiener oder Feueranbeter bist. Komm wieder! Dies ist die Tür der Hoffnung nicht der Hoffnungslosigkeit. Auch wenn Du Tausendmal Dein Versprechen gebrochen hast. Komm! Komm wieder! (Rumi)

 

~*Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden. Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott! Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie. (Max Planck)

 

~*Seien Sie die Veränderung, die Sie in der Welt sehen wollen. (Mahatma Gandhi)

 

~*Alles im Universum befindet sich in Dir.  Frage und bitte Dich selbst um alles, was auch immer es sein mag. (Rumi)

 

~*"Jesus sprach: Das Reich Gottes ist in Dir und um Dich herum, nicht in prachtvollen Gebäuden aus Holz und Stein. Spalte ein Stück Holz und ich bin da. Hebe einen Stein auf und Du wirst mich finden." (Thomas-Evangelium)



 

 

 



 



 

Impulse aus dem Buch "Die Kraft der Lebensvision" von Hans Kreis

 

*"An der Größe Deiner Angst erkennst Du die Größe Deiner Vision." (S.15)

*dabei helfen, "in einem fremd gewordenen Land die Blume zu finden, die Ihren wahren Namen trägt." (S. 15)

*"Ich entschied mich - trotz aller Zweifel, aller Warnungen und aller gut gemeinten Ratschläge - , der Sehnsucht meiner Seele zu folgen. Schon mit dem
ersten Schritt machte ich eine wundersame Erfahrung: Meine Angst war in
Wirklichkeit nichts anderes als verzauberte Sehnsucht, und jeder Schritt auf
meinem Sehnsuchtsweg erlöste einen Teil meiner Angst." (S. 16)

*"Erinnern Sie sich noch an die Nacht, die von Ihrer ersten großen Liebe erfüllt war? Wo war da die Angst und welche Bedeutung hatte sie damals? Die Vision Ihrer Liebe hatte sie aufgesogen wie Märzensonne den Schnee." (S. 17)

*"Wenn Sie selbst in grossen Krisen weit genug in die richtige Richtug schauen,
koennen Sie im groessten Schmerz schon die Gefuehle wie Sonne am Horizont
aufgehen sehen. Bleibt es dunkel, koennen Sie sicher sein, dass Sie in Richtung
Angstweg schauen." (S. 45)

*"Weil Vorfreude ein Gefuehl ist, funktioniert sie wie alle Gefuehle. Sie braucht unsere eigenen Gedanken als Geburtshelfer. Ein anderes Denken fuehrt zu anderen Gefuehlen. Oft kommen wir auf der Strasse unserer Sehnsucht nicht weiter, weil uns ein scheinbares Hindernis den Weg versperrt, ein angsterfuellter Gedanke. Wer zum Regisseur seiner Gefuehle werden will, muss also zuerst zum Regisseur seiner Gedanken werden." (S. 48)

*"Unser Denken und das, was wir als wahr annehmen, haengen von unseren Einstellungen ab. Einstellungen bestimmen unser Leben. Die Musik, die wir im Radio hoeren, ist das Ergebnis einer Einstellung. Wir haben ein bestimmtes Programm gewaehlt. Jetzt begleitet es uns und unser Leben so lange, bis wir ein neues Programm einstellen. Deshalb muesst man den alten Spruch ergaenzen >> Huete Dich vor Deinen Einstellungen, denn sie werden zu Deinem Schicksal. << " (S. 50)

*"Auf unserer Visionsreise werden wir zu Einstellungen finden, die
in ein glueckliches Schicksal fuehren. Wenn Sie am Nordpol mit Ihrer Reise
beginnen, brauchen Sie eine andere Kleidung als am Aequator. Ihre bisherige
Einstellung hat Ihnen irgendwann einmal das Leben gerettet. Jetzt hindert Sie
diese Einstellung, Ihr Leben zu geniessen." (S. 50f.)

*"Wenn Fragen immer draengender werden und wir uns weiter um die Antworten druecken, dann ist das so, als wollten wir die Morgendaemmerung nicht. Der Tag beginnt dann eben, ohne uns zu fragen. Auch unsere Vision verwirklicht sich, ohne uns zu fragen, wenn wir ihr keine Beachtung schenken. Das Schicksal wird zum Regisseur. Oft bedient es sich des scheinbaren Zufalls." (S. 17f.)

*"Ideen sind wie Kartengruesse aus dem Land der Visionen.
Heben Sie diese Kartengruesse auf, um einen Blick darauf zu werfen, wenn das
Reisefieber nachlassen sollte." (S. 33f.)

*"Der laengste Weg ist der, der vom Kopf zum Herzen fuehrt." (S. 34)

*"Das Bild eines fruehen Morgens taucht vor mir auf. Mit blaeulich dunstigen Bergen am Himmel. Mit zunehmender Entfernung scheinen die Berge immer zarter, zerbrechlicher, weicher zu werden. Der vordere koennte der entscheidende,der wichtigste sein. Der scheinbar groesste Berg ist so lange maechtig, wie er noch nicht hinter uns liegt." (S. 37)

*Bild fuer den Zyklus aus Werden und Vergehen und die manchmal beaengstigende Transformation als Teil von Entwicklung: Apfelkern, der unter die Erde kommt, Angst vorm Begrabensein und Erfrieren hat, dessen Schale dann von innen durchstossen wird, der sich zu einem Sproessling, schliesslich einen Baum verwandelt, der neue Fruechte traegt, die fallen muessen, um neuen Baeumen das Wachstum zu ermoeglichen. Der Zauberspruch dabei auf allen Stufen: Was will jetzt werden? (S. 37f.)

*Bild vom Bach, der, sich verwandelnd, im grossen Ganzen erfuellt. (S. 40)

*"Wie eine wunderbare Rose oeffnet sich dabei eine Erkenntnis: Dass alles zum Weg gehoerte, das Schmerzliche genauso wie das Freudige, der Absturz genauso wie der Hoehenflug. Alles ist Teil des grossen Sinns. Sinn bekommt seine
urspruengliche Bedeutung zurueck. Alles gehoerte zum Weg, zu unserem eigenen
rechten Weg. Sinnvoll ist das, was wir bewusst als unseren Weg erkennen." (S. 40)

*"Ich meine die Traenen der Vorfreude, diese kristallenen, geheimnisvoll glaenzenden Traenen, die spielerisch, einem Zauberspruch folgend, alles verwandeln koennen. Glasperlen werden zu edlen Kristallen und Kieselsteine
bekommen fuer einen Augenblick einen unschaetzbaren Wert. Zeit wird zu einem
Fremdwort und Entfernung wird zu eine nichtigen Groesse. Vorfreude, so sagen es uns die Psychologen und Neurobiologen, beruehrt unsere Seele sogar tiefer als
die Freude. Wenn das Ringen um den rechten Weg unsere Seele aufwuehlt wie der Sturm das Meer, wenn der schicksalhafte Orkan die Wellen so aufpeitscht, dass es dem Verstand umoeglich wird, Kurs zu halten, dann hilft Ihrem Lebensschiff das Licht eines inneren Leuchtturmes: die Vorfreude!" (S. 44)

 

"Ich bin das Ich" von Morrnah Simeona

 

 

ICH komme aus dem Nichts in das Licht.
ICH bin der Atem, der das Leben speist.

ICH bin die Leere, die hinter sämtlichem Bewusstsein steht,
das Ich, das Es, das Ganze.

ICH zeichne meinen Regenbogen über den Wassern,
                                                        in denen der Geist der Materie unaufhörlich fließt.

ICH bin der einströmende und der ausfließende Atem,die unsichtbare, unberührbare Brise, jener unerklärbare Funke der Schöpfung.

ICH bin das ICH.

* 19. Mai 1913 in Honolulu, Hawaii; † 11. Februar 1992 in Kirchheim bei München

Anregungen von Berndt Ebler

wirkungsvollerleben℗

Duesseldorfpraxis   D211

Psychotherapieplatz & WIRkfaktor Coaching

 
 

Gedanken im Rahmen einer Reise nach Newcastle-upon-Tyne und Umgebung

20.-27.04.2012

*Es war wir ein kleines Wunder im Alltag, als ich im Bus das Folgende sah: in
einem Rahmen, unter Glas, wo sonst Werbeplakate plaziert sind, ein Kunstwerk,
ganz ohne Marketing-Botschaft. Das hinterließ Wirkung!

*Es geht nicht um eine glatte Biographie, sondern um eine in sich stimmige Geschichte, wobei der Mensch, der sie lebt, darüber entscheidet, ob dieser innere Sinnzusammenhang zu finden ist, manchmal erst mit ausreichend zeitlichem Abstand.

*Eines der vornehmsten Ziele des Lebens ist wohl darin zu sehen, anderen Menschen zu
Erlebnissen zu verhelfen, die sie aufbauend tief berühren, an die sie sich fortan gerne erinnern.

*Eine Krypte mag anfangs beängstigend wirken. Haben die Augen sich jedoch erst mal gewöhnt, entdecken wir vielleicht wunderschöne Bilder an der Wand, spüren den guten Geist diese Raumes.

*Eine harte, aber heilsame Lektion: wenn alte Ängste wieder hochgepeitscht werden durch mehrdeutige Ereignisse, die sich dann aber letztendlich als unbegründet erweisen, als Störfeuer aus der Vergangenheit.

*Reisen lassen sich nicht völlig durchkomponieren. Sie bleiben immer auch Improvisationskunst. Unser Instrument besteht aus den Gaben der Wahrnehmung, Deutung und Kontaktaufnahme. Wie spielen dies wie ein Jazzmusiker im Einklang mit den Angeboten, mit den Melodieimpulsen der Umgebung. Je geübter wir sind, desto besser können wir uns einstimmen und kommen in Fluss.

*Wenn wir auf eine Reise Souvenirs kaufen oder sammeln, verfolgen wir wahrscheinlich nicht nur das Ziel, uns das Land ein bisschen anzueignen und die dort empfundenen Gefühle auch zu Hause wieder aufleben zu lassen. Diese Handlungen entspringen wohl auch dem Wunsch, den guten Geist des Unterwegsseins, die selbstverändernde Kraft der Neulanderkundung in unseren Alltag zu integrieren. Die Souvenirs dienen als Spiegel dieser Sehnsucht und als Erinnerungsstütze.

*Viel wichtiger als das Reden über unsere Kompetenzen und Projekte ist es, dass wir uns selbst ihrer bewusst sind und in ihrem Sinne handeln. Freilich ist es belebend und ein Zeichen von Vertrauen, wenn wir andere Personen in unsere Vorhaben einweihen und, ja, es macht auch auf angenehme Weise stolz und schafft durch die Bekundung des Vorsatzes eine größere Verbindlichkeit, die dabei helfen kann, Anfangshemmungen zu überwinden.

*Im besten Falle sind Reisen keine Flucht, sondern Annäherung an noch schlummernde Möglichkeiten, sind Aufbruch in Richtung einer Lebensgestaltung, die noch besser zu uns passt.

*Ein Pluspunkt des Reisens ist auch das produktive Tagträumen, dem wir uns im Verlaufe gelegentlich hingeben. Wir begegnen Menschen und phantasieren davon, ein bisschen wie sie zu sein oder stellen uns vor, auf diese Menschen zuzugehen mit einem Angebot privater oder professioneller Natur, als Freund, Partner, Künstler oder Geschäftsmann, beispielsweise, malen uns positive Resonanz aus. Dies kann ein Zeichen sein für Sehnsüchte und Kompetenzen in diesem Bereich und dafür, dass wir nur noch knapp unterhalb der Schwelle zur Verwirklichung dieser Träume leben.

*Alles, was wir tun, ohne dass uns jemand dazu drängt, wohnt und lebt ganz nah an unserem Herzen.

*Der Anblick von Brüchen kann uns dazu animieren, uns zu fragen, welche neuen Ufer wir erkunden wollen und was wir noch aufbauen können, um die Distanz zu überwinden. Es wird einiges an Vorarbeit und Geduld erforderlich sein, bis der Austausch mühelos fließen kann.

*Wer von seinen Produkten und Diensten wirklich überzeugt sein will, sollte deren
Qualitäten immer wieder auch selbst erleben.

*Wenn die Arbeit bisweilen besonders mühsam ist und die Zwischenschritte fast wirken wie zusammenhanglose Fragmente, kann es motivierend wirken, sich das Endprodukt, dessen Qualitäten und Auswirkungen anschaulich vorzustellen.

*Sympathisches Wirtschaften ist, wenn die Zufriedenheit des Kunden und die Freude an der Arbeit mindestens genauso wichtig sind wie der finanzielle Profit. Schließlich ist es ja genau
das, was beim Rückblick auf das eigene Leben eine besonders wichtige Quelle von
Zufriedenheit ist.

*Welch ein Glücksgefühl, wenn mit weitem Blick hinter den Fragezeichen der Angst ein Weg sichtbar wird, der es uns ermöglicht, aus freien Stücken Verbindlichkeiten einzugehen und dadurch sinnerfüllt, freudvoll zu leben!

*sich so leicht fuehlen wie eine leere Luxushandtasche und die Geldboerse nach dem Kauf ebendieser

*An jedem einzelnen Tag einer Reise begegnen wir Dutzenden Buechern dieser Welt, meist ohne es zu wissen.

*Die Attraktivitaet eines Reiseziels resultiert auch aus dem Herzlichkeits-Potential der dort lebenden Bevoelkerung. Wenn wir wohltuende Umgangsformen erleben, kann es sein, dass damit tiefe Sehnsuechte beruehrt werden und wir wieder staerker daran glauben, dass der Weg zu ihrer Verwirklichung geebnet werden kann, in gemeinsam-freudiger Kraftanstrengung.

*Menschen unterscheiden sich in ihrem Energieniveau und dem Grad der Fokussierung auf eines, wenige oder viele Ziele. Je enger die Fokussierung, desto wichtiger die Frage, ob wir wirklich persoenliche Projekte verfolgen.

*Inmitten einer belebten Fussgaengerzone sitzend fuehle ich mich wie der beseelte Bug eines Schiffes, von Wellen umbrandet.

*Das Umsteigen auf  langsamere Zuege stimmt ein auf den beschaulichen Rhythmus fern der Hochgeschwindigkeitstrassen des rasant getakteten Alltagslebens.

*Die alten Schienenbusse machen viel Laerm um wenig Geschwindigkeit, was in diesem
Falle ein sympathisches Missverhaeltnis ist.

*Die Gleise sind wie Haende, die dem Zuginstrument Reisemelodien entlocken.

*Selbst kleine Laemmchen jagen Tauben und tun es damit den Menschenkindern gleich.

*Laemmchen erleben einen herannahenden Zug noch als Gefahr, waehrend die Eltern da schon abgeklaerter sind. Wovor springen wir veraengstigt davon, obwohl uns doch letztendlich nichts Schlimmes droht?

*Selbst Grabinschriften muessen sterben. (Whitby, 23.04.2012)

*Die Welt wird uebersichtlicher, wenn wir wissen, was uns besonders gefaellt und dem den Grossteil unserer Aufmerksamkeit schenken, der Partnerin etwa oder Perlen europaeischer Meereskuesten. (Whitby, 23.04.2012)

*Whitby, eingeschmiegt in Meeresklippen, ist langsam gewachsen wie ein Perle in der Auster. (Whitby, 23.04.2012)

*Die zu Phantasiegesichtern verwitternde Abtei von Whitby auf der Klippe, ein Strand,
der, eben noch breit und weit, schon nach Stunden verschluckt ist vom Meer, alles Sinnbilder fuer den Rhtythmus von Werden und Vergehen, fuer die Grenzen irdischen Ewigkeitsstrebens. (Whitby, 23.04.2012)

*Verzerrte Gedanken koennen sich auf unsere Gefuehle aehnlich stoerend auswirken wie ein unebener Spiegel auf unsere Wahrnehmung eines Gesichtes. Die Stoerung beeinflusst uns umso weniger, je mehr wir uns der Verzerrung bewusst sind. Da wir nicht die Wirklichkeit schlechthin schauen koennen, ist allerdings jede Wahrnehmung der Blick ueber einen Spiegel, wodurch unser Bild von der Welt immer eine individuelle Note hat.

*Die Haeuser von Whitby haben sich entlang des River Esk gruppiert, als wollten sie Angehoerige nach der Rueckkehr von grosser Seefahrt in Empfang nehmen. Die Abtei und St. Mary`s Church geben ihren Segen.

*Wir erleben eine nachhaltige Reise, wenn wir ihre Fruechte auch im Alltag weiter reifen sehen, weil wir nicht nur eine Ernte mitbringen, sondern auch einen Baum, den wir in unserem eigenen Garten pflanzen und pflegen.

in a similar vein, to reveal, to all intents and purposes, to tell s.o. to get lost, to laugh incredulously at s.o.`s effrontery

 
  
   

 

Wenn jeder Mensch eine Feder mitbringt, wird daraus ein Flügel. (04.06.12)

Wir können Glück finden, indem wir durch den Spiegel der Welt nach innen schauen. (04.06.12)

Wenn man aus gewohnten Bahnen geworfen wird, wenn Verluste
zu beklagen sind, wenn Sand ins vertraute Rollengetriebe gekommen ist, kann es
uns sein, als würden wir den festen Boden unter den Füßen verlieren und Angst
steigt in uns empor. In solchen Lebensphasen haben wir allerdings auch die
Chance, uns auf die Frage zu besinnen, wer wir im Kern sind, welcher Mission
wir uns unter allen Umständen widmen können, wer unsere wahren Freunde sind. (04.06.12)

Wir haben in unserer heutigen, durch Vernetzung geprägten Zeit bessere Chancen denn je, den guten Geist in der Welt zu vermehren. Wir können uns zum Beispiel über das Internet weiterbilden und verbinden und ja, wir können auch eine eigene Internetseite gründen. Mitmenschen lesen diese Seite und ein Teil unseres Bewusstseins dringt über die Netzhaut in die Psyche dieser Person, beeinflusst sie. Diese Person wiederum kann ihre eigenen Gedanken auf dieser Internetseite veröffentlichen, die eigene Meinung, eigene Ideen kundtun und auch durch persönliche Begegnungen, die wir teilweise auch arrangieren können, positiv auf andere Menschen einwirken. (05.06.12)

Wenn jemand sich einem gewagten Projekt mit ungewissem Ausgang widmet und wir dieser Person Zeit, Energie und Aufmerksamkeit widmen, ist das so, als würden wir Aktien eines gerade entstehenden Unternehmens erwerben. Wir tragen das Risiko mit und gleichzeitig auch das Potential des Erfolges. (05.06.12)

Etwas zu gründen, sei es eine Familie oder ein Unternehmen, bedeutet auch Erforschen der eigenen Fähigkeiten, des eigenen Mutes, aber auch Konfrontation mit Angst und Ungewissheit. (05.06.12)

In der Traumphase gewagter Projekte können wir nie mit Sicherheit wissen, ob wir uns auf dem Holzweg oder dem Königsweg befinden. Bisweilen können wir uns fragen, ob wir wie in Trance verblendet sind oder ob sich unsere Begeisterung aus der Ahnung speist, gerade etwas faszinierend Neues zu entdecken. Wer uns auf dieser Achterbahnfahrt loyal begleitet, uns den Rücken stärkt, trotz all des vielleicht etwas verrückten Beiwerks unserer Gedanken nie den sinnvollen Kern unseres Bemühens aus den Augen verliert, wer uns Anerkennung schenkt für unseren Mut, uns auf ungewisses Terrain vorzuwagen, Rückschläge zu bewältigen, weiter Energie zu investieren, Enttäuschungen zu riskieren, um am Ende dann doch vom Erfolg belohnt zu werden, zeigt damit menschliche Größe und Liebe. Wer uns diese Unterstützung schenkt, dessen guter Geist wird Teil der Seele der Unternehmung. Worte der Anerkennung unterwegs in Zeiten voller Fragezeichen sind tausendmal mehr wert als Applaus angesichts messbarer Erträge. (06.06.12)

Wenn nach einem Regenschauer auf Blütenblättern Wassertropfen glitzern wie Edelsteine im neu erwachten Licht, kann es uns vorkommen, als würden wir diese Blume zum ersten Mal in unserem Leben wirklich sehen (08.06.12)

Wir haben jeden Tag die Chance, etwas früher aufzustehen, neue Wege zu gehen und den Tau auf den Gräsern zu berühren, die sich im göttlichen Wind wiegen. (09.06.12, inspiriert von meiner Partnerin)

Besser als das aus-dem-Boden-stampfen eines glänzenden, prunkvollen Wolkenkratzers, von Wüste umgeben, ist der Bau eines kleinen Hauses mit Garten, in dem Mitmenschen herzlich willkommen sind, in dem Zeit ist für Begegnung. (11.06.12)

Wir können die Turbulenzen des Lebens nicht beseitigen, doch wenn wir uns tragenden Werten widmen, Fähigkeiten aufbauen, uns in Gelassenheit üben, bekommen wir Schwingen, die uns helfen, diese Turbulenzen zu durchfliegen. (11.06.12)

Wie lange könnten wir den Versuch, von anderen Menschen unabhängig zu sein, überleben? Wir dürften in diesem Experiment ja nicht mal die einfachsten Hilfsmittel verwenden, die von Menschenhand hergestellt wurden, dürften auf keine Vorerfahrung zurückgreifen. Wir müssten inmitten der Natur die Kultur neu erfinden. Selbst wenn uns dies einige Zeit, bis zur ersten schwereren Krankheit, gelänge: wie kämen wir mit der unveränderlichen Tatsache zurecht, dass wir uns nicht selbst geschaffen haben? Das Leben annehmen heißt: Verbundenheit bejahen, was wohl auch einer urreligiösen Erfahrung vor aller konfessionellen Auffächerung entspricht. (11.06.12)

Eine gelingende Partnerschaft braucht keine Dauerharmonie, sondern ein tragfähiges Fundament, auf dem Glück genossen, Konflikte ausgetragen und Durststrecken ausgehalten werden können. Problematisch ist nicht der Wechsel von Höhen und Tiefen, da dieser eher ein Zeichen für Lebendigkeit und Entwicklung ist. Problematisch ist die Vermeidung des Bekenntnisses zu eigenen Bedürfnissen und die Vermeidung von Reibung. Wenn dies zum chronischen Muster wird, drohen Gleichgültigkeit, Entfremdung, Flucht und der Aufbau einer immer explosiveren Spannung. Dieses Muster fräst sich schleichend und doch mit Macht in das Fundament der Beziehung ein und kann dieses schließlich zum Zerbrechen bringen. Deswegen ist es wohl sinnvoller, schwierige Themen rechtzeitig zu benennen, um den zerstörerischen Effekten im Untergrund vorzubeugen. (12.06.12)

Manchmal empfinde ich die Schönheit der Pflanzen als Finger göttlicher Kraft, die in unser Leben hineinragen, ohne uns zu umklammern, die uns dazu einladen, uns von ihnen berühren zu lassen. Ob wir darauf zugehen oder daran vorbei, liegt nur an uns. (13.06.12)

Was ich nun sage, hat keinen Wahrheitsanspruch: Die Religionen unserer Welt bieten inspirierende Bilderbücher zur Annäherung an das Geheimnis des Allumfassenden, geistreich und auch von menschlicher Fehlbarkeit durchzogen zugleich. Sie erzählen von etwas, das sich ständig in unserem Leben ereignet, mal sanft, mal erhaben, mal erschütternd, ganz egal, welcher Konfession wir angehören oder ob überhaupt. Gott kann ich mir am besten vorstellen als die Überwindung aller Gegensätze, weder Mann noch Frau. Alle, die behaupten, dieses Phänomen erklären und dessen Prinzipien in Dogmen fassen zu können, sind mir verdächtig. Das Göttliche ist nichts außerhalb von uns. Wir sind ständig darin eingebettet, sind von Natur aus ein Teil davon, unabhängig von Zeit und Raum. (13.06.12)

Inmitten der Nacht kann es uns geschehen, dass wir einen duftenden Busch am Wegesrand entdecken. Wir können uns die Zeit nehmen, hinzugehen, die Augen zu schließen und unsere Nase in die Blütenstände zu tauchen. Wenn wir unsere Augen wieder öffnen, lassen wir vielleicht den Blick zum Himmel schweifen und sehen die Sterne und wir sehen die Sterne anders als sonst, irgendwie verstehen wir sie jetzt. (15.06.12)

So nett Adrenalin und Dopamin zwischendurch auch sein mögen ... viel faszinierender als Kicks, Käufe und Kontrolle sind innerer Frieden und gesunde zwischenmenschliche Beziehungen. Dies erreicht man nicht durch Maloche, Macht und Freizeitstress, sondern durch Arbeit an sich selbst, Hingabe an eine sinnvolle Aufgabe, Bildung, Konzentration auf Wesentliches, befreienden Verzicht, Achtsamkeit, aufmerksame Kommunikation ... und sicherlich auch noch auf anderen Wegen, die auf uns warten, die jede und jeder für sich selbst entdecken kann. (15.06.12)

Damit ein Rad auf Dauer stabil fahren kann, braucht es nicht nur einen Reifen mit Profil, sondern auch eine solide Felge und Speichen, die in einem Zentrum ruhen und fest verankert sind. Wo finden und schaffen wir diesen Halt in unserem Leben? (15.06.12)

Gelassenheit ist zum Beispiel, auf noch nicht ausgepackten Umzugskisten mit sich selbst oder anderen Freunden ein Glas Sekt zu trinken. (15.06.12)

Je mehr wir herausfinden, wofür unser Herz schlägt, je mehr wir erkennen, dass es in uns einen Kern gibt, der schon immer gut war und immer gut sein wird, ganz egal, was wir äußerlich erreichen und andere von uns denken, desto mehr Energie strömt in unser Handeln und desto besser gelingt es uns, trotz aller Hindernisse und gelegentlichem Selbstzweifel unserem Weg treu zu bleiben. (15.06.12)

Das Leben wurde uns geschenkt und dann gestalten wir es, im Wechselspiel mit den Ereignissen, die uns begegnen, manchmal willkommengeheißen, manchmal Herausforderung an unsere Fähigkeit zur Akzeptanz. In gewisser Weise ist somit unser Leben und unser Selbst ein Gesamtkunstwerk, das ganz natürlich weiter wächst, stetig verfeinert wird. Für welche Werte stehe ich dabei? Welche Aussagen verkörpere ich? Ich kann mir dies immer wieder vor Augen führen und mich aktiv dafür entscheiden, ein bisschen mehr von dem zu tun, was meine positive Spur auf unserer Erde wird. (19.06.12)

 

Je mehr ich mich mit der Schönheit der Welt beschäftige, der Schönheit, in die wir trotz aller Missstände immer eingebettet sind, desto mehr entdecke ich den Zauber des Seins auch in den vermeintlich kleinen Phänomenen des Alltags, in der Farbe eines erfrischenden Getränks im beschlagenen Glas an einem Sommertag, im Lächeln eines Menschen, das von Herzen kommt. (20.06.12)

 

Die Welt braucht den Superstar nicht suchen, weil sie es selbst schon ist. (20.06.12)

 

Wenn wir uns Zeit nehmen, um die Schönheit der Welt in Ruhe zu betrachten, dann
begleiten uns die Nachbilder der gesammelten Eindrücke wie ein wunderbares
Wasserzeichen auf dem Papier unserer Lebensgeschichte. (20.06.12)

 

Das Bedürfnis des Menschen nach Ordnung, Bezeichnung, Erklärung, Kategorisierung, Abgrenzung, nach Kontrolle, Registrierung, übermäßiger Verwaltung und Rechthaberei, ja auch nach Identität und nationaler Zugehörigkeit kann den Blick trüben für die tiefere Gemeinsamkeit der Phänomene des Lebens. Schubladen sind Konstruktionen des Menschen. Die Inhalte bleiben trotzdem miteinander in Verbindung, durch die Wände hindurch. (22.06.12)

 

Unsere Pläne können inspiriert sein von dem, wonach wir uns sehnen. Oft genug sind sie jedoch Ableger des Wollen-Sollens und zwingen unsere Kreativität in reizlos asphaltierte, monoton effizienzorientierte Autobahnen des Denkens, Fühlens und Handelns. Lassen wir den Blick offen für Ausfahrten und aussichtsreiche Nebenstrecken! (22.06.12)

 

Einsicht ist ein Aspekt von Ästhetik, wenn auch nicht immer der angenehmste. (22.06.12)

 

Menschen haben schon so viel verstanden und entwickelt! Da ist es schon eine große Herausforderung, die existierenden Entdeckungen zu entdecken. Besonders faszinierend bleibt es natürlich, den Wundern des Lebens durch eigene Erfahrungen näher zu kommen. Hilfsmittel schmälern dabei nicht die Intensität des Abenteuers. Wir sind ja auch damit einverstanden, für eine Wanderung Schuhe anzuziehen, vielleicht auch eine Landkarte zu verwenden. (22.06.12)

 

Selbst wenn wir ein Phänomen nicht völlig berühren und begreifen können, haben wir die Chance, dessen Energie in unser Leben zu lassen und in ein Strömen zu verwandeln, das voranbringt, so wie wir von der Kraft der Sonne profitieren. (25.06.12)

Siehe auch >> Four Solaire, Odeillo, Cerdagne, Languedoc-Roussillon, Südfrankreich http://www.youtube.com/watch?v=ij_s_WrGAkM&feature=related , http://www.youtube.com/watch?v=wzHq8I1ChNg , Hymne au Soleil http://www.youtube.com/watch?v=TQJRL2omLj8 , Baigneuses au Soleil (Déodat de Séverac ) http://www.youtube.com/watch?v=Sg7lMSHi3XQ , Cerdagne et Capcir http://www.youtube.com/watch?v=IgkDYF5tCDg , http://www.youtube.com/watch?v=HHuiiKeAprA&feature=related , Les Bouillouses et le Capcir http://www.youtube.com/watch?v=gebXVeyhW1I&feature=related , Pic Du Midi / Pyrenäen http://www.youtube.com/watch?v=Uqbnpq-chps&feature=related , http://www.youtube.com/watch?v=0T3juBzSXvI&feature=related , Cliff Martinez: First Sleep http://www.youtube.com/watch?v=_2S698Cs3aM&feature=g-vrec , http://www.youtube.com/watch?v=pd_Am6DRaek&feature=related , Sonnenstürme http://www.youtube.com/watch?v=X-UwYlxh-fY , http://www.youtube.com/watch?v=eCRh7JKEvrg&feature=related

 

Ehrliche Kritik ist eine Gratwanderung zwischen Beziehungsvertiefung und Beziehungsbelastung. Die Wahrscheinlichkeit für positive Auswirkungen ist dann höher, wenn sie sich auf bestimmte Verhaltensweisen und nicht auf die ganze Person bezieht, über eigene Gefühle diesbezüglich und nicht über vermeintlich allgemeingültige Regeln geredet wird und wenn man auf einen Schatz gemeinschaftsbildender, tragender Erfahrungen zurückblicken kann, wenn Vertrauen gewachsen ist. (25.06.12)

 

Mit der Suche nach Erkenntnis verhält es sich ähnlich wie mit der Erforschung einer Tropfsteinhöhle oder eines artenreichen Urwaldes: Wir können wunderbare Schöpfungen der Natur entdecken, die unser Bewusstsein erweitern, doch wir sind auch dem Risiko der Gier nach immer mehr ausgesetzt und laufen dann Gefahr, uns im Höhlensystem oder den Tiefen des Waldes zu verirren, uns darin zu verlieren, an die Grenzen unserer Kräfte und Ressourcen zu geraten. Kontakt mit Menschen und Hingabe an Aufgaben werden uns zum Ariadnefaden, der Verbindung mit Tageslicht und überschaubaren Regionen ermöglicht. (27.06.12)

 

Wir brauchen keine Angst zu haben vor vermeintlicher Ohnmacht angesichts der Geschehnisse auf diesem Planeten. Genauso wie ein Schmetterling mit seinem Flügelschlag das Wetter beeinflussen kann, sind wir dazu in der Lage, durch eine Lebensführung im Geiste der Mitmenschlichkeit und Aufgeschlossenheit systemverändernde Spuren zu hinterlassen, auch wenn die Effekte im Augenblick noch nicht offensichtlich sind. Was genügt, ist das Bewusstein dieser Resonanzschwingungen. [In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch die Erkenntnis hilfreich, dass Menschen zu 88% bereit sind, Mitmenschen zu helfen, z.B. heruntergefallenes Papier vom Boden aufzuheben, wenn sie vorher ein 10-Cent-Stück gefunden haben, im Vergleich zu 4% ohne vorherigen Glücksfund. Wie können wir dazu beitragen, dass Menschen solche Glückserlebnisse haben und dadurch bereiter dazu werden, Andere zu unterstützen? Ich bin mir sicher, dass etwa ein Lächeln oder ein gutes Wort noch viel mehr wert ist als ein 10-Cent-Stück. Siehe auch: Isen, A.M. & Levin, P.F. (1972): Effect of feeling good on helping: Cookies and kindness. Journal of Personality and Social Psychology, 21, 384-388] (27.06.12)

 

Je mehr ich daran glaube, in ein sinnvolles Ganzes eingebettet, geborgen zu sein, je mehr ich mir bewusst bin, für welche Werte ich mich in meinem Leben einsetzen möchte, desto eher bin ich dazu bereit, Risiken einzugehen und mutig zu handeln. (27.06.12)

 

Wenn wir ein Licht in uns tragen, wenn wir aus uns selbst heraus leuchten, können wir uns auch in Regionen des Lebens vorwagen, die zunächst dunkel wirken, in denen aber ein Schatz darauf wartet, von uns gehoben zu werden. (27.06.12)

 

Wir können äußere Heimaten gelassener und ohne Abhängigkeit genießen, wenn wir ein Bewusstsein für unsere innere Heimat entwickeln und pflegen. (27.06.12)

 

Entspannungs-Meditation im Alltag: sich ein klein bisschen Zeit nehmen und sich in einer angenehmen Haltung vor Augen führen, dass wir auf einer tieferen Ebene mit allen Menschen und anderen Lebewesen verbunden sind und vielleicht auch mit einer wunderbaren weiteren Sphäre, in die wir alle eingebettet sind. Solange wir überwiegend das Greifbare und Erklärbare als das Wichtigste nehmen, kann der Blick hierfür noch getrübt sein, ganz so, wie der Horizont verschwommen ist, wenn wir nur auf das schauen, was in Reichweite unserer Hände liegt. (27.06.12)

 

Reden über Wahrheiten wird in Verbindung mit Herrschaftsansprüchen, Dogmen und Selbstbereicherung der Verkünder und Verkünderinnen unglaubwürdig. Verblendung und Machtstreben sind zwar typische menschliche Schwächen, doch wir müssen uns nicht zu ihrem Opfer machen. Wir Menschen können eigenständig, ganz natürlich und in freier Begegnung entdecken, was unser Herz berührt, bewegt und zur Ruhe bringt. (27.06.12)

 

Wir Menschen neigen dazu, uns in unserem Verhalten an unserer Umgebung zu orientieren und das für "normal" zu halten, was die meisten tun. Dies machen wir besonders in verwirrenden Situationen. Dass dies gefährlich ist, zeigt nicht nur der Effekt der sogenannten "Verantwortungsdiffusion" ("bystander effect", Darley & Latané, 1968), der dazu führt, dass die Hilfsbereitschaft und Initiative der Menschen sinkt, wenn viele Anwesende Zeugen eines Verbrechens oder einer rassistischen Beleidigung werden. Eine schleichende Gefahr resultiert in diesem Zusammenhang auch aus der Normalitäts-Illusion im Hinblick auf unseren "westlichen" Lebensstil mit seiner Tendenz zur Überbetonung von Leistung, Effizienz und materiellem Wachstum. Was die meisten machen, kann ja nicht falsch sein ... oder doch? Tatsache ist: würden alle Menschen so leben wie wir (wobei wir unbestreitbar in ein paar Punkten schon viel dazugelernt haben), ginge die Welt den Bach hinunter. Es erfordert Mut, das Eingefahrene in Frage zu stellen. Der Lohn dafür ist das gute Gefühl, Teil der friedlichen Speerspitze einer zukunftsweisenden Kraft zu werden. Wer hier mitmacht, erlebt verbindende Gemeinschaft statt sich-Verlieren in einsamen Cliquen oder der konformen Masse bloß Funktionierender, deren einzige Indivdualität noch im Konsum von Lifestyles besteht. (27.06.12)

 

Den Anschlag auf das World Trade Center in New York überlebten nur diejenigen, die viel Glück hatten und sich zusätzlich auf ihre eigenen Wahrnehmungen und Einschätzungen verließen und nicht der Aufforderung Folge leisteten, Ruhe zu bewahren und in den Büros zu bleiben. Wo lassen wir uns im Alltag einlullen von Beschwichtgungen, wo laufen wir Gefahr, uns vorschnell an der Mehrheit zu orientieren, der Statistik statt Werten zu folgen, wo setzen wir dafür Freiheit und Gesundheit aufs Spiel? (27.06.12)

 

Verantwortungsbewusste Psychotherapie leistet mehr als nur die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit im Getriebe der Gesellschaft. Sie sieht den Menschen mit seinen individuellen Wünschen, Werten und Visionen, seiner einzigartigen Sensibilität, die nun mal leider auch das Risiko des Leidens im Hamsterrad mit sich bringt. Die anderen Nager können irritiert oder gar grimmig schauen, wenn man sich das Ganze mal mit Abstand betrachten und zu sich selbst finden möchte. (27.06.12)

 

Wenn wir uns durch äußeres oder inneres Geschehen übermäßig in Beschlag genommen, ja geradezu hypnotisiert fühlen - Indizien dafür sind etwa lähmende Angst, ständige Unruhe oder gedankliche Fixierung - kann es helfen, wenn wir uns vorstellen, die Situationen zwischendurch wie einen Film auf einem Monitor oder einer Leinwand zu betrachten, bevor wir wieder handeln, aktiv gestaltend daran teilnehmend. Was da in diesen Situationen passiert, fesselt uns zwar sehr, das haben solche Filme eben so an sich, doch wir sind nicht identisch mit diesem Geschehen. Wir werden berührt, aber nicht aufgesogen. Die Distanz ergibt sich aus der Tatsache, dass wir aus einer Vergangenheit kommen und in eine Zukunft reisen und die erlebte Situation zwar intensive Gegenwart ist, letztendlich jedoch auch nur Durchgangsstation und dass es vielleicht noch etwas anderes gibt als die lineare Zeit. Der gesunde Abstand wird auch begünstigt durch das Bewusstsein, dass wir mit dem unverletzlichen Kern unseres Selbst, auf dessen Oberfläche die Schwingung aus Höhen und Tiefen stattfindet, dass wir mit diesem Selbstkern eingebettet sind in etwas größeres Ganzes, rätselhaft, geheimnisvoll, tröstend, über Zeit und Raum erhaben. Dieser relativierende Blickwinkel ermöglicht uns vielleicht ein bisschen mehr, die Dinge des Lebens gelassen anzupacken und anzunehmen. (28.06.12)

 

Heilung entsteht aus der ausgewogenen Mischung von aktiver Problembewältigung und Akzeptanz von Einschränkungen, von Grenzen des Machbaren, zufälligen und schicksalhaften Kräften. Exzessives Selbstoptimierungsstreben, Gier nach Vollkommenheit, Perfektionismus und statische Vorstellungen von Ankommen am Ziel erschweren inneren Frieden und machen das Herz unruhig. (28.06.12)

 

Was wir oft vorschnell als "psychische Störung" etikettieren, kann Teil einer konstruktiven, inspirierenden Instabilität sein, die irritiert, die durch die Verwirbelung und Auflockerung des Gewohnten aber auch öffnen kann für neue Sicht- und Fühlweisen, die dann zu Reorganisation des Selbstsystems auf einem höheren Niveau führt. Horchen wir also auf die Botschaft der sogenannten "Symptome", bevor wir hektisch daran arbeiten, sie im Interesse des "Funktionierens" (wer hat daran außer einem selbst Interesse?) zu beseitigen. (28.06.12)

 

Nur weil wir nicht so gut riechen können wie ein Hund, heißt das noch lange nicht, dass das, was der Hund wahrnehmen kann, nicht existiert. Ziehen wir in unserem Leben nur das in Betracht, was offensichtlich ist, oder sind wir auch offen für das nicht oder noch nicht Erklärbare? Warten wir darauf, dass die Wissenschaft oder eine andere Institution es absegnet oder sind wir bereit, aus freien Stücken all unsere Sinne zu aktivieren, auch jene, die in unserer "modernen" und gerade dadurch oft sehr einseitigen Lebensweise verkümmert sind? Haben wir den Mut zu eigenen Erfahrungen? (28.06.12)

 

Emotionen, Seele, Intuition und Schaffenskraft unterscheiden uns von der künstlichen Intelligenz denkbarer Supercomputer und verbinden uns geistig mit der göttlichen Dimension des Seins. (30.06.12)

 

Der Kompass besteht aus 360°. Kein Grad ist richtiger oder wichtiger als der andere. Alle sind erforderliche Facetten des Phänomens Orientierung. Alle haben ein gemeinsames Zentrum. (30.06.12)

 

Ist Perfektion wirklich sympathisch? Freuen wir uns im Hotelzimmer eher über eine fehlerfreie Übersetzung oder über die mit leichten sprachlichen Unschärfen, die schmunzeln lässt? (30.06.12)

 

Wir können uns zugleich erden und himmelwärts orientieren, wenn wir den Ast eines Baumes nehmen, eventuell auch ein Blatt an die Stirn legen und uns vorstellen, dass wir jetzt wie der Baum sowohl verwurzelt sind als auch zum Himmel hin wachsen und durch die eigenen Blüten Leben anlocken und vermehren und zur Schönheit der Welt beitragen. (30.06.12)

 

Bis jetzt ist es meines Wissens noch keiner Religion gelungen, die ganze Welt auf friedliche, liebevolle, erlebnisbasierte, Gleichberechtigung pflegende und herrschaftsfreie Art und Weise sowie unter Verzicht auf Früherziehung von ihrer Botschaft zu überzeugen. Insofern handelt es sich bei den Religionen wohl nur um Vorstufen, um Hilfsmittel eines umfassenden Erkenntnisweges, auf dem die Menschheit über einen natürlichen Bewusstseinswandel die Einbettung in ein umfassendes Sein auf einer tieferen Ebene spürend versteht und sich dann befreiend an höhere Dimensionen zurückbindet, unabhängig von irdischen Autoritäten, um sich ins Gesamtwesen hinein zu entfalten, alles Trennende aufatmend hinter sich lassend. (30.06.12)

 

Wenn alles miteinander verbunden ist - und es spricht weitaus mehr dafür als dagegen - dann sind wir jetzt schon in Gott, wenn auch noch gebunden an Raum und Zeit. Die Bedingungen irdischer Existenz schaffen enorme Erlebnis- und Handlungsmöglichkeiten, gleichzeitig aber auch Wahrnehmungs- und Erkenntnisfilter. Somit sind wir stets auf Deutungen unserer Erlebnisse angewiesen. Dogmen gehen darüber hinaus und sind Anmaßung, zeugen von einem Mangel an Bereitschaft, das Rätselhafte auszuhalten. (30.06.12)

 

Wenn das Leben zu sehr gemäß den eigenen Plänen verläuft, drohen geistige Trägheit und Selbstüberschätzung. (30.06.12)

 

Das Erwachen der Menschheit in ein neues, gesünderes, zukunftsweisendes Bewusstsein hinein wird nicht auf eine Einzelfigur gerichtet sein oder von dieser ausgehen. Der evolutionäre Sprung wird viele Menschen relativ zeitgleich erreichen und diese Phase ist weder auf 2012 beschränkt noch wird sie in diesem Jahr enden. Wir haben gerade begonnen, auf der Welle zu reiten. Diese Menschen werden die Veränderungen in ihren Denk- und Verhaltensmustern nicht immer direkt als bereichernd, sondern bisweilen auch als verstörend empfinden. So ist das nun mal, wenn Eingefahrenes ins Wanken kommt. Es ist ein großes Abenteuer auf der Reise des Lernens und Reifens. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen, bei denen der Wandel zuerst ins Leben kommt, Kontakt miteinander aufnehmen, um den neuen Weg im Bewusstsein der Verbundenheit gemeinschaftlich zu gehen. Dieser Zusammenhalt wird auch dabei helfen, den Gegenwind derjenigen auszuhalten, die aus Angst oder Berechnung am überholten System mit seinem beschränkten Horizont festhalten wollen. Eine Balance aus entschlossenem Selbstvertrauen und visionärem Pioniergeist einerseits sowie Geduld und Verständnis andererseits begleitet die nachhaltige Neujustierung des Weltgeschehens. Wir, die wir in einer Gesellschaft leben, in der Frieden und  existenzielle Absicherung gegeben sind, erfreuen uns der besten Chancen hierfür, tragen eine besondere Verantwortung und dürfen uns glücklich schätzen, als Vorbilder zu wirken. Alles Gute und Liebe! (30.06.12)

 

Die reifen Menschen des baldigen Morgen werden wieder mehr wie Kinder sein. (30.06.12)

 

Welche Atmosphäre spüren wir, wenn wir uns in der Gesellschaft bewegen? Ist sie tendenziell hektisch, ängstlich, von Besitz-, Status- und Kontrollstreben geprägt? Wenn ja, fühlt sich das gut an? Wenn es sich nicht gut anfühlt, zeigt das wohl, dass es Zeit ist für Veränderung. Wo beginnt die Veränderung? In uns und durch unsere Taten. (30.06.12)

 

Welche Religion sollte für Bewohner eines anderen Planeten verbindlich sein? Eine der unseren? Warum nicht eine der ihren? Insofern ist es angebracht, davon auszugehen, dass der Kern der Religionen zwischen ihnen und den Welten, also mitten im Leben und im Kosmos zu suchen ist. (30.06.12)

 

Besonders raffiniert sind die manipulativen Systeme, die sich nicht direkt als solche zu erkennen geben, die die Illusion erzeugen, in einer aufgeklärten, demokratischen Gesellschaft zu leben, etwa durch Medien, die Informationen pseudodifferenziert und letzten Endes doch gefiltert verbreiten oder durch Instanzen, die sich von den Menschen wählen lassen und dann trotzdem nicht viel mehr sind als Erfüller verborgen agierender Interessengruppen. Das Internet macht es uns glücklicherweise leichter denn je, die Augen zu öffnen und bessere Alternativen zu wählen und selbst zu entwickeln. Auf geht's, aufwärts geht's! (30.06.12)

 

Das klassische, zu einfach gestrickte Verständnis von Wachstum kann leider in den Abgrund führen, auch wenn der Weg dorthin glitzert und mit Vergnügungsstationen, erfüllt von Lounge-Atmosphäre aufgepeppt ist. Wir sind frei zu wählen, uns gegen den Weg der ferngesteuerten und bequemen Lemminge zu entscheiden und für den Weg des aufgeklärten, liebevollen, verantwortungsbewussten Geistes, den Weg des Reifens und der wirklich intensiven Freude. (30.06.12)

 

Eine der für mich schönsten Formen, um mich zu erfrischen und mit den Naturenergien in Kontakt zu bringen: an einer Quelle, zum Beispiel im würzigen Apennin, wo lebendiges, klares Wasser über Moos aus dem Fels strömt, die Füße ins Wasser tauchen. Der Plätscherspray benetzt den Leib. Dann mit den Händen schöpfen fürs Gesicht. Dabei die Küsse der Sonne auf der Haut spüren. Zum Nachtisch erntefrisches Obst aus der Region. (01.07.12)

 

Eine alltagstaugliche Form der Annäherung an Meditation besteht etwa darin, ein Stück Obst bewusst langsam und konzentriert zu genießen und den Blick ganz bedächtig über eine Landschaft oder den Körper eines geliebten Menschen gleiten zu lassen. (02.07.12)

Eine Variante des Fliegens ist das Schweben mit dem eigenen Blick über Landschaften in Reichweite der Hände. (02.07.12)

 

Wir haben die Chance, im Leben Balance zu finden, indem wir uns so positionieren und unseren Weg so gehen, dass wir der geistig-spirituellen Dimension genauso nahe bleiben wie den greifbar-irdischen Projekten, uns auf keiner Seite verlieren, wie ein Kreuz zentriert bleiben, mit Herz und Seele in der Mitte. (02.07.12)

 

Das Meer kann Mittel sein, um sich selbst zu finden. Wir werden eingeladen vom Mittelmeer und ihren Geschwistern und Eltern. (02.07.12)

 

Eine Reise zu sich selbst führt auch in die friedlichen Tiefen des Kosmos (02.07.12)

 

Wer überwiegend an seinen eigenen Vorteil und den seines privaten Umfeldes denkt und zusätzlich primär danach strebt, seinen materiellen Besitz zu vermehren, nutzt nur einen Bruchteil seines Potentials und läuft somit Gefahr, auf einer verhältnismäßig primitiven Entwicklungsstufe steckenzubleiben, oberflächlich betrachtet intelligent und erfolgreich, sozusagen clever, doch weit unterhalb der im Kern vorhandenen geistigen und humanen Wachstumsmöglichkeiten. Solches Verhalten wird immer weniger Anerkennung erfahren, genauso wie der falsche Lack der Wall Street zerbröckelt ist. Es ist faszinierend, dabei sein zu können, wenn die Menschheit es schafft, über die Schwelle einer neuen Reifungsphase zu kommen. Wir können uns entscheiden, vorne mit dabei zu sein, mit Pioniergeist und Liebe in unseren Herzen. Der sogenannte Stolz aus Zugehörigkeit zu Nation oder Konfession wird dann abgelöst durch aufrichtige Freude an weltgemeinschaftlicher Teilhabe, an Aufstieg in den Möglichkeitsraum unseres Kosmos. (02.07.12)

 

Eines der größten Entwicklungshemmnisse resultiert daraus, dass manche Menschen das als unglaubwürdig zurückweisen, was sie (noch) nicht verstehen oder was bei oberflächlicher Betrachtung ein Produkt der Phantasie zu sein scheint. Solchen Menschen fehlt der visionäre Realitätsbezug. Wir haben heute Möglichkeiten, dich noch vor Jahrzehnten schier undenkbar gewesen wären. Solche Spielräume haben wir auch im geistigen Bereich. Noch klarer wird dies, wenn wir weiter zurück gehen in der Geschichte der Menschheit: nur weil im Mittelalter noch keine Computer und kein Internet existierten, wäre es töricht gewesen, die prinzipielle Möglichkeit neuer Verarbeitungs- und Vernetzungstechnologien grundsätzlich in Frage zu stellen. Glücklicherweise sind wir hinsichtlich der Überwindung von Angst, Egoismus, einseitig materialistischen Wachstumsvorstellungen und kulturellen Barrieren nicht mehr so weit von der nächsten Entwicklungsstufe entfernt und immer mehr Menschen wagen schon jetzt freudig die ersten Schritte in diese neue Ära, verabschieden sich leichten Herzens von überholten Glücksverheißungen und Glaubensvorschriften, fangen damit an, Freiheit und eine tiefere Liebe zum Leben zu empfinden. Genauso wie die Atomkraftwerke abgeschaltet werden, werden nach und nach auch andere Systeme und Denkmuster heruntergefahren, die den Menschen unnötig daran hindern, im Einklang mit der Natur zu leben, der inneren und äußeren. Auslaufmodelle der Gesellschaft - und dazu zählt nicht nur der spritsaufende Geländewagen auf der Asphaltstraße ohne Tempolimit - landen auf dem Schrottplatz, wo kulturpessimistische Wagenburgdefizitdenker wie Sarrazin und Konsorten auf dünnem Blech disharmonisch die schräge Melodie der Nabelschau trommeln, die Luft wird hinter dieser Deponie der Altlasten wieder klarer und wir können weiter blicken als wir bislang glaubten. (02.07.12)

 

Die Midlife-Crisis ist ein Hinweis darauf, dass die betroffene Person auf überholte Erfolgs- und Glücksmodelle reingefallen ist, Konstruktionen, die nur einen kurzen Rausch bescherten. Vielleicht wurde viel erreicht, doch im Kern wird dann ein Sinnvakuum verspürt, wird sich gelangweilt, ja eventuell sogar Angst empfunden. Erfreulicherweise bietet diese Krise auch die Chance zur Kurskorrektur, zum Erwachen aus der Kollektivhypnose materialistischer quasi-Ideologien. (02.07.12)

 

Als ich während einer Reise eine Treppe hinunterging, um ein Stück gefallenes Papier aus dem Terrassengarten zu entfernen, bemerkte ich, dass das Papier in einen kleinen Wald aus wohlduftender Minze gesegelt war. Es ist lustvoll, die eigene Welt zu einem schöneren Ort zu machen. (02.07.12)

 

Wenn wir uns zu Hunderttausenden zusammentun und gemeinsam beschließen, unser Leben neu zu gestalten, können wir die Gesellschaft verändern. Wenn wir lange genug das Tanken verweigern und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, wird der Sprit wahrscheinlich preiswerter und die Natur mit Sicherheit sauberer. Wenn wir alle unseren Mitmenschen immer wieder mal ein Lächeln schenken, verbessert sich das soziale Klima. Wenn wir auf Billigprodukte verzichten, verbessert sich die Situation der Erzeuger und die Tierhaltung und die Qualität der Waren. Wenn wir so handeln, spüren wir, was es bedeutet, Einfluss zu nehmen, wenn wir so handeln, erleben wir Gemeinschaft und lassen das Stadium der Marionette hinter uns. (02.07.12)

 

Natürliche Quellen befinden sich so gut wie nie auf geraden Strecken oder auf der Höhe, viel eher in Kurven und Tälern. (02.07.12)

 

Leben mit wachen Sinnen und Aufgeschlossenheit kann uns Erfahrungen vermitteln, die uns wieder an Gott glauben lassen. Durch den Glauben bekommen wir feine Antennen für die mehr oder weniger dezenten Signale allumfassender Präsenz. So entsteht eine Vorratskammer an kraftschenkenden Erlebnissen und wir sehen unser Tun und Spüren in einem größeren Sinnzusammenhang. (02.07.12)

 

Urlaub, mit seinen schier grenzenlosen Möglichkeiten, ein umfangreiches Sightseeingprogramm zu konstruieren und abzuspulen, dabei viel zu sehen, wenig zu spüren und neben bekannter Hektik auch noch das ungute Gefühl zu empfinden, trotzdem etwas verpasst zu haben, Urlaub ist also eine hervorragende Chance, sich in Verzicht und Auswahl zu üben und dadurch reicher zu werden, in Erholung zu sich selbst zu finden. (03.07.12)

 

Wer eins und eins zusammenzählen kann, menschengemachte Katastrophen wegen ihrer Naturferne herausrechnet und akzeptiert, dass Krankheiten zu den möglichen Risiken und Nebenwirkungen des Lebens gehören, findet viele Gründe für die Annahme, dass unser Planet schon sehr oft Wesenszüge eines Paradieses zu bieten hat. (03.07.12)

 

Um sich an begehrten Küstenorten gut erholen zu können, sind Ortskenntnisse von Vorteil. Wo liegen die schönsten Strände und Buchten? Wie ist es um die Parkmöglichkeiten oder die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestellt? Wie ist der Zugang geregelt? Wo isst man gut? Welche Reize bietet das Hinterland? Ein gewisses Maß an Suchen und Finden trägt natürlich auch zum Genuss bei. (03.07.12)

 

Wir stehen vor der Herausforderung, uns der faszinierenden, ursprünglichen Kraft mystischer Erlebnisformen zu öffnen, also auch Kontrolle abzugeben und in ausreichendem Maße Destabilisierung zu akzeptieren, ohne uns überschwemmen und erschöpfen zu lassen. (03.07.12)

 

Wie lange halten wir es an einem paradiesischen Ort aus, ohne damit anzufangen zu grübeln, zu problematisieren, Konflikte zu schüren oder planerisch in die Zukunft, an die nächsten Etappen eines vermeintlichen Wettlaufes mit der Uhr zu denken? Wie gut haben wir's drauf, mal anzukommen und daran zu glauben, dass es das Geschenk des Glücks wirklich geben kann? Haben wir Angst davor, im Hier und Jetzt nicht glücklich sein zu können und verschieben unsere Hoffnung auf den nächsten Versuch? Du bist jetzt da. Erlaube dem guten Geist, mit Dir gemeinsame Sache zu machen und nimm Dir Zeit! (03.07.12)

 

Die wunderbare Melodie des Universums ist in ihren zarten Spuren allgegenwärtig in unserem Leben, wie auf einer Schallplatte. Wir sind die Tonabnehmer und es liegt an uns, die Sinne bewusst auszurichten auf dieses harmonisch klingende Weltprofil, das wahrnehmbar wird, sobald wir uns geistig bewegen. (04.07.12)

 

Der Weg in tiefere Ruhe führt oft kreuz und quer durch Regionen der Unruhe. (04.07.12)

 

Gedankliche Unruhe können wir auch dadurch mildern, dass wir die Inhalte ebenfalls auf sprachlicher Ebene überlagern, und zwar durch einfache, meditative Wortwiederholungen. Beim Duschen etwa kann ich in kurzen Abständen zum Beispiel "Wasser", "Körper" oder "Genuss" sagen. (04.07.12)

 

Am Frühstückstisch steht ein Bonsaibaum, der vom Licht der Morgensonne geküsst wird. (05.07.12)

 

Glauben lernen wir in aller Regel nicht durch auf den ersten Blick spektakuläre Ereignisse. Glauben lernen wir durch die Bereitschaft, in den Mehrdeutigkeiten des Gesamtfaszinosums Leben den göttlichen Hauch zu erkennen. Natürlich brauchen wir Phantasie, um darüberhinaus bestimmten Situationen und Eindrücken Zeichen-, ja sogar Fingerzeig-Charakter zuzuschreiben und wir können auf erhebliche Skepsis stoßen, wenn wir anderen davon erzählen. Entscheidend ist, was wir im Augenblick der Deutung empfinden und ob wir daraus Kraft und Inspiration schöpfen, um unser Leben dankbarer, achtsamer, mutiger und freudvoller zu gestalten. Es ist durchaus möglich, dass sich durch größeren inneren Frieden auch die Beziehungen zu unseren Mitmenschen verbessern. Wenn all dies geschen kann, warum dann noch sich übermäßig abhängig machen von beweisbaren Fakten und materiellen Objekten? Der Schlüssel zu den Tiefen der Erfahrungsräume liegt in der Öffnung für die in uns angelegte spirituelle Intuition. (05.07.12)

 

An einem Ort in Italien gespürt: Qui è pui facile trovare l'àlbero della vita / Hier ist es einfacher, den Baum des Lebens zu finden. (05.07.12)

 

Auch die Müslischale an einem dankbar begrüßten Urlaubsmorgen kann zum heiligen Gral werden und es ist nicht ausgeschlossen, dass uns dieses Bewusstsein auch vor und nach dem Urlaub besuchen kann. (05.07.12)

 

Ich empfehle Dir eine schöne Möglichkeit, um einen Ort noch achtsamer und intensiver zu genießen: stell Dir vor, Du wärst ein Filmemacher: wo würdest Du Dich positionieren, wie würdest Du Dich bewegen, welche Perspektive würdest Du wählen, wie würdest Du die Kamera schwenken, wie schnell, oder besser, wie langsam? (05.07.12)

 

Das bewusste Abschiednehmen von einem wunderbaren Ort ist immer auch Annäherung ans Sterbenlernen. (05.07.12)

 

Fest der Schmetterlinge am Lavendelbusch über dem Wasser des Friedens. (05.07.12)

 

Gedanken nach der Entdeckung des "Higgs-Bosons": Ein Echo der Geburt des Universums durchzieht unser Leben wie ein roter Faden. Nach dem Big Bang vereinigte sich wohl die Urmaterie zu neuen Formen, so dass Sterne, Planeten und Monde entstanden. Vermutlich durch einen sehr intensiven Kontakt von Blitzen und Meer wurde auf der Erde die Initialzündung für die Entwicklung von Leben gegeben. Aus dieser Evolution gingen Menschen hervor. Liebe wächst und so der Wunsch nach Augenblicken größtmöglicher Nähe. Natürlich geht es dabei auch um den Fortbestand der Gattung, doch ist es zu verwegen, davon auszugehen, dass darin auch die Liebe und der Schaffenswille eines göttlichen Hintergrundprinzips zum Ausdruck kommt? So verschmelzen Samenzelle und Eizelle und wieder kommt es zur Ausdifferenzierung von Formen, Organen diesmal, aus einer anfangs noch recht unkonkreten Substanz, die jedoch schon den gesamten Bauplan für das entstehende Lebewesen in sich trägt. Ich kann mir gut vorstellen, dass auch der gesamte Kosmos durchströmt wird von einem allumfassenden Plan, sozusagen einer göttlichen DNA. Das Kind wächst im Bauch der Mutter und wird eine kleine Welt für sich, eingebettet in eine weitere Leibeswelt, die wiederum Teil eines umfassenden Ganzen ist, so wie auch das uns mehr oder weniger bekannte Universum umgeben oder durchwirkt sein kann von einer ergänzenden Realität. Schon vor der Geburt entsteht Beziehung und dies geht danach weiter. Die kindliche Seele, gerade aus dem Kosmos angekommen (das ist natürlich "nur" eine Vermutung ;-), beginnt nach und nach, sich durch die Reaktionen seiner Bezugspersonen und das Hineinwirken in die dreidimensionale Welt seiner selbst bewusst zu werden. Auch die Eltern erweitern ihre Selbstkenntnis durch den Kontakt mit dem Kind, was an die Annahme erinnert, dass Gott bewusste Lebewesen geschaffen hat, um von außen über sich selbst reflektieren und so kosmische Reifung ermöglichen zu können. Durch Vererbung und Kommunikation kommt es zu einem wechselseitigen Austausch von Informationen und einem Fortschritt an Erfahrung. Es ist denkbar, dass dieses liebende und lernende System auch in Kontakt mit der göttlichen Dimension steht und hier eine konstante intuitive Wechselwirkung in Aktion ist. Alle Beteiligten brauchen den Kontakt, um sich durch die Resonanz mit der Außenwelt selbst erkennen zu können. Wenn die Eltern sterben, vereinigen sie sich wieder mit der Basisenergie. Sie sind zwar nicht mehr körperlich präsent, beeinflussen die Kinder aber weiter durch die geteilte Liebe, genetische Verbundenheit, Erinnerungen und ihr Wirken als Vorbild, vielleicht auch durch ein Zugegensein auf einer direkt nicht wahrnehmbaren Ebene. Nach dem Tod der Eltern wird ihre Beziehung zu den Kindern derjenigen zwischen der göttlichen Urkraft und den Lebewesen immer ähnlicher. Lieben und Loslassen wird so zum Rahmen für spirituelles Wachstum. (07.07.12)

 

Bienen, Hummeln und Schmetterlinge fliegen von Blüte zu Blüte, stillen dabei ihren Hunger und arbeiten für ihre Nächsten. Wahrscheinlich ohne es zu wissen übertragen sie dabei auch Informationen, dienen der Fortpflanzung des Lebens. Wir, als bewusste Beobachter, durschauen dies. Welchen Auftrag erfüllen wir wohl unbewusst, während wir unsere Lebensziele verfolgen? Empfangen, transportieren und verströmen wir eine wunderbare Energie, die zur Weiterentwicklung des Kosmos beiträgt? (07.07.12)

 

Um einen Menschen tiefer zu verstehen, sollte ich auch wissen, ob die Person Vorstellungen von Transzendenz hat, wenn ja, welcher Natur diese sind, was die umfassendste Einbettung ist, auf die vertraut wird, was die höchsten Werte sind, für die sich die Person engagiert, wodurch sie am intensivsten Sinn im eigenen Leben spürt und erkennt. (08.07.12)

 

Wenn wir uns den Rücken streicheln, kratzen, eincremen oder massieren lassen, erleben wir auf anschauliche und genussvolle Weise, dass wir für bestimmte Erfahrungen auf Mitmenschen angewiesen sind, sofern wir uns nicht verrenken wollen. (08.07.12)

 

Symptome der Psyche sind nicht einfach lästige Moskitos, sondern Hinweise auf tiefere Themen, Veränderungsbedarf und Lernchancen. (08.07.12)

 

Wer sich Besinnungszeit nimmt für die Erforschung seiner innersten Sehnsüchte, wird wohl früher oder später Symbole entdecken, die Kosmos, Selbst und Erdenleben miteinander verbinden, wie den Baum oder die Vorstellung des kreuzförmigen Ein- und Ausatmens von Energie. (08.07.12)

 

Wenn Reisen zum Ziel des Lebens werden, entsteht ein fluchtartiges Begehren, das schwer mit alltäglichen Anforderungen und der Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen in Einklang zu bringen ist. Ihren größten Wert entfalten Reisen, wenn sie uns nicht nur Erholung und Abenteuer schenken, sondern auch Anregungen zur Selbstfindung, zur Entwicklung tragfähiger Haltungen sowie zum Erkennen ortsunabhängiger Sinnzusammenhänge und Intensitäten. Dies sind die größten Schätze, die wir entdecken und mit nach Hause bringen können. (08.07.12)

 

Emotionen sind oft wie grellbunte, riesige Vögel, die wichtige Themen aus den Tälern des Unterbewussten auf das Hochplateau tragen, wo wir unseren Mitmenschen begegnen. Wenn sie plötzlich über uns kreisen, kann ihr aufsehenerregendes Erscheinen und ihr lautstarker Flügelschlag irritieren, manchmal auch ängstigen und Konflikte schüren. Nach einiger Zeit des erhitzten Redens über den Vogel werden wir ruhiger, wenn wir erkennen, dass der Vogel ein überschaubares Thema vor unseren Füßen abgelegt hat, dem wir uns nun rechtzeitig widmen können, bevor das Paket so schwer wird, dass der Vogel es nicht mehr aus dem Tal nach oben befördern kann. (08.07.12)

 

Die Sehnsucht nach dem harmonischen, stimmigen, reinen Ort, dem magischen Ort, der uns Inspiration und Frieden schenkt, mit dem wir eine Herzensbeziehung aufbauen ist vergleichbar mit der Faszination des Suchens und Findens von Beziehungen zu uns selbst und anderen Menschen, Sichtweisen und Erkenntnissen, mit denen wir uns klar und geborgen fühlen. Diese Orte sind zwischendurch greifbar werdende Traumbilder, deren Nachleuchten uns auch aus der Ferne begleiten kann. (09.07.12)

 

An magischen Orten befinden wir uns im Zentrum einer Konstellation von Spiegeln der Schönheit und Harmonie des Universums. Das dort aufstrahlende Licht bringt uns auch wieder intensiver in Kontakt mit dem Wunderbaren in uns selbst. Solche Verdichtungspunkte des Schöpfungszaubers ermöglichen einen freien Blick auf die Brücke zwischen dem Kosmos und unserer Seele. (09.07.12)

 

Paradoxerweise kann gerade durch einen Streit nach einem ersten Reflex der Distanzierung die Nähe entstehen und Verständigung gewonnen werden, nach der sich beide sehnten. Emotionen werden befreit, die sonst unverarbeitet schwere Klumpen bilden, die sich immer weiter vom ursprünglichen Anlass entfernen. Verborgene Bedürfnisse werden sichtbar und können künftig besser beherzigt werden. Durch den Übergang vom Streit zur Versöhnung und Lösung wächst auch das Vertrauen in die Tragfähigkeit der Beziehung. Sich hinreißen zu lassen zu leichtfertigen Vorwürfen, vorschnellen Unterstellungen und impulsiven Übertreibungen kann zum Anlass werden dafür, eigene Denk- und Verhaltensmuster konstruktiv in Frage zu stellen. Der Wunsch nach einem Ausgleich für die erlebten Spannungen kann zum inspirierenden Anstoß dafür werden, wieder achtsamer miteinander umzugehen. Obwohl der Streit ein ungebetener Gast in unserer Wohnung ist, kann es durchaus sein, dass wir schon nach kurzer Zeit angesichts seines Überraschungsbesuches lächeln, vielleicht sogar mit einem Anflug von Dankbarkeit. (09.07.12) 

 

Wenn wir uns zu sehr auf den geplanten Weg konzentrieren, kann es sein, dass wir die Blume übersehen, deren Duft die Angst löst und den Vogel, dessen kräftiger Flügelschlag unsere Phantasie befreit. (09.07.12)

 

Der Zauber unserer Lieblingsorte entsteht auch aus ihrer Eigenschaft, beständige Inseln zu sein im wogenden Meer der Zeit. (09.07.12)

 

Die Magie eines Ortes ist die Wechselwirkung zwischen seiner Schönheit und unseren wachen Sinnen, sie entsteht aus Begegnung. (09.07.12)

 

Je mehr ich mir vor Augen führe, dass in der Mitte eines jeden Menschen ein Kern existiert, der sich nach Liebe und Sinn sehnt, der mehr oder weniger überlagert sein kann furch Allüren des Ego und Prägungen durch die individuelle Erfahrungswelt, desto mehr kann ich Nähe zu diesen Menschen erleben oder zumindest gelassener mit den Verhaltensmustern umgehen, die mich stören. (09.07.12)

 

Wer sein Selbstwertgefühl zu sehr abhängig macht von einer äußerlich sprudelnden Quelle, ist darauf angewiesen, sich in der Nähe dieses Ortes aufzuhalten und beschränkt damit den eigenen Aktionsradius. Zudem ist das Wohlbefinden dann nur in guten Zeiten gewährleistet und unterschwellig lauert die Angst vor dem Austrocknen der Quelle. Nur wer ein positives Selbstbild primär aus sich selbst schöpft und seiner Zugehörigkeit zu einem allumfassenden Ganzen, das über Gruppenzugehörigkeit hinausgeht, lebt innerlich frei und in Frieden. (10.07.12)

 

Wenn einem die Vermutung zu schaffen macht, dass sich der Partner vermeintlich mehr für das berufliche Fortkommen als für die Partnerschaft engagiert, wäre es vorschnell, hier gleich mangelnde Wertschätzung gegenüber der Liebe zu unterstellen. Schließlich kann es sein, dass sich der Partner in der lebendigen Liebesbeziehung bereits geborgen spürt, im professionellen Umfeld aber noch nach Anerkennung und Bestätigung strebt, vielleicht auch manchmal irritiert durch Selbstzweifel und deshalb dort einen auffällig großen Einsatz an den Tag legt, so dass dann eventuell der irrtümliche Eindruck entsteht, dies würde wichtiger genommen als die Liebe. (10.07.12)

 

Eine Welt, in der es vor allem um das opportunistische Ausnutzen von Überlegenheit in einer bestimmten Dimension geht, droht menschlich und emotional zu verarmen. Ihr fehlt es an Mitgefühl und Demut, an der Einsicht, dass sich die Rahmenbedingungen nur geringfügig ändern müssen, damit man selber in die Situation kommt, auf Rücksichtnahme, Solidarität, Empathie oder Großzügigkeit angewiesen zu sein. (10.07.12)

 

Wenn einige Unternehmen und Institutionen durch glitzernde Gehaltsversprechen, Statusverheißungen, Ego-Bauchpinseln und eine exklusive Arbeitsatmosphäre ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dazu verlocken, immer mehr von ihrer Lebenszeit und Vitalenergie zu investieren, sich bis tief ins Privatleben hinein in Beschlag nehmen zu lassen, dann gehen sie gar nicht so viel anders vor als Sekten, denen die schleichende Vereinnahmung der Anhänger und Anhängerinnen vor allem dadurch gelingt, dass sie mit einer Aufbesserung des Selbstwertgefühls locken, freilich zum Preis der Selbstauslieferung an das System mit seinen raffinierten Regeln und Mechanismen. (10.07.12)

 

Eine Freundschaft oder Partnerschaft, in der die Kompromissbereitschaft sehr einseitig verteilt ist, bewegt sich auf einem schmalen Grat und läuft Gefahr, den Bogen des guten Willens zu überspannen. Bei aller Freude über reiche Ernte ist auch an den sorgsamen Umgang mit dem Boden zu denken, der Erholungsphasen braucht, um reich an Nährstoffen zu bleiben, anstatt ausgelaugt zu werden. (10.07.12)

 

Vielleicht kann man sich unser Geborgensein in Gott als ganzheitlichen Energiekreisel vorstellen, der sich um eine zentrale Achse herum bewegt und in dessen Umlaufbahn die Lebewesen als Miniaturausgaben dieses Kreisels gruppiert sind. Sie sind untereinander verbunden durch Seinsenergie und haben gleichzeitig auch alle eine Verbindungslinie zur zentralen Achse, sowohl vertikal als auch horizontal, wo sich die gesamte Vielfalt in der Göttlichkeit als essentiellem Berührungspunkt vereinigt. Sterben könnte dann Heimkehr in dieses Herz bedeuten, wobei auch zu Lebzeiten der Kontakt gegeben, uns geschenkt ist. Wir haben die Freiheit, uns eine so oder ähnlich vorstellbare Verbundenheit bewusst zu machen und somit freier zu werden von der Unruhe des Ego und von Angst. Je mehr wir in unserem Selbstkern ruhen, desto mehr wird uns die allumfassende Einbettung bewusst, die Heimat in einem von Raum und Zeit unabhängigen Konvergenzpunkt und desto gelassener können wir mit den materiegebundenen Projekten in den Schichten um unseren Kern herum umgehen. Diese Projekte brauchen wir in ausreichender Intensität für unser Erdenleben, doch sie sind wie Blüten und Blätter, die vergänglich sind und die es letztendlich loszulassen gilt. Ein Sinnbild der Verbundenheit kann die Erde sein, mit ihrem Koordinatensystem, das sich aus unendlich vielen Punkten zusammensetzt, mit ihren Längengraden, die sich an den Polen berühren und mit der Erdachse verschmelzen, genauso wie sich alle Kreise mit Mittelpunkten am Äquator bei zunehmender Vergrößerung des Horizontes dort berühren, mit den Breitengraden als Abstufung von Zentrierung im Hinblick auf die Pole und mit dem Erdkern als dem faszinierenden Mittelpunkt des Gravitationsfeldes, dem Berührungspunkt aller Vertikalen, die von Punkten auf der Erdoberfläche ausgehen. Die Erde selbst ist auch eingebettet in kreisende und pulsierende Systeme, womit sich das Grundprinzip in die Weite des Kosmos hinein fortsetzt. (10.07.12)



Wenn wir uns vorstellen, dass wir Wasser sind, dann bleiben wir nur dann klar und rein, wenn wir uns dem strömenden Kreislauf hingeben, wenn wir bereit sind, zu verdampfen, uns zu Wolken und Regen zu verwandeln, Teil von Fluss und Meer und schließlich wieder eins zu werden mit der sprudelnden Quelle. (10.07.12)

Eine Überbetonung des Schneller, Höher, Weiter und materiellen Mehr entfernt uns von unserem Selbstkern, von dem Zentrum der Ruhe, Gelassenheit, Kraft, spielerischen Schaffensfreude und Verbundenheit und wird langfristig, hinter allen Erfolgskicks, das Loslassen erschweren. Niemand hat das Recht, uns in den Weg der einseitigen Oberlächlichkeit zu zwingen, wir sind frei, uns für ausgleichende Dimensionen zu öffnen, ihre Allgegenwart zu spüren, uns durch sie erfüllen zu lassen. (10.07.12)

Ich habe gelesen, dass die Anzahl der Verknüpfungen in unserem Gehirn größer ist als die Summe aller Teilchen im bekannten Universum, was bedeutet, dass wir die komplexeste Struktur des Weltalls in uns tragen, eine Struktur, die nur zu einem Bruchteil erforscht ist. Um ins Staunen zu kommen, können wir also ruhig bei uns selbst bleiben. Wunder müssen nicht woanders gesucht werden. Das bedeutet auch, dass keine noch so ausgeklügelte Technologie faszinierender sein kann als ein eigener Gedanke, den wir in Worte fassen und vielleicht auch mit anderen Menschen teilen. (11.07.12)

Aufklärung über problematische Entwicklungen und Verbesserungsmöglichkeiten kann noch so richtig und wichtig sein, dennoch ist es nicht auszuschließen, dass sie auf die Beharrungstendenz von Menschen stößt, einen manchmal starren Eigensinn, Trägheit und die Angst davor, jemand Fremdes könnte einem Konkurrenz machen,  oder sich in die eigenen Angelegenheiten einmischen und damit die Selbstbestimmung bedrohen. Heute besuchte ich eine Kantine. Im gläserenen Ofen näherte sich Pizza dem Punkt des goldenbrauen Fertigseins, nun ja, bei näherem Hinsehen bemerkte ich den beunruhigend blubbernden Belag und konnte mich nicht dem Eindruck erwehren, dass das Zubereitungsoptimum vielleicht schon überschritten war. Der Koch war in ein Gespräch mit Kunden vertieft, mit einem Hauch von Selbstverliebtheit in seinem Gebaren. Ich fasste mir ein Herz und sagte so was ähnliches wie: "Obwohl ich kein Koch bin, wage ich zu behaupten, dass die Pizza schon fertig ist". Der Angesprochene schaute flüchtig zum Ofen und sagte dann mit einer demonstrativen Note: "Noch 30 Sekunden." Es wurden 30 Sekunden zu viel und die Pizza war deutlich dunkelkrosser, als ihr gut tat. Es blieben der Erkenntnisgewinn und eine immer noch annehmbare Mahlzeit. (11.07.12)

Eine der raffiniertesten Manipulationsmethoden des jetzt schleichend kollabierenden materiellen Bereicherungssystems besteht darin, uns von klein auf durch Erziehung und Medien eine übermäßige Bewunderung gegenüber Geld, Macht, Status, Maschinen, Konkurrenz und Uniformen einzuflößen, auf dass wir, hungernd nach Selbstwertgefühl und Anerkennung - besonders dann, wenn wir fürs Bravsein belohnt wurden - schnellstmöglich und unkritisch Teil dieses Apparates werden. So kommt es, dass zu viele Menschen in Ausbildung und Studium gar nicht ihre wertvollsten Talente und Visionen entfalten, sondern geradezu reflexartig das tun, was lukrativ ist oder gerade im Trend liegt, was zu Mythen passt, die durch Bilderberieselung eingepflanzt wurden. Sie laufen damit Gefahr, zu Rädchen des schon Bestehenden zu werden, anstatt Neues zu erschaffen, außer natürlich, sie haben den Mut, im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit für innovative Ideen im Interesse von mehr Nachhaltigkeit einzustehen und so der geistigen Wende Auftrieb zu geben. Das System lässt sich hervorragend von innen erneuern, wenn wir zusammenarbeiten. Die zunehmende Verkürzung der Studienzeit stellt wahrscheinlich einen letzten verzweifelten Versuch dar, sich selbst aufklärendes Denken, das Wachstum des Bewusstseins zu dämpfen und die Lebensenergie in Richtung der Jagd nach sogenannten "Credit Points" zu kanalisieren, eine geradezu lächerlich leicht durchschaubare Strategie, die faszinierende Welt der Bildung zu verwirtschaftlichen und dem ganzen einen unangenehmen und alles andere als kreativitätsfördernden Beigeschmack von hektischem Wettrennen zu geben. Wo bleibt zwischen Klausurendruck und Betäubung auf diversen Wegen noch Raum für Persönlichkeitsentwicklung, für die Irrungen und Wirrungen, die Teil sind von Such- und Findungsprozessen? Irgendwann werden die Vertreter und Vertreterinnen dieses überholten Denk- und Lebensstils erschöpft einsehen müssen, dass es ihnen nicht gelungen ist, uns eine Welt zu bieten, in der wir uns mit Herz und Seele wohlfühlen können. Die zunehmende Burnoutwelle und die Finanzkrise sind nur Vorboten, die ersten Lecks eines Schiffes, dessen Lack über der Wasseroberfläche noch trügerisch glitzert. Natürlich wird im Sektor der Hilfsmittel fürs Leben auch viel Nützliches erfunden und produziert, doch noch viel mehr Überfluss ... ansonsten wäre nicht so viel Marketing erforderlich, um neue Bedürfnisse zu wecken. Ich muss nicht erst davon überzeugt werden, sauberes Wasser aus dem Wasserhahn begehrenswert zu finden, wozu Wasserwirtschaftstechnologien und umweltschonendes Verhalten beitragen. Das Wichtigste im Leben muss nicht produziert werden. Das Wichtigste im Leben lässt sich weder kaufen noch verkaufen. Das Wichtigste im Leben ist erfüllt von Geist, Dankbarkeit und Liebe, wird spürbar durch Achtsamkeit und Hingabe. (12.07.12)

Je mehr Menschen durch Zerstückelung und Verdichtung von Informationen, durch das hohe Tempo der Bildfolgen in den Medien verlernen, sich längere Zeit am Stück auf einen Gedankengang einzulassen oder diesen selber zu entwickeln, desto schwieriger wird es, sich für zukunftsweisende Ideen zu öffnen, desto anfälliger wird man dafür, sich durch den immer größer werdenden Anteil von Pseudo-Bildung abspeisen zu lassen, die nur noch wenig mit Bildung zu tun hat, sondern stattdessen mit Vermittlung von Funktionseigenschaften und Antrainieren von Gefühls- und Denkmustern. (12.07.12)

Heute bemerkte ich auf dem Campus eine Gruppe von Studenten und Studentinnen, die sich für etwas begeisterten, vielleicht auch darüber amüsierten und langsam einen Kreis bildeten. Einer von ihnen machte ein Foto mit Blickrichtung zum Boden. Ich schaute genauer hin. Alle trugen mehr oder weniger die gleichen Schuhe, bestehend aus dünnem, wahrscheinlich recht wasserdurchlässigem Stoff und einer sehr flachen, nur angedeuteten Sohle. Ich kenne diese Schuhmodelle und weiß, dass sie trotz der beschriebenen Mängel sehr teuer sind. Das ist möglich, wenn etwas "Kult" geworden ist. Natürlich hatte dieses Bild etwas Erfreuliches an sich: Menschen verschiedener Nationalitäten, die ihre Aufmerksamkeit auf eine Gemeinsamkeit, etwas Verbindendes lenken, Menschen, die lachen. Die Kehrseite der Medaille ist leider, dass das herstellende Unternehmen wahrscheinlich noch lauter lacht, hinter verschlossenen Türen, und es vermutlich am liebsten sehen würde, wenn die ganze Menschheit diese Schuhe trüge und damit die Welt wieder ein bisschen mehr ein monotoner, uniformer Ort würde. Allerdings bin ich optimistisch, dass es auch Unternehmen gibt und zunehmend geben wird, denen die Pflege einer bunten, vielfältigen und sauberen Welt mindestens genauso wichtig ist wie die Umsatzoptimierung oder das Erreichen der bisweilen götzenhaft verherrlichten Marktführerschaft. Diese Unternehmen sind in einem ganzheitlichen Sinne gesund, ruhen in sich selbst und werden auch das beste Arbeitsklima zu bieten haben. Sie gedeihen in einer Kultur, die es geschafft hat, sich für ein zukunftsfähiges Verständnis von Wachstum zu öffnen. Wir leben in spannenden Zeiten! (13.07.12)

Seelenfrieden und tieferes Glück wurde meines Wissens noch nie durch Zerstreuung, Unterwerfung unter Autoritäten, maschinengleiche Effizienz, Bewunderung durch andere, das Vollstopfen mit Essen oder Shoppingrausch erlebt, eher schon durch aufrichtige Liebe, innigen Kontakt mit der Natur, eine gute Beziehung zu sich selbst und das Bewusstsein, dass das Beste an einem selbst nicht erarbeitet oder verdient werden braucht. Da mit dieser Sichtweise die Kasse anderer kaum zum Klingeln gebracht wird, ist es unwahrscheinlich, dass auf solche Ideen mit großformatiger Werbung hingewiesen wird und es ist auch gut so, denn die besten Argumente hierfür sind im Leben selbst zu finden und in den starken Gefühlen, die durch den Zauber des Unkäuflichen in uns erwachen wie prächtige Schmetterlinge an einem Sommertag. (13.07.12)

Ein überaus faszinierendes Phänomen: Vorstellungen und Arrangements, mit denen wir aufgewachsen sind und die von der Mehrheit geteilt werden, erscheinen uns als "normal", obwohl es sich dabei lediglich um das Resultat eines mehr oder weniger sanften Prägungsprozesses handeln kann. Werden wir Angehörige einer Religion eher aus bewusster Entscheidung heraus oder spielt nicht auch eine Rolle, in welche Kultur wir hineingeboren wurden? Hätte sich jemand, der hier "Christ" ist, auch unter Millionen von "Muslimen", "Hindus", etc. für das "Christentum" entschieden? Was ist also entscheidender? Der Inhalt der Botschaft oder die Suggestionskraft der Masse? Wahrscheinlich spielt es auch keine Rolle, da die Religionen im Kern ohnehin übereinstimmen und die Illusion der Unterschiede nur durch oberflächliches Brimborium und extremistische, intolerante Sichtweisen konstruiert wird. Zurück zum Thema "Normalität". Ein Gedankenexperiment: Angenommen, es gäbe das Ritual des Abendmahls noch nicht und ihnen würde in einem Wachtraum aufgehen, dass beim gemeinsamen Essen einer Oblate und dem Trinken aus einem Weinkrug der Geist Jesu zugegen ist und Sie würden das nicht nur als ein Symbol empfinden sondern als Realität, also in dem Sinne, "dass die Substanz der Abendmahlselemente durch die Wandlung einer neuen Substanz, nämlich Jesus Christus, weicht" (aus Wikipedia-Beitrag zum Thema "Transsubstantiationslehre") ... wie viele Menschen könnten Sie wohl für diese Idee gewinnen? Könnte es vielleicht sein, dass sich eher Psychiater für diese Vorstellungen interessieren würden? Damit möchte ich in keiner Weise den gemeinschaftsfördernden Wert dieses Rituals in Frage stellen. Über den Wahrheitsgehalt lässt sich ohnehin kaum streiten und das wäre irgendwie auch kleingeistig. Was ich damit sagen möchte, ist lediglich, dass die kuriosesten, phantasievollsten und bisweilen auch bizarrsten Vorstellungen ein Teil des Alltags und gemeinsamer Praxis werden können, solange sie früh genug in unser Leben hineingewoben werden und solange ehrerbietend erscheindende Personen uns davon erzählen. Bekanntermaßen sind wir als Kinder dazu geneigt, das für bare Münze zu nehmen, was "Erwachsene" sagen und tun. Hätte man uns von klein auf vermittelt, dass Gott in der Natur zu finden ist und kein Mensch sich anmaßen darf, sich in einer Hierarchie von Wahrheitsverkündern als Gottes Vertreter aufzuspielen, dann wären wir alle draußen im Grünen für den Gottesdienst, würden uns vor allem durch Spüren und Gespräche auf die spirituelle Suche machen. Hätte uns niemand vermittelt, der Mensch sei die Krone der Schöpfung, dann würden wir wahrscheinlich verantwortungsbewusster mit dem uns geschenkten Planeten und seinen Lebewesen umgehen und könnten nicht mehr ohne schlechtes Gewissen zulassen, dass Tiere unter qualvollen Bedingungen gezüchtet werden, damit wir zum "Schnäppchenpreis" so gut wie jeden Tag Fleisch auf den Teller bekommen und dann könnten wir uns auch nicht mehr wirklich freuen, "für einen Appel und ein Ei" ans andere Ende der Welt zu fliegen und dabei Gift in die Atmosphäre zu injizieren (zugegebenermaßen habe auch ich jahrelang gebraucht, um eine Abneigung dagegen zu entwickeln). Könnte es vielleicht sein, dass bestimmte Apparate daran interessiert sind, uns davon abzuhalten, uns auf unsere Intuition, unsere eigenen Gedanken und Gefühle zu verlassen, eigene Entdeckungen zu machen? Fürchten Sie womöglich, dass wir tief berührt werden durch unmittelbare Erlebnisse, erschaudern Sie vor dem revolutionären Potential der Emanzipation? Fürchten Sie einen Machtverlust, wenn wir erwachen? Sind sie deswegen darauf angewiesen, uns sehr früh an sich zu binden, in einer Zeit, wenn wir noch kaum dazu in der Lage sind, uns aus freien Stücken zu entscheiden? Sind sie vielleicht auch darauf angewiesen, weil wir, wenn wir vorher noch nie von diesem Konzept gehört hätten, als Erwachsene wahrscheinlich nicht einwilligen würden, einem Menschen zu folgen, der sich selbst für unfehlbar erklärt, auf nichtdemokratischem Wege bestimmt wird, Frauen den Weg auf die Kanzel verbietet, Mitarbeiter daran hindern will, ihre körperlichen Bedürfnisse auf natürlichem Wege auszuleben und damit indirekt den Weg in Heimlichtuerei und Triebdurchbrüche ebnet, der einen Umgang mit Verhütungsmitteln empfiehlt, der in letzter Konsequenz dazu führen würde, dass immer mehr Menschen an AIDS erkranken und die Welt von einer Welle der Überbevölkerung und Hungersnot heimgesucht wird (außer, die Menschen würden fast zu 100% auf Sexualität verzichten, aber ob das im Sinne der Schöpfung und Lebenslust wäre? ;-) Ich vermute, dass die Kirchen etwas gegen die unmittelbare, also die mystische spirituelle Erfahrung haben, weil sie damit als Repräsentanten Gottes auf Erden ihre Monopolstellung verlieren würden und wenn man sich die materiellen Erscheinungsformen von Kirche auf unserer schönen Erde mal genauer anschaut, ist es schwer, sich des Eindrucks zu erwehren, dass es da nicht nur um das begeisterte Erzählen einer frohen Botschaft geht, sondern auch um den Aufbau eines glanzvollen Herrschaftssystems mit geradezu kaiserlichen Anwandlungen. Jesus Christus wäre beim Anblick dessen wahrscheinlich zutiefst traurig und all seine Bereitschaft zum Vergeben wäre gefordert. Hmm ... woran wurden wir denn vielleicht sonst noch schleichend gewöhnt? Womöglich daran, materielle Produkte als wertvoller zu erachten als geistige Ideen, den Wert eines Menschen an seiner Intelligenz und seinem Einkommen zu bemessen, sein Leben auch dann als "erfolgreich" und "erfüllt" zu bezeichnen, wenn die Natur und andere Menschen darunter leiden, den Eigennutz als wichtiger einzustufen als das Gemeinwohl? Es gibt sicherlich Angenehmeres, als das Ausmaß der Gehirnwäsche aufzudecken, der wir selbst in einem vermeintlich so "freien" Land ausgesetzt sind, doch der Weg des aufgeklärten Geistes gibt uns die einzigartige Chance, statt langweilig funktionierender Anpassung und Empfindung programmierter Gefühle diese delikate Prise Revolution in unser Leben zu bringen, unsichtbare Fesseln abzustreifen, aus der Resignations-Hypnose zu erwachen und unsere Potentiale zum Glücklichsein mit natürlicher Freude ans Tageslicht zu lassen. (14.07.12)

In diesem Sinne ... http://www.youtube.com/watch?v=hzg-_p5-gTc & http://www.youtube.com/watch?v=Xbp6umQT58A&feature=related & http://www.youtube.com/watch?v=vF7puSrv-fI&feature=related & http://www.youtube.com/watch?v=EEZkQv25uEs

YouTube-Kanal von Freedomain Radio über Philosophie,  Psychologie und Mitgestaltung von Gesellschaft http://www.youtube.com/user/stefbot

Podcasts zum inspirierenden Lauschen von Freedom Radio http://www.freedomainradio.com/Podcasts.aspx

 

Bewusstes Leben bedeutet keineswegs, dass Ihr immer "happy" und "gut drauf" seid. Es kann immer wieder Momente geben, in denen Ihr traurig oder fast verzweifelt seid angesichts des trägen Anklammerns anderer Menschen an einem überholten Lebensstil, an ihrem Einigeln in der Komfortzone, Momente in denen Ihr Euch einsam fühlt, auf verlorenem Posten und erschöpft durch die Selbstveränderungsbemühungen. Doch dann gibt es auch diese Augenblicke tief empfundener Freude, Augenblicke des Glücks, Augenblicke in denen alles ... ja ... in denen alles Sinn ergibt, in denen zu spüren ist, wie schön es ist, dem Ruf der Einsicht zu folgen, in Liebe und in Einklang mit dem Sein zu leben, Euren Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten (das geringschätzige Etikett des "Weltverbesserers" wurde nur von denen erfunden, die in einer besseren Welt eine Infragestellung ihrer Besitzstände fürchten würden) und Gemeinschaft aufzubauen, die sich am Wohlergehen von möglichst vielen erfreut. (15.07.12)

 

Reibung ist eine natürliche Begleiterscheinung von Wachstum und Verständigung. Reibung ist mit Energie verbunden und sie kann in einer kalten, glatten Welt aus Glas, Beton und Maschinen wärmende Feuer der neu erwachenden Menschlichkeit entfachen. (15.07.12)

 

Das Bedürfnis von uns Menschen nach Ordnung, Übersichtlichkeit, Erklärbarkeit, Vorhersagbarkeit und Sicherheit ist nachvollziehbar, da das Uneindeutige, chaotisch Wirkende, Unberechenbare, nicht in Zahlen zu Erfassende und kaum Kontrollierbare Angst machen kann. ANGST ANGST ANGST. Was Menschen nicht alles tun, kaufen und definieren und als "Wahrheit" deklarieren, um ihr vermeintlich, vorübergehend zu entkommen. Wie frei wären wir, wenn wir uns der Angst vor der eigenen Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit stellen würden, um Ruhe in der Relativität unserer Errungenschaften, in der überindividuellen Geborgenheit zu finden! In jeder Kategorisierung schlummert die Gefahr der Vergröberung und selbstgerechten Grenzziehung, woraus Steine für die Mauern in den Köpfen werden können. Der Rhythmus unseres Herzens hingegen, mit seinem lebendigen Vibrieren und die Macht der Liebe bringen die zu einfachen Konstruktionen ins Wanken, verbinden uns mit dem Allumfassenden und machen uns Mut, auf dem Weg der Freiheit auch die Ungewissheit auszuhalten. (15.07.12)

 

Es kann auf der Fahrt des Lebens passieren, dass wir wie in einem Zug einen freien Platz auf einer Sitzreihe längs des Ganges finden. Dadurch sind wir geneigt, unseren Wahrnehmungsbereich mehr oder weniger auf das zu beschränken, was genau vor unseren Augen liegt. In wenigen Metern Abstand können das müde oder missmutige Fahrgäste sein, durch deren Anblick der dunkle Vogel des Gedankens, das Leben wäre überwiegend mühsam und in enge Bahnen gepresst, unangenehm auf unserer Schulter landelt. Doch da! ... ein Mensch, der interessiert und freundlich wirkt. Wir sind erleichtert, ein schöner Ausgleich. Im Kontrast dazu steht die trostlose Abfolge von Betongebäuden, von schattigen Fassaden, die vis-à-vis am Fenster vorbeirauscht. Das zieht uns womöglich wieder runter. Wobei ... die Fensterscheibe ist ja, bei genauer Betrachtung, auch ein Spiegel. Dort sehen wir uns selbst und werden uns zum Anlass der Freude, erinnern uns daran, dass es über weite Strecken an unserer Haltung, unseren Einstellungen und Handlungen liegt, welche Gefühlsmelodie in unserem Leben spielt. Bei diesen Überlegungen fällt uns ein orangefarbener Schimmer auf, der vom Glas reflektiert wird. Indem wir den Blick vorübergehend auf uns selbst fokussiert haben, in der Mitte zwischen ganz nah und ganz weit, ist uns ganz nebenbei aufgegangen, dass es ja auch noch die Möglichkeit gibt, sich umzudrehen, entgegen der Tendenz zur Trägheit. Was wir dort sehen? Üppig grüne Wälder, die in der Abendsonne baden und deren Leuchten vor dem Hintergrund dunkler Wolken ins lustvolle Lodern gesteigert wird. Einfacher Perspektivenwechsel, doch Veränderung wie von der Nacht in den Tag hinein, einen Tag, der erfüllt ist vom Licht der Natur, unser Herz liebkosend. (15.07.12)

 

Ist es zu verwegen, zu behaupten, dass menschliche Güte, von uns gezeigt, uns geschenkt, nichts einfordernd als Gegenleistung, zu den stärksten Glücksquellen in diesem Leben zählt? Eine dieser wunderbaren Handlungen, die die Belohnung in sich selbst tragen. (15.07.12)

 

Mit die intensivste Gemeinschaft können wir erleben, wenn wir zusammen Angst und Trägheit überwinden und Werte verwirklichen, die unsere Welt in einen gesünderen, freudvolleren Ort verwandeln. (15.07.12)

 

Manchmal weckt die Enge des Alltagsgebäudes in uns die Sehnsucht, nach draußen zu gehen, in die Natur, zurück in unser Naturell. Dort angekommen, mit unserem Blick eine Brücke bauend zwischen Hier und Horizont, zwischen unruhigem Herz und Hoffnung, fällt plötzlich vom Himmel ein goldener Tropfen auf unsere Stirn, erfrischend und warm zugleich, Freudenträne, der Schleier hebt sich und wir sehen drei weitere, die nun eine größere Einheit bilden und, obwohl scheinbar bedeutungslos, den Boden, auf dem wir stehen, wie noch nie dagewesen benetzen. Die Pflanze, die jetzt dort wächst, erfreut unsere Augen und wir saugen den Duft ihrer Blüten in uns auf. Erfüllt von Freude atmen wir tief ein und aus und in dieser Strömung werden die Samen der neuen Pflanze durch die Luft getragen, über Zäune hinweg zum Garten vor den Häusern anderer Menschen. Das Weltklima verändert sich und immer öfter fällt dieser Regen des Wandels auf uns Menschen, die, Werte und Weite suchend, sich selbst finden, ganz nah, genau vor der eigenen Tür. (16.07.12)

 

Hände, die sich berühren, Finger, die sich, Halt gebend, ineinander schmiegen, manchmal Gebet genannt, das scheinbar Getrennte, das im Körper ja schon Eins ist, verbindend, Ratio und Intuition küssen und umarmen sich. (16.07.12)

 

Wer alltägliches Mehrheitenverhalten vorschnell als "Normalität" etikettiert, öffnet der Manipulation und Verdummung Tür und Tor. Wenn die meisten auf den Abgrund zurennen oder sich gegebenenfalls sogar an einem Verbrechen beteiligen ist das noch lange kein Grund mitzumachen, egal wie stark der Sog und die Angst, als Exot abgestempelt zu werden auch sein mag ... besser Exot als krankheitsanfällig und ferngesteuert. Wer aufgeweckt lebt, kennt keine Langeweile mehr! In jedem Zeitalter gibt es Bedarf für Revolution. Noch nie verfügten wir über so intelligente und liebevolle Methoden wie heute. Die Revolution der Zukunft beruft sich nicht mehr auf irdische Autoritäten und verzichtet auf Institutionen. Die Revolution von morgen geschieht durch das Erkennen unserer Gaben, durch Selbstvertrauen und aus Dankbarkeit. Sie ist wahrscheinlich die einzige Chance für das Überleben der Menschheit. Das lohnt unseren vollen Einsatz. Vorwärts! Der Schauplatz ist Dein eigenes Leben. (17.07.12)

 

Mir ist noch die Geschichte eines spannenden Mitläufer- oder Hasenfußlebens zu Ohren gekommen. Schreibe Dein eigenes Drehbuch, anstatt Regieanweisungen zu befolgen und Rollentexte nachzuplappern (à la "keine Ahnung")! So real alles wirken mag ... es ist nicht viel mehr als eine akribisch konstruierte Bühne und schon in 50 Jahren kann alles anders sein. Genieße das gute Gefühl, deutlich vor dem Sinken der Titanic den Mut aufgebracht zu haben, auf Deine eigene Seemanns- / Seefrauskunst zu vertrauen und mit Gleichgesinnten auf einem Schiff unterwegs zu sein, dessen Navigationskonzept so weitsichtig ist, dass Du nicht wie so viele vor Dir Opfer wirst der klassischen Abfolge aus Selbsttäuschung, Rausch, Ablenkung und Untergang. Die Loungeatmosphäre, in der Du arbeitest, kann noch so heimelig wirken, kann noch so viel Gefühl von Größe und Sicherheit vermitteln ... nach der Kollision mit dem Eisberg hilft all das nichts gegen das Ertrinken im kalten, tiefen Meer. Die Rettungsboote reichen nicht für alle, wenn zu lang gewartet wird. Dir gefällt das Tageslicht um Welten besser als der Tiefseeboden. Warum Anschauungsobjekt werden für Wracktaucher, die rückblickend todgeweihte Gesellschaftskonzepte erforschen, wenn Du gelernt hast, selber zu denken? Wenn Dir die Titanic jedoch sehr am Herzen liegt und Du Dich womöglich in der Episode II befindest, mit noch offenem Ende, kannst Du Dich natürlich auch mit den anderen Fahrgästen zusammentun und die unfähige und überforderte Crew, der es nur noch um Geschwindigkeit, Image, Kostenersparnis und Gewinnmaximierung geht, ablösen und ein besser organisiertesTeam anheuern, es womöglich sogar selbst aufbauen. Niemand darf über Dich herrschen und bestimmen, denn du bist ein freier Mensch. Wer der Führungsverantwortung nicht mehr gerecht wird, hat ausgedient - da kann der Anzug, da kann die Uniform, da kann die Dienstkarosse noch so blenden. Solche Leute dürften sich glücklich schätzen, befreit zu werden von der Versuchung, noch mehr Schaden anzurichten ... doch erwartet keine Begeisterung für Euer Vorhaben! Selbst wenn Kompetenz und verinnerlichte Werte dem Machtanspruch hinterherhinken und das Personal auf der Brücke nicht mehr den Passagieren dient, sondern nur noch der Reederei und sich selbst, selbst dann fällt das Abdanken und das Eingestehen des Scheiterns schwer. Auf solche Empfindlichkeiten können wir allerdings keine Rücksicht nehmen. Die werden schon irgendwie klarkommen und sowieso 'ne Menge Zeit brauchen, um über das Getane und Versäumte nachzudenken. Geben wir ihnen die Chance und schützen wir sie vor sich selbst ... und uns vor ihnen, selbstverständlich. Wer ein Konzept wie die einseitige Fokussierung von Wirtschaftswachstum verfolgt, ein Konzept, das langfristig die Selbstzerstörung beinhaltet, ist ja geradezu krank, bedarf der Fürsorge und gehört, bei allem Respekt, aus dem Verkehr gezogen. Vergessen wir nie: ein Gift ist nicht nur dann ein Gift, wenn es sofort wirkt. Auch Verschleiß von menschlicher Schaffenskraft und Töten auf Raten ist ein Verbrechen, genauso wie atomare Strahlung Leben vernichtet, wenn auch mit Verzögerung. Würden wir unser Wirtschaftssystem einfach so weiterlaufen lassen, wäre das wie ein Leben auf Brennstäben. Wer so etwas empfiehlt oder die Folgen verharmlost, hat den Anspruch aufs Kapitänspatent mit sofortiger Wirkung verloren, spätestens zum Zeitpunkt der nächsten Wahlen oder dem nächsten Arbeitsplatzwechsel, für den wir uns entscheiden. Es lebe die Bildung und die Freiheit! (17.07.12)

 

Die Notbremse ist dafür da, gezogen zu werden, bevor der Zug entgleist. Stellen wir uns vor, wir befinden uns auf der Reise auf eingefahrenem Geleise, bequem im Sessel sitzend, vielleicht vertieft in Arbeit auf dem Laptop, was ja vorkommen soll in Zeiten verschwimmender Grenzen zwischen Beruf und Privatleben, umschrieben mit "flexibler Arbeitszeitgestaltung". Angenommen, wir bekommen nun aus vertrauenswürdiger Quelle die Information, dass der Zug, in dem wir unterwegs sind, aus Gründen der Kostenersparnis, Effizienz und Gewinnmaximierung des Unternehmens Bauteile aufweist, die den Belastungen der schnellen Fahrt langfristig nicht standhalten. Ihre Lektüre wird kurz unterbrochen durch eine freudig klingende Stimme aus dem Lautsprecher, ob natürlich oder artifiziell, das ist mittlerweile schwer zu sagen: "Sehr geehrte Fahrgäste! Wir haben jetzt unsere Spitzengeschwindigkeit erreicht. So schnell konnten Sie noch nie reisen mit der Eisenbahn. Schließen Sie ruhig die Augen, genießen Sie, vertrauen Sie sich uns an!" Sie lesen weiter. Zusätzlich soll es, wieder durch Preisdumping, vielleicht auch durch Korruption - hier denken Sie an die Erdbebenkatastrophe 2008 in Italien und die vielen Todesopfer, die aufs Konto der Verstrickung von Mafia, Regierung und Bauindustrie gingen - zusätzlich soll es also aus diesen Gründen Brücken im Lande geben, die einsturzgefährdet sind. "Jetzt geht's los!", denken Sie sich. "Also, das hört sich nun wirklich an wie ein übertriebenes Schauermärchen!" Tja, so sind wir nun mal, wir Menschen: was uns nicht schmeckt, was zu haarsträubend klingt, was unangenehme Konsequenzen für uns hätte, was unsere Komfortzone massiv gefährden würde, erklären wir tendenziell für unglaubwürdig. Es ist ein Leben auf Pump. Rechnung plus Zinsen kommen später. Nun stehen Sie vor einer Entscheidung. Notbremse ziehen! Bislang wurden Sie dazu erzogen, das nur im schlimmsten Fall zu tun. Doch wenn es im schlimmsten Fall zu spät dafür ist? Glauben Sie nicht, dass dieser Schritt einfach ist, so sehr Sie und andere denkfähige Wesen auch davon überzeugt sein mögen. Die oberflächliche Erscheinungsform der bequemen Fahrgastkabine, das leckere Essen und Trinken, die Ruhe der anderen Passagiere, das beschwichtigende Gesäusel des Zugpersonals, vielleicht sogar des Bahnchefs auf eingebauten Monitoren, kann wie eine Hypnose wirken und erschwert das wache, entschlossene Handeln. Wenn Sie sich mit anderen zusammentun und die mutige Entscheidung treffen, werden Sie sich vielleicht zunächst wie Sand im Getriebe fühlen, wie Spielverderber, werden fragende, vielleicht auch grimmige Blicke ernten. Termine werden verpasst, eingeimpfte Parolen wie "Zeit ist Geld" werden als automatisierte Denk- und Fühlprogramme aktiviert ... oh wie schlimm ;-) Womöglich wird Ihnen "Verrückte Aussteiger!" hinterhergerufen. Doch das ist Ihnen jetzt egal. Sie sind einfach erleichtert, wieder auf eigenen Füßen zu gehen und daran mitzuwirken, das System zu verändern, bevor es Sie kaputtmacht. Da Sie ein großes Herz haben, empfinden Sie Mitgefühl, als Sie in der Ferne metallisches Quietschen und dann einen explosionsartigen Knall hören, der vom Aufprall einer trägen Masse zeugt. Gleichzeitig sind Sie und Ihre Gleichgesinnten froh, nicht in einem abgehobenen, von der Natur völlig getrennten System wie einem Flugzeug gewesen zu sein, wo es keine Notbremse gibt und man, zumindest auf Zeit, dem Willen des Betriebspersonals ausgeliefert ist. (17.07.12)

 

Ergebnisse eines Selbstversuches.1: Heute, am 17.07.12 habe ich Quark gegessen, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum auf den 12.07. datiert war. Er schmeckt köstlich.

Ergebnisse eines Selbstversuches.2: Am 14.07.12 aß ich nach 1 Woche Fleischverzicht Schweinefilets aus artgerechter Haltung im Hunsrück. So gut hat mir Fleisch selten geschmeckt. Hätte ich früher nicht für möglich gehalten. Meine Entdeckung dieses Jahres. Verantwortungsbewusst und frei von Gewohnheit zu essen ist ein Hochgenuss! Einfach nur, ja, ich kann es in diesem Fall kaum anders sagen, geil!

 

Vielleicht ist eine der entscheidenden Fragen der Zukunft: zu welchen Opfern, zu welchem Verzicht ist jede und jeder von uns bereit, um zu verhindern, dass langfristig die ganze Menschheit auf dem Altar des Konsums geopfert wird? Die Frage klingt pathetisch und ist dabei völlig realistisch. Je mehr Mitgefühl wir empfinden, gegenüber den anderen Menschen, mit denen uns so viel verbindet, gegenüber der Natur, deren Teil wir sind, desto größer wird unser Interesse sein, all dieses von uns geliebte Leben zu schützen und zu bewahren. Bewusst werden ist das Wachstum 2.0. Wer sich fürs Leben an sich begeistert, wer mutig ist, befreit sich aus der Abhängigkeit von einer als riesiger Beruhigungspille wirkenden Scheinwelt mit langfristig tödlichen Nebenwirkungen, ist den lächerlichen Götzendienst für die Effizienz, den Tanz ums Goldene Kalb, das sich-abspeisen-lassen mit hohlen Sicherheitsversprechen und eigennütziger, sozialdarwinistischer Homo Oeconomicus-Rhetorik leid, hat stattdessen Lust, erwachsen zu werden und die zu eng gewordene Schuluniform abzulegen. Indem wir es tun, starten wir in ein großartiges Abenteuer, begegnen uns und unseren Mitmenschen in einem noch nie gekannten Zauber. So gut fühlt sich Selbstbestimmung an! (17.07.12)

 

Womöglich ist "wahres", tiefes Glück die Freude, die nichts von anderen Menschen und der Natur nimmt, die keine schädlichen Nebenwirkungen hat. Begabt zur Erkenntnis, können wir uns durchaus annähern an diese Form von Glück und die trügerischen Verheißungen der Spaßgesellschaft sowie die hohle Verherrlichung von Gegenständen befreit hinter uns lassen. (17.07.12)

 

Vor dem Zerfall des römischen Imperiums wurde der Versuch unternommen, das Volk durch Brot und Spiele ruhigzustellen und von den vorhandenen Problemen abzulenken. Vor einigen Tagen sah ich - wohlgemerkt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - inszenierte Gladiatoren-Kämpfe. Was hat das zu bedeuten für den Zustand unserer Gesellschaft? (17.07.12)

 

Im passenden Einfallswinkel der Sonne und bei genauem Hinschauen verwandelt sich der dunkelste Schiefer in leuchtendes Gold, ein Gold, das nur die Fantasie besitzen kann, ein Gold, das nie an Wert verliert. (17.07.12)

 

In unserer Gesellschaft haben wir einen Entwicklungsstand erreicht, der damit vergleichbar ist, ein Haus gebaut, gut eingerichtet und sogar auch schön dekoriert zu haben. Für fließendes, trinkbares Wasser, Heizung und Ernährung ist gesorgt. Jetzt könnten wir das Leben darin und in der näheren Umgebung genießen und unsere Talente entfalten, wir könnten die Substanz des Gebäudes pflegen, hier und da in Ruhe Verschönerungen vornehmen, gute nachbarschaftliche Beziehungen pflegen und den aufgebauten Wohlstand dafür nützen, um entspannt zu sein und uns Menschen gegenüber, denen es schlechter geht, als großzügig zu erweisen. Stattdessen hat sich ein Klima und eine Denkweise eingeschlichen, die es als normal und erstrebenswert hinstellt, auszubauen, aufzustocken, möglichst viele Dinge anzuhäufen - obwohl der Speicher schon überquillt - und Mobiliar sowie das Auto vor dem Haus immer wieder auszuwechseln und durch etwas Neues, oft etwas "Trendiges" zu ersetzen, bisweilen Gegenstände, die äußerlich glänzen, in der Tiefe aber  durch geringe Haltbarkeit geprägt sind, damit die Maschinerie des Konsums am Laufen bleibt. Durch diese Programmierung sind wir geneigt, in Unternehmen und Institutionen zu arbeiten, die ähnliche Ziele verfolgen und dadurch chronisch daran scheitern, zufrieden zu sein, diese Unrast wie einen Virus verbreiten und, scheinbar gefangen in diesem Sog, Ressourcen und Menschen verschleißen. Manche Menschen sind in ihrem Leben sogar dazu übergegangen, sich die Freude am Leben zu verderben durch den neidischen Blick hinüber zum Nachbarn, durch Entgrenzung der Arbeit für mehr Geld um sattzuwerden angesichts all der geschürten Bedürfnisse, was jedoch nicht erreicht wird, da sich die Gier von selbst aufrechterhält, bis sie durch Zivilisationskrankheiten in die Schranken gewiesen wird, ein seit langer Zeit bekannter Mechanismus. Manche Menschen bauen dann am Ende auch noch hohe Zäune, hinter denen sie geizig ihren Besitz horten. Dieses kurzsichtige Konzept von Wachstum ist letzten Endes ein Verlustgeschäft und wird zum Nährboden für Stress, Angst und Sinnentleerung. Glücklicherweise können wir uns anders entscheiden, wenn wir den Mut haben zum Erwachsenwerden. (18.07.12)

 

Glücklicherweise sind wir nicht abhängig von einem Leben als leicht programmierbare, durchschaubare, vorhersagbare, allzeit erreichbare und lenkbare Leistungs- und Konsummenschmaschinemischwesen. Da wir aufgeklärt sind, können wir das vermeintlich "alternativlose" Betriebssystem canceln und auf LifeWindows 2.0 umsteigen. Aufgeregte Mails, doch wieder zurückzukehren in den Stall - "... die Melkmaschinen werden immer ergonomischer, versprochen ..." - leiten wir um in den Spam-Ordner. Wir interessieren uns ohnehin nur noch für Zuschriften, die uns nicht mehr nur noch als Nummer und Kategorie für Statistik und ökonomische Spekulationen sehen, sondern als unverwechselbare Personen voller kreativer Ideen, als Personen mit bedingungslosem Wert, der sich jeglicher zahlenmäßiger Erfassung entzieht. (18.07.12)

Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, wir würden in einem Haus leben, das oft von Wolken und Nebel umhüllt ist. Wir sehnen uns nach klarer Luft, Sonne und einem weiten Blick. Doch wenn wir aus dem Fenster sehen, wirken die Aussichten trübe und wir resignieren. Die Nachrichten im Fernseher sind auch nicht in der Lage, unsere Zuversicht zu heben und vermitteln durch ihre Konzentration auf das Negative mehr oder weniger die Schlussfolgerung, dass die Verhältnisse nun mal so seien, manchmal auch als "Sachzwänge", "unvermeidlicher Preis für die Aufrechterhaltung des moderenen Lebensstandards" oder "Schicksal" genannt und nun sollten wir uns halt irgendwie darin einrichten. Im Anschluss an die Nachrichten kommen Filme über Landschaften mit weiten Horizonten, klarer Luft und wunderbarem Licht und die Menschen in diesen Filmen wirken ach so zufrieden und erfolgreich! Wir lassen uns in diese Traumwelt hineinziehen, verlieren aber gleichzeitig die Motivation, Neues zu erproben und werden schließlich angesichts der eigenen, trägen Lebensführung frustriert. Am nächsten Tag fassen wir uns ein Herz und gehen, trotz aller pessimistischen Prognosen, hinaus in die Natur, durch den Nebel hindurch und staunen, als wir in klarere Luftschichten vorstoßen, sich der Schleier lichtet und wir erkennen, dass sich dieses großartige, reale Panorama schon immer ganz in unserer Nähe befand. Weil wir daran glaubten und weil wir mutig waren, haben wir den Weg dorthin gefunden ... und was wir vorher als Angst missverstanden haben, ist letzten Ende nichts anderes als die prickelnde  Erregung vor dem Betreten von Neuland, ist pure Lebendigkeit. Gerne verabschieden wir uns vom Dasein aus Konserven und Lutschen an ausgelutschten, angestaubten Glücksversprechenslollies. Frei werden! Das Abenteuer beginnt. (18.07.12)

Technologie ist weitaus mehr als nur ein Hilfsmittel für den Alltag. Sie kann auch Ausdruck unserer Sehnsüchte und Möglichkeiten, ja vielleicht sogar Spiegel bestimmter Urprinzipien des Seins werden. Nehmen wir doch mal - naheliegenderweise - das Phänomen einer Internetseite. Es scheint ein Ort zu sein, direkt vor unseren Augen, zum  Greifen nah, doch dieser Ort ist nur eine Projektion auf eine flache Ebene. Seine wesentliche Gestalt nimmt er an durch Wechselwirkung mit unserer Vorstellungskraft. Wir können mit diesem imaginären Ort nicht direkt Kontakt aufnehmen, wir sind auf Hilfsmittel, auf Tasten, angewiesen. Ob wir es tun, ist unsere Entscheidung. Er ist potentiell ständig vorhanden, der Entschluss zum "Login" kann sich jedoch nur bei uns ereignen. Wenn wir eine Internetseite aufgebaut haben, können wir uns der Illusion hingeben, sie zu besitzen. Doch wo haben wir sie denn verstaut? In einer Schublade, in einem Karton, im Speicher unter dem Dach? Wir haben uns diesen Ort nur ausgeliehen und sind darauf angewiesen, dass uns andere dabei unterstützen, ihn zu pflegen und weiterzuentwickeln. Befindet sich die Internetseite irgendwo in einem Gebäude oder schwebt sie frei flottierend durch das World Wide Web oder nimmt sie vielleicht erst so richtig Gestalt an im Bewusstsein der Menschen, die sie auf sich wirken lassen, dadurch zu neuen Ideen finden und diese in ihrem Leben verwirklichen? Zurück zum Eintauchen in die Welt einer Internetseite. Was sehen wir denn da? Menschliche Gesichter, Natur, Worte? Ja, wir sehen das, doch dass wir genau das sehen, ist ein Produkt unserer Gabe, Zusammenhänge und Formen zu erkennen, denn das, was wir sehen, ist im Grunde lediglich eine Ansammlung von Lichtpunkten, von Partikeln des Seins, die sich in unserem Geist zu Bedeutung materialisieren, zu Impulsen, in die sich unsere schöpferische Phantasie hineinwebt und das so entstehende Neue, in dem auch wir enthalten sind, hinausträgt in die weite Welt. (20.07.12)

Wir Menschen sind zusammen wie eine grosse Flagge im Wind, geburtswehend, unsichtbar und doch spuerbar, weiter wachsend. Eine Flagge,  in der die Farben des Lebens tanzen zur Musik des Kaleidoskops. Alle Wimpel und Wappen, Orden und Uniformen sind ersetzbare Uebergangsrituale der Menschheit auf der Suche nach ihrer urspruenglichen Identitaet. Es geht nicht darum, etwas Neues zu erfinden. Es geht darum, das Vergessene wiederzuentdecken. Die manchmal grotesken Nationalstolzspielereien und chauvinistischen Zuendeleien werden zunehmend abgeloest durch das beginnende Fest der Dankbarkeit und weltumfassenden Freundschaft, die so viel weiter traegt als Seilschaften der Engstirnigkeit. Die Mauern broeckeln. Wiedervereinigung unserer Heimat Erde. Manche werden, ewiggestrig, versuchen am alten System, das ihnen auch Ego-Vorteile verschaffte, festzuhalten. Auf diese Menschen mit Angst vor Veraenderung werden wir keine Ruecksicht nehmen koennen ... und auch sie werden ihren Platz im Morgen finden. Ein Traum? Er liegt in unseren Haenden und diese sind auf direktem Weg verbunden mit unseren Herzen im Puls der hoffnungsfrohen Zeit. (Marseille, 21.07.12)

Auch heutzutage befinden wir uns in einem Freiheitskampf. Es geht um die Bewahrung persoenlicher und regionaler Identitaet gegenueber den Versuchen von Grosskonzernen und Staat, uns einen industriell vorgefertigten, durch Trends vorgekauten, zentral regulierten, Effizienz- und Wirtschaftlichkeitskriterien unterworfenen Lebensstil schmackhaft zu machen oder gar aufzuzwingen.  (Carcassonne, 23.07.12)

Bei der Restaurierung der mittelalterlichen Oberstadt von Carcassonne im 19. Jahrhundert liess der Architekt Emmannuel Viollet-le-Duc auch Phantasie walten und fuegte der Stadtmauer Spitztuerme hinzu, wo sie urspruenglich flach und mit Ziegeln gedeckt waren. Auch die menschliche Erinnerungstaetigkeit ist bisweilen ein kreatives Rekonstruktionsunternehmen mit hinzufuegungen und Auslassungen je nach gusto, allerdings nicht zu radikal, damit die Neuinterpretation nicht direkt ins Auge springt. (Carcassonne, 23.07.12)

Wenn Du an einem Sommertag mit klarer Luft und warmer Sonne, zum Beispiel in Suedfrankreich einige Minuten zu Fuessen eines plaetschernden Brunnens auf Stufen im Zentrum eines angenehm belebten Platzes liegst, kommt die Entspannung zu Besuch, setzt sich an Deine Seite, streichelt Dir durchs Haar und im Verweilen wirst Du ein Teil der Stadtlandschaft. Du spuerst eine Dankbarkeit fuer diese Oasen mitten im Alltagsleben der Menschen, wo aus dem begradigten Kanal ein mal langsamer stroemender Fluss, mal ein erfrischend sprudelndes Wildwasser wird, harmonierend mit den naturbelassenen Kurven unserer Beduerfnisse. Was Du hoerst, zieht unausloeschlich ein ins Repertoire Deiner Lieblingsmelodien und trifft dort auf die Kompositionen Deiner Sehnsucht. (Carcassonne, 23.07.12)

Die Kraft der Liebe und die Schönheit der Natur, die manchen Orten eine geradezu heilige Aura verleiht, kann zum Mittler werden zwischen dem großen Geheimnis der Kosmos und uns Menschen. Diese Wunder werden weder mit dem Megaphon noch in Hochglanzzeitschriften verkündet. Es bedarf einer täglichen Schulung der feineren Sinne und einer Bereitschaft zum Vertrauen, um die Zeichen lesen zu können. (02.08.12)

Erinnerungen an Augenblicke beflügelnder Lebensfreude ermöglichen zusammen mit dem Bewusstsein eigener Gestaltungskraft und Problembewältigungsfähigkeiten die Entstehung eines starken Felsplateaus, auf dem man auch bei Hochwasser noch trockenen Fußes fest stehen kann, auf dem man auch bei wolkenreicher Wetterlage gute Chancen auf ein Stück vom blauen Himmel hat. Diese wohltuenden Erinnerungen, dieses Bewusstsein der Selbstwirksamkeit, all dies wirkt wie ein strahlender Schatz, der bisweilen aktiv freizuschaufeln ist, wenn sich trübe Gedanken wie eine dicke Staubschicht darauf abgelagert haben. (03.08.12)

Gegen den ganz normalen Wechsel aus Höhen und Tiefen des Lebens lässt sich nichts unternehmen und es ist wohl auch gut so, da es sonst an Dynamik fehlen würde. Grübelspiralen und Pseudo-Erleichterung durch Vermeidung von Auseinandersetzung mit Problemen hingegen machen aus Tälern dunkle Schluchten mit glatten Wänden. Wir können die Kraft unserer Gedanken bewusst dazu nützen, um in den Tiefen die Chance zu nützen, von der Quelle der Erkenntnis zu trinken, die dort unten sprudelt und uns dann Mut zu machen, die Anstrengung zu akzeptieren, die erforderlich ist, um den kurvenreichen Pfad zu gehen, der uns wieder nach oben führt, damit wir uns auf der Terrasse einer Herberge stärken können, Zufriedenheit angesichts des Geschafften erleben und die erhebende Aussicht, den neuen Überblick genießen. (03.08.12)

Hilfreiche Gespräche mit anderen Menschen - Gespräche, die nicht immer durchgängig angenehm sein müssen - ermöglichen es uns, ein berührendes Thema facettenreicher in Worte zu fassen, Bilder und Symbole für Probleme und Lösungswege zu finden. Dadurch nehmen wir neue Blickwinkel ein, entwickeln eine umfassendere Vorstellung des besprochenen Gegenstandes und entdecken womöglich geeigenete Ansatzpunkte, um zuzupacken und die Dinge in Bewegung zu bringen, vielleicht auch Ideen, um eine Verhedderung des Verbindungsfadens aufzulockern und dadurch mehr Abstand zu gewinnen. Eventuell entscheiden wir uns dann sogar dafür, den Knoten einer übermäßigen Bindung zu lösen, um Abschied zu nehmen oder uns in Freiheit neu zuwenden zu können. (03.08.12)

Leider funktioniert ein zu großer Teil der Spaß- und Zerstreuungs-Arrangements unserer Gesellschaft nur auf Basis der Ausblendung von kritischer Urteilskraft und Verantwortungsbewusstsein, so etwa in den Bereichen Produktkonsum und Mobilität. Die schädigenden Nebenwirkungen der eigenen Entscheidungen werden billigend in Kauf genommen oder geleugnet. Wer diese Verhaltensmuster in Frage stellt, muss bedauerlicherweise damit rechnen, belächelt oder als Spielverderber gerügt zu werden. Dies ist allerdings ein akzeptabler Preis und eine Voraussetzung, um den Weg bis zur überfälligen Systemveränderung in konzertrierter Aktion durchzuhalten. (03.08.12) 

Das egoistische Verfolgen eigener Ziele und die fahrlässige Beeinträchtigung der Lebensqualität anderer Menschen kann nur wuchern, wenn vergessen wird, dass wir Blüten desselben Baumes, also auf einer tieferen Ebene alle miteinander verbunden sind. Wenn wir die Wurzeln des Baumes zerstören, schneiden wir uns von der Energie unseres natürlichen Seins ab und werden mehr und mehr zu Plastikblüten, verlagern unsere Identität in den virtuellen Raum, suchen im Konsum von Dingen eine Pseudo-Antwort auf das Problem der Sinnleere. (03.08.12)

Es ist geradezu eine weltbürgerliche Pflicht, Spiele zu stören, welche die Gesundheit des Planeten und der Menschheit gefährden. (04.08.12)

Manchmal muss man in Kauf nehmen, Nervensäge zu sein, wenn es darum geht, Gestrüpp zu beseitigen, das den freien Blick versperrt. (04.08.12)

Nur weil manche Menschen dazu neigen, unangenehme Tatsachen bis hin zu Verschwörungstheorien auszuschmücken, ist das noch lange kein Grund, die Tatsachen zu verleugnen, nur weil sie so verrückt oder erschreckend erscheinen. Hätte jemand behauptet, dass Medikamente im Umlauf sind, die zu fürchterlichen Missbildungen führen, hätte man ihn womöglich für paranoid erklärt. Contergan war jedoch eine Tatsache. Was ist das Contergan von morgen, was das berühmte "Ehrenwort" Kohls (CDU) von morgen? Doch Achtung! Aufzuwachen und Dummsdorf zu verlassen kann zunächst traurig machen. Die Faszination des Erwachsenwerdens und das befreiende Abstreifen der manchmal uneindeutigen Schleierfesseln der Manipulation durch die Besitzstandswahrer allerdings sind mehr als nur Ausgleich dafür. Wer ist wirklich gerne Fan des getarnten Untertanentums, wer ist wirklich gerne Nummer und Rädchen in einer Maschine? (04.08.12)

Hallo! Ich wünsche Dir eine erfreuliche Woche, in der Du neben all den Terminen, Verpflichtungen und Plänen, die ja oft Nebenwirkung Deiner persönlichen Projekte und Träume sind, in der Du also neben alledem auch Zeit und Raum findest, um den Zauber des Lebens an sich zu spüren. Das Faszinierendste überhaupt brauchen wir nicht mehr zu suchen. (06.08.12)

Die Vorstellung, durch Bedecken des Himmels mit einer künstlichen Wolkenschicht die Erderwärmung zu reduzieren, anstatt den CO2-lastigen Lebensstil zu verändern - ein Plan, der die komplexen Wechselwirkungen im Klimageschehen sträflich vernachlässigt - wäre genauso oberflächlich und kurzsichtig wie die Auseinandersetzung mit psychischen Problemen auf rein medikamentöser Ebene ... es wäre Herumdoktern am Symptom bei Vernachlässigung der tieferliegenden Problemursachen. (06.08.12)

Zur Unterschätzung von gesellschaftlichen Problemen trägt bei, dass selbst die schädlichsten Machenschaften an vorderster Front meist von harmlosen, oft sogar sympathischen Personen umgesetzt werden, die sich des Ausmaßes ihrer Verstrickung wahrscheinlich in der Regel gar nicht bewusst sind und denen man kaum böse sein kann. Der Profit einer Discount-Laden-Kette beispielsweise mag über weite Strecken auf ausbeuterische, lebensverachtende (z.B. durch Begünstigung von industriell betriebener Massentierhaltung) und umweltgefährdene Strategien des Wirtschaftens zurückzuführen sein, doch der Mensch an der Kasse hat damit direkt nichts zu tun, will nur Monat für Monat über die Runden kommen. Dementsprechend kann es durchaus Barrieren geben, das eigene Konsumverhalten zu verändern, besonders dann, wenn man zusätzlich in die Denkfalle billig=gut getappt ist und der Illusion erliegt, mit diesem Einkauf eine kluge Entscheidung getroffen zu haben. Allerdings wird eine gewisse Radikalität des Boykottierens bestimmter Anbieter erforderlich sein, damit wir unsere Konsumentenmacht im Interesse einer gesünderen Welt mit voller Wucht zum Einsatz bringen können. Als Konsequenz werden die Kettenkonzerne ihre Produktions- und Einkaufsmuster sowie ihre Angebotsstruktur verändern müssen und die Angestellten werden mit großer Wahrscheinlichkeit in diesen umstrukturierten Unternehmen weiterhin ihrer Arbeit nachgehen können. Zusätzlich ist es wahrscheinlich, dass in einem umstrukturierten, zukunftsfähigen Wirtschaftssystem neue Tätigkeitsfelder entstehen, etwa im Bereich Umweltschutz und Sozialwesen. (06.08.12)

Da wir bis jetzt nur einen Teil der Wahrheit unserer Selbst, unseres Planeten und des Kosmos erkannt haben, sind wir in gewisser Weise unbekannte fliegende Objekte im Weltall, partielle UFOs, wenn man so will. Anlass zum Staunen und Suchen gibt es genug, doch da wir mit ähnlichen Eindrücken Tag für Tag konfrontiert werden, kann die Illusion der Normalität entstehen und es entsteht das Risiko, dass wir uns überwiegend den sachlichen "Geschäften" widmen und vernachlässigen, dass wir ja auch spirituelle Wesen sind und die Zeit auf Erden uns die einzigartige Chance bietet, auch in diesem Bereich zu wachsen. Ich vermute, dass die zunehmende Häufigkeit der Sichtung oft kugelförmiger, plötzlich auftauchender und wieder verschwindender, mal ruhender und sich dann blitzartig bewegender Flugobjekte einen Signal- und Aufforderungscharakter für uns Menschen hat. Indem sie sichtbar sind und von gewohnten Phänomenen abweichen, ziehen sie unsere Aufmerksamkeit auf sich und laden uns dazu ein, über sie zu reden. Indem sie anscheinend nicht greifbar sind, eher an Licht und komprimierte Energie erinnern, spiegeln sie symbolisch wieder, dass wir ständig von Dimensionen und Ebenen des Seins umgeben sind, die wir mit unserem Intellekt nicht ganz erfassen können und sie führen uns vor Augen, dass es Dinge gibt, die wir nicht völlig kontrollieren und erklären können, sie schenken uns eine befreiende Bescheidenheit, verzaubern uns durch ihren sanften Fingerzeig in Räume neuer Möglichkeiten. (08.08.12)

Spirituelles Suchen und Erkennen ist meistens kein systematisch geplantes Projekt, sondern entsteht daraus, dass wir uns einlassen auf Signale in unserem Erlebnisraum und uns öffnen, bereit, einen Teil alltäglicher Kontrollbemühungen aufzugeben, uns verwirren und verstören zu lassen, um schließlich neue Perspektiven zu gewinnen. Es ist Eintauchen und Auftauchen ins große Unbekannte, das sich herkömmlichen Begriffen und gewohnten Strukturen der Logik entzieht. Damit steht der Weg der Spiritualität in einem gewissen Konkurrenz- und Spannungsverhältnis zu den Anforderungen des eindeutiger geregelten, im konventionelleren Sinne "produktiven" Lebens. Es kann durchaus eine Herausforderung werden, aus einem höheren Orbit den Weg zurück auf den Boden der greifbaren, von der Mehrheit der Menschen als "wahr" deklarierten Tatsachen zu finden und ja, es kann teilweise auch ernüchternd sein. Allerdings ist hier keine entweder-oder-Entscheidung zu treffen. Auch mitten im Alltag bleibt uns die Freiheit, tatsächlich oder sinnbildlich zum Himmel zu schauen, einen Menschen, ein Tier, eine Pflanze oder einen Stein liebevoll zu betrachten, damit in der Geschäftigkeit innezuhalten ohne den geplanten Weg aus dem Auge zu verlieren. So finden wir die Mitte zwischen Abgehobensein und Selbstverlust in Detailkram. So können wir den neuen Geist, den wir auf unsere Suche in unserer Leben gelassen haben einströmen lassen in unsere Beziehungen, unsere Arbeit, unser Kämpfen, unser Genießen. (08.08.12)

Vielleicht gelingt es uns, einen entspannteren Blick auf unsere Beziehungen zu entwickeln, wenn wir uns weniger fragen, ob sie uns Spaß machen oder ob wir sie in unserem Sinne kontrollieren können, sondern wenn wir bereiter werden, anzuerkennen und wertzuschätzen, was wir durch sie lernen, wie wir in ihnen wachsen können. Geborgenheit und Freude verbinden sich mit diesem tieferen Sinnaspekt zu intensiver Fülle. (08.08.12)

Mit jedem Ausflug, mit jeder Reise verfeinern wir unsere Fähigkeit, in dem von uns besuchten Raum sowie in unserem eigenen Tun Muster zu erkennen, die Wohlbefinden fördern, so dass wir fortan auf zunehmend direktem Wege Zufriedenheit erleben können. Die Pflege des Bewährten schenkt uns eben die Stabilität, die wir brauchen, um uns dann immer wieder auch für neue Eindrücke zu öffnen. (08.08.12)

Voreingenommenheit ist wie eine nach innen verspiegelte Sonnenbrille. Sie verstellt uns den Blick auf die ganze Farbenvielfalt der Welt und führt dazu, dass wir überwiegend uns selbst sehen. Offenheit, Mut und Liebe geben uns die Kraft, die Erkenntnisfilter aufzulösen. (08.08.12)

Wenn wir uns übermäßig davon abhängig machen, für unser Engagement Geld und Anerkennung zu erhalten und schnelle Effekte zu sehen, wenn wir der Illusion erliegen, großen Einfluss nur in konventionellerweise als "hoch" eingestuften gesellschaftlichen Positionen ausüben zu können, verzichten wir auf immense Spielräume der gesunden Macht, die wir als im Kern vollkommene geistige Wesen haben. Durch unsere Vorstellungskraft, unseren Glauben, unsere Liebe und unser Wirken als Vorbild können wir Kettenreaktionen mit unberechenbarer Breiten- und Tiefenwirkung in Gang setzen, während sich andere in Grabenkämpfen der Profit- und Statusgier verzetteln und dabei ihre seelische Energie verschwenden. Wir hingegen nützen die Chance, uns durch Rückbesinnung auf die Essenz des Seins in Richtung der in uns angelegten Vollständigkeit zu entwickeln und auf diesem Weg Glück und Freiheit zu erleben. (08.08.12)

Ich vermute, dass ein erheblicher Anteil der in unserer Gesellschaft weit verbreiteten Angst-, Depressions- und Burnout-Symptome nicht nur auf den von Reizüberflutung, Hektik und Wertemangel geprägten Lebensstil eines zu sehr materialistisch orientierten Systems zurückzuführen ist, sondern auch auf das unterschwellig oder klar vorhandene Bewusstsein, dass die Muster unseres Verhaltens über weite Strecken nicht im Einklang sind mit unserem innersten Wesen und dem Ziel der Bewahrung der wunderbaren Schöpfung, die uns anvertraut wurde. (09.08.12)

Wir sind alle Pixel im Bild einer wunderschönen Blüte. Wenn wir uns im Detail verlieren, wirkt alles langweilig quadratisch. Erst wenn Du Deinen Standpunkt veränderst und ausreichend Distanz aufbaust, erkennst Du, in welch bezaubernde, lebendige Formen Du eingebettet bist.  (09.08.12)

Hast Du schon mal darüber nachgedacht, wozu uns John Lennon, Earth Wind & Fire, Thomas D., Tim Bendzko und andere mehr oder weniger direkt ermutigen wollen? All dies ist der Soundtrack der großen Veränderungsbewegung, von der wir gerade auf so faszinierende Weise berührt werden. (09.08.12)

Wenn Menschen auf der ganzen Welt den Kern ihres Wesens und ihres höheren Selbst erkennen und damit beginnen, unabhängig von institutionellen Vorschriften auf dieser Ebene miteinander in Kontakt zu treten, Grenzen der Voreingenommenheit überwindend, Gemeinsamkeiten wertschätzend, sich aus Angst und Ohnmacht befreiend, Verantwortung für den Planeten übernehmend, ihr Ego transzendierend, dann, ja dann vielleicht bekommen wir eine Ahnung vom Wirken einer Kraft, die man als heiligen Geist bezeichnen könnte, auf jeden Fall als Liebe zum puren Sein. (09.08.12)

Die nächste prophetische Kraft wird höchstwahrscheinlich nicht von einer Einzelperson ausgehen, sondern von einem Netzwerk erwachender Seelen, Gehirnzellen gleich, die lange Zeit ungenutzt geschlummert haben und nun die Chance nutzen, sich wie leuchtende Energiepunkte des Bewusstseins miteinander zu verbinden und ihr ganzes wunderbares Potential in helleres Leben zu verwandeln. Wir brauchen niemanden mehr, der Wahrheiten definiert, um eigene Macht zu begründen, wenn wir uns dafür öffnen, die Wahrheit der Natur, die Wahrheit des Kosmos in uns zu spüren. Mit Worten können wir uns an dieses Geheimnis nur annähern, genauso wie jede wissenschaftliche Erklärung von Liebe dem Wunder einfach nicht gerecht wird, das darin in Freiheit strömt. Vertraue Deiner eigenen Erfahrung! (09.08.12)

Vorhin, an diesem wunderschönen Sommertag, hatte ich ein Erlebnis, das mich nachdenklich stimmte: Auf dem Weg zur Arbeit sah ich im Vorbeigehen auf dem Boden einen Regenwurm, der dort reglos lag. Ich bremste meine Bewegung kaum und vermutete, dass er wohl tot sei. Doch sicher war ich mir nicht. Also machte ich kehrt, nahm einen kleinen Zweig und berührte ihn damit. Da bemerkte ich, dass doch noch Leben in ihm war. Ich beförderte ihn auf ein schattiges Wiesenstück, legte ihn auf den Erdboden und goss meine Trinkwasserflasche über ihm aus, was er bestimmt als außerordentlich wohltuende Simulation eines Starkregens erlebte. Ich wünsche ihm. dass er seinen Durst gestillt hat und in sein Element zurückgekehrt ist. Zu dieser kleinen Aktion hätte ich mich vielleicht nicht entschieden, wenn ich sehr unter Zeitdruck gestanden wäre. Ich ziehe für mich daraus die Konsequenz, dass es am besten ist, sich Termine nicht zu dicht zu legen und sich im Leben nicht zu viel vorzunehmen. Nur so erhalten wir uns die Spielräume für Aufmerksamkeit und liebevolle Gesten. Heute mag es ein Regenwurm sein dem Du begegnest, morgen vielleicht einer neuen Freundschaft, übermorgen Dir selbst. (10.08.12)

Ich bin vollkommen begeistert vom Geschmack regionaler und saisonaler Produkte: im Sommer kann es ein Pfirsich aus dem nahen Frankreich sein oder ein Pflaumenkuchen aus Deutschland. (10.08.12)

In der Neuen Zeit werden wir zu zielbewussten Kolibris, die sich am Nektar stärken und in Freiheit fliegen. (10.08.12)

Kennst Du den "Scheinriesen" aus der Geschichte von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer? Die Angst vor bestimmten Situationen und Handlungen verhält sich oft ähnlich: aus der Entfernung betrachtet wirkt ein Wagnis bisweilen unüberwindbar groß, doch je mehr wir auf die Herausforderung zugehen, desto mehr erweist sich die Angst als schrumpfende Illusion, die durch das Spiel mit unserer Phantasie Macht über uns hatte. Je mehr wir dazu entschlossen sind, ein persönlich wertvolles Ziel hinter der Angst zu erreichen, desto mehr Kraft haben wir, um den Showeffekt zu durchschauen, der sich dann rückblickend als Geisterbahn entpuppt, als effektvolle Inszenierung zwar, nicht jedoch als reale Gefahr.  (15.08.12)

Vermutlich ist es in einer Partnerschaft eher ein inspirierendes Leitbild, sich bedingungslose Liebe zukommen zu lassen, jedoch wohl kaum ein realistischer Maßstab. Schließlich haben die beiden meist auch nicht bedingungslos zueinander gefunden, sondern auf der Basis einer jeweils passenden Mischung aus Gemeinsamkeiten und angenehm irritierend Neuem. Erstrebenswert ist es in meinen Augen, wenn die Voraussetzungen für das Zusammenbleiben, Zusammengenießen, Zusammenaufbauen und Zusammenentdecken großzügig formuliert sind und eben nicht kleinlich, übermäßig egoistisch, engstirnig und festgemacht an der Erfüllung oberflächlicher Leistungs-, Anpassungs- und Bequemlichkeitskriterien. Entwicklung in der Partnerschaft ist nur möglich, wenn beide das Gefühl haben, auch Experimente und Schwankungen riskieren zu können, statt nur einer streng definierten Linie folgen zu müssen. Liebe ist eine Expedition und keine Autobahn. Die sich selbst und dem geliebten Menschen gewährten Spielräume haben immer noch ein Profil, das weit entfernt ist von Beliebigkeit und dabei genügend Luft zum freien Atmen lässt. (16.08.12)

Da wir in Deutschland naturräumlich gesehen in einer begünstigten Zone liegen, besteht die Versuchung, die Folgen des Klimawandels, der ja wiederum - die Kritik sei erlaubt ;-) - überwiegend auf unseren tendenziell ressourcenverschwendenden Lebensstil in den Industrienationen zurückzuführen ist, auszublenden. Poleisschmelze, Überflutungen, Dürrekatastrophen, Hungersnöte, Verdursten, all das bleibt uns hier erspart und das Risiko des Wegsehens und Festhaltens an gewohnten Komfort-, Wachstums- und Vergnügungsansprüchen steigt. Genauer betrachtet ist der Klimawandel allerdings bereits bei uns angekommen, wenn auch auf einer anderen Ebene. Obwohl wir uns keine Sorgen ums Überleben machen brauchen, leben wir nicht gerade im Himmel der Leichtigkeit, Herzlichkeit, Dankbarkeit, Solidarität und liebevollen Gesten. Der hektische, konsumorientierte, auf materielle Anhäufung und äußere Sicherheit ausgerichtete, sich in gelegentlicher Zerstreuung verlierende, teilweise sinnentleerte Lebensstil in unseren Breiten fordert seinen Tribut: Stresserkrankungen, Übergewicht, Herzinfarkte, Krebs, Angst, Depression, Partnerschaftsprobleme und Ehescheidungen, Essstörungen, Sucht, ... nur ein paar von den Geistern, die der konkurrenzbetonte Kapitalismus mit seinem oberflächlichen Profitstreben und seiner Entfernung von unserem natürlichen Wesen gerufen hat. Es ist immer wieder schockierend, wie frustriert und verzweifelt oft die Menschen sind, die es vermeintlich bis "ganz oben" geschafft haben ... man kann ihnen nur wünschen, dass sie früh genug damit beginnen, sich zu fragen, ob sie es selbst sind, die frei bestimmen, was die Maßstäbe ihres persönlichen Glücks sind oder ob sie nur fremde Regieanweisungen befolgen und Rollen spielen, die im Grunde genommen gar nicht zu ihnen passen. Erfolg neu zu definieren und Kurskorrekturen vorzunehmen, das kann mit das größte Abenteuer des Lebens werden und der Beginn wohltuender Selbstbestimmung. (17.08.12)

Quizfrage für aufgeweckte Leute: Welche Kräfte in der Gesellschaft haben wohl das geringste Interesse daran, dass wir herausfinden, wie wir noch mehr mit einfachsten Mitteln und aus uns selbst heraus glücklich werden? Was werden diese Kräfte versuchen uns einzureden und zu verkaufen? Wie kannst Du die Masche durchschauen und den Weg der Freiheit wählen? (17.08.12)

Im Glück angekommen sein ... Du raffst es manchmal in Situationen, die keinen Stoff abgeben für einen Film mit Oscar, dafür aber die Essenz des Lebens enthalten. Die Einsicht kann Dir auf die Schulter tippen, wenn Du an einem Sommerabend auf Deinem Balkon Platz genommen hast, allein und doch mit der Welt verbunden, die Farbmelodie der Zeit auf den Wolken genießend, an die Menschen denkend, die Dich auf Deinem Weg begleiten, mit all den Widersprüchen, die das schlagende Herz so mit sich bringt, wenn sich Deine Hand auf einen vom Tag noch warmen Stein legt, Reisesouvenir und Ahnung des Unvergänglichen in all dem Wandel. Ja! Danke! Ich bin! (17.08.12)

Abschied von der Angst. Sich einverstanden erklären, nach oben zu fallen, sich dem Mut und Glauben anvertrauend, Figuren des schwerelosen Tanzes wiederfinden, keine Definitionen, kein Ende mehr brauchen. (17.08.12)

Lebe wie ein V, im Grunde zentriert und stets nach oben aufgeschlossen. (17.08.12)

Führen wir uns den Aktionsradius unserer Seele vor Augen, dann können wir selbst dem schnellsten Flugzeug nur noch ein Lächeln schenken, doch keine Verehrung mehr. (17.08.12)

Unser innerstes Verbundensein mit der Göttlichkeit ist im Alltag oft recht gut getarnt durch Sorgen und Begehren fragwürdiger Dinge. Sie leuchtet auf im Lieben und Glauben, im Mut und Vergeben, in der Freude am nackten Sein. (17.08.12)

Bei uns sprudeln jeden Tag die Gründe für ein Fest der Dankbarkeit, da wir sauberes Wasser aus der Leitung trinken können. (17.08.12)

Jede Stunde in der Natur berührt uns, manchmal heftig wie eine Sturmböe, manchmal sanft wie ein Grashalm am Wegesrand, der über unser Bein streicht. Dadurch wird in uns ein Profil herausgekitzelt, das mehr und mehr dem entspricht, was wir sein können und im Kern unseres Selbst schon immer waren. (20.08.12)

Ärgerliche Anspannung aus Unzufriedenheit findet Erlösung weder in der aggressiven Explosion noch im bloßen Aushalten und Zurückstecken, sondern im Gewinnen von Klarheit über die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen und im offenen Mitteilen dieser Klarheit, auch wenn diese Klarheit natürlich ein Konfliktrisiko mit sich bringt. Früher oder später würde der Konflikt allerdings sowieso auftreten und je früher, desto überschaubarer der Stoff und desto griffiger die Ansatzpunkte für Verständigung auf einen gemeinsamen Weg. (20.08.12)

Es ist so einfach und dabei so wirkungsvoll, sich im Alltag Erinnerungen an erfrischende Badeerlebnisse in der Natur ins Bewusstsein zu holen: Das Duschen mit einem kühlen Durchgang beenden und sich anschaulich vor Augen führen, wie es dort war, im Gebirgsfluss, im Felsbassin oder See, unter dem Wasserfall. Aus jedem Grad Celsius weniger wird so ein Plus an Genuss, der sich nährt aus der Quelle unserer persönlichen Erfahrungen. (20.08.12)

Abschiednehmen vom Hochsommer, der tatsächlich ist, was der Kalender verspricht: nochmal die leichtesten Klamotten anziehen, die der Schrank zu bieten hat, um sie dann baldmöglichst wieder abzulegen, an einer Freiluftbadestelle, im Garten oder auf dem Balkon und das stand nicht auf der Erledigungsliste sondern ganz spontan ganz oben auf der Agenda der Freiheit. Abschiednehmen vom Hochsommer, das ist auch, sich in bitter-süßer Melancholie der Vergänglichkeit bewusst zu werden, hinausblickend auf die Chance der rhythmischen Wiederkehr, ist auch Übung in Wertschätzung, für die Wärme kurz vor der rasanten Talfahrt der Prognose, für den Geschmack von Pflaumenkuchen, das Geschenk der Saison. (21.08.12)

Wenn wir an einen Reiseort zurückkehren, kann es uns manchmal so vorkommen, als würde das Echo des Lachens und der Ausrufe des Staunens der Menschen, mit denen wir die ersten Male dort waren, noch sanft durch die Straßen, über die Wiesen und das Wasser hallen, reflektiert von unserem Geist und unserer dankbaren Erinnerung. (21.08.12)

In meiner bisherigen Arbeit als Psychologe und Psychotherapeut habe ich den Eindruck gewonnen, dass Menschen dann leichtere Beute von Angst und Depression werden, wenn ein zu großer Teil ihrer Aufmerksamkeit und ihres Engagements darum kreist, Dinge zu kontrollieren, die bestenfalls teilweise direkt herbeiführbar oder kontrollierbar sind wie etwa Liebe oder Glück. Selbst wenn's mal gut läuft, bleibt unterschwellig die sorgenvolle Vermutung, dass Verluste drohen, wenn man es sich mal gönnen würde, die Anstrengungen zu reduzieren. Besonders traurig sind die Geschichten, wo Indizien dafür vorliegen, dass auf dem Wege der Leistung versucht wird, den Hunger nach Liebe zu stillen, was ja ein Widerspruch in sich ist, da Liebe als Antwort auf Leistung ja nur ein jämmerlicher Schatten wahrer Liebe wäre. Solche Menschen stehen ständig unter Strom und kämpfen für Dinge, die sich nicht erkämpfen lassen, bis die Erschöpfung in ihr Leben kommt, was dann zumindest noch die Chance bietet, endlich aufzuwachen und damit aufzuhören, lebende Blumen auf dem Asphalt einer Schnellstraße zu suchen. (22.08.12)

Am Anfang einer Wanderung ist man oft noch voller Optimismus, was die eigene Ausdauer und Trittsicherheit anbelangt, das Gelände ist noch leicht begehbar und die Phantasien über den Ausblick vom Gipfel dienen als Ansporn. Im Verlauf der Tour ist es umso wichtiger, seine Verfassung und die Grenzen des Zumutbaren immer wieder achtsam zu erspüren, was etwas Überwindung kosten kann angesichts der ursprünglich uneingeschränkten Zuversicht und der Verlautbarungen über die eigenen Ziele. Da fällt es durchaus schwer, sich einzugestehen, dass man sich womöglich zu viel in den Rucksack gepackt hat, die Tagesetappe zu lang ist und der Weg zunehmend zur Gratwanderung wird. Gerade wenn man sich dazu entschieden hat, den Weg gemeinsam zu gehen, ist es wohl gesünder und verantwortungsbewusster, miteinander im Kontakt zu bleiben über die Grenzen des Machbaren und als Team Entscheidungen über Tempo, Route und Ziel zu treffen. Bisweilen kann das Gefühl entstehen, der andere würde einen bremsen, einen daran hindern, sich schnellstmöglich ins Gipfelbuch einzutragen, doch vielleicht ist gerade diese Planänderung die Voraussetzung dafür, wohlbehalten anzukommen und das Unterwegssein an sich mit all den Wundern des Lebens am Rande des Pfades genießen zu lernen. (22.08.12)

Idealismus ist wie ein kräftiges, lebensfrohes Tier, das weder im zu engen Stall des bloßen Nachdenkens gefangen gehalten noch sich selbst überlassen, die eigenen Kräfte aufzehrend, in unwegsames Gelände geschickt werden sollte. Am wohlsten fühlt sich der Idealismus, wenn er sich mit Gleichgesinnten auslaufen und dabei Werte über hoffnungsvoll grüne Wiesen transportieren kann, sich regelmäßig an frischem Wasser und stärkender Nahrung labend. So bleibt der Idealismus vital und kann sich vermehren. (22.08.12)

Was auch zur Grundtraurigkeit in unserem Land beiträgt ist die Tatsache, dass immer öfter der Arbeitgeber genauso viel oder sogar noch mehr Aufmerksamkeit erfährt als die Familie, wobei hinter der nach außen präsentierten Begeisterung nicht selten die Angst steht, im Wettbewerb nicht mitzuhalten und austauschbar zu werden. Manchmal kommt es einem fast so vor, als würde da um die Liebe eines patriarchalischen, Anerkennung nur für Leistung zeigenden Elternteils gekämpft werden. Wer weiß, wie oft heutzutage familiäre Altlasten, Kränkungen und Verunsicherungen in die Arbeitswelt projiziert werden? Schon bedenklich, wie viel Lebensenergie investiert wird, um wohlhabende Unternehmen noch wohlhabender zu machen, mehr oder weniger geschenkt an Menschen, die oft auf Listen schauen müssen, um sich später zu erinnern, wer da seine halbe Lebenszeit gegeben hat. Ein Unternehmen, das im jährlichen Mitarbeitergespräch den so wichtigen Punkt Familie vermeidet, handelt egoistisch, verführt zur Selbstausbeutung und wird seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht. Vergessen wir also nie, dass der Begriff Unternehmensfamilie ein leicht durchschaubarer Versuch ist, uns mit Pseudo-Gefühlen einzulullen und vom Wesentlichen abzulenken, damit wir die Taschen fremder Menschen füllen, für die wir letzten Endes nur Nummern sind. Kein Geld der Welt und kein Statusversprechen, mit dem diese Menschen uns kaufen wollen, kann Lebenszeit, Aufmerksamkeit und echte Gemeinschaft ersetzen. (22.08.12)

Erst wenn uns bewusst wird, dass wir uns an etwas klammern, zum Beispiel Besitz oder Vorstellungen von absoluter Sicherheit, wird uns klar, warum wir unsere Hand und unsere Finger bei der Erkundung der Welt nicht frei bewegen konnten und erst dann können wir loslassen, zumindest, um uns vorübergehend von dem Objekt der Anklammerung zu befreien und beruhigt festzustellen, dass wir es nicht verlieren, wenn wir es mal ablegen. (23.08.12)

Der Kern Deines Selbstwertes, der an keine Bedingungen geknüpft ist, lädt Dich ein zur Begegnung mit Deinem Wesen und der unerschöpflichen Quelle der Energie des Seins. Auch in schwierigen Zeiten kannst Du hier immer wieder auftanken und von dieser inneren Mitte aus entfaltest Du den besten Einfluss auf die Welt, unabhängig davon, mit welchen Noten oder Geldeinheiten dieses Wirken etikettiert wird. Spätestens am Ende Deines Lebens wirst Du erkennen, dass das Handeln aus dem Zentrum Deines Herzens heraus Dein kostbarstes Geschenk war, an Dich selbst und an Deine Mitmenschen. (23.08.12)

Vergebung bedeutet nicht, dass der dunkle, schwere und schmerzende Inhalt des Bündels geleugnet wird, der einem aufgebürdet wurde. Vergebung bedeutet vielmehr, dass die Kette, durch die man mit der Vergangenheit verbunden ist, gelöst wird, dass man sich von der Trübung des Blicks durch Bilder der damaligen Last befreit, die sich zwischen einen selbst und die Welt von heute schieben, befreit auch von der illusionären Hoffnung, der Schmerz würde in magischer Wiedergutmachung in Gold verwandelt. Vergebung öffnet den Blick für all das Lindernde, Heilsame, Bunte und Helle, was es in der Welt auch damals schon gab und was vor allem jetzt und morgen auf uns wartet, wenn wir damit aufhören, mit den Schatten zu kämpfen, anstatt uns mit ihnen auf dem Weg der Liebe auszusöhnen. (23.08.12)

Jeder Mensch, der bewusst lebt, statt den Einflüsterungen des Wollen-Sollens zu folgen ist ein heilsames Energiezentrum in unserer Gesellschaft und genauso jedes Gespräch, das nicht zwischen Tür und Angel, eingeklemmt zwischen Terminen stattfindet, sondern in einem Rahmen, der Offenheit erlaubt, in dem das Geschenk der ungeteilten Aufmerksamkeit möglich wird. (23.08.12)

Aspekte eines Gespräches mit einem Patienten zum Thema "Ausgewogene Lebensgestaltung": 1. sich auch mal orientieren an anderen, die es lockerer angehen und trotzdem gute Resultate erzielen, 2. auch mal links und rechts des Weges schauen, 3. nur weil das Andere/Neue/Ungewohnte schwerfällt, ist es noch lange nicht unmöglich, erfordert einfach Übung wie beim Erlernen des Autofahrens oder einer Fremdsprache, 4. regelmäßige Pausen erhalten Leistungsfähigkeit aufrecht und schaffen Raum für neue Ideen, 5. Kraftreserven aufheben für ungeplant auftretende Anforderungen, 6. Gesamtziel in Zwischenziele aufteilen, auch mal zurückblicken und sich für Etappenerfolge belohnen, 7. das Unvorhersehbare abpuffern durch Einplanen von Extrazeit, 8. mehr Konzentration auf den Prozess und Inhalt der Arbeit und achtsamer Umgang mit Fristen (die nur in seltenen Fällen als absolut bindend betrachtet werden müssen und ansonsten schon ihren Wert als Orientierungsmarken entfalten), 9. auf das gegebene Projekt konzentrieren, anstatt parallel übermäßig an Folgeprojekte zu denken, 10. konstruktive Sicht auf gelegentliche selbstvergessene Hingabe: sich immer wieder mal punktuell für Sondereinsatz entscheiden, auch wenn man dabei bisweilen auch an seine Grenzen kommen mag (sich allerdings abgrenzen, wenn diese Bereitschaft zum außergewöhnlichen Engagement ausgenützt wird!!!), 11. wehrhafter sein in der Verteidigung des Privatraumes (z.B. Handy abschalten oder Sprechzeiten vereinbaren), 12. bewusste Prioritätenbildung, statt sich reflexhaft im Detail zu verlieren. (23.08.12)

Wir könnten so viel zufriedener sein, so viel mehr spielerische Leichtigkeit und Ruhe erleben, würden wir nicht so oft bestürmt durch mehr oder weniger direkte Behauptungen, wir wüssten und könnten noch nicht genug, hätten noch nicht genug erlebt oder geleistet, bräuchten noch mehr Garantien und Versicherungen, würden noch zu wenig darstellen, zu wenig besitzen. Wer uns mit solchem Mist bombardiert, ist entweder selber noch nicht in der eigenen Mitte oder hat ein Interesse daran, uns zu verunsichern, um Herrschaft über uns auszuüben oder uns Produkte anzudrehen. Wollen wir unseren Seelenfrieden kultivieren und schützen, dann tun wir gut daran, uns recht konsequent gegen diese Irritationen zur Wehr zu setzen, indem wir einen Bogen machen um die Düsen, aus denen der mit Glanz und Glitter getarnte Dreck kommt und indem wir einen eigenen Standpunkt mit Spielraum für Beweglichkeit entwickeln. Wie im Kampfsport können wir durch bewusste Aufmerksamkeit und geschmeidige Bewegungen die Attacken ins Leere laufen lassen und es uns hin und wieder auch einfacher machen, indem wir gezielt Orte des Friedens und der wohltuenden Gemeinschaft aufsuchen. (24.08.12)

Wenn Du in Deinem Leben das Gefühl hast, Dich zu sehr überwinden zu müssen zu Deiner Arbeit, wenn Du einen Mangel an Sinn und Motivation spürst, so kannst Du folgendes ausprobieren: nimm einen Stift und ein Blatt, frage Dich, welchem Zweck das, was gerde ansteht dient und vor allem, mit welchen Dir am Herzen liegenden Projekten es in Verbindung steht. Dann wandle Deine Einsichten in eine Zeichnung um und Du wirst vielleicht feststellen, dass Deine Energie schon wieder etwas freier fließt, wenn Du siehst, dass die Anforderungen der Gegenwart in einem Zusammenhang stehen mit den Werten, für die Du Dich in Deinem Leben engagierst, ganz unabhängig davon, dass auf dem Weg dorthin auch Abhängigkeiten, Anpassungen und Kompromisse in Kauf zu nehmen sind. Du erfreust Dich an der Schönheit des roten Fadens in Deiner Geschichte. Wenn Du Dir den Kopf darüber zerbrichst, ob Du Dein Privat- und Berufsleben nun auch wirklich optimal gestaltest, kann es sein, dass Du Deine Seele übermäßig an oberflächliche Detailfragen kettest und darunter leidest. Ich lade Dich dazu ein, zu erleben, wie befreiend es wirken kann, wenn Du bei näherer Betrachtung erkennst, dass Du auf einer tieferen Ebene an den unterschiedlichsten Orten, mit den unterschiedlichsten Menschen und in den unterschiedlichsten Tätigkeiten Deine zentralen Werte verwirklichen kannst. Es gibt so viele Wege, Deine Mission, Deine Berufung zu verwirklichen! (24.08.12)

Die Erfahrung zeigt, dass wir manchmal in den Zeiten der größten Verletzlichkeit und Verunsicherung gleichzeitig am offensten sind für Einsichten, die uns in Kontakt bringen mit der essentiellen Stabilität, die wir im Zentrum unseres Wesens, im Kern des Seins finden. Dann werden wir durchlässig und empfänglich für den belebenden Hauch der Freiheit, die gerne dort zu Besuch ist, wo gerade noch Tränen flossen. (24.08.12)

In der kognitiven Verhaltenstherapie ist es eine unserer Hauptaufgaben, unseren Patientinnen und Patienten dabei zu helfen herauszufinden, nach welchen Programmierungen, ungeprüften Annahmen, Mottos und Parolen sie bislang recht automatisch gelebt oder vielmehr funktioniert haben - manchmal wie Maschinen - ohne diese Kommandos bewusst hinsichtlich der Auswirkungen auf ihre Gesundheit zu hinterfragen. Dabei handelt es sich oft um Druck- und Angst-machende, tendenziell Gefühls-betäubende Devisen wie "Nur das Beste ist gut genug!" oder "Ein Indianer kennt keinen Schmerz!" oder "Nur wer 100%-ige Leistung ohne Fehler bringt und ständig versucht besser zu werden hat ein Recht auf Anerkennung und Liebe!". Es ist teilweise tragisch zu sehen, wie sich Menschen in Burnout, Angst, Depression, Partnerschaftskrisen, Schlaflosigkeit, Magengeschwüre, Herzinfarkt und andere Krankheitsbilder mehr hinein abstrampeln, um den Forderungen der inneren Antreiber-Anteile zu entsprechen, die oft zu verselbständigten Stellvertretern äußerer Einpeitscher geworden sind. Die Patientinnen und Patienten führen dann oft einen regelrechten Befreiungskampf gegen diesen absorbierten Schwachsinn und es ist faszinierend, solche Menschen beim Aufwachen und Erwachsenwerden zu begleiten. Leider ist seit der jüngsten Vergangenheit in vielen Unternehmen und Institutionen eine Tendenz zu beobachten, ihre Belegschaft mehr oder weniger offen dahin zu treiben, an ihre Grenzen zu gehen, mehr und mehr aus sich herauszuholen, meistens kaschiert durch eine ordentliche Portion Zuckerbrot in Form von Zulagen, Förderprogrammen, schickem Ambiente und flexiblen Arbeitszeiten, Schmankerln also, für die man dann aber bitteschön die entsprechende Gegenleistung erbringen soll. Zusammen mit der Angst vor Arbeitsplatzverlust oder zumindest Ansehenseinbußen innerhalb des Unternehmens ergibt sich so ein ungesundes Gebräu an unterschwelligen Erwartungen und subtilen Erpressungen, in dem Durchschnittlichkeit und Pflege des Bestehenden fast schon den Beigeschmack eines Tabus bekommt und Spitzenleistungen mit Einsatz von Leib und Seele in einen vermeintlichen Standard verwandelt werden, an dem sich alle ständig orientieren sollen. Einige Zeit lang mag das gutgehen, macht es wahrscheinlich sogar Spaß, ermöglicht durch den Reiz der Tätigkeit, die Illusion von Sicherheit, das Klingeln in der Kasse und die Dopaminausschüttung durch Applaus und Schulterklopfen. Fragwürdig wird es nur dann, wenn den unausgesprochenen, atmosphärisch wirkenden Verträgen weiter Folge geleistet und Raubbau am Organismus betrieben wird, zum langfristigen Schaden aller Beteiligten. (24.08.12)

Ich habe einen Riesen-Respekt vor all den Menschen, die in den schnelllebigen, effizienzorientierten Unternehmen und Institutionen von heute, inmitten all des Konkurrenzdrucks, achtsam und mutig und täglich neu das innere Orchester der unterschiedlichsten Werte und Bedürfnisse dirigieren und einen gangbaren Weg gestalten, um mit der Außenwelt in Einklang zu leben. Menschen, die sich für Arbeitgeber und Kunden mit Herzblut engagieren, ohne sich dabei selbst auszubeuten, ohne auszubluten, ohne unter der Oberfläche schleichend zusammenzubrechen, während sie nach außen hin noch mit wehender Fahne ihr Leben Profit und Tempo und Prestige hingeben. Ich bewundere die Menschen, die rechtzeitig genug die Courage aufbringen, zum weiteren Verrücken der Messlatte nach oben "Nein" zu sagen im Tausch für ein "Ja" gegenüber Familie, Freunden, sich selbst, einem naturverbundeneren, freudvolleren Lebe und, ja, auch im Interesse ihrer nachhaltigen Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz. Ich bewundere auch all die Verantwortlichen in Unternehmen und Institutionen, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Spielräume zugestehen in der Feinjustierung ihres Arbeitsstils, die sie lieber gesund sehen als getrieben vom Optimierungswahn und permanent an der Grenze des Machbaren, Verantwortliche, die den Mut dazu haben, herauszufinden, dass man auch und wahrscheinlich gerade so langfristig in der komplexen Welt von heute bestehen und ein besseres Morgen gestalten kann, reicher in einem menschlichen Sinne. (25.08.12)

Entscheidend ist nicht, in welchen Wohnungen oder Häusern wir wohnen und mit welchen Einrichtungsgegenständen wir uns umgeben. Entscheidend ist, ob wir in unseren Herzensbeziehungen, umgeben vom schwebenden Mobiliar unserer Lebenserfahrungen und im Licht unserer Werte eine Heimat finden. (28.08.12)

Wenn der beinahe oder ganz volle Mond vereinzelt segelnde Wolken küsst, werden wir zu Zeugen und Zeuginnen des zärtlichen Zusammenspiels von Nacht und Lichterglanz. (28.08.12)

Beziehungen haben wir nicht nur mit den Menschen, die unseren Namen und unser Wesen kennen, sondern auch mit jenen, die wir gern beobachten, besonders dann, wenn sich Blicke berühren. Lasst uns also achtsam durchs Leben gehen, denn durch unsere Haltung prägen wir das Klima auch des beiläufigen Miteinanders! (28.08.12)

In den späten Abend- und den frühen Morgenstunden unterwegs, in scheinbar halb entvölkerter Welt, zwischen Schlaf und Wachen weit ausholend in die Spielräume unserer Phantasie, dankbar für das leichteste Menschenflackern in unserer Nähe und ein helles Licht mit heißem Kaffeeduft. (28.08.12)

Wenn wir umziehen, dann bauen Fotos, Bilder und andere Gegenstände, die wir angesammelt haben, eine Brücke zwischen dem gewohnten Umfeld und dem neuen Lebensraum, dienen als Übergangsobjekte, genauso wie ein Kind auf Reisen gerne Kuscheltierte oder ein Schnüffeltuch mitnimmt. Sie repräsentieren als beispielhafte, greifbare Spiegel einen kleinen Teil des reichen Schatzes der in uns gespeicherten Erfahrungen, die wir immer bei uns hatten und gleichzeitig mit Menschen teilen können. Sie bilden den wesentlichen Stoff unserer persönlichen Lebensgeschichte. (28.08.12)

Wir mögen noch so viele Talente, Kenntnisse, Fähigkeiten und Interessen haben und brauchen doch auch ein geeignetes Umfeld, mit dem wir in Wechselwirkung treten können, um sie zum Ausdruck zu bringen. Im gesellschaftlichen Leben kann es sich dabei teilweise kränkend anfühlen, wenn man erlebt, dasss genauso oder weniger begabte Menschen mehr Resonanz erfahren, weil sie durch strategisches Geschick, Berechnung, Selbstvermarktung oder Zufallsglück Zugang gefunden haben zu Systemen, die ihrem Tun Requisiten, Bühne und Publikum zur Verfügung stellen und sie somit sichtbarer machen. (28.08.12)

Manchmal sind wir unseren innersten Möglichkeiten beim kühnen Tagträumen näher als während dienstbeflissener Pflichterfüllung. Zwischen uns und dem Land unserer unverwechselbaren Chancen befindet sich allerdings oft ein Graben der Angst und Selbstzweifel und nur wenige auserwählte Menschen, echte Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter werden Dir dabei helfen, diese Kluft zu überwinden. Den Graben bewältigen wir am besten mit einem entschlossenen Sprung, unsere Vision fest im Blick. Einige Menschen mögen uns bei diesen Pioniertaten belächeln. Sollen sie nur ... es ist alles Gesichtsmuskeltraining für ihr Staunen von morgen, wenn ihnen unser Neulandglück bewusst wird. (28.08.12)

Als Quelle der Visionen Deiner Zukunft kannst Du am besten erahnen, was alles in Dir steckt und was Du eines Tages bewirken wirst. Gratuliere Dir jeden Tag zum Glauben an Dich selbst und das Leben, genieße die Vorfreude auf die Früchte Deiner Schaffenskraft. Was jetzt noch als Kern im Boden schlummert, für viele unsichtbar, wird schon bald in ganzer Pracht erstrahlen, erfüllt von der Macht natürlichen, gesunden Wachstums. Behandle Dich selbst wie den, der Du in ein paar Jahren sein wirst und Du hast schon den halben Weg zum Ziel geschafft! (29.08.12)

Der Blick in den Himmel und zu den Sternen verschafft uns selbst in der quirligsten Großstadt Zugang zu einem Stück allgegenwärtiger Wildnis. (29.08.12)

Am größten ist unsere Schaffenskraft, wenn das Interesse an einem Thema aus uns selbst heraus und mitten im Leben entsteht. Dann kristallisiert sich die Überschrift aus den Erfahrungen heraus. In einem nächsten Schritt können wir uns zu dieser lebensbasiert gefühlten Überschrift weiterführende Gedanken machen und mit anderen Menschen dazu ins Gespräch kommen. Das ist die natürliche Dynamik der Selbsterfahrung im Wirkungsfeld des Seins. (29.08.12)

Die größtmögliche Wertschätzung für unsere Lebenserfahrungen mit anderen Menschen, an ausgewählten Orten und in einem bestimmten Tun zeigen wir, wenn wir auch dann noch Dankbarkeit empfinden, wenn diese Menschen nicht mehr in unserer Nähe leben, die Erreichbarkeit der ganz besonderen Orte erschwert oder unmöglich ist und sich die Schwerpunkte unseres Tuns verlagert haben. (29.08.12)

Uns wurde die Freiheit geschenkt, einander unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe, Religion und Weltanschauung, Bildung, Beruf, Einkommen und Freizeitinteressen von Mensch zu Mensch zu begegnen. Manchmal mag es so wirken, als wären die Unterschiede unüberwindbar, als würden die mit Klebestreifen etikettierten Schubladen klemmen, doch kann es eine Brücke bauen, wenn wir uns vor Augen führen, dass unser Gegenüber sich nicht alle Aspekte seines Lebensstils bewusst ausgesucht ist, in vielerlei Hinsicht einfach auch Spiegel seiner Prägungen ist. Unter all diesen Anpassungsleistungen schlummert immer auch eine unverwechselbare Persönlichkeit, die noch einzigartiger ist als die Kleidung der Individualität, ein Kern, der diesen Menschen gleichzeitig in Resonanz mit dem ganzen Sein schwingen lässt. Um auf dieser Ebene miteinander in Kontakt zu kommen, brauchen wir nur wenige, dafür aber unbezahlbare Zutaten: Bewusstsein, Zeit, Aufmerksamkeit und ein großzügiges Verständnis von Liebe. (30.08.12)

Wenn wir weitestgehend frei geworden sind von Angst, Neid, Besitzstreben und Egozentrismus, dann haben wir es im wesentlichen Karrierebereich unseres Lebens, im Bereich des seelischen Wachstums, "bis ganz nach oben" geschafft und der Weg zu den Sternen ist frei. (30.08.12)

Im Beruf eine Rolle zu spielen ist so lange kein Problem, wie diese Rolle schon immer Teil des Repertoires unserer Neigungen und Interessen war. Die einzige Anstrengung besteht dann darin, diese Facette unseres Selbst vielleicht etwas zu stark für unseren Geschmack in den Vordergrund zu stellen. Riskant wird es erst dann, wenn wir etwas vorgaukeln, was wir nicht oder so gut wir gar nicht sind, uns damit innerlich zerreißen. Vielleicht schaffen wir es eines Tages, diese neue Rolle perfekt zu spielen. Doch ist das dann eine Errungenschaft? Dann verkommt unser Berufsleben zur puren Show, wir entfernen uns mehr und mehr von uns und Entfremdung droht. Wenn wir uns nach langer Zeit einbilden, die Rolle "zu sein", dann kann das nur geschehen um den Preis des Vergessens, wer wir ursprünglich mal waren oder hätten werden können. Wie viel reizvoller es doch ist, die Herausforderung anzunehmen, sich selbst treu zu bleiben und Aufforderungen zur Anpassung stets achtsam und mit gesunder Distanz zu sehen. Anpassung ist dann gesund, wenn sie bewusst erfolgt und frei von Angst. (30.08.12)

Konflikte zwischen Menschen können entstehen, weil sie unterschiedliche Maßstäbe anlegen, weil ihr Bezugssystem ein anderes ist. Dabei müssen die Differenzen gar nicht so groß sein, damit Spannungen aufkommen. Die Diskrepanz in den Standards kann zudem unbewusst sein. Nehmen wir als Beispiel die Zeitmessung. Wenn ich in eine Kantine oder ein Geschäft mit bestimmten Öffnungszeiten gehe, ist es denkbar, dass meine Uhr etwas nachgeht oder die Uhr im Laden etwas vor. Im ersten Fall fühle ich mich bei ungenügender Prüfung der Konfliktursache vielleicht zu Unrecht angemault, im zweiten Fall ärgert sich das Personal an der Essensausgabe eventuell über meine vermeintliche Unpünktlichkeit und beklagt die Überstrapazierung des Entgegenkommens. Denkbar ist natürlich auch, dass dem Kriterium der Pünktlichkeit in dieser Situation keine so große Bedeutung beigemessen wird und somit das Konfliktpotential durch falsch gestellte Uhren nicht zur Entfaltung kommt. Konflikt erfordert also Differenzen und Bewertung der erkannten Differenzen als störend, zumindest von einer Seite aus. Wir stellen unsere Uhren und genauso stellen wir uns seelisch ein auf Wertesysteme. Dabei ist nicht das eine oder andere von vornherein richtig oder falsch. Es muss stets in seinem Kontext gesehen werden. Wir wachsen in so vieles hinein und neigen dazu, es einfach deswegen gut zu finden, weil wir es gewohnt sind und weil eine Veränderung anstrengend wäre. Dass es an der Ostküste der USA 6 Stunden früher ist, das ist kein Fehler, sondern eine sinnvolle Anpassung an die Gegebenheiten des Planeten. Es wäre Unfug, darüber zu streiten, weil der gemeinsame Bezugspunkt die Akzeptanz der Naturgesetze, der Wechselwirkung zwischen Erdrotation und Lichteinfall ist. In anderen Themenbereichen des Lebens kann es natürlich viel schwerer fallen, den Konflikt aufzulösen, da der gemeinsame Bezugspunkt nicht oder noch nicht zu erkennen ist. So ist es ein trauriges Phänomen, dass sich immer noch viel zu viele Menschen als konkurrierend und die persönlichen Besitzstände bedrohend wahrnehmen, anstatt sich auf die im Grunde genommen offensichtliche Tatsache zu besinnen, dass wir alle Bewohnerinnen und Bewohner desselben Planeten sind, den wir für unsere Existenz und die Existenz der nächsten Generationen brauchen und den es zu schützen gilt, dass die Ressourcen allen gehören. Zurück zum Beispiel der Uhren: selbst wenn man in derselben Zeitzone lebt und alle Uhren akkurat gestellt sind, heißt das noch lange nicht, dass damit diesbezüglich alle Spannungsquellen aus der Welt sind. Mit der Uhr wird nämlich nur ein Aspekt von Zeit gemessen und es kann sein, dass einer der beteiligten Personen die numerischen Zeiteinheiten lange nicht so wichtig sind wie die gefühlten. Für die eine Person kann pünktlich erscheinen bedeuten auf die Sekunde genau, für die andere plus minus fünf Minuten und für wieder eine andere dann, wenn gefühlsmäßig die Zeit reif ist. Um Konflikte zu erkennen und auszuloten, ob statt bloßer Angleichung und (Pseudo-)Harmonisierung der Einstellungen ein Respektierten und Nachvollziehen unterschiedlicher Gewichtungen, Begriffsverständnisse und Bezugssysteme zum Miteinander beitragen kann, statt die Differenzen vorschnell als unerträgliche Provokation oder unüberwindbare Kluft zu betrachten, dafür müssen die Differenzen zunächst mal registriert und angesprochen werden, bevor sie unter der Oberfläche ihr Unwesen treiben, ihr schleichendes Gift verströmen und dann zu Frustration, Aggression und Entfremdung führen. Das offene Thematisieren mag schwierig sein, doch es bietet allen Beteiligten die Chance, ihren Horizont zu erweitern, Missverständnisse aufzuklären, Engstirnigkeiten zu lockern, Unterschiede kreativ zu integrieren, ja vielleicht sogar wertzuschätzen sowie die Kunst und Tugend der Akzeptanz zu üben. (31.08.12)

Zu erleben, wie Menschen über die Grenzen eines Tisches, über die Fixierung auf den privaten Kreis hinweg miteinander ins Gespräch kommen ist wie die Vorschau auf eine Gesellschaft, in der Gemeinschaft und Aufgeschlossenheit wichtiger werden als ängstliches Kreisen um die eigene Position und die Aufrechterhaltung von Mauern und Zäunen. (31.08.12)

Anfangs kann es belastend wirken, den Stein eines schweren, persönlich wichtigen Themas in die Hand zu nehmen, wir sind in Versuchung nicht hinzuschauen und ihn liegenzulassen, doch nach einiger Zeit stolpern wir wieder drüber. Dann heben wir den Stein auf und merken, dass dies zwar anstrengend ist, gleichzeitig aber auch eine Last von uns weicht, in den Stein fließt und wir erleichtert sind, wenn wir ihn wieder absetzen, dort, wo er uns nicht mehr im Weg ist. (01.09.12)

Die Angst ist immer nur ein Anteil von uns, doch die Angst ist nie identisch mit uns, auch wenn sie uns das vielleicht manchmal einzureden versucht. Ihr das Ruder zu überlassen ist genauso schädlich wie das Bemühen, sie zu verdrängen durch einen aufgeblähten, pseudo-selbstsicheren Anteil. Wenn dieser nämlich durch Rückschläge in die Krise kommt, erobert sich die Angst ihr Territorium schnell zurück und selbst in vermeintlich guten Zeiten ist ihr Gegendruck immer bedrohlich zu spüren. Am besten ist wohl die Koexistenz wie in einer Wohngemeinschaft. Hier gehört die Angst dazu, doch ihr wird nur ein kleines Zimmer zugewiesen. Der Großteil des Raumes wird erfüllt von Gelassenheit, Mut und Werteorientierung. Hin und wieder ist die Angst auch ein gern gesehener Gast im Gemeinschaftsbereich, da alle mittlerweile erkannt haben, dass die Angst im Grunde genommen nur eine gesunde Vorsicht oder ungeklärte Fragen zum Beispiel hinsichtlich des Sterbenmüssens zum Ausdruck bringt, wenn auch oft übertrieben und verallgemeinernd. In dieser Wohngemeinschaft der Anteile wird immer klarer, dass man sich mit der Angst am besten arrangieren kann, wenn man aufhört, sie zu bekämpfen, wenn man sie gelegentlich zur Kenntnis nimmt, rauszuhören versucht, was sie einem sagen will und sich dann wieder dem widmet, was einen begeistert, was dem eigenen Leben Sinn verleiht. (01.09.12)

Aufwühlende Gefühle gehören zum Konzert des Lebens wie ein gelegentlicher Paukenschlag. Problematisch wird es nur, wenn er zu oft erklingt und die anderen Instrumente übertönt oder wenn er Erinnerungen wachruft an einen Tag, wo er einen in einem dunklen Raum erschreckte. Es ist natürlich, wenn wir dann auch später beim Klang der Pauke zusammenzucken, doch ist dies noch lange kein Grund, dieses Instrument zu verbannen. Schnell würden wir merken, dass etwas fehlt, dass die Melodie irgendwie zu flach geworden ist und dass mit der Pauke vielleicht auch leisere Töne wie der Triangel-Spieler abgewandert sind. Lassen wir also auch diese Teile der Lebensmusik zu und finden wir heraus, dass wir uns an ihre Gegenwart gewöhnen können, ja sie nach einiger Zeit vielleicht sogar wertschätzen. (01.09.12)

Übertriebene Angst ist wie ein Winkeladvokat vor Gericht, der durch windige Indizien und raffinierte Rhetorik  zu beweisen versucht, dass etwas Schlimmes passiert ist und extreme Maßnahmen zu ergreifen seien, damit eine Wiederholung ausgeschlossen ist. In einer Wohnsiedlung lag ein Messer auf dem Boden ... keine Frage, ein Mörder ist unterwegs und nun sollen überall Überwachungskameras aufgestellt werden oder besser noch: Ausgehverbot nach Einbruch der Dunkelheit. Wenn sich ähnliche bizarre Verhandlungen in einem abspielen, vielleicht zum Thema Arbeit, Gesundheit, Partnerschaft, so tun wir gut daran, zwischen Vermutungen, Phantasien und Tatsachen zu unterscheiden und uns zu überlegen, ob die vorgeschlagenen Maßnahmen für vermeintliche Sicherheit nicht letzten Endes eine Bedrohung unserer Freiheit und unserer Bereitschaft zu vertrauen bedeuten würden. Die Angst sollte also niemals das letzte Wort haben. (01.09.12)

Wir können es wohl leichter akzeptieren, dass eine nahestehende Person uns durch überraschend veränderte Lebensschwerpunkte vorübergehend fremd wird, wenn wir auch bei uns selbst gewisse Obsessionen kennengelernt haben. Diese ließen uns vielleicht im Nachhinein den Kopf schütteln, hatten zur Zeit ihrer Regentschaft jedoch durchaus ihren Sinn und kaum jemand hätte uns davon abbringen können. So gelingt es uns eher, die experimentellen Phasen unserer Mitmenschen als wichtigen Teil ihrer Entwicklung anzunehmen. (10.09.12)

Wenn wir den Mut haben, uns auch mit den schwierigen Kapiteln unseres Lebens  aktiv auseinanderzusetzen, dann können wir die Bestandteile sortieren, zusammenfügen und zu etwas Handhabbarem umwandeln. Wenn wir allerdings versuchen, vor ihnen zu fliehen, holen sie uns früher oder später ein, werden uns zu Stolperfallen oder schwirren um unseren Kopf, uns den Blick versperrend. Wir jedoch sind nicht davongerannt und können das vorher nur Angstmachende greifen, spüren das Gewicht, die Last und haben gleichzeitig die Chance, diesen Teil unserer Geschichte nun in die andere Waagschale unseres Lebens zu legen, ein Teil von uns, aber nun auf größerer Distanz. So erleben wir auf der Seite der Daseinsbejahung einen Aufstieg, mitermöglicht durch das Annehmen der bleiernen Nachtseiten, durch die wir hindurchgegangen sind und uns dadurch erleichtert haben. (13.09.12, siehe auch 01.09.12)

Spannungsabfuhr durch exzessives Essen oder Einkaufen ist ein Selbstbetrug mit Teufelskreischarakter. Nur für kurze Zeit füllen wir damit die innere Leere, die ja in erster Linie eine seelische ist. Der Stoff, den wir uns einverleibt haben, verwandelt sich dann schnell in Ballast und in ein weiteres Indiz für das unterschwellig negative Selbstbild, dem wir durch die zügellose Selbstverwöhnung entkommen wollen, das wir paradoxerweise aber eben dadurch erneut bestätigen und verfestigen. Was sind also Wege der Selbstfürsorge, die sich nicht schon nach der ersten Kurve im Dickicht verlieren oder in den Abgrund münden? Nehmen wir uns die Zeit, abseits der ausgetretenen Pfade Neuland zu entdecken und vor dem Lossprinten erst mal ein inneres Gespräch mit uns selbst zu führen, uns zu fragen, was wir im Grunde unseres Herzens wünschen, wohin die Reise gehen soll, mit welchen Entscheidungen wir auch im Übermorgen noch einverstanden sein werden und uns damit in einem ganzheitlichen Sinne einen Gefallen tun. (13.09.12)

Durch all die Erlebnisse, die wir mit unserer Wohnung verbinden, die uns dort zuteil wurden, die wir hier vorbereitet haben und nachwirken ließen, durch die Gegenstände, die wir in den Kapiteln unserer Lebensgeschichten gefunden und dort gesammelt haben, ist dieser Raum wie ein Projektor unserer Biographie, wie ein greifbarer Spiegel unseres Selbst. Der Umzug, das Sortieren und Packen unserer Sieben- oder Siebentausendsachen wird so auch ein Streifzug im Zeitraffer über unsere Erlebnis- und Reifungslandschaften, fordert uns mit sanftem Druck zum Bilanzieren auf, ja auch zum Abschiednehmen von Anteilen unserer Persönlichkeit, die womöglich überholt geworden sind und gibt uns auch die wertvolle Chance zum dankbaren Rückblick sowie zum Tanz mit der Aufbruchstimmung. Wir können uns auf einen Wirbelwind der Gefühle einstellen. Mal fühlen wir Erleichterung angesichts des Ausmistens, mal sind wir in der Konfrontation mit dem Besitzballast schockiert, mal fragen wir uns unruhig, ob uns seit dem Einzug wesentliche Fortschritte in der Selbstentwicklung gelungen sind, mal spüren wir Trauer, wenn wir sehen, wie sich die Regale leeren und es ein bisschen so ist, als würden wir die Wohnung des verstorbenen früheren Ich ausräumen. Jede Wohnung ist wie eine bunte Blüte mit Blättern aus den Jahren unseres Lebens, ist Landeplatz für die Schmetterlinge der Erinnerung und wenn wir gehen, wird diese Blume ein buntes Bild der Vergangenheit, das wir in uns tragen auf dem Weg zu neuen Gärten. (17.09.12)

Vielleicht fühlen wir uns inmitten kreativen Schaffens auch deswegen getragen vom Fluss des Lebens, weil wir dadurch eine Ahnung der Kräfte verspüren, die den Kosmos entstehen ließen und weiter gestalten. (27.09.12)

Umziehen ist ein bisschen wie Abschiednehmen von einem Raumschiff, mit dem man eine Zeitreise durch Kapitel der eigenen Lebensgeschichte unternommen hat, neue Welten in sich und der Galaxie der Beziehungen entdeckend. (28.09.12)

Angesichts der Unermesslichkeit des Universums kann eine Tendenz aufkommen, die eigenen Anstrengungen auf Erden als vergleichsweise bedeutungslos einzustufen. Dabei ist es doch eher so, dass die unvorstellbaren Dimensionen des Kosmos die Beurteilung anhand von Kriterien wie Größe und Entfernung ohnehin irrelevant machen. Dieser gigantische Raum kann uns dazu inspirieren, uns nicht mehr anhand oberflächlicher Maßstäbe zu vergleichen, sondern vielmehr auf Qualität und Intensität zu achten. Welche Bedeutung haben für mich denn ferne Galaxien, wenn ich in den Augen eines anderen Menschen das Fenster zur Essenz des Seins sehen kann, wenn ich durch die Innenschau eine Ahnung von der allumfassenden Seele verspüre? Die Wunder des Universums werden auf unseren Planeten projiziert wie auf eine Leinwand der Schöpfung. Die Bedeutung irdischer Ambitionen zu relativieren macht meines Erachtens nur Sinn im Hinblick auf Dinge wie Gebäude und Maschinen, die nicht geeignet sind als letzte Ziele unseres Lebens, die dann zu falschen Götzen würden, die ihren Sinn nur dann entfalten, wenn sie als Hilfsmittel dienen auf dem Weg des Fühlens und Verstehens. (29.09.12)

Das Wesen essentieller Wahrheit gleicht einem Regenbogen: trotz der Illusion der Stofflichkeit ist sie kein verfügbarer Gegenstand, hat keinen festen Ort, kann von niemandem in Besitz genommen und verwaltet werden. Sie ist eine permanente Möglichkeit, die sich in Wechselwirkung mit den Elementen hin und wieder offenbart, in der Begegnung von Licht und Schatten, als Begleiterin des Wachstumsregens, als Geschenk für aufmerksame Sinne. Das persönliche Erleben überstrahlt bei weitem jegliche Beschreibung und Erklärung. (30.09.12)

Es ist eine große Herausforderung, sich über Transzendenz, also die Wirklichkeit jenseits der irdischen Erlebniswelt zu unterhalten. Obgleich wir Signale aus dieser Sphäre erhalten und deuten können, ist ihr Ursprung nun halt eine andere Dimension und es liegt in der Natur unbekannter Dimensionen, dass wir sie uns nicht oder nur sehr schwer vorstellen können. So wäre es eine grobe und irreführende Vereinfachung, sich "ewiges Leben" als im herkömmlichen Sinne zeitlich unbegrenzt vorzustellen. Warum sollte in Dimensionen, die über die für uns erfahrbaren Naturgesetze hinausgehen, so etwas wie Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Monate, Jahre, Jahrhunderte, Jahrtausende, Jahrmillionen, Jahrmilliarden, Jahrbillionen, etc. eine Rolle spielen? Was wäre dann wirklich neu? Und mal ganz davon abgesehen ... wer würde es wirklich als Geschenk empfinden, Jahrbillionen zu leben, zumal das, gemessen an zeitlicher Unendlichkeit, nur ein Sandkorn im Universum wäre, wobei selbst dies eine Untertreibung ist. Somit macht es wohl mehr Sinn, davon auszugehen, dass sich "ewig" auf eine faszinierend neue Qualität von Existenz, auf eine unvorstellbare Intensität bezieht, in der bisherige Annahmen über Individualität, Dauer und Entfernung an Bedeutung verlieren, um Raum zu schaffen für etwas Umfassendbefreiendes. (02.10.12)

Durch die Wahl des Erfolgskriteriums entscheiden wir maßgeblich, ob wir zufrieden sind oder unzufrieden. Messe ich ein Ergebnis in Zahlen, geht es mir um Quantität, kann die Bilanz frustrierend ausfallen. Achte ich hingegen mehr auf Qualität, Intensität und Nachhaltigkeit, sehe ich in derselben Lebenslage deutlich mehr Fortschritte und Perspektiven. (03.10.12)

Das Schöne am Werben ist, dass es mich in Kontakt mit den Menschen bringt und mir zum Anreiz wird, Klarheit zu gewinnen, was meine Botschaft ist, wie die Bedürfnisse meines Gegenübers beschaffen sind und welcher Weg geeignet ist, um eine Brücke zu bauen. (03.10.12)

Die Bezeichnung der Weltmeere mit Namen kann über die Tatsache hinwegtäuschen, dass sie alle miteinander verbunden sind und den umfassenden Ozean bilden, dessen Quellgebiet die Flüsse sind, die durch unsere Alltagswelt strömen. Ja und selbst der geheimnisvolle Ozean, der über seine Oberfläche in den Himmel verdunstet, ist eingebettet in ein noch größeres Ganzes, ist Foyer des Kosmos. (05.10.12)

Im großen, zeitlosen Zyklus von Werden und Verwandlung sind wir Menschen wie Regentropfen im freien Fall durch den Himmel, aus dem Ozean kommend, zurückfließend in diesen, mit allen anderen in der Essenz vereint durch Herkunft, Weg und Ziel. (06.10.12)

Genauso wie die begrifflich künstlich getrennten Meere Teil des weltumspannenden Ozeans sind, können auch die Religionen als menschlich mitdefinierte Ausdrucksformen der zugrundeliegenden, natürlichen Spiritualität gesehen werden. (06.10.12)

Der Ozean, die Wiege des Lebens, ist unbegrenzt, horizontal und vertikal. Der Ozean ist immer und überall. (06.10.12)

Der beste Weg zur Erkenntnis ist nicht die Lehre, sondern das Erlebnis. Kein anderer Mensch sollte sich anmaßen, die "Wahrheit" zu definieren und Gott zu spielen oder im Namen dieser Kraft zu sprechen. Alle Worte bleiben Gedankenspiele und bloße Annäherung an das Mysterium. Alle darüber hinausgehenden Ansprüche sind Ausdruck von Hybris, Machtbesessenheit, Naivität oder mangelnder Ungewissheitstolernaz. Weil menschlich, sind sie verzeihlich, bleiben jedoch unterhalb unserer Entwicklungspotentiale. (06.10.12)

Ein Strahlen, das einer tiefen Liebe zum Leben, einem Hochgefühl des Seins entspringt, das sich auch nährt aus einer guten Partnerschaft mit uns selbst, das wir ohne Berechnung in unsere Umwelt hinaussenden, wird auch unsere Mitmenschen berühren und wird ein Echo auslösen, das uns noch weiter bestärkt, auch wenn dies nicht Ziel und Absicht war. (07.10.12)

Wenn wir mit Begeisterung von unseren Projekten und Visionen erzählen, können wir nicht davon ausgehen, immer auf Zuspruch und Ermutigung zu stoßen. Gelegentliche kritische Bemerkungen können ja durchaus hilfreich sein und dafür sorgen, dass wir Maß und Ziel im Auge behalten. Die Skepsis unseres Gegenübers kann teilweise auch auf den abhandengekommenen Glauben an die Macht der Eigeninitiative zurückzuführen sein, vielleicht auch auf die Abwehr des Schmerzes, der entstehen kann, wenn ein Mensch an ungelebte eigene Träume erinnert wird. (07.10.12)

Genauso wie die Farben durchs Licht kommen wir als Menschen erst durch intensives Erleben und Beziehungen voll zum Leuchten. Durch Wechselwirkung mit unserem Gegenüber entsteht etwas Neues, so wie Blau auf goldenem Boden von einem grünen Strahlen umgeben wird. Erst durch das Miteinander entsteht der Zauber des Regenbogens. (07.10.12)

Obwohl teilweise unangenehm oberflächlich, stellt die relativ einheitliche, kulturübergreifende Interpretation von Gesichtsmimik eine Art von Universalsprache dar. (08.10.12)

Es gehört zu den Minidramen der Kulturgeschichte, dass die bedeutendsten Kunstwerke oft nicht um ihrer selbst willen erkannt werden, sondern erst nach Legitimierungsspielchen seitens eines selbsternannten deutungshoheitlichen Instituts. Emanzipation der Gesellschaft bedeutet also auch, dass sich Menschen früher und vehementer auf ihre eigenen, autoritätsunabhängigen Empfindungen verlassen. (09.10.12)

Wissen kann auch Wut und Traurigkeit mit sich bringen, etwa wenn man erkennt, dass unser Lebensstil Menschen in anderen Teilen der Welt hungern und sterben lässt. Ein Beispiel dafür ist die Nahrungsmittelspekulation durch Großbanken wie Deutsche Bank und Commerzbank. Sie wäre zu unterbinden durch eine Gesetzesänderung, doch die aktuelle Regierung handelt nicht. Was wir tun können? Bankwechsel, andere Produkte kaufen, Bücher von Jean Ziegler etc. lesen. (14.10.12)

Menschen haben beim Schlachten von (anderen) Tieren oft auch deswegen wenig Skrupel, weil sie sich irgendwie überlegen fühlen, auf einer höheren Stufe von Bewusstsein ... und das, obwohl sie noch nie fühlen und wahrnehmen konnten wie beispielsweise ein Delphin oder ein Schwein. Wahrscheinlich sind uns viele Tiere in einigen Punkten weit voraus. Es ist nicht auszuschließen, dass eines Tages eine andere Spezies auf unserem Planeten landet. Was, wenn es sich um Lebewesen handelt, die es geschafft haben, mit ihrer Umwelt in Einklang zu leben, die nicht mal im entferntesten auf den Gedanken kämen, die Natur auszubeuten oder einander zu übervorteilen, zu schaden oder gar umzubringen, die mit ihrer Umwelt mitfühlen als wäre sie ihr eigenes Kind? Was, wenn diese Spezies uns Menschen deswegen als verhältnismäßig primitive Kreaturen einstufen würde, als geeignet für Züchtung, Einsatz als Nutztiere und womöglich sogar zur Schlachtung? Was, wenn diese Spezies argumentieren würde, dass sie durch solche Maßnahmen die "Menschheit" sogar vor der Selbstausrottung schützen kann? Es bleibt zu hoffen, dass die Besucher stattdessen Mitgefühl aufbringen und Wege finden, uns ihr fortgeschrittenes Bewusstsein zu vermitteln. Welche Konsequenzen könnten wir aus diesem Gedankenexperiment ziehen im Hinblick auf unseren Umgang mit Tieren, im Hinblick auf unser Konsumverhalten und unser Selbstbild? (15.10.12)

Sobald wir uns längere Zeit leidenschaftlich auf ein schöpferisches Werk einlassen, stehen die Chancen gut, dass wir bisher verborgene Zusammenhänge erspüren, manchmal sogar erkennen und unserer eigenen, ursprünglichen Natur näher kommen (16.10.12)

Es ist nicht in erster Linie die gläserne Oberfläche des Spiegels, die das Phänomen ermöglicht, an dem wir uns erfreuen, sondern die Schicht im Hintergrund. Das Essentielle bleibt verborgen, während es uns dazu einlädt, uns selbst tief in die Augen zu sehen, uns anzulächeln und dann guten Mutes hinauszugehen in die Welt. (16.10.12)

Um wirklich klar sehen zu können, müssen wir manchmal unser Lebensgebäude verlassen oder zumindest das Fenster öffnen, den gewohnten Ort aus neuer Perspektive von außen betrachten und ... schließlich ... zum Lappen greifen, um die Scheibe zwischen uns und der Welt gründlich zu putzen, auf dass wir den Staub der Trägheit und alltäglichen Geschäftigkeit nicht mit der Wirklichkeit an sich verwechseln. (16.10.12)

Ich möchte den Versuch unternehmen,  in einigen Stichpunkten wichtige Faktoren psychischer Gesundheit und eines erfüllten Lebens zu skizzieren: 1. Werteorientierte Hingabe an eine freiwillig gewählte Aufgabe, die den reinen Eigennutz übersteigt, mit Akzeptanz persönlicher Grenzen und einer der Welt innewohnenden Tendenz, skeptisch und träge auf Veränderungsimpulse zu reagieren (wirkt als Burnout-Prophylaxe). 2. Bereitschaft zum Perspektivenwechsel dahingehend, dass ich vorsichtig damit bin, über andere Menschen zu urteilen und mir immer wieder vor Augen führe, dass ich mit derselben Veranlagung, derselben Lebensgeschichte und demselben sozialen Umfeld womöglich ähnlich handeln würde oder es in meiner eigenen Biographie vielleicht sogar schon getan habe. 3. Eine gute Partnerschaft mit mir selbst pflegen, was sich in stabilem Selbstwertgefühl und Zugang zu inneren Zufriedenheitsquellen zeigt. 4. Herzliche Beziehungen mit anderen Menschen aufbauen und lebendig halten und dabei auf der Basis eines gemeinsamen Nenners auch Unterschiede und Auseinandersetzungen zulassen, im Idealfall auch als Entwicklungsanreiz sehen. 5. Auch fremden Menschen gegenüber, die nicht zum "innersten Kreis" gehören und von denen ich nicht anderweitig "profitiere" immer wieder mal Gesten der freundlich zugewandten Aufmerksamkeit und des Mitgefühls zeigen und damit das soziale Klima in der Weltgesellschaft verbessern. 6. Meine Sinne für bewusstes Genießen, für die Schönheit der Natur öffnen und mit dafür Zeit nehmen. Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens kultivieren. 7. Die Möglichkeit der Geborgenheit in einer allumfassenden, bedingungslosen Liebe in Betracht ziehen, des Eingebettetseins in eine Dimension des Seins, die von Zeit und Raum unabhängig ist, was die Angst vor dem Tod verringert und mich weniger davon abhängig macht, die Gedanken an die Vergänglichkeit zu vermeiden, mich in Zerstreuung zu flüchten. Die Vergegenwärtigung der Begrenztheit irdischen Lebens steigert meine Wertschätzung für jeden Augenblick und das Erspüren transzendenter, nicht logisch verständlicher Existenzweisen schenkt mir die tröstende Vorstellung, dass die Reise weitergeht, selbst wenn ich noch nicht genau weiß, wohin. (17.10.12)

Das Licht der Gegenwart und der angehäufte Ballast des Gestern kann miteinander in Wechselwirkung treten, so dass die Schatten der Vergangenheit in unsere heutige Lebenswelt projiziert werden. Wenn sie uns ganz in ihren Bann ziehen durch die aufwühlenden Erinnerungen, die sie wachrufen, wenn sie irritierend auf der Tür in neue Möglichkeitsräume flackern, können sie uns davon abhalten, wichtige Entwicklungsschritte zu tun. Durchschauen wir sie als die Nachhallphänomene, die sie sind und verwechseln wir sie nicht länger mit der Realität, dann gehen wir durch die unangenehmen Gefühle hindurch, nehmen die Klinke mit festem Griff und gehen zuversichtlich über die Schwelle und merken befreit, dass Gedanken und Gefühle uns nicht davon abhalten können, das zu tun, was wir als persönlich wertvoll erkannt haben. (18.10.12)

An diesem außergewöhnlich milden Herbsttag hatte ich das Gefühl, die ganze Region wäre ein riesiger Ozeandampfer, der die Nacht über in südliche Gefilde gefahren ist, uns zu tragen ins Reich der mediterranen Meeresbrisen. (18.10.12)

Eine der letzten Bastionen der Ursprünglichkeit und unverfälschten Lebenslust ist unsere Freude an der Nacktheit. Während Menschen in anderen Bereichen oft dazu neigen, anzunehmen, sie müssten noch mehr darstellen, noch mehr haben, noch mehr Fassade um sich herum aufbauen, um interessant zu sein, wird die Erfüllung der puren Liebesbegegnung - frei von Fitnessneurosen und Jugendwahn - gesteigert durchs nichts-dazwischen und befreiende sich-selbst-genügen-Vergnügen. (20.10.12)

Beim Kaffeetrinken denke ich mir manchmal, wie erstaunlich es ist, dass wir uns daran gewöhnen, ein eher bitteres Getränk köstlich zu finden ... nur wegen der Wirkung, die der Kaffee entfaltet oder dem Mythos, der um ihn herum entstanden ist? Passt er vielleicht gut zum Aroma, den das Leben bisweilen in manchen Bereichen hat? Es soll ja vorkommen, dass der komplizierte Beigeschmack so mancher Situationen auch belebend wirken kann. (22.10.12)

Eine wichtige Quelle der Zufriedenheit sprudelt aus den Fortschritten, die wir in persönlich bedeutsamen Bereichen erzielen. Es kann sein, dass sich das Erfolgsniveau dabei stetig anhebt. Wir tun uns einen großen Gefallen, wenn wir unsere Erwartungen nicht unbegrenzt weiterwachsen lassen, sondern uns darin üben, uns an dem schon Erreichten zu erfreuen. Dazu trägt auch bei, wenn wir nicht nur die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit in den Blick nehmen, wenn wir stattdessen auch daran denken, wo wir ursprünglich begonnen haben und was sich seitdem alles verändert hat. Mit einem gewissen Abstand verändert sich auch der Maßstab für die Bewertung unserer Errungenschaften. Wenn in einem bestimmten Zeitfenster zum Beispiel 100 zum Durchschnittswert geworden ist, verändert sich die Skalierung und ein Zuwachs von 20 erscheint vielleicht vernachlässigbar gering und ein Sinken auf 80 als Problem. Vergrößere ich die zeitliche Perspektive, fällt mir womöglich wieder auf, dass der Gesamtmittelwert bei 50 oder darunter liegt, verglichen damit die Erfolge der letzten Zeit alle sehr hoch angesiedelt sind und vorübergehende Einbrüche nichts an der positiven Tendenz verändern. Überblick und Dankbarkeit können Ruhe und Kraft schenken. (25.10.12)

Wenn wir uns über einen längeren Zeitraum hinweg in eine faszinierende Materie vertiefen, werden wir bestimmt viel erleben und entdecken, laufen aber auch Gefahr, andere wichtige Bereiche aus dem Auge zu verlieren, ja womöglich sogar, uns im Detail zu verlieren. Natürlich braucht es eine Weile, um herauszufinden, ob es nicht gerade das Abdriften vom ursprünglich geplanten Weg war, das unserem Leben eine wichtige neue Richtung gegeben hat. Das Risiko der Weltflucht, des Eskapismus, der Entfremdung vom Bisherigen bleibt jedoch. Ein bisschen kann man das vielleicht vergleichen mit einer Reise, auf der wir so intensiv in die neue Kultur eintauchen, dass wir das Gewohnte fundamental in Frage stellen, das Schiff, den Zug oder den Flug nach Hause verpassen und schließlich Probleme damit bekommen, uns wieder in den Alltag zu integrieren. Es ist ein schmaler Grat zwischen Reiz und Verhängnis und in den seltensten Fällen ist Auswandern die Lösung. (28.10.12)

Wir haben mehr oder weniger ausgeprägt die wohl natürliche Neigung, Erlebnissen Begriffe zuzuordnen sowie Orten und menschlichen Eigenschaften Namen zu geben. Das macht die Welt übersichtlicher und erklärbarer, erleichtert teilweise auch die Kommunikation. Verwechseln wir allerdings die Begriffe mit Wirklichkeit, dann werden wir Opfer des Greifenwollens, des Kontrollstrebens. Bei aller Begeisterung fürs Benennen, Bewerten und Kategorisieren tun wir uns also selbst und unseren Mitmenschen einen großen Gefallen, wenn wir uns offen halten für die Wahrnehmung, für das Erspüren des unetikettierbaren Seins. (31.10.12)

 

© Berndt Albin Ebler















Anregungen von Bill Hicks

William Melvin Hicks (* 16. Dezember 1961 in Valdosta, Georgia; † 26. Februar 1994 in Little Rock, Arkansas), besser bekannt als Bill Hicks, war ein US-amerikanischer Komiker. Er war bekannt für sein gesellschaftskritisches und bissiges Bühnenprogramm. Seine Auftritte bezeichnete er selbst als "Chomsky with dick jokes" (etwa: "Chomsky mit Schwanz-Witzen"). [Quelle: Wikipedia]

 
 

Die unvergessliche Metapher "It's Just A Ride" ("Die Welt ist wie eine Fahrt in einem Vergnügungspark ... ")



The World is like a ride in an amusement park, and when you choose to go on it you think it's real, because that's how powerful our minds are.  And the ride goes up and down and round and round, and it has thrills and chills and is very brightly colored, and it's very loud.  And it's fun, for a while.
Some people have been on the ride for a long time, and they've begun to question, 'Is this real, or is this just a ride?', and other people have remembered, and they've come back to us and they say 'Hey, don't worry.  Don't be afraid, ever, because this is just a ride.' and we KILL THOSE PEOPLE.

"Shut him up!  We have alot invested in this ride! SHUT HIM UP!  Look at my furrows of worry.  Look at my big bank account, and my family.  This just has to be real."
It's just a ride.
But we always kill those good guys who try and tell us that.  You ever noticed that?  And let the demons run amok.  But it doesn't matter, because ... It's just a ride.
And we can change it anytime we want.  It's only a choice.  No effort, no work, no job, no savings of money.  A choice, right now, between fear and love.  The eyes of fear wants you to put bigger locks on your door, buy guns, close yourself off.  The eyes of love, instead see all of us as one.
Here's what we can do to change the world right now, to a better ride:
Take all that money we spent on weapons and defense each year and instead spend it feeding, clothing, and educating the poor of the world, which it would many times over, not one human being excluded, and WE CAN EXPLORE SPACE, TOGETHER, BOTH INNER AND OUTER, forever ... in peace.

 

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Die Welt ist wie eine Fahrt in einem Vergnügungspark und wenn wir uns für diese Fahrt entscheiden, denken wir sie sei real, weil unser Verstand so stark ist. Und die Fahrt geht rauf und runter und rund herum, mit Nervenkitzel und Schauder, sehr hell gefärbt und sehr laut, und sie macht Spaß — für eine Weile.

Manche Leute machen diese Fahrt schon sehr lange und nach einer Weile stellen sie sich die Frage: Ist das echt, oder ist es nur eine Fahrt? Andere Leute haben sich erinnert und kommen zurück zu uns und sagen: „Hey, macht Euch keine Sorgen und habt keine Angst, denn es ist nur eine Fahrt” — und Wir …töten diese Leute…

„Bring ihn zum Schweigen! Wir haben in diese Fahrt viel investiert. Bring ihn zum Schweigen! Schau meine Sorgenfalten an… Schau mein großes Bankkonto an… und meine Familie… Das muss echt sein!”

Aber es ist nur eine Fahrt.

Aber wir töten immer die Guten die uns das versuchen zu sagen. Habt Ihr das schon mal bemerkt? Und wir lassen die Dämonen Amok laufen. Aber das spielt keine Rolle, weil es ist nur eine Fahrt — und wir können sie jederzeit ändern, wenn wir wollen.

Es ist lediglich eine Wahl.

Keine Mühe, keine Arbeit, kein Job, kleine Ersparnisse oder Geld — nur die Wahl — Jetzt Sofort — zwischen Angst und Liebe.

Die Augen der Angst wollen, dass Du größere Schlösser an Deine Tür anbringst, Waffen kaufst und Dich einschließt, die Augen der Liebe stattdessen sehen uns alle als Einheit

Hier ist etwas, das wir Jetzt tun können um die Welt in eine bessere Fahrt zu verwandeln: Wir nehmen all das Geld, das wir jedes Jahr für Waffen und Verteidigung ausgeben und stattdessen verwenden wir es um die Armen Leute auf dieser Welt zu ernähren, einzukleiden und richtig auszubilden, immer wieder und immer wieder, nicht ein Mensch ausgeschlossen und wir können den Weltraum erforschen…

Zusammen…

Den inneren und äußeren…

Für immer…

In Frieden

Anregungen von Carl Sagan

Carl Edward Sagan (* 9. November 1934 in Brooklyn, New York City; † 20. Dezember 1996 in Seattle, Washington) war ein US-amerikanischer Astronom, Astrophysiker, Exobiologe, Fernsehmoderator, Sachbuchautor und Schriftsteller.

Carl Sagan, ein Sohn ukrainisch-jüdischer Einwanderer, besuchte die Rahway High School und studierte an der University of Chicago, promovierte 1960 bei Gerard Peter Kuiper. Carl Sagan bereitete den Weg für die Exobiologie sowie für die Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI). Er war Professor und Labordirektor an der Cornell University und hat zu den meisten unbemannten Weltraummissionen beigetragen, die unser Sonnensystem erforscht haben. Seine Idee war, eine friedliche Botschaft der Menschheit an einem Raumschiff anzubringen, die von einer außerirdischen Intelligenz verstanden werden könnte. Diese Botschaft realisierte er mit der goldenen Datenplatte Voyager Golden Record an den Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2.

Er schrieb und moderierte die – mit Peabody Award und Emmy ausgezeichnete – dreizehnteilige Fernsehserie Unser Kosmos (Cosmos: A Personal Voyage; Deutsche Erstausstrahlung 14. Juni 1983), zu der es mehrere Neubearbeitungen mit verbesserten Computeranimationen gab, zuletzt 2005. Aus der Fernsehserie entstand das gleichnamige Buch, welches sich über 70 Wochen lang in der New-York-Times-Bestsellerliste hielt und damit das meistverkaufte englischsprachige (Wissenschafts-)Buch wurde. Darüber hinaus schrieb Sagan populärwissenschaftliche Bücher wie Die Drachen von Eden, für das er 1978 mit dem Pulitzer-Preis für Sachbücher ausgezeichnet wurde, und den Roman Contact, der 1997 mit Jodie Foster im Film Contact adaptiert wurde. Der Film endet mit den Worten „FOR CARL“ („Für Carl“).

Sagan war Gründungsmitglied des Committee for the Scientific Investigation of Claims of the Paranormal (CSICOP), Mitglied bei der Skeptics Society, Mitbegründer und erster Präsident der Planetary Society, Vorsitzender der „Division of Planetary Sciences“ der American Astronomical Society, Präsident der Abteilung für Planetologie der American Geophysical Union, Vorsitzender der Abteilung für Astronomie bei der American Association for the Advancement of Science und zwölf Jahre lang Herausgeber der Zeitschrift Icarus, eines Magazins für planetare Forschung. In den 1960ern war Carl Sagan Mitglied in einem Beratungsgremium der United States Air Force, das das Project Blue Book evaluierte.

Auf Sagan geht das Paradoxon der schwachen jungen Sonne und eine erste Deutung desselben zurück. Er wies dabei auf wesentliche Fragen des Klimas und Besonderheiten der Entstehung des Lebens auf der Erde hin. Sagan engagierte sich auch politisch, insbesondere zur Zeit des Vietnamkrieges wie später gegen die Strategic Defense Initiative Präsident Ronald Reagans. Sagan hielt mit Hinweis auf die Drake-Gleichung Leben außerhalb der Erde für durchaus möglich und erklärte das Fermi-Paradoxon mit einer Tendenz zur Selbstzerstörung technischer Zivilisationen.

Carl Sagan war dreimal verheiratet: 1957 mit der durch die Endosymbiontentheorie berühmt gewordenen Biologin Lynn Margulis (1938–2011, Mutter von Dorion Sagan), 1968 mit der Künstlerin Linda Salzman (* 1940, Mutter von Nicholas Sagan) und von 1981 bis zu seinem Tod mit Ann Druyan (* 1949), der Co-Autorin einiger seiner Bücher, der Fernsehserie Cosmos und des nach einer Vorlage von Sagan entstandenen Kinofilms Contact.

Nach langer Erkrankung an einer Myelodysplasie verstarb Carl Sagan im Alter von 62 Jahren. Das posthum veröffentlichte Buch Gott und der tropfende Wasserhahn (US-amerikanischer Titel:Billions and Billions) enthält einige seiner letzten Texte und endet mit einem Text seiner Frau, in dem sie den Menschen Sagan und seine letzten Tage auf sehr persönliche Weise schildert.

Isaac Asimov (1920–1992) sagte, dass er nur zwei Menschen getroffen habe, die er für klüger hielt als sich selbst. Carl Sagan sei einer dieser Menschen gewesen (der andere Marvin Minsky).

Die Landeeinheit der Mars Pathfinder Mission wurde 1997 zu Ehren von Carl Sagan in Carl Sagan Memorial Station umbenannt. Nach ihm ist auch der am 21. März 1982 von Edward L. G. Bowell entdeckte Asteroid (2709) Sagan benannt. Ihm zu Ehren wird der Carl Sagan Memorial Award vergeben. [Quelle: Wikipedia]

 
 

The Pale Blue Dot

Look again at that dot. That's here. That's home. That's us. On it everyone you love, everyone you know, everyone you ever heard of, every human being who ever was, lived out their lives. The aggregate of our joy and suffering, thousands of confident religions, ideologies, and economic doctrines, every hunter and forager, every hero and coward, every creator and destroyer of civilization, every king and peasant, every young couple in love, every mother and father, hopeful child, inventor and explorer, every teacher of morals, every corrupt politician, every "superstar," every "supreme leader," every saint and sinner in the history of our species lived there--on a mote of dust suspended in a sunbeam.

The Earth is a very small stage in a vast cosmic arena. Think of the rivers of blood spilled by all those generals and emperors so that, in glory and triumph, they could become the momentary masters of a fraction of a dot. Think of the endless cruelties visited by the inhabitants of one corner of this pixel on the scarcely distinguishable inhabitants of some other corner, how frequent their misunderstandings, how eager they are to kill one another, how fervent their hatreds.

Our posturings, our imagined self-importance, the delusion that we have some privileged position in the Universe, are challenged by this point of pale light. Our planet is a lonely speck in the great enveloping cosmic dark. In our obscurity, in all this vastness, there is no hint that help will come from elsewhere to save us from ourselves.

The Earth is the only world known so far to harbor life. There is nowhere else, at least in the near future, to which our species could migrate. Visit, yes. Settle, not yet. Like it or not, for the moment the Earth is where we make our stand.

It has been said that astronomy is a humbling and character-building experience. There is perhaps no better demonstration of the folly of human conceits than this distant image of our tiny world. To me, it underscores our responsibility to deal more kindly with one another, and to preserve and cherish the pale blue dot, the only home we've ever known.


-- Carl Sagan (1934-1996)

 

Cosmos- The shores of the Cosmic ocean

 

“The Cosmos is all that is, or
ever was, or ever will be.”

 

“The size and age of the
Cosmos are beyond ordinary human understanding …”

 

“I believe our future depends,
powerfully, on how well we understand this Cosmos in which we float like a mote
of dust in the morning sky. We’re about to begin a journey through the Cosmos
…it’s a story about us … how the Cosmos has shaped our evolution and our
culture and what our fate may be.”

 

“We wish to pursue the truth
no matter where it leads; but to find the truth we need imagination and
skepticism both. We will not be afraid to speculate, but we will be careful to
distinguish speculation from fact. The Cosmos is full beyond measure of elegant
truths, of exquisite interrelationships, of the awesome machinery of nature.”

 

“Some part of our being knows
this is where we came from [the stars], we long to return. And we can because
the Cosmos is also within us; we are made of 'star stuff' - we are a way for the Cosmos to know itself.”

 

the journey on spaceship
‘dandelion seed’

 

“No matter where we travel,
the patterns of nature are the same.”

 

“The same laws of physics
apply everywhere - throughout the Cosmos. But we have just begun to understand
these laws; the universe is rich in mystery.”

 

quasars

 

light year measure (distance;
not time)

 

clusters of galaxies

 

the ‘local group’

 

Milky Way – “Home galaxy of
the human species.”

 

“... we humans have evolved to
consciousness and some measure of understanding.”

 

400 billion suns in Milky Way

 

“Within this galaxy are stars,
worlds, and, it may be, an enormous diversity of living things, and intelligent
beings, and space-faring civilizations.”

 

supernova remnants “...
returning ‘star stuff’ back into space.”

 

“Pulsars keep such perfect
time that the first one discovered was thought to be a sign of extraterrestrial
intelligence, perhaps a navigational beacon for great ships that travel across
the light years and between the stars.”

 


 

“Instead, they [pulsars] are
the doleful reminders that nothing lasts forever - that stars also die.”

 

“... billions of nuclear
furnaces converting matter into star-light.”

 

“These stars [yellow dwarfs]
may have planetary systems, and on such planets for the first time in our
cosmic voyage we encounter rare forms of matter: ice and rock, air and liquid
water …these conditions permit an even more precious form of matter to arise -
life.”

 

“In the Milky Way galaxy there
may be many worlds on which matter has grown to consciousness. I wonder … what
are their … religion?”

 

Orion nebula – “A cloud that
veils one of nature’s secret places. This [nebula] is a stellar nursery - a
place where stars are born. They condense by gravity from gas and dust until
their temperatures become so high that they begin to shine. Such clouds mark
the births of stars as others bear witness to their deaths.”

 

“Black clouds, light years
across, drift between the stars. They’re filled with organic molecules - the
building blocks of life are everywhere – they’re easily made. On how many
worlds have such complex molecules assembled themselves into patterns we would
call alive?”

 

the solar system

 

Mars “... ancient river
valleys ...”

 

“There are a hundred billion galaxies and a billion trillion stars, why should this modest planet be the only inhabited world? To me, it seems far more likely that the Cosmos is brimming over with life and intelligence but so far every living thing, every conscious being, every civilization we know anything about lived there, on earth.”

 

“Welcome to planet earth ... a
world positively rippling with life. In the cosmic perspective it is, for the
moment, unique. The only world in which we know with certainty that the matter
of the cosmos has become alive and aware. There must be many such worlds
scattered through space...”

 

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“The long, collective
enterprise of science has revealed a universe some 15 billion years old. The time since the explosive birth of the
Cosmos: the big bang.”

 

Cosmic calendar compresses 15
b.y. into 1 year.

 

“And with the passing of every
cosmic minute - each minute 30,000 years long, we began the arduous journey
toward understanding where we live and who we are.”

 

“We have a choice, we can
enhance life and come to know the universe that made us, or we can squander our
15 billion year heritage in meaningless self-destruction.”

 

“.. knowledge of Cosmos.”

Anregungen von Charles Eisenstein

Charles Eisenstein, Jahrgang 67, graduierte an der renommierten Universität in Yale in Philosophie und Mathematik. Unbefriedigt von der kompetitiven Struktur der Wirtschafts- und Arbeitswelt arbeitete und lebte er lange Zeit als Dolmetscher in Taiwan. Persönliche, spirituelle und globale Krisensituationen führten ihn zu einer intensiven Beschäftigung mit der Body-Mind-Medizin. Heute präsentiert er seine Visionen als gefragter Vortragsredner, veranstaltet Seminare, verfasst Essays sowie Bücher zu neuen Wirtschafts- und Lebensformen.

 
 

Occupy Wall St - Love Is The Revolution

 

"This movement isn't about the 99% defeating or toppling the 1%. You know the next chapter of that story, which is that the 99% create a new 1%. That's not what it's about.

What we want to create is the more beautiful world our hearts tell us is possible. A sacred world. A world that works for everybody. A world that is healing. A world of peace.

You can't just say "We demand a world of peace. Demands have to be specific. Anything that people can articulate can only be articulated within the language of  the current political discourse. And that entire political discourse is already too small. And that's why making explicit demands reduces the movement, and takes the heart out of it. So it's a real paradox, and I think the movement understands that.

The system isn't working for the 1% either.  You know if you were a CEO, you would be making the same choices they do. The institutions have their own logic.  Life is pretty bleak at the top too - and all the baubles of the rich are this phoney compensation for the loss of what's really important.  The loss of community, the loss of connection, the loss of intimacy.  The loss of meaning.

Everybody wants to live a life of meaning. And today, we live in a money economy where we don't really depend on the gifts of anybody. But we buy everything. Therefore we don't really need anybody, because whoever grew my food, or made my clothes, or built by house, well if they die, or if I alienate them, or if they don't like me, that's okay because I can just pay someone else to do it.

And it's really hard to create community if the underlying knowledge is "we don't need each other." So people kind of get together and act nice, or maybe they consume together. But joint consumption doesn't create intimacy. Only joint creativity and gifts create intimacy and connection.

You have such gifts, that are important. Just as every species has an important gift to give to an ecosystem, and the extinction of any species hurts everybody. The same is true of each person, that you have a necessary and important gift to give.

And that for a long time our minds have told us that maybe we're crazy, that maybe we're imagining things, that's its crazy to live according to what you want to give. But I think now, as more and more people wake up to the truth, that we're here to give, and wake up to that desire, and wake up to the fact that other way isn't working anyway - the more reinforcement we have from people around us that this isn't crazy. This is makes sense. This is how to live.

And as we get that reinforcement, then our minds and our logic no longer have to fight against the logic of the heart which wants us to be of service. This shift of consciousness that inspires such things is universal, 99% and the 1% and it's awakening in different people in different ways.

I think love is the felt experience of connection to another being. An economist says 'more for you is less for me.' But the lover knows that more of you is more for me too. If you love somebody their happiness is your happiness. Their pain is your pain. Your sense of self expands to include other beings.

That's love, love is the expansion of the self to include the other. And that's a different kind of revolution. There's no one to fight. There's no evil to fight. There's no other in this revolution.

Everybody has a unique calling and it's really time to listen to that. That's what the future is going to be. It's time to get ready for it, and contribute to it, and help make it happen."

 

Sacred Economics: Money, the Gift and Society in the Age of Transition
By Charles Eisenstein

Transcribed Talk from January 13, 2012 at “The Hive” in Vancouver, BC.

Thank you for such a warm welcome. I’m quite amazed actually. I don’t think I’ve ever spoken to this large a crowd that was just here for me. I’ve spoken to more people at conferences, but that wasn’t just for me. Part of me doesn’t even believe it. Especially because last year I gave a talk by the exact same title in New York City and 6 people came.

That makes me realize how much of this is really a gift. I’m not really doing anything differently. I didn’t make this happen. I didn’t try harder or exert more effort and that’s why there’s 200 people instead of six. But it happened through some mysterious means. In a way it’s not that mysterious; I could say that it’s because of Natasha – but how did she find out about it? I’m very aware that I can’t create anything by myself, that everything I create is only because of the gifts that I have received and that I can pass on.

So, thank you. And it just so happens that gratitude is the foundation of sacred economics.

It’s a very ancient idea that the universe runs by the principles of the gift. That human life runs by the principles of the gift. And that in fact the purpose for our existence, the reason why we’re here, is to give. And that everybody has a gift that is important and meaningful, and maybe even unique and essential. It’s certainly true in an ecosystem where every species has an important function, and without that function, without that gift that it gives to the ecosystem everybody would be a little bit poorer. The system as a whole would be a little bit weaker.

And this is a new understanding that may be only 40 or 50 years old, in the west at least. A hundred years ago, or even 50 years ago, scientists thought that you could eliminate one species, eliminate in fact all the bad species, and make nature better. But we’re understanding now that every being has its gift to give. And this shift of perception hasn’t been integrated yet into our institutions.

So my book, Sacred Economics, is about how to make an economy reflect the basic nature of the universe, which is of the gift. And it’s about how we can live – not just in this theoretical future, but also starting right now – according to the principles of the gift.

I just kind of made this claim that you are here to give and that you have a unique gift to give. Maybe some of you have had the experience of being in a job where the pay is fine, secure, but for some reason you’re just not that happy there. You don’t feel fulfilled. It’s because your gifts aren’t being expressed. And you might have had the feeling, “I wasn’t put here on earth to do this.” And it’s not just menial labor that gives you that feeling. I’ve met people with 6- and 7-figure incomes that have that feeling, “I wasn’t put here on earth to maximize a number.” That’s what a lot of jobs are. Wall Street jobs are like that – trying to make a number go up in a computer. Or marketing executives try to make market share go up, or in business you try to make profit go up. “Was I really put on earth to do that?”

Not only do you have to be expressing your gift, but also it has to be going toward a purpose that you care about, that is beautiful to you. And no matter how much money you’re paid, you won’t be happy if you’re not doing that.

Mainstream economics doesn’t really understand this. It says that human beings don’t really want to work. There’s a phrase in economics, “the disutility of work.” Human beings don’t want work, so we have to make people work with these incentives, this money that overcomes your natural disinclination to create, to be productive, and to give something to other people. You have to get something in return, otherwise you won’t want to do it. And it’s considered good that we have a system based on scarcity, that creates anxiety, that kind of forces you to work.

I was just at a meeting of some “Occupy” folks, and one person told a story about one thing they loved about it. It was that any time that they left off some project and had to go somewhere somebody would take it on. They had just started a library, and when they got back 2 days later somebody else had taken it up. Everybody was doing stuff just because they wanted to. And there was no money involved. But it was an expression of human nature. And if you go to Burning Man or something like that, too, there’s this feeling that this is how human beings are supposed to live. If you’re a stranger in a city and you’re walking around and you ask directions, people are happy to give you directions. They’ll even go out of their way. Why is that? One reason is that in our current society, we have so few opportunities to give. And we’re just wanting to do it. (The book isn’t all about gifts, but somehow I’m starting about this now.)

One thing that gifts do is that they create ties among people – which is different from a financial transaction. If I buy something from you, I give you the money and you give me the thing, and we have no more relationship after that. I don’t owe you anything, you don’t owe me anything. The transaction is finished. But if you give me something, that’s different because now I kind of feel like I owe you one. It could be a feeling of obligation, or you could say it’s a feeling of gratitude. What’s gratitude? Gratitude is the recognition that you’ve received, and the desire to give in turn. And that’s why we are driven to give. Because everything we’ve received is a gift. Our life is a gift. Having air to breathe – we didn’t earn that. We didn’t earn being born. We didn’t earn having food. We didn’t earn seeds being able to grow. Everything that we have is a gift. Every breath that we have – we didn’t earn having algae that can make air. Therefore our natural state, our default state is gratitude. And therefore, our default state is a desire to give, a desire to be generous. And you can feel that desire coming up, but then there’s something that stops you from being as generous as you could be.

There’s a little voice that constrains us from giving in a lot of situations, which is, “Can I afford to do that?” “I’d like to spend much more time volunteering at the animal shelter, but can I afford to spend that time? Can I afford to quit a job that isn’t allowing me to express my gifts?” Money stops us. In many cases, not all, but many times what we really want to give to the world isn’t where the money is. Why should that be? Why is it that the beautiful things that people want to do… Where is there more money? Say you want to devote yourself to saving old growth forests from being chopped down, like is about happen on some of the islands on the coast here. Is there a lot of money in that? And the people who are dedicating themselves to stopping that from happening, they’re just doing it to get rich, aren’t they. They’re in it for the money, right? Obviously not. But the people who are cutting down the forests, or the lobbyists in Parliament who are trying to facilitate this happening, is that because they have a passion for cutting down forests, and they would be doing this even if they were no money in it? Obviously not. Well, maybe a few twisted souls… But why is that? Why should money be a force toward cutting down the forests, and not toward preserving them? Why do we consider one option to be valuable and the other one not valuable?

Money is just an agreement. Money only has value because people believe it has value. It is something that we create through our agreements. You can say that money is a story. It’s the symbols that we interpret in a certain way, and that means that they’re valuable. So why have we agreed to create a system of value that is the enemy of all of the beautiful things we want to do? I’m generalizing here a little bit, but generally speaking, those things are not where the money is. And you look into any phenomenon on earth that disturbs you, and you dig down a couple levels, “Why is this happening?” and soon you get to money. Why should that be? Why should the money power push us toward the destruction of all that is good and beautiful?

We’re so used to it being that way that it’s hard even to imagine a world that’s any different.

And so we think money is this bad thing, and that a good person or spiritual person therefore shouldn’t be motivated by money, and maybe shouldn’t have anything to do with money. And maybe we think this world of commerce, this world of the flesh, this world of matter is something that is bad, lowly, and degraded. And maybe we think that virtue and spirituality involve stepping back from that world and not having anything to do with that world. But that’s only because of the way money is today.

One of things I do in the book is that I identify exactly what it is about money that makes it this way. Now some of you might be thinking, “Well, I’m making lots of money and I’m a good person.” And that can happen. The way to decide whether you are expressing your gifts isn’t by calculating what the ecological footprint is and “What’s this going to cause, and what’s that going to cause?” It’s really a feeling of trust. It’s a feeling when you wake up – it’s that feeling of being excited about your day and that feeling of, “Yes, this is what I was put here on earth to do.” And wherever that feeling guides you, that’s where to go. And that’s actually a deeper kind of revolution than the idea that “I’m going to have to overcome something bad inside of myself.

The idea of “conquering evil” has been around for about 3000 years, and the results haven’t been too good. It takes on all different kinds of forms. That’s part of one of the deep stories that carries the story of money. It’s not just a coincidence that money is the way it is. It grows out of the invisible myths, the invisible stories that create our civilization. I’ll tell you what those are in a minute; I want to point out one more thing.

I mentioned that monetary transactions don’t create a bond, but gift transactions do. And that’s one reason why gifts are sacred, and we understand that a little bit. We make a ritual sometimes out of gift giving. It’s a special act, we understand. Primitive societies were all gift economies, if you go back far enough. (No barter – barter was not how primitive economies worked.) In a gift society, to refuse a gift that was considered a hostile act because it was saying, “I don’t want to be tied to you. I don’t want to have a relationship with you. I don’t want to owe you one. I don’t want to be part of your circle.”

Gifts create circles. A basic principle of ecology is “waste is food.” Everything that any being produces is useful for some other being, and eventually it comes back to you. A gift economy is like that, too. Because if you have more than you need, you share it with somebody, you give it to somebody who needs it. And that person will feel gratitude, maybe toward you, maybe toward the community. When that person has more than they need, they’ll pass it on to somebody else, and eventually it comes back to you. And you see that happening, so you understand that somebody else’s good fortune is your good fortune as well. And you’re not in competition. And it’s not because you’re self-sacrificing. It’s simply the way things work.

So if you want wealth in that society, if you want security, if you want social status, the only way to do it is to give a lot. It’s the generous person who is the wealthiest in those societies. If money is the opposite of the gift, if it creates the opposite effect, then no wonder that in our society wealth is not a matter of how much you’ve given. And security is not a matter of how much you’ve given. It’s a matter of how much you control, how much you’ve accumulated.

So what is it about money that makes it into the opposite of a gift? Why should it be evil?

At its foundation money is a beautiful thing: It says “I want to give you something and you don’t have anything I need right now, so instead you’ll give me a useless thing. It’s pretty, but it’s just a shiny piece of metal. It’s a useless thing, but it facilitates and it shows your gratitude.” So how has it turned into a society where there’s so much that people want to give and so many people who need those gifts? Look at all these homeless people here in Vancouver. There are all these homeless people and there are many vacant properties at the same time. Why is money not connecting these gifts and these needs?

I’m going to give you a very quick explanation of why money is the way it is. It’s a partial explanation but it covers a lot of territory. And it’s very fundamental to what money is. It has to do with the way money is created, and the way that money circulates. Five years ago, almost nobody understood it, but today a lot of people understand that money is created as interest-bearing debt. Either the central bank buys some kind of security on the open market creating the money basically out of thin air when it does so, or a bank lends money to a borrower and that’s new money that’s created.

When a bank lends you a million dollars, it creates that money by writing it into a ledger or typing it into a computer. It creates a million dollars. And at the same time, it creates more than a million dollars of debt. Maybe over 10 years you have to pay back two million dollars. How are you going to do that? You’re going to have to make more money from someone else. You’re going to have to take somebody else’s money. Maybe in a very good way. Maybe you’re going to make some great invention and sell it to them. But you’re going to have to get more than that original million dollars. That should be no problem, except that everybody’s in the same boat. Everybody needs to get money from outside of themselves. So the system is set up to force us into competition. To force us into scarcity. No matter how we program our minds to be in a state of abundance and say “Money is just neutral, and it’s our attitudes about that count.” No matter what new age stuff we do, the mathematical fact remains that there’s never enough money. There’s always more money being owed than there is money in existence. The only way that debts can be paid is if you create even more money next year, or the year after. But that creates even more debt. So not only does interest create competition, scarcity, and anxiety, but it also creates a need for endless growth.

Anyone see a problem with that?

What happens when there’s no more room for growth? What happens when growth is killing the planet? What happens if there’s no more room to create new goods and services? Well then the debts can’t be paid from new growth anymore. And at first that’s not too big a problem, because say you owe me a million dollars and you’ve been making the payments out of your income, but now you’re falling behind. Well, fine, you can give me your house, give me your car, pledge your future income in perpetuity. In ancient times, people would also have to pledge their children, their wives, their land, and themselves, and they became debt slaves, debt peons. Most human beings who have lived on earth in the last 5000 years have been debt peons. I’ll get to the good news later. It’s a problem.

Basically it causes a rapid polarization of wealth and then the system collapses and can fall apart. In the mean time, there’s endless pressure to grow the money economy, which means to convert more and more of nature into product, and more and more of human relationships into services.

I used to live in Taiwan, and I moved back to America with this kind of idea of what suburbia was going to be like: Kids running around in groups playing, neighbors chatting with each other over the fence, helping each other out – these things that were left over from my childhood. I got to this suburban development and the first thing I noticed is that there were no kids outside. There was a big playground in the middle of the neighborhood, and it was empty. When I was a kid that place would have been packed. There would have been kickball games, and baseball games, and football games, and kids on bikes everywhere. And it was gone. And it wasn’t because there weren’t any kids – they were all indoors. Why is that happening? Why don’t the neighbors know each other?

We tried to create community. We tried to invite people to our house and have mixers, but people weren’t really that interested in coming, and when they came, no strong relationships were created. What happened to that? What happened to community?

Everywhere I go, people tell me that community is what’s missing most from their lives. What happened to it is that community got converted into money. I mentioned how gifts create ties, they create a bond. If you live a highly monetized life, there are no gifts, there are no bonds. You don’t need anybody. So we had our neighborhood mixer and everybody knew, “I don’t need you.” Unlike an Amish community where you need people – if your house burns down you need them to help you rebuild your house. Now we pay for that kind of community support. It’s called insurance.

When I was a kid, no one really paid for childcare. Everybody watched everybody else’s kids. But now that’s something that you pay for, and as that becomes a paid service, the economy grows. It creates opportunities to lend money, for money to circulate.

So that is part of the explanation that all of the good things you want to do – there’s no money in those. And the places where there is money is something you really don’t want to do. I’m generalizing a little but I think you all understand this dynamic. In our system, money goes to those who will create more of it, to those who will create new goods and services.

I’m a bank. I’ve got a million dollars to lend. You come to me and you say, “Charles, I’d like to borrow that money and I’m going to spend it all on stopping that pipeline from the Alberta tar sands. That’s my business plan.” Even if I want to, I’m not going to lend you that money because how are you going to pay me back? Or maybe you’re going to say, “There’s some land that’s going to be developed. I’m going to save that land. I’m going to buy that land so that it’s not developed.” And I’ll say, “How are you going to make money to pay me back?” “Well, if you want me to pay you back I can sell the land again.” “But what about my interest?” You have to create even more money. But if you come to me and say “I’d like to buy that land and build a strip malls there.” Oh, then you’re going to be making new goods and services.

If you say “I’m going to spend that money setting up a lobbying organization so I can help get that pipeline built. Here’s my rolodex of contacts. These firms will pay me lots of money to do this. All I need is some capital.” Now there’s a business plan, because you’re participating in the conversion of the Albertan tundra into money. If you participate in that, you get money.

Well, we don’t want to participate in that anymore, do we. No. But I think it’s important to remember that we did once want to participate in that. A hundred years ago we had no problem with the conquest of nature. And if you invented a way to get that oil out faster and to cut down those trees more efficiently, then you were a hero. You felt good about yourself. But not anymore. Something has changed. What has changed?

Whatever’s changed, money hasn’t changed along with it – yet. Money still keeps us doing things that we don’t want to do. But I think that we can sense that whatever has changed is something that goes very deep, and therefore that the economic crisis is also a spiritual crisis. It’s something that goes all the way to the bottom.

One thing that I’ve noticed about the Occupy movement is this kind of reunion between activism and spirituality – whereas, 10 years ago they wouldn’t have had anything to do with each other. The activists were saying, “Here you are sitting on your meditation cushion while the world burns. Get off your cushion and do something real.”And the meditators were saying, “How do you know what to do? How do you know that you’re not just battling the projections of your own shadow?” But today these two branches that were sundered in the 1960s are reuniting.

The reason I brought that up is to speak to that sense we have that something really big is changing. Something that goes all the way to the bottom. That we’re at a tipping point of some sort, that everything is going to change. One the one hand, there’s a lot of fear in that. It’s the feeling, “The world is falling apart. I don’t know what’s real anymore.” And so many things that seemed so solid and so real are being revealed as nothing but these vapors, these illusions. Like your investments, your pension, things like that. They can disappear – like that. A generation ago we didn’t have that sense so much. Those were solid a generation ago. Someone my age would be planning for my retirement already. “I’ve got to get some annuities set up.” That’s so far from my mind and from so many of my generation. We don’t really believe in that anymore. Its reality is wearing thin.

So, I’ll say a little bit then, about what is changing… Although there’s some juicy stuff about what happened to community, too:

Let’s just say that it’s not just childcare that has been converted into money, but everything that people once did for each other as a gift economy. Technology has allowed almost every bit of it to be converted into a service. For example, my father said that when he was a kid in suburbia every Sunday afternoon the whole neighborhood would get together with guitars and they would sing folk songs. Can you imagine that happening in suburbia today? Not in Harrisburg, Pennsylvania, where I live. Because we pay for our entertainment now. We don’t create it together. We pay for cooking – in the United States mostly, and maybe here too. When I was a kid Mom cooked, but now Mom goes to the supermarket deli and buys things cooked by other people. Medicine didn’t used to be something that we paid for. A hundred years ago it was one of the village grandmothers who knew a lot about herbs. And you didn’t pay for that. People didn’t used to pay for clothing or housing either. Everyone knew how to build a house.

Maybe some of you would like to get rich, so let me tell you a business plan that’s worked for thousands of years. What you do is you find something that people do for themselves, and you take it away from them. Or you find something that people get from nature, and you take it away from them. And then, you sell it back. So for example, you can pollute the water and then sell bottled water. Or you can scare people into not drinking the water, or you can add chlorine to it, and sell them filters. This isn’t something that people consciously are doing, but you can create a climate in which people are afraid to send their children outdoors and value safety above all else. And then, children can’t have adventures anymore. Like I had when I was a kid. Maybe many of you remember this, too. You finish breakfast, “Bye, Mom,” and then you go out and play. We used to go to the quarry and stand at the edge of a cliff and throw rocks down. Then we’d go swimming unsupervised in a local swimming hole, and do all kinds of dangerous stuff that if you let your kids do today you’d be arrested. I’m not kidding, you’d literally be arrested.

I had this happen. I didn’t get arrested, but my kid was 5 years old at the time and he was playing outside. A neighbor knocks on my door and says, “Do you know that your child is playing outside, unsupervised? I’m not comfortable with that.” Which was kind of a threat. “I’m not comfortable with that. I’m going to report you to child services.” So OK, fun and adventure now become something that you buy. That’s what World of Warcraft is. And the Pokemon game on the DS. My teenage son jokingly says, “Gee, Dad, I wish the real world were 3D, like the movies. Like the 3DS.” So now through these games kids have these adventures, these encounters, and they create this online world, when they once did that in real life. So take it away, and sell it back. Deskill people. Make it illegal to build your own house. Convince everybody that only an expert can do medicine.

I went through a period of a lot of despair when I realized the extent of what we’ve lost and the depth of our poverty. We’ve lost community. We’ve lost our connection to nature. So when I offer optimism, it’s not because I don’t understand how bad things are. It’s not that I don’t understand that in the United States there are thousands of undocumented radioactive waste sites – that have almost started to leak but not quite yet. Some of them are so secret that even the government doesn’t know where they are anymore. They’ve just been forgotten. That’s just one tiny, tiny piece of the environmental crisis. And there are other pieces that are worse – because the environment is something that you convert into money, too. The ability of the atmosphere to absorb our wastes – we convert that into money, too. This is all driven by our money system.

This money system isn’t just some arbitrary mistake, it rests on a deeper foundation. There’s two parts of it. One is the story of the people, and the other is the story of the self. And these are the myths of our culture. They answer the deep questions. For example: What is it to be human? Who am I? What is the purpose of life? Where did we come from? Where are we going? What’s valuable? What’s important? Every culture has different answers to these questions. I’ll tell you how I see our culture’s story of the people and story of the self. I go into this territory because unless this foundation changes, money can’t change either, because money embodies these stories. I’ll start with the story of the self.

What are you? The story of the self says that you are this separate being, this robot made of flesh, that’s a container for a soul or mind (it depends on if you’re religious or not) walking around in a subjective universe. Every field has its own version of this. Biology says that you are a flesh, bio-physical contraption, programmed by your genes to maximize reproductive self-interest. Economics says pretty much the same thing, that you’re fundamentally driven to maximize your economic self-interest. Physics says that you are again this kind of contraption, operating in an external universe subject to deterministic forces. This is obsolete physics, but it still defines the way that we think. It’s obsolete biology too, by the way. Spirituality, religion says that we’re these skin-encapsulated souls separate from other skin-encapsulated souls. Philosophy says that you’re like this bubble of psychology walking around, floating around – this mote of consciousness peering out into the world. That’s what you are. You’re separate.

So, from that arises pretty much every institution of our culture. For example, there are all of these competitors out there, so to be safe and to be healthy you have to control them, conquer them, and defeat them. And from that we get our dominant paradigms of medicine. There are these germs out there that are fundamentally not our friends because they are programmed by their genes to maximize their self-interest. Our economic system is like that, too. That’s why the political discourse is all about competitiveness. From this point of view, if you have any stroke of good fortune it’s not like those gift economies I was talking about. Because now you’re getting more of that limited amount of money and you’re better able to compete. So envy is built into this. Someone else’s good fortune and someone else’s excellent abilities – that harms my interest. And in fact, if you have a stroke of ill fortune and become less able to compete, that’s good for me, according to this paradigm.

In our hearts, we know that is not true. We know that on some level the suffering of any being is somehow our own suffering, too. But our scientific logic contradicts that. So one of the effects of this story of the self is a disconnect between heart and mind. Our heart says one thing. Our mind says something else.

You can see that our money system embodies and perpetuates the story of the separate self. It throws us into competition. It makes it true even if it were not fundamentally true. It enacts the story.

The story of the people: Where did we come from, where are we going, and what’s our purpose on Earth? It says that once upon a time we were animals, helpless and ignorant. But thank goodness for our big brains that allowed us to develop technology and become the masters of nature. Our control isn’t complete yet, but we’re getting there. Someday we will transcend nature completely. We will conquer the atom. We will conquer outer space. We will conquer death, even. Just like we overcame the sound barrier, and split the atom, there’s no limit to our ascent. I call this myth “Ascent” – The Ascent of Humanity.

Fifty years ago, people totally believed in this. They thought that someday we will eliminate all insects and have a garden Earth. We’ll eliminate all the bad species, all the harmful species, all the pests. We’ll spray DDT everywhere, and pollination will be done by machines. We’ll have hydroponics or we’ll synthesize our food. We won’t even need nature anymore. Everybody believed it. Almost. But we don’t believe it anymore because our stories are changing. One reason they’re changing is that they’re not working anymore. Not very many people still think that all disease will be conquered by the year 2000. That was what top medical researchers were saying in the 1950s. It was obvious – cholera, small pox, plague, diphtheria, tetanus, and polio – they had all succumbed to the arsenal of modern medicine. So of course cancer is next. Heart disease. But it hasn’t happened. In fact, instead all these new diseases are appearing that our methods of conquest and control are helpless against.

Another example is the social paradise that we were supposed to have when the methods of science were applied to society. The social sciences, political science, social engineering. We were supposed to have an age of leisure by now, too. Because after all, a machine can do the work of a thousand men. People were saying this in 1790. “Very soon every person will only have to work a thousandth as hard.” Alvin Toffler was saying that in the 1980s, too: “By the year 2000 the greatest problem facing society will be what to do with all our leisure time.” But that hasn’t happened either. We’re working even harder.

We’re working harder than hunter-gatherers worked. An anthropologist, Richard Lee, did a study in the Kalahari desert where there’s an annual rainfall of about 5 inches per year – one of the harshest climates on Earth. You’d think that it was a struggle for survival there, if anywhere. But he notices “These guys aren’t working very hard. They seem to enjoy lots of leisure, no anxiety. How much are they working?” So he followed them around with a notebook and complied how much time they actually spent working. It was about 20 hours per week. And a lot of that work is what we would consider recreation. Going out hunting counts – people do that for recreation now. Or going out gathering, with the kids running around and chatting with your friends. That was what those 20 hours of work per week were.

After two hundred years of technological development, can’t we do any better than that? That’s what I’ve been asking myself for such a long time. I read about children in Haiti eating dirt because they’re so hungry. Can’t we do better than that? Or just looking at all the ugly buildings in the town where I live. Shouldn’t we have a world full of beautiful buildings?

I think that everybody carries in their hearts the knowledge that a more beautiful world is possible. Children feel it. Teenagers especially feel it very strongly, and we call it idealism. But many forces conspire to tell us: “That’s just youthful idealism and you’ll grow out of it.” And the world that’s presented to us as normal is the only possibility. And there’s really nothing wrong with it. If there was something really wrong with it… Come on guys, I just told you about this radioactive waste, and you know about global warming, coral reefs dying – that can’t be true. And one in seven children in North America going to bed hungry – that can’t be true. Someone must be lying to you because if that were true, people would be in an uproar about it. If we were really destroying the basis of civilization on Earth people would be in an uproar about it, right? But they’re not. They’re reading about Kim Kardashian and interested in hockey. There’s nothing wrong with hockey… But just the fact that society is obsessed with celebrities and sports, basically it says to you: Things couldn’t be that bad.

A lot of us have been very lonely for many years in this suspicion that there’s something really wrong with the world. Maybe it’s not even a conscious knowledge. If it’s a conscious knowledge, maybe we rebel consciously and develop a political consciousness. If it’s an unconscious knowledge, we rebel unconsciously – by cultivating habits of procrastination and laziness, by becoming depressed, by getting addicted to something. This is basically a mutiny of the soul that says, “I’m not going to participate in this. I would rather stay in bed than live the wrong life.” And then we’re told, “Well, there’s a problem with you. If you are depressed, if you can’t get out of bed, if you procrastinate, if you can’t motivate yourself to be a success, to do the things that you need to do, to develop good work habits – there’s a problem with you.” But maybe the problem isn’t with you, maybe you’re actually healthy. Maybe we don’t have to fight ourselves to be virtuous and to be productive.

School, for example, is all about training us to do things that we don’t care about for the sake of an external reward. And that’s considered a good thing. It’s considered normal for life to suck. It’s considered normal to hate Monday. Can’t we create a better world than that? Where we hate life? Where we hate Monday? Where we want the week to be over? Where we look forward to retirement?

When I taught at university, 21-year-olds were looking forward to retirement, “Because then I get to do what I want to do. I get to live my life then.” And not wanting to participate in the conversion of all that is good and beautiful into money.

So like I said, these stories of the separate self and the ascent of humanity are becoming obsolete. They’re not working anymore. They’re falling apart, and giving birth to new stories. You could even say that all of the crises that we face today – the financial crisis, the soil crisis, (some of them people don’t know as much about), the water crisis, the biodiversity crisis, the energy crisis, the political crisis, health-care crisis, the educational crisis, the list goes on and on – we can look at them as a birth crisis. People don’t change individually until the world falls apart, at least I never change until the world falls apart. (Even then, I still try to make it work for a while.) Maybe societies are the same way. Maybe this is how change happens. Maybe this is how transition happens. And what these crises are propelling us toward – it’s kind of like being born. We don’t really know what it’s going to be like, this new world, but we see a light ahead of us. The cervix has opened.

The stage of birth that precedes that is the stage where the cervix hasn’t opened yet but the uterus is already starting to contract. And it’s kind of a hell stage where there’s no exit. Stanislav Groff writes about this. There’s no exit, there’s no hope, and you’re in despair. And then eventually the cervix opens and you can see a glimpse of something. Culturally I think we caught a glimpse of this during the age of the hippies. They caught a glimpse of our destination. And it seemed so obvious to them that in 5 years war would be obsolete and all of these other institutions would be obsolete because of the shift in consciousness. I think they were seeing something true. When you experience these things, it doesn’t feel like an excursion from reality, or a fantasy. It feels like a glimpse of the way things really could be.

The new story that we’re being born into, the new story of the self – everybody knows what it is. It’s the connected self. It says you’re not this discrete separate consciousness. But your being partakes in the being of everybody and of all things. To be is to relate. To exist is to relate. You are your relationships, so it’s even deeper than interdependence. Interdependency would be “I’m still separate but I have relationships.” But relationships aren’t something we have, relationships are something that we are. Therefore, when a species goes extinct, something is lost in us – forever. And it hurts. When a forest is bulldozed, when an old-growth forest is destroyed, something in us is lost and we can feel the pain of that. In the logic of separation, that’s ridiculous. Why should that hurt? Who cares about that forest? Maybe I’m even benefitting from cutting it down. Who cares about the seals being clubbed in Newfoundland? Who cares about that? That’s not me being clubbed. Who cares if people are getting sick, as long as I’m keeping my distance from them? Who cares if there are riots in the ghettos? I can live in a gated community. I can separate myself. What I do to the world doesn’t necessarily have to affect me if I can exert enough power, if I can exert enough control, if I can master more forces.

More force. That’s the logic of separation. But it’s phony logic because we can feel – in our hearts. It hurts right here. We can feel that what happens to any other being is happening to us, too. Which is actually much more visibly true in a gift economy. If you start alienating people then you’re going to suffer. If someone breaks their leg, that’s less gifts that are going to come to you. But it’s not true in a money economy like ours where it’s not as obviously true.

So that’s the new story of the self – the connected self.

The new story of the people – I’m going to elaborate on that one a little bit. Part of this despair that many of us go through is that we look at human behavior, we look at what civilization has done on earth and we think that maybe humans are just bad. We’re nature’s mistake. We forgot something important and we’re destroying the earth because of it. Some radical writers say that. Derek Jensen, John Zerzan. They say agriculture was a big mistake. Or even symbolic culture – language was a big mistake. It began to separate us and we became more and more separate from nature and now we have almost destroyed it. “We should go back to being hunter-gatherers.” And no other being in nature thinks that it can grow forever. “Exponential growth – that doesn’t happen in nature.” But actually it does happen in nature. If you introduce bacteria into a medium where there are no bacteria yet but there’s food, they will grow exponentially for a while, until the population levels off. It might peak and then dip and then level off. But there is a growth phase. Same with an immature ecosystem. Same with an immature person.

There’s a phase where you grow and you are entitled. You feel entitled to receive from your parent. That’s what your love relationship is. It’s one of receiving, and you grow. And that’s humanity’s relationship with Earth up until now – where we’ve pretty much taken nature’s gifts for granted. But then at some point, growth ends. The ecosystem reaches maturity, the child reaches adulthood, and as growth ends two things happen. First, there’s some kind of ordeal that marks this transition. Ancient cultures understood this, so they created coming-of-age ordeals for the children to mark the passage into adulthood. Coincidently enough, these rituals involved your world falling apart – either through psychedelic plants or physical pain or isolation. Everything that you thought was so solid and secure and permanent – your child’s world fell apart. You didn’t know who you were anymore. Your identity fell apart. And then you gained a larger identity, an understanding of your place in the tribe. Therefore, you were an adult, and you joined the tribe for real. That’s what is happening now to humanity. We’re going through a coming of age ordeal that feels like the world is falling apart that is changing our identity in relationship to nature. No longer separate from nature. And then we’re joining the tribe of all life on earth.

The other thing that happens at this stage of life is that you fall in love. And this love relationship is different from the relationship of a child to a parent. Because you no longer just want to receive. You also want to give. Even as a teenager, you want to give something to your sweetie. And then you want to co-create. And that’s what humanity now is moving into. It started again in the 60s when the environmental movement was born into mass consciousness and people wanted to protect Earth, and give back to Earth. And it happened when the astronauts beamed down those photographs of the planet, which was the first time that most people saw Earth without borders drawn on it. People had never seen that before. Today it’s almost a cliché image – planet Earth. But even today it arouses some kind of wonder and reverence. When it first came down it was a revelation to people. The astronauts felt it. They all fell in love, too. “I was up there and I didn’t see any borders on Earth and I felt an overwhelming desire to protect this planet. And I felt love for every person on the planet. I could cover the Earth with my thumb, and I realized that everything precious to me was on that little dot. All of literature, all of music, everybody I love, all of history, all of human striving is on this little, fragile, dot.”

And so we fell in love with Earth. And today, everybody on some level wants to devote their gifts in service of other beings, and in service of the earth. For the connected self, it’s not true that we’re in competition, and that more for you is necessarily less for me. More for you is more for me, too. And those are the things that we’re attracted to now. We are no longer attracted to the conquest of nature. Unfortunately, our institutions haven’t caught up with the shift. Especially the institution of money. It still embodies separation and ascent, too. It compels both.

What I write about in my book is: What would money have to look like to embody the new story of the people and the new story of the self? What would money have to look like to make wealth be a matter of how much you give, not how much you keep? What would money have to look like to obey the law of ecology – that there’s no waste, that everything you create needs to be food for something else. How can we create an economic system that embodies those truths? It’s not a rhetorical question. That’s what I write about in the book.

Basically the book is how we got here, why money is the way it is, what would it look like to be something that we would call sacred, and then how do we align ourselves on a personal level with this shift. I kind of get sick of stuff about what “we” should do. What about me. What can I do now that doesn’t depend on lots of other people doing the same thing? That’s another source of despair. “I can ride my bike, recycle. Then there’s all those greedy people in those SUVs and what difference does it make, what I do?” I act from my heart and I rescue a puppy. How is that going to make a difference? The logic of separation says: It couldn’t make a difference because you’re just a separate little being and change is governed by the laws of physics, the laws of force. How could it make a difference – anything that you do? Especially if it is taking care of a puppy, or taking care of a sick person. How’s that going to change the world? But, again, that’s the mind and the logic that we’ve received, but our hearts know that those are all significant acts. That somehow that makes a difference. The connected self, the story of the connected self, understands that: Of course it makes a difference. Of course. Because anything that you do affects all beings. So logic and heart don’t have to be in contradiction anymore. That’s the significance of this transition in stories. We no longer have to enact this war against ourselves.

I’ll say just a couple things about what money will look like. I also write about how the transition can happen.

We have Michael Linton in the audience. He’s one of the pioneers of a different kind of money system, where money is not scarce because it is created by the transaction itself. Where it’s kind of like an ancient gift economy, where you do something for somebody and the community witnesses it. They don’t necessarily keep track of exactly how valuable it was, but there’s a general sense of who’s been giving a lot, who’s been receiving a lot, who’s been generous. For someone to be generous in that setting, they don’t have to have a lot of wealth. But that wealth is created through the giving. So why not have money like that, too? Why not say, “OK, I’m going to mow your grass, and we’ll make my credit go up by $10, and yours go down by $10. We create our own money, we create our own credit. We don’t have to go to a bank to get the money to create transactions. This system is known by the acronym, LETS: Local Exchange Trading System. So that’s one thing that I write about.

Another thing is what money would look like if instead of bearing interest, it had the negative of interest. If it decayed, just like everything else in the universe decays. Right now, money seems to be an exception. If wealth is in the form of grain or potatoes or iron or anything that you have to keep – the grain decays over time. How are you going to stay rich? You can’t be rich by just having a lot. But money’s not the same. Money doesn’t decay. So if I have a thousand loaves of bread right now, how am I going to be rich? If I keep them, they’re going to be stale in 3 days. The only way that I can be rich is to give everybody in this room a couple loaves of bread. It could just be a gift, but maybe we’re in a money economy, maybe I’ll say, “I’ll lend you these at zero interest, and you give me two loaves whenever you have more than you need. Or, whenever I need it, I’ll ask you for those two loaves of bread.” If I’ve given out a thousand loaves of bread, I’m really rich because for the rest of my life I’ll be able to get bread.

But that’s not the way we use money. If I have this bread and I say, “OK, I’m going to lend it to you, but only if you give me 3 loaves of bread back in a year,” I don’t have the leverage to do that. Everybody knows that if I keep them, they’re going to go bad. Money could work that way too, if money decays. This feature of money isn’t a half-baked idea, actually, it’s been developed by economists. John Maynard Keynes spoke very highly of it. It turns everything on its head.

So for example, (this story is based on something that actually happened): Let’s consider a company that owns an island with old-growth forest. They have a decision. “Either we can log this island sustainably and make a million dollars per year forever, or we can clear-cut the forest and destroy it, and make 100 million dollars this year. What should we do?” What would you do? Well, if you are rational you would clear-cut it and get that 100 million dollars, invest it in treasury bonds at 3 percent interest, and make 3 million dollars per year, not just 1 million. Well, maybe you are an environmentalist and you don’t want to do that. So you say, “Sorry, I’m the CEO. I’m not going to do that.” Fine. But now a corporate raider comes and says, “Your company is poorly managed. You could be having a cash flow of 3 million dollars from this asset. But you’re only getting a cash flow of 1 million dollars from this asset. Your stock price is based on lower corporate income than you could be having. Therefore, your stock is undervalued. So, I’m going to go to an investment bank, borrow enough money to buy your company, buy the company, cut down the forest, pay back the bank, and get rich.

This actually happens. As CEO, the only way you can stop this hostile takeover is by raising your stock price. And the way you do that is you cut down the forest. So that’s market discipline for you. It hardens a soft heart.

Now suppose you are the CEO of Earth and you are absolute dictator. Extraterrestrials come and they say, “We’d like to buy Earth, and we’re going to make it worth your while. Gross world product right now is 60 trillion dollars per year. How would you like 10 quadrillion dollars? Right now. Why, the interest on that alone is way more than 60 trillion dollars per year. You’ll be rich! We’re going to buy the planet from you. We’re going to destroy the atmosphere. We’re going to pollute the oceans. We’re going to destroy the planet. We’re going to mine it and build a big amusement park in another galaxy with the raw materials.” So do you want to say yes to this deal? Obviously not. But we are saying yes to this deal – collectively. And it’s driven by the money system. But if money has negative interest, then you’d rather have a million dollars per year in perpetuity rather than 100 million dollars right now.

Those are just two little examples of how to align money with what has become sacred to us.

 

The Ascent of Humanity is about the history and future of civilization from a unique perspective: the evolution of the human sense of self. This book describes how all the expressions of our civilization—its miraculous technology as well as the pillage of earth, culture, goodness, and beauty—arise from our identity, our way of being, “the discrete and separate self”. The gathering crises of our age demonstrate that this way of being is on the verge of collapse. And this collapse is setting the stage for a revolution in human beingness whose stirrings we already begin to feel.

The Ascent of Humanity is about Separation: its origins, its evolution, its ideology, its effects, its consummation and resolution, and its cosmic purpose. What is the purpose of the grandeur and the ruin we have wrought? If civilization is to collapse, Why? and What for? Will we then go back to the Stone Age, or will we be born into something entirely new? This book draws from mythological sources, as well as natural processes of birth and transformation, to offer a narrative framework for the majesty and madness of human civilization.

More than anything, The Ascent of Humanity is about how to create the more beautiful world our hearts tell us is possible. I have long found most prescriptions for “what you can do” to reverse humanity’s trajectory of ruin quite empty. Recycle your bottles and turn off the faucet when you brush your teeth. Write your Congressman. What are these tiny individual actions against the juggernaut of destruction that consumes oceans, trees, soil, and culture?

This book offers an entirely different approach that begins with the reconception of our very selves. It invalidates the logic of despair that so many activists have felt, that arises inescapably from the conception of ourselves as discrete and separate subjects in a world of other. This is the ideology of separation. The ideology that has created the human realm we know is the same ideology that has us despair we can ever change it. Wait, did I say “we”? I mean actually “you” and “I”. “We” is often disempowering too, because it leads us to wish, “Oh if only everyone would get it, then we would have a better government, better laws, and stop being so greedy.” But they don’t—how could I make them?—and the despair comes back. Helplessness. Frustration. This may be the only book you have ever read that fully gets the enormity of the crises facing us, yet responds neither with despair nor with fantasy suggestions about what “we” should do about it. Available on Amazon, also fully available on line at www.ascentofhumanity.com

 

 

The Ascent of Humanity

 

About the on-line version of the book

The following material is from the penultimate draft of The Ascent of Humanity. A few proofreading comments and footnotes haven't been incorporated, but overall, the content is 99% congruent with the print version of the book now available on Amazon.com.

I have put the entire text on line because I believe it is important for these ideas to circulate as widely as possible in the present time of crisis. In the book, I write of a coming shift from a profit-taking economy to a gift economy, from an economy of "how can I take the most?" to "how can I best give of my gifts?" This future, in which the anxiety of "making a living" no longer drives us, will arise out of the transformation in the human sense of self that is gathering today. But it is NOT ONLY A FUTURE. We can live it now too. It is in this spirit that I offer you The Ascent of Humanity on line.

The cover price of the 600-page print edition is $25. I leave it to you to decide what is a fair price for this online edition, and you are of course also welcome to read it for free. On the voluntary payment page linked below I explain a bit more about why I am not making people pay for this work. The planet is returning to the spirit of the Gift, and I am pleased to join in that turning.

 

 

Contents:

  • Introduction
  • Chapter I: The Triumph of Technoloy
    • Gee Whiz—The Future!
    • Utopia Postponed
    • The Addiction to Control
    • From Separation to Boredom
    • From Affluence to Anxiety
  • Chapter II: The Origins of Separation
    • The Biological Origins of Self
    • Fire and Stone
    • Labeling the World
    • Mathematics and Measure
    • Keeping Time
    • Images of Images
    • The Marvelous Piraha
    • Cultivation and Culture
    • The Machine
    • Religion and Ritual
    • The Playful Universe
  • Chapter III: The Way of the World
    • The Scientific Method
    • My Personal Age of Reason
    • Masters of the Universe
    • The Quest for Certainty
    • Reducing Reality
    • The Ghost in the Machine
    • The Origin of Life
    • Alone in the Universe
  • Chapter IV: Money and Property
    • The Realm of Me and Mine
    • Alone in a Crowd
    • The Anonymous Power
    • Social Capital
    • Cultural Capital
    • Natural Capital
    • Spiritual Capital
    • Time, Money, and The Good
    • The Economics of Other
    • Interest and Self-Interest
    • The Crisis of Capital
  • Chapter V: The World under Control
    • The Total Depravity of Man
    • The Winners and the Losers
    • Life and Death
    • Yes and No
    • The Pressure to Break Free
    • Molding Minds
    • The Great Indoors
    • Life under Contract
    • The War on Germs
    • The War on Suffering
    • Life in a Playpen
  • Chapter VI: The Crumbling of Certainty
    • The End of Objectivity
    • Truth without Certainty
    • Order without Design
    • The Nature of Purpose
    • The Purpose of Nature
    • Life without a Replicator
    • The Community of Life
    • The Genetic Plenum
  • Chapter VII: The Age of Reunion
    • The Convergence of Crises
    • The Currency of Cooperation
    • The Restorative Economy
    • The Age of Water
    • Technologies of Reunion
    • Work and Art United
    • Back to Play
    • The Medicine of Interbeingness
    • The Spirit of the Gift
    • Storyteller Consciousness
    • In Love with the World
  • Chapter VIII: Self and Cosmos
    • Human Nature Restored
    • The Fall
    • The Perinatal Matrix
    • The Gaian Birthing
    • Eulogy and Redemption
    • At Play Beside The Tower

 

 

 

Die Renaissance der Menschheit

von Charles Eisenstein
aus dem Amerikanischen von Eike Richter und Jürgen Hornschuh

 

Vorwort zur Online-Ausgabe

Das folgende Material ist eine Übersetzung der englischsprachigen Online-Version von The Ascent of Humanity und unterscheidet sich nur unwesentlich von den gedruckten Ausgaben des Buches.

Ich habe den Volltext online gestellt, weil ich möchte, dass die darin enthaltenen Ideen angesichts der sich zuspitzenden Krisen so weit wie nur möglich verbreitet werden. Im Buch spreche ich vom kommenden Wandel unserer profitorientierten Wirtschaft hin zu einer Geschenkwirtschaft. Diese Zukunft, in der wir nicht mehr von der Angst um "Lohn" und "Lebensunterhalt" getrieben sein werden, wird aus einer Änderung der menschlichen Selbstwahrnehmung erwachsen, die bereits heute spürbar ist. Das soll jedoch keine Zukunftsmusik darstellen; wir können schon jetzt so leben. In diesem Geist biete ich dir mein Buch zum Lesen an, ohne dass du dafür Geld bezahlen musst.

Falls du möchtest, kannst du trotzdem deinen Dank auszudrücken, indem du meine Arbeit mit einem Gegen-Geschenk unterstützt. Der Ladenpreis der 600-seitigen Druckausgabe beträgt in den USA $25. Ich überlasse es deiner Einschätzung, was ein fairer Preis für die Online-Edition wäre; und natürlich steht es dir auch frei, nichts zu bezahlen. Auf der Seite "Geschenk machen" erkläre ich ein wenig näher, wie es geht und weshalb ich dieses Modell gewählt habe. Im Buch gehe ich detailliert darauf ein, was es heißt, im Geschenk zu leben. Die Erde beginnt nun wieder, diesen Geist zu atmen und ich bin schätze mich glücklich, daran teilzuhaben.

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

  • Vorwort zur Online-Ausgabe
  • Einführung
  • Kapitel I: Triumph der Technologie
    • Heißa, die Zukunft!
    • Verschobenes Utopia
    • Kontrollsucht
    • Von der Trennung zur Langeweile
    • Von der Langeweile zur Angst
  • Kapitel II: Die Ursprünge der Trennung
    • Die biologischen Ursprünge des Selbst
    • Feuer und Stein
    • Die Welt etikettieren
    • Mathematik und Maß
    • Zeitnahme
    • Bilder von Bildern
    • Die fabelhaften Pirahã
    • Kultivierung und Kultur
    • Die Maschine
    • Religion und Ritual
    • Das spielerische Universum
  • Kapitel III: Der Lauf der Welt
    • Die Wissenschaftliche Methode
    • Mein persönliches Zeitalter der Vernunft
    • Herren des Universums
    • Das Streben nach Gewissheit
    • Wirklichkeit reduzieren
    • Der Geist in der Maschine
    • Der Ursprung des Lebens
    • Allein im Universum
  • Kapitel IV: Geld und Besitz
    • Das Reich von Mir und Mein
    • Allein in der Menge
    • Die anonyme Macht
    • Soziales Kapital
    • Kulturelles Kapital
    • Naturkapital
    • Spirituelles Kapital
    • Zeit, Geld und das Gut
    • Die Ökonomie des Anderen
    • Zins und Eigeninteresse
    • Die Krise des Kapitals
  • Kapitel V: Die Welt unter Kontrolle
    • Die vollkommene Verderbtheit des Menschen
    • Die Gewinner und die Verlierer
    • Leben und Tod
    • Ja und Nein
    • Befreiungsdruck
    • Den Geist formen
    • Der Große Innenraum
    • Das Leben unter Vertrag
    • Der Krieg gegen Keime
    • Der Krieg gegen das Leid
    • Leben im Laufstall
  • Kapitel VI: Das Bröckeln der Gewissheit
    • Das Ende der Objektivität
    • Wahrheit ohne Gewissheit
    • Ordnung ohne Plan
    • Die Natur des Zwecks
    • Der Zweck der Natur
    • Leben ohne einen Replikator
    • Die Gemeinschaft des Lebens
    • Das genetische Plenum
  • Kapitel VII: Das Zeitalter der Wiedervereinigung
    • Anhäufung von Krisen
    • Kooperationswährungen
    • Restaurative Ökonomie
    • Das Zeitalter des Wassers
    • Technologien der Wiedervereinigung
    • Arbeit und Kunst im Einklang
    • Rückkehr zum Spiel
    • Ganzheitliche Medizin
    • Im Geist des Geschenks
    • Das Bewusstsein des Geschichtenerzählers
    • In die Welt verliebt
  • Kapitel VIII: Selbst und Kosmos
    • Geheilte menschliche Natur
    • Der Fall
    • Geburt als Muster
    • Gaias Gebären
    • Lamento und Erlösung
    • Spiele im Schatten des Turms

Anregungen von Elmar Altvater

Elmar Altvater (* 24. August 1938 in Kamen) ist ein deutscher Politikwissenschaftler, Autor und emeritierter Professor für Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Nachdem er zum 30. September 2004 emeritiert wurde, blieb er in Forschung und Lehre weiter am Institut aktiv. Des Weiteren ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac und er war im Jahr 2006 Vorsitzender des Ständigen Volkstribunals gegen europäische transnationale Unternehmen. [Quelle: Wikipedia]

 
 

 

Das Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen

 

Alles auf Erden findet in den Grenzen von Raum und Zeit statt. Auch der Kapitalismus hat einen Anfang und folglich auch ein Ende. Der Kapitalismus ist historisch. Dies wird jedoch keineswegs allgemein akzeptiert, im Gegenteil. Doch wo kein Ende ist, bleibt der Anfang im Dunkel: Kapitalismus scheint heute zur inneren Natur der Menschen zu gehören, so wie der Stoffwechsel mit der äusseren Natur, als wäre Kapitalismus eine condition humaine. Geriete der Kapitalismus an Grenzen, hörte der Metabolismus, der Stoffwechsel, auf. Das wäre das Ende der Menschheit, vielleicht sogar des Lebens auf Erden. Dieses Denkmuster ist keine blosse Spekulation, es charakterisiert einen nach 1989 verbreiteten Diskurs. Das „Ende der Geschichte" sei erreicht, weil paradoxerweise die moderne kapitalistische Gesellschaft mit ihren sozialen und politischen Institutionen und Prozeduren (formale Demokratie, Markt, Pluralismus) und mit ihren Theorien und Ideologien den Höhepunkt der sozialen Entwicklung des Menschengeschlechts markiere. Sie scheint grenzenlos, ewig und daher geschichtslos zu sein. Eine andere, nicht-kapitalistische Gesellschaft befindet sich ausserhalb des Gesichtskreises der Zeitgenossen: „There is no alternative", lautet Margret Thatchers gedankenlosester und zugleich berühmtester Spruch. Für immer Kapitalismus, weil gesellschaftliche Alternativen keinen historischen Sinn machen. Wer angesichts dieses weltweit vorherrschenden Diskurses das Ende des Kapitalismus dennoch für möglich hält oder gar auf dessen Überwindung politisch hinarbeitet, gilt als weltfremder Narr, der das Rad der Geschichte drehen möchte, obwohl es zum Stillstand gekommen und seine Bewegung blockiert ist. Die Geschichte ist am Ende, die „beste aller möglichen Welten" ist Wirklichkeit geworden. Nun hilft nur noch der Rekurs auf Leibniz und die Theodizee: Da die Welt insgesamt vom gütigen und gerechten Gott geschaffen ist und die göttliche Weisheit nicht in Frage gestellt werden kann, ist die Welt, in der wir leben, trotz der chaotischen Verhältnisse, trotz des Bösen, die „beste aller möglichen Welten". Kapitalismus erhält, wie Walter Benjamin kritisierte, etwas Religiöses. Voltaire hat diesen heroischen Fatalismus in seinem Roman „Candide" schon im 18. Jahrhundert, im vorrevolutionären Frankreich, persifliert. Heute hätte ein moderner Voltaire viel mehr Anlass, sich über die Verhältnisse im globalisierten Kapitalismus und über dessen dunkle Seiten, über Krieg und Elend, ökologische Zerstörung und soziale Ungleichheit, über Terror und Krieg gegen den Terror, über Folter und Geheimgefängnisse aufzuregen. Wenn die Geschichte weitergehen und die „beste aller möglichen Welten" politisch gestaltet werden soll, muss auch über das Ende des Kapitalismus nachgedacht und müssen Alternativen entwickelt und erprobt werden. Reden wir also über das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen. Wie wir ihn kennen: Denn die Zukunft ist offen, und wir wissen nicht, welche Gesellschaftsform diejenigen erstreiten, die einen Ausweg aus dem Kapitalismus, wie wir ihn kennen, finden müssen. Ich möchte im Folgenden zunächst der Frage nachgehen, welche Eigenschaften den Kapitalismus charakterisieren und wie die menschheitsgeschichtlich einmalige Dynamik seit der industriellen Revolution zu erklären ist. Die Übereinstimmung von sozialer Formation, Technik, Markt und fossilen Energieträgern, die seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand, ist wesentlich dafür verantwortlich. Aber ist diese Konstellation für immer gewährleistet? Der Historiker Fernand Braudel gibt uns hier einen bedeutsamen Hinweis, wenn er schreibt: „Der Kapitalismus, davon bin ich [...] überzeugt, kann nicht durch einen ‚endogenen‘ Verfall zugrunde gehen; nur ein äusserer Stoss von extremer Heftigkeit im Verein mit einer glaubwürdigen Alternative könnte seinen Zusammenbruch bewirken". Man wird sich also auf die intellektuelle und zugleich ganz praktische Suche nach den äusseren Erschütterungen und den im Inneren der Gesellschaft heranreifenden überzeugenden Alternativen machen müssen. Allerdings erweitern wir das uns von Braudel aufgegebene Programm um die Suche nach den im Inneren der Gesellschaften heranreifenden und sich zuspitzenden Widersprüchen, die genauso wirksam die Grundlagen der Stabilität der Entwicklung bedrohen können wie die äusseren Anstösse. Doch Fernand Braudel hat Recht; für sich allein können innere Krisen kaum den Zusammenbruch des Systems zur Folge haben. Die inneren Krisen - das sind heute die globalen Finanzkrisen mit ihren ganze Kontinente erschütternden Wirkungen. Die äusseren Anstösse - das sind die Grenzen der Verfügbarkeit fossiler Energieträger und die aus ihrer Verbrennung resultierenden Klimafolgen. Interne Alternativen, das sind gesellschaftliche Initiativen für erneuerbare Energien und für die Verwirklichung solidarischer Wirtschaftsformen.

 

Kapitalismus ohne Ende?

 

Der Begriff Kapitalismus taucht erstmals im 18. Jahrhundert auf, setzt sich allerdings erst sehr viel später durch. Adam Smith und David Ricardo verwenden den Begriff nicht, und auch im „Kapital" von Marx findet man den Begriff nur ein einziges Mal (im 2. Band, 4. Kapitel). Erst Werner Sombart führt den Kapitalismus-Begriff in seiner epochalen Analyse der historischen Entwicklung vom „Vorkapitalismus" über den „Frühkapitalismus" zum „Hochkapitalismus" ein. Im „Hochkapitalismus" hat sich der Kapitalismus als System gegenüber anderen „Wirtschaftsstilen" und „Wirtschaftsgesinnungen" durchgesetzt. Auch für Marx ist die kapitalistische Produktionsweise bzw. Gesellschaftsformation historisch, sie sind aus anderen Produktionsweisen - im westlichen Europa aus dem Feudalsystem - hervorgegangen, und es werden andere folgen. Aber wie muss man sich das Ende vorstellen, bricht der historische Kapitalismus zusammen? Auf diese Frage hat der schon zitierte Fernand Braudel eine deutliche Antwort: Der „Kapitalismus als Struktur [ist] von langer Dauer", schreibt er, und „der Kapitalismus als System" hat „alle Aussichten", auch die schwerste Krise zu überstehen, „ja es könne sogar sein, dass er wirtschaftlich [...] gestärkt aus ihr hervorgeht". Kapitalismus also ohne Ende? Sicher nicht, aber die Stabilität der modernen kapitalistischen Gesellschaften darf nicht unterschätzt werden. Denn sie ist eine Folge der ausserordentlichen Dynamik kapitalistischer Gesellschaften, und diese kann sich so recht entfalten, wie die fossilen Energien mit Hilfe der neuen Techniken der industriellen Revolution die begrenzten biotischen Energien von Mensch und Tier ergänzen und ersetzen. Denn die fossilen Energien - Kohle, Gas und vor allem Öl - sind der kapitalistischen Produktionsweise höchst angemessen. Fossiles Energieregime und soziale Formation des Kapitalismus passen nahtlos zusammen, und dies aus mehreren Gründen. Erstens können fossile Energieträger anders als Wasserkraft oder Windenergie weitgehend ortsunabhängigeingesetzt werden. Sie können von den Lagerstätten relativ leicht zu den Verbrauchsorten gebracht werden, heute mit Hilfe von Pipelines und Tankschiffen. Die ökonomische Geographie wird weniger von natürlichen Gegebenheiten, als von der Kalkulation der Rentabilität von Kapitalanlagen an verschiedenen und miteinander konkurrierenden Standorten beeinflusst. Zweitens sind fossile Energieträger zeitunabhängig, da sie leicht zu speichern sind und 24 Stunden am Tag, und dies über das ganze Jahr unabhängig von den Jahreszeiten, genutzt werden können. Anders als die biotischen Energien, die nur dezentral in zumeist kleinen Einheiten in nützliche Arbeit umgesetzt werden können und in aller Regel nur dann, wenn die Sonne scheint, erlauben die fossilen Energien Konzentration und Zentralisierung ökonomischer Prozesse, wenn es das Rentabilitätskalkül sinnvoll erscheinen lässt. Die fossilen Energieträger können jedes Grössenwachstum mitmachen, also mit der Akkumulation des Kapitals mitwachsen. Drittens besitzen fossile Sekundärenergien, vor allem die Elektrizität und der Verbrennungsmotor, alle Vorzüge der Mobilität, der Dezentralisierung, des flexiblen Einsatzes in allen Lebenslagen und Arbeitsbereichen. Das reicht vom Kinderspielzeug, den Geräten in einer modernen Küche und HobbyWerkzeugen bis zum PC oder Baukran und Geländewagen. Die Potentiale der Arbeit werden enorm gesteigert. Auch die Lebensformen in den Haushalten ändern sich radikal. Das elektrische Licht kann die Nacht zum Tag machen und daher soziale Rhythmen von den Naturgegebenheiten und Biorhythmen loslösen. Auch die Wucht politischer Herrschaft kann gesteigert werden, nicht zuletzt weil sich auch das Militär der Potenzen der fossilen (und auch der nuklearen) Energieträger zur Steigerung der Destruktionskraft bedient. Mit Hilfe von industrieller Technik, des Einsatzes fossiler Energien in der sozialen Organisation des Kapitalismus wird die Steigerung des „Wohlstands der Nationen" in einem Ausmass möglich wie niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Nach Adam Smith ist dies eine Folge der Arbeitszerlegung in der Fabrik und der Arbeitsteilung in der Gesellschaft, gelenkt durch die „unsichtbare Hand" des Marktes, heute erzwungen durch den globalen Wettbewerb. Denn der Kapitalismus ist von Anbeginn an ein - anfangs vor allem europäisch dominiertes - Weltsystem mit einer Dynamik, die heute als Globalisierung bezeichnet wird.

 

Fetisch Wachstum

 

Der jahresdurchschnittliche Anstieg der Pro-Kopf-Einkommen verzehnfachte sich von 0,22 Prozent in der Zeit zwischen 1000 bis 1820 auf 2,21 Prozent in den Jahren von 1820 bis 1998. Der Lebensstandard der Menschen in den Industrieländern hat sich seitdem ausserordentlich verbessert, Unterernährung und Hunger verschwinden - zumindest in Europa in friedlichen Zeiten. Zugleich wird seit der Industrialisierung gegen Ende des 18. Jahrhunderts jedoch der wachsende Wohlstand extrem ungleich verteilt. In Westeuropa beträgt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen im Jahre 1998 17921 USDollar, in den USA und Kanada liegt es bei 26146 US-Dollar. In Asien (ohne Japan) beträgt der Durchschnitt der Pro-Kopf-Einkommen aber nur 2936 USDollar und in Afrika 1368 US-Dollar - ein Zwanzigstel des Wertes in den USA. Wachstum ist also keineswegs mit mehr Gleichheit in der Welt verbunden. Im Gegenteil, Ungleichheit wird zu einer Lebenserfahrung und zu einem Ärgernis zumindest für jene, die zu den Benachteiligten gehören. Kapitalismus, dies zeigt sich von Anbeginn an, ist ein System der qualitativen Angleichung (alles wird in Geld und Kapital ausgedrückt) und der quantitativen Ungleichheitsproduktion: Die einen haben viel, die anderen wenig und einige gar keine Geldeinkommen. Daher sind auch die monetären Ansprüche an die Ressourcen der Erde höchst ungleich. Die Menschen haben einen verschieden grossen „ökologischen Fussabdruck". Ein unfreiwillig absurder Ausdruck der qualitativen Angleichung ist der Anspruch Angus Maddisons, alles in langen Zeitreihen über die Jahrhunderte und die Kontinente hinweg in normierten US-Dollar von 1990 messen zu wollen und zu können. Nun erst wird Wachstum, nachdem es so dramatisch seit der industriellfossilen Revolution gesteigert werden konnte, eine zentrale Kategorie in modernen ökonomischen Diskursen. Es wird zum Fetisch. Wachstum sei „gut für die Armen", behaupten Weltbank-Autoren. An der Wachstumsrate wird Regierungspolitik im internationalen Vergleich bewertet, zum Beispiel seitens der OECD. Der Council of Economic Advisers des US-Präsidenten hat in seinem „Economic Report of the President" im Jahre 2003 das sechste Kapitel ganz der Frage gewidmet, warum Wachstum im Wesentlichen Vorteile bringt. Einige „Pro Growth Principles" werden vorgestellt. Dazu gehören unter anderen: wirtschaftliche Freiheit, Wettbewerb und Unternehmertum, makroökonomische Stabilität, Privatisierung, Offenheit für internationalen Handel, ausländische Direktinvestitionen und Liberalisierung der Finanzströme. Das ist die neoliberale Agenda pur. Die Weltökonomie muss wachsen, lautet das Credo, das unzählige Male wiederholt wird. Der Wachstumsimperativ ist also fest verankert in den ökonomischen und politischen Diskursen. Je höher das Wachstum, desto weniger wirtschaftliche, soziale und politische Probleme - und umgekehrt. Kein Wunder also, dass auch im Koalitionsvertrag vom November 2005 „neues Wachstum" als ein vorrangiges Ziel gilt. Man will nicht wahrhaben, dass das ökonomische Wachstum nicht geometrisch, sondern linear ist und sich mit der Zeit dem Grenzwert Null naturgesetzlich nähert. Erst seit den 1920er Jahren entsteht die Wachstumstheorie. In der frühen Sowjetunion beginnt die Planung der Wirtschaft. Jetzt kommt es darauf an, dass die Proportionen der Branchen und Abteilungen (Investitions- und Konsumgüter) stimmen. Mit der keynesianischen makroökonomischen Wende nach dem grossen Schock der Weltwirtschaftskrise vor einem Dreivierteljahrhundert kommt die Wachstumsfrage auch in der westlichen ökonomischen Theorie auf die Agenda, zumal inzwischen der „Systemwettbewerb" ausgebrochen ist. Das erklärte Ziel lautet: Steigerung der Wachstumsraten, um den Kapitalismus „einzuholen und zu überholen", bzw. - von westlicher Seite - um den Vorsprung gegenüber der Sowjetunion zu wahren. Wachstum wird zu einem Element der Alltagswelt und des Alltagsverständnisses sowie zu einer Selbstverständlichkeit, die überhaupt nicht selbstverständlich ist. Dies lässt sich am Beispiel der globalen Krise der Automobilindustrie darstellen: Die Entwicklung des Kapitalismus des 20. Jahrhunderts wäre gar nicht denkbar ohne das Automobil. Das Auto ist das entscheidende Symbol für Modernität, Wohlstand, Mobilität und Dynamik, es hat einen zentralen Stellenwert bei der Ankurbelung von Wachstum und bei der Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit von „Standorten". Die Automobil- und mit ihr verbundene Industrien hatten über Jahrzehnte überdurchschnittliche Zuwachsraten. Die Entwicklung einer eigenständigen Automobilindustrie gilt als Schlüssel der Industrialisierung schlechthin. Die Städte, die Kommunikationsund Transportstrukturen sind auf das Automobil zugeschnitten, also auf Beschleunigung und Expansion. Das Automobil ist das paradigmatische Produkt des fossilen Zeitalters. Ohne Öl kein Auto, und ohne Auto nicht die Art von Mobilität, die das 20. Jahrhundert und wenige Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts prägt - so lange die Versorgung mit Öl reicht. Der Fossilismus hat sich mit dem Automobil und allen seinen Begleiterscheinungen in den Lebenswelten eingenistet, zu einer Kultur verdichtet. In jeder Plastiktüte ist er präsent, und jeder Last-Minute-Flug ist ein (fossiles) Erlebnis - für die Generationen der Öl-Bonanza jedenfalls, für spätere Generationen nicht mehr. So kommt es, dass die Wachstumsdynamik nicht nur aus den Investitionen stammt, sondern auch aus dem Konsum. Wachstum wird zum Fetisch, dessen Lebenssaft aus fossilen Energieträgern, vor allem aus Öl, besteht. Damit geht eine paradoxe Verkehrung einher. In der Frühzeit der kapitalistischen Industrialisierung gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte die Nutzung fossiler Energieträger für den Antrieb des Systems industrieller Werkzeuge auch eine Steigerung des Wachstums zur Folge. Ein gesellschaftlicher Imperativ des Wachstums jedoch existierte in jener Epoche nicht, denn die Gesellschaften waren nicht vollständig durchkapitalisiert. Es gab nicht-kapitalistische Räume, in denen das Gesetz von Profit, Akkumulation und Zins keine volle Gültigkeit hatte. Heute ist Wachstum in die gesellschaftlichen Verhältnisse, in Produktion und Konsumwelt gleichermassen, eingeschrieben. Die Finanzmärkte spielen dabei eine immer wichtigere Rolle. In der globalen Konkurrenz der Finanzplätze nämlich werden Renditen von Finanzanlagen verlangt, die 20 Prozent und mehr betragen. So hohe Zuwächse hat es über längere Zeiträume auch in den Zeiten der Wirtschaftswunder nirgendwo gegeben. Wenn das Wachstum zur Bedienung von Finanzanlagen unzureichend ist, muss es gesteigert werden, oder/und es findet ein brutaler Prozess der Umverteilung zu Gunsten der Finanzanleger auf globalen Märkten statt. Bevor ich auf die Frage eingehe, was passiert, wenn der Treibstoff des Wachstums, die fossilen Energieträger, in den nächsten Dekaden ausgehen sollte, müssen wir uns der Funktionsweise der Finanzmärkte zuwenden. Finanzkrisen sind interne, sich aus der Funktionsweise des Systems ergebende Schocks, die ganze Gesellschaften erschüttern. So lange das Fixkurs-System von Bretton Woods (bis 1973) einigermassen funktionierte, lagen die Realzinsen unter der realen Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Dies war die Voraussetzung für das keynesianische Positivsummenspiel von kredit-finanzierten Investitionen, die den Kapitalisten positive Renditen (Profitraten) brachten, aus denen die (ebenfalls positiven) Kreditzinsen an die Kreditgeber gezahlt werden konnten. Nur eine solche Konstellation ermöglicht in einer kapitalistischen Ökonomie beides, nämlich Akkumulation von realem Kapital und mithin positives Wirtschaftswachstum sowie - ceterisparibus- die Schaffung neuer Arbeitsplätze einerseits und finanzielle Stabilität andererseits. Bis Ende der 70er Jahre war das Niveau der realen Zinsen sehr niedrig, zeitweise in einigen Ländern nahe Null. Doch dann kam die böse Überraschung: Öffentliche und private Kreditnehmer, die Anleihen in US-Dollar aufgenommen hatten, als der Realzins in den USA niedrig, die Wachstumsraten der Weltwirtschaft hoch und die Exportpreise günstig waren, mussten seit Ende der 70er Jahre steigende Realzinsen, abnehmende Nachfrage in den Industrieländern und explodierende Ölpreise verkraften. Dies war vielen Ländern nicht möglich, die daher in die Schuldenkrise gerieten. Mexiko machte 1982 den Anfang, die meisten Länder der damals noch so genannten Dritten Welt folgten. Das Niveau der Realzinsen übertraf in den nächsten mehr als zwei Jahrzehnten die Zuwachsrate des BIP. Erst gegen Ende der 90er Jahre gingen die Realzinsen während des New-Economy-Booms erneut leicht zurück. Als die New-Economy-Blase im Jahre 2000 platzte und auch die realen Wachstumsraten des BIP zurückgingen, waren in den Industrieländern, und erst recht in den Entwicklungs- und Schwellenländern, die Realzinsen erneut höher als die realen Wachstumsraten. Tiefgreifende Veränderungen der Struktur des globalen Kapitalismus sind die Folge der hohen Realzinsen: Erstens zählt die monetäre Rendite mehr als die Rendite von realen Investitionen (Profitrate). Das wäre kein Problem, wenn die Zentralbanken noch über die souveräne Macht verfügten, die Zinsen (den Diskontsatz) unter die Rendite (Profitrate) von realen Investitionen zu drücken - wie Keynes es zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den 30er Jahren vorgeschlagen hatte. Zweitens werden die Möglichkeiten von Kapitalanlagen weltweit verglichen. Dies hat zur Folge, dass - anders als Marx es sich vorstellen konnte - weniger die industrielle Durchschnittsprofitrate zum Vergleich von alternativen Kapitalanlagen herangezogen wird als Zinsen, Renditen und vor allem der monetär gemessene Unternehmenswert („shareholder value"). Drittens entstehen Institutionen, die Kapital sammeln und dieses weltweit für ihre Klientel investieren (Pensions-, Investitions-, Private-Equity- oder Hedgefonds etc.). Durch diese Veränderungen ist der globalisierte Kapitalismus als „Kultur" in breite Schichten der Bevölkerung in den Industrieländern eingedrungen. Viertens haben die grossen Finanzkrisen seit den 80er Jahren den Menschen in den betroffenen Ländern extrem hohe Verluste zugefügt (in Indonesien, Argentinien, Mexiko und anderswo). Anders als in der fordistischen Phase haben die Krisen immer globale Reichweite. Infolge des grossen Gewichts der finanziellen Sphäre im globalen Kapitalismus hat sich das Verhältnis von realer und monetärer Akkumulation verändert. Freilich haben letzten Endes die Krisen doch ihren Ursprung in den Widersprüchen der Produktionssphäre. Nur sind die Vermittlungen von realer und monetärer Sphäre sehr viel komplexer als in den Zeiten vor der finanziellen Liberalisierung. Renditen von mehr als 20 Prozent können an die Aktionäre nur gezahlt werden, wenn nicht nur die aus Wachstum stammenden Überschüsse verteilt werden, sondern ein globaler Prozess der gewaltigen und häufig gewaltsamen Umverteilung zu Gunsten der „Shareholder" aus der Vermögenssubstanz von Gesellschaften in Gang gesetzt wird. Der globale Kapitalismus ist also räuberisch und kurzsichtig, wie bereits Rosa Luxemburg und Hannah Arendt hervorhoben.

 

Die Falle des Fossilismus

 

Die Wirkungsweise der globalen Finanzmärkte führt also zu einem hohen Niveau der Realzinsen und Renditen, so dass ein enormer Druck auf ökonomische und politische Akteure ausgeübt wird, das reale Wachstum zu steigern. Der dominante Wachstumsdiskurs bietet dabei die ideologische Unterstützung. Das hohe Wirtschaftswachstum der vergangenen zwei Jahrhunderte seit der industriellen Revolution wäre aber gar nicht denkbar ohne die Ausbeutung (Extraktion) der fossilen Energieträger. Das Öl jedoch geht zur Neige. Niemand kann genau sagen, ab wann es nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Doch spricht vieles dafür, dass der Höhepunkt der weltweiten Ölförderung von bisher 944 Mrd. Barrel im Verlauf dieses Jahrzehnts überschritten wird. Dann gibt es zwar immer noch Öl, nämlich zwischen geschätzten 748 Mrd. (ASPO) und 1149 Mrd. Barrel (BP); die statistische Reichweite (Reserven dividiert durch den gegenwärtigen Jahresverbrauch) beträgt etwa 40 Jahre. Die jährlich neu gefundenen Lager sind wesentlich kleiner als die Jahresförderung, so dass die Bestände abnehmen und die Angebotskurve des Öls sich nach unten neigt - und dies bei steigender Nachfrage. Denn alle neu industrialisierenden Länder, beispielsweise Indien und China, sind auf den Treibstoff von Wachstum, Produktivitätssteigerung und Mobilität angewiesen, und die hoch entwickelten Länder sind nicht in der Lage und kaum bereit, ihre Nachfrage nach Öl zu drosseln. Die Kongruenz von Kapitalismus und Fossilismus erweist sich nun als eine Falle. Das reale Wachstum kann gar nicht so hoch sein, dass alle monetären Ansprüche (Renditen und Profite) aus dem real produzierten Surplus und ohne illegitime und kriminelle Aneignung befriedigt werden können. Denn fossile Energien haben immerhin ein natürliches Mass, nämlich ihre Verfügbarkeit und die Tragfähigkeit der natürlichen Sphären für die Verbrennungsprodukte, vor allem das CO2; das gesellschaftliche System des Kapitalismus dagegen ist autoreferenziell und daher masslos. Der Höhepunkt der Erdölförderung lässt sich für einzelne Lagerstätten, für Länder und die Welt insgesamt bestimmen. Die USA haben den Scheitel ihrer Ölförderung (ihr „Peak Oil") bereits Anfang der 70er Jahre überschritten. Sie können den inländischen Verbrauch mit inländischer Förderung nicht mehr decken. Die entstehenden Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage können nur durch Importe überwunden werden. Schon im Mai 2001 - also vor dem 11. September - hat der amtierende Vizepräsident der USA und Ex-Chef von Halliburton, Richard Cheney, einen Bericht über die Ölsicherheit der USA vorgelegt. Darin wird ausgeführt, dass die heimische Produktion bis 2020 von 8,5 auf 7 Mio. Barrel pro Tag (b/d) zurückgehen und der Ölverbrauch von 19,5 auf 25,5 Mio. b/d ansteigen. Die wachsende Lücke müsse daher durch Importe gedeckt werden, die um 68 Prozent von 11 auf 18,5 Mio. b/d wachsen werden. Die Sicherung der Energieversorgung erlangt also höchste Priorität in der US-Aussenpolitik. Die Weltproduktion freilich hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, und deshalb ist es möglich, mit Hilfe eines Regimes des Freihandels und des USDollars als Ölwährung auf die Ressourcen anderer Länder zurückzugreifen, auf die von Mexiko, Venezuela, des Nahen und Mittleren Ostens etc. Das Regime des Freihandels kommt den reichen Ölimporteuren zugute. Doch nähert sich erstens die Extraktion in vielen dieser Länder ebenfalls dem Peak, und zweitens steigt die Nachfrage nach Öl in dem Masse, wie aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit unter dem Regime des Freihandels Wachstum in allen Ländern, die sich durch Liberalisierung und Öffnung der Märkte daran beteiligen, erzwungen wird. Der Zwang hat die institutionelle Gestalt des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Welthandelsorganisation (WTO), die beides zu realisieren versuchen: Freihandel zum Zugriff auf die Ressourcen der ärmeren Länder durch die reichen Länder, und Wachstum, um den monetären Verpflichtungen (beispielsweise infolge von Verschuldung) gegenüber global operierenden Fonds nachkommen zu können. Öl wird also knapp und bei hoher Nachfrage entsprechend teuer. Importländer von Öl, insbesondere Entwicklungs- und Schwellenländer, müssen daher steigende Anteile ihrer Exporterlöse für den Import des Öls aufwenden. Für Exportländer von Öl ist die Steigerung von Ölexporten und -einnahmen nicht unbedingt von Vorteil. Denn der Ölreichtum fördert eine einseitige Ausrichtung der Ökonomie, beeinflusst die Terms of Trade zu Ungunsten der Industrieproduktion, hemmt also eine ausgeglichene Entwicklung, öffnet der Korruption ein weites Feld und bietet eine offene Flanke für Interventionen von aussen, wie besonders brutal und mörderisch im Irak. Ölreichtum kann sich in einen Fluch verwandeln. Der Mittlere und Nahe Osten ist in Zukunft entscheidend für die Versorgung mit der immer knapper werdenden Ressource Öl, und daher wird diese Region noch mehr zum Konfliktgebiet als schon in der jüngeren Vergangenheit. Die Konflikte um Ölressourcen werden daher nicht nur auf dem Markt, sondern auch auf politischem Terrain ausgetragen: als Kampf um Territorien der Ölförderung und der Logistik (Pipelines oder Tankerrouten), als Auseinandersetzung um die Preisbildung und die Währung, in der die Ölrechnungen ausgestellt werden. Ein neues „Great Game" um den Zugang zu den Ölressourcen und um deren Verteilung wie am Ausgang des 19. Jahrhunderts ist eröffnet, dieses Mal nicht nur im Kaukasus und im Nahen und Mittleren Osten, sondern in der ganzen Welt. Pipelineistan ist überall, ist global. Angesichts der Defizite in Budget und Leistungsbilanz der USA von jeweils vielen hundert Millionen US-Dollar und einer drohenden Abwertung des US-Dollar ist es aber nicht unwahrscheinlich, dass Ölexporteure dazu übergehen, den Ölpreis in Euro zu fakturieren. Der Krieg gegen den Irak hat auch den Nebeneffekt gehabt, dass Tendenzen in diese Richtung (in Venezuela, Irak, Libyen) zunächst gestoppt worden sind. Aber sie kommen wieder, wenn die USA ihr Zwillingsdefizit nicht reduzieren und sich nicht aus dem irakischen Sumpf durch Rückzug befreien können. Die USA bekämen ein riesiges Problem, wenn sie die steigenden Ölimporte nicht mehr in US-Dollar begleichen könnten, sondern beispielsweise in Euro bezahlen müssten. Wenn die jährlichen Ölimporte, wie der Cheney-Bericht ausführt, von vier auf etwa sieben Mrd. Barrel im Jahr 2020 steigen, sind bei einem Preis von rund 50 US-Dollar pro Barrel derzeit 200 Mrd. US-Dollar für die Bezahlung der Ölrechnung nötig; 2020 wären es schon an die 350 Mrd. Das sind nach dem Wechselkurs Anfang 2005 etwa 260 Mrd. Euro. Die Konfliktträchtigkeit des fossilen Regimes zeigt sich auch beim Umgang mit den Emissionen, vor allem mit den Treibhausgasen. Wegen der Schädlichit der Treibhausgas-Emissionen ist ja das Kyoto-Protokoll erarbeitet worden, das nach der Unterzeichnung durch Russland im Februar 2005 in bindendes internationales Recht verwandelt worden ist. Die USA haben diese multilaterale Übereinkunft nicht unterzeichnet. Doch lässt sich davon die Klimaentwicklung nicht beeindrucken. Der Treibhauseffekt bedroht die Umweltund Nahrungssicherheit, die Sicherheit der Behausung und die Gesundheit der Menschen in aller Welt. Darüber hinaus hat er heute bereits kalkulierbare ökonomische Kosten. Denn die Zahl der ungewöhnlichen Wetterbedingungen und der Unwetter, die hohe Schäden verursachen, nimmt in aller Welt zu; seit den 60er Jahren hat sie sich verdreifacht. In der Mitte des 21. Jahrhunderts werden jährlich Kosten in der Grössenordnung von 2000 Mrd. US-Dollar erwartet. Die jahresdurchschnittlichen Kosten haben sich von 54 Mrd. in den 60er Jahren auf 432,2 Mrd. US-Dollar in den 90er Jahren verachtfacht. Allein im Jahre 2005 betragen die Schäden durch aussergewöhnliche Wetterbedingungen fast 250 Mrd. US-Dollar, davon sind 75 Mrd. US-Dollar versichert. Auf die dramatischen Folgen des möglichen Klimakollapses richtet sich inzwischen auch das Pentagon mit unilateralen Präventionsmassnahmen ein. Nicht vorbeugender Klimaschutz zur Vermeidung einer abrupten Klimaänderung ist die politische Linie der Bush-Cheney-Rumsfeld-Regierung, sondern die militärische Abwehr gegen die Folgen der klimatischen Änderungen. Insbesondere die zu erwartenden Migrationsströme sollen mit militärischen Mitteln abgefangen werden. Wenn infolge des Temperaturanstiegs beispielsweise die Eiskappe Grönlands teilweise schmilzt, verringern sich Dichte und Salzgehalt der Gewässer des Nordatlantik. Dies kann dazu führen, dass der Golfstrom abreisst und das gemässigte Klima in den Anrainerstaaten des Nordatlantik abrupt verändert wird, weil weniger warmes

Wasser nach Norden, also in unsere Breiten transportiert wird. Paradoxerweise kann also die globale Erwärmung zu einer regionalen Abkühlung, zum Beispiel in Europa, führen. Die Auswirkungen auf die Versorgung mit Nahrungsmitteln oder auf den Wasser- und Energieverbrauch können katastrophische Ausmasse haben, gewaltsame Konflikte werden befürchtet. Der Unilaterialismus der Bush-Regierung ist nicht nur aggressiv, er verfolgt vor allem die Herstellung exklusiver Sicherheit für jene in der „Heimat" unter der Obhut des „Heimatschutz-Ministeriums" gegen die anderen aus anderen Ländern. Jenseits des Kapitalismus Grenzen des Kapitalismus zeigen sich also überall. Wenn das Öl zur Neige geht, könnte dies der externe Schock sein, den Fernand Braudel erwähnte. Die Welt könnte im Chaos versinken. Doch gibt es auch die überzeugenden Alternativen, die im Innern der Gesellschaft heranreifen? Es gibt sie. Soziale Bewegungen, die auf Alternativen zur kapitalistischen Marktgesellschaft zielen, emanzipieren sich aus den Handlungslogiken, die vom Markt vorgegeben werden. Gibt es mehrere Handlungslogiken, dann ist dies bereits ein Hinweis darauf, dass der historische Pessimismus vom Ende der Geschichte nicht gerechtfertigt ist. Tatsächlich erhellt bereits der Blick zurück in die Geschichte des Wirtschaftens, wie unterschiedlich in verschiedenen Kulturen und Geschichtsepochen Ökonomie und Gesellschaft koordiniert wurden, wie facettenreich die Denk- und Handlungsmuster sind, die sich in den immer wiederkehrenden, zur Routine gewordenen Handlungen herausbilden. Erst im modernen Kapitalismus mit seinen globalen Institutionen und in Folge der globalen Vereinheitlichung, betrieben gerade auch von den internationalen Institutionen wie WTO und IWF, wird die Diversität von Handlungslogiken auf ein dominantes Muster, nämlich das der Äquivalenz, reduziert, theoretisch begründet innerhalb der penséeuniquedes Neoliberalismus und praktisch durchgesetzt innerhalb des Systems der Marktbeziehungen. Doch gibt es auch das Prinzip der Solidarität und Fairness. Es ist den Prinzipien von Äquivalenz und Reziprozität entgegengerichtet, denn es geht vom gesellschaftlichen Kollektiv und nicht von Individuen und ihren marktvermittelten Beziehungen aus und kann nur in organisierter Form zur Geltung kommen. Wir-AG statt Ich-AG, könnte man zuspitzen. Es verlangt keine hierarchische Regulation von Ökonomie und Gesellschaft von oben, im Gegenteil. Solidarität entsteht nur mit breiter Beteiligung von unten. Gemeinsame Anstrengungen zur Lösung eines gemeinsamen Problems sind gefragt. Jeder leistet seinen solidarischen Beitrag nach seinen Möglichkeiten, das heisst unter Bedingungen der Fairness. Solidarität setzt daher ein Bewusstsein von Gemeinsamkeit und innerer Verbundenheit in einer Gesellschaft voraus, die in einer Kultur, Ethnizität, Lokalität, Klasse oder einer die Klassen übergreifenden Lebenserfahrung begründet sein kann, um ein grosses Problem, beispielsweise Arbeitslosigkeit, Armut oder Rechtlosigkeit, gegenüber transnationalen Unternehmen gemeinsam zu bewältigen. Der „Entbettung des Marktes aus der Gesellschaft", die eine Bedingung der ökonomischen Äquivalenzbeziehungen (alles wird in Geld ausgedrückt) ist, wird in solidarischen und fairen Verhältnissen entgegengewirkt. Moralisch ist, so Emile Durkheim, all das, was eine Quelle von Solidarität gegen die „Triebe des Egoismus" und die Entfremdungstendenzen werden kann. Daher verwendet E. P. Thompson den Begriff der „moralischen Ökonomie". Diese hat ihre eigenen Kriterien für das, was als legitim und sozial gerecht beurteilt wird, die sich nicht auf das Äquivalenzprinzip zurückführen lassen. Die Solidarität geht also von der Gemeinschaft aus, und diese ruht auf einem gemeinsamen Wertesystem und Erfahrungshintergrund, also auch auf einem gemeinsamen, kollektiven Gedächtnis. Dieses vermittelt ein gemeinsames Vorverständnis in politischen Auseinandersetzungen, ohne dass dieses, beispielsweise mit

Hilfe von Schulungskursen in einer Partei, erst hergestellt werden müsste. Die moralische Ökonomie ist eine praktische Antwort auf die „Entbettung" des Marktes aus der Gesellschaft, also gegen die ökonomischen Sachzwänge. Daraus entwickeln sich die Konflikte mit den Mächten des Marktes, des Weltmarktes zumal. Diese Konflikte haben immer eine politische Dimension. Denn in den meisten Fällen sind Basisbewegungen gezwungen, sich gegen Regierungen zu richten und in ihren Kämpfen Gegenmacht aufzubauen, indem Territorien, Land und Fabriken, Kohlenminen und Erdölfelder besetzt und verwaltet und gleichzeitig Bündnisse mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und manchmal auch mit Teilen des Staatsapparats geschmiedet werden. Die Ansätze einer alternativen solidarischen Ökonomie entwickeln sich gegen die dominanten neoliberalen Tendenzen der Unterwerfung der Gesellschaften unter die Gesetze des globalen Marktes. Die generelle Richtung ist eindeutig zu bezeichnen, und sie ist gut begründet: Die fossilen Energien müssen sehr schnell durch erneuerbare Energien ersetzt werden, denn das Zeitfenster ist aufgrund des Umstands, dass der Scheitelpunkt der Ölförderung sehr bald erreicht sein wird, nicht mehr lange offen. Die erneuerbaren sind langsamer als die fossilen Energien, und sie sind nicht unabhängig vom Ort: die Windenergie, die Photovoltaik, die Wasserstoffwirtschaft, die Wasserkraft, die thermische Energie, die Gezeiten, die Biomasse. Keine dieser Energien kann die Bedingung der Kongruenz von Energiesystem und Kapitalismus erfüllen, die in den vergangenen zwei bis drei Jahrhunderten die menschheitsgeschichtlich einmalige Wachstumsdynamik ermöglicht hat. Zu Beginn des fossilen Zeitalters fand der Kapitalismus das ihm entsprechende Energiesystem sozusagen in nuce vor. Es musste nur in einer von Nicholas Georgescu-Roegen so genannten „prometheischen Revolution" freigesetzt und dann entwickelt werden. Dies ist in den letzten beiden Jahrhunderten seit der industriellen Revolution in bravouröser Weise geschehen. Die globale Autogesellschaft ist der Höhepunkt und gleichzeitig das Memento, dass es auf diesem Wege trotz der immer stärker werdenden Wagen nicht weiter geht. Am Ende des fossilistischen Kapitalismus kann nur ein erneuerbares Energieregime weiterhelfen. Dem aber muss die soziale Formation des Kapitalismus angepasst werden. Das ist eine tiefere und umfassendere Revolution als es die französische oder russische waren. Sie ist auch schwieriger als die industrielle Revolution. Aber die ebenfalls existierenden Ansätze der solidarischen Ökonomie können die Verbindung zur Bewegung für die erneuerbaren Energieträger herstellen. Der Kapitalismus verschwindet nicht von einem Tag auf den anderen wie der real existierende Sozialismus im Verlauf einer „samtenen Revolution", aber er wird ein anderer Kapitalismus werden als der, den wir kennen.

 

Elmar Altvater Aus: trend onlinezeitung 05/06 Editorische Anmerkungen: Dieser Text basiert auf einem Vortrag, den Elmar Altvater Anfang Januar 2006 vor dem Berliner Bildungsverein Urania gehalten hat. Er wurde zuerst abgedruckt in der Monatsschrift «Blätter für deutsche und internationale Politik». Der Artikel ist eine Spiegelung von http://www.woz.ch/artikel/newsletter/13243.html

Anregungen von Klaus Jürgen Becker

Klaus Jürgen Becker ist Buchautor, Seminarleiter und Life Coach in Seefeld, Oberbayern.

 
 

Essay "Ein Hüter für das Ganze sein"

Wirtschaft – das ist nach dem bisherigen Denken Ellenbogenmentalität und einer gegen den anderen. Wohin das geführt hat, zeigt der Zustand unserer Welt. Zeit für ein neues Denken, das nicht auf Konkurrenz, sondern auf einem sorgenden Miteinander basiert.

 

Die derzeitigen Versuche, ausschließlich durch Reglementierungen und Kontrolle unser außer Rand und Band geratenes Finanzsystem ohne Berücksichtigung spiritueller Faktoren zu zügeln, wird nicht den Herausforderungen unseres Zeitgeistes gerecht. Die kreativen Räume, aus denen Lösungen für unser Wirtschafts- und Finanzsystem entstehen, benötigen die Inspiration durch einen Geist, der unser bisheriges Denken übersteigt. Die ökonomischen Probleme unserer Zeit sind Ausdruck eines kollektiven geistigen Krebsgeschwürs, das das Wirtschaftswachstum anbetet und dabei gleichzeitig seinen Wirt, die irdischen und menschlichen Ressourcen, auffrisst. Der Unternehmer Hans Jecklin, ein Vordenker „lebensdienlichen“ Wirtschaftens, führt diesen Ungeist auf tiefe kollektive archaische Erfahrungen zurück: „In uns allen lebt ein archaisches Gewebe, älter als die Erfahrungen des frühen Homno Sapiens, geprägt schon durch die Überlebensstrategien der Rudel und Horden höherer Säugetiere. Dieser Komplex ineinander verwobener Gefühls- und Denkmuster ist oft schicksalshaft durchzogen von den Spuren brutalster Traumatisierungen, die sich Ethnien und Nationen im Verlauf der Weltgeschichte gegenseitig zugefügt haben.“

Das hat unter anderem dazu geführt, dass wir die Materie ausgebeutet und unhinterfragt zum Konsum genutzt haben. Nun ist es erforderlich, dass wir als Menschheit das kollektive spirituelle Bewusstsein entdecken und beginnen, aus ihm heraus zu leben. Dies bedeutet, die Erde neu zu beseelen – mit einem wacheren und integraleren Geist, als wir ihn vorgefunden haben.

 

Vom Konkurrenzprinzip zum Hütergeist

Der Evolutionsforscher und Begründer von Spiral Dynamics Don Beck geht davon aus, dass das neueste Mem – so etwas wie ein zentraler Kulturgedanke –, welches das Bewusstsein der Menschheit inspirieren wird, das Hüter-Mem ist. Der Mensch der Zukunft wird sich inspiriert fühlen, ein Hüter für das Ganze zu sein. Dieser Hüter-Geist vereint in sich zwei scheinbare Gegensätze, die wir alle in uns tragen: Es gibt in jedem von uns einen wilden, kreativen, dionysischen, chthonischen, das heißt zur Erde gehörigen Teil. Dieser Teil bietet uns die Erfahrung von Durchsetzungskraft, Überlebenswillen und Ekstase. Ihn zu leugnen, hieße, sich um unsere (An-)Triebskraft zu betrügen. Auf der anderen Seite tragen wir in uns ein Ideal von Kontrolle, Ordnung, Vernunft, ein apollinisches ‚himmlisches‘ Prinzip. Jenes sorgt dafür, dass unsere Haushalte nicht überschießen. Spiritualität und Wirtschaft zu verbinden bedeutet, beide Aspekte – das ekstatisch-kreative wie das haushaltend-reglementierende – zusammenzubringen.

Wenn wir uns mit dem Hüter-Bewusstsein verbinden, gewinnen wir Inspiration, Kreativität, Lebenslust und gleichermaßen Verantwortungs- und Ressourcenbewusstsein, ganzheitliche Wahrnehmung und ‚Flow‘: Wir gehen ganz in unserer Tätigkeit auf. Aus dem Hüter-Geist heraus erleben wir unseren Beitrag in diesem Wirtschaftssystem, wie immer er sei, als unsere persönliche Erfüllung. Auch die Fähigkeit, in einer endlichen Welt verantwortungsvoll zu wirtschaften, erwächst aus dem Hüter-Geist.

 

 

Die innere Stimme „ausgraben“

Es liegt tief in der Sehnsucht eines jeden Menschen, kreativ zu sein und einen Beitrag zu leisten. Dies liegt schlicht und einfach daran, dass wir als Mensch Teil eines seit Urzeiten stattfindenden kollektiven evolutionären Prozesses sind. Der Physiker, Mathematiker und Philosoph Peter Russell geht davon aus, dass wir alle miteinander quasi die Zellen eines globalen Gehirns darstellen. Wir alle tragen jedoch auch noch in uns die Spuren einer jahrtausendealten Evolution, der gemäß nur die Stärksten überleben. Dies ist der Druck, der aus den Erinnerungen der Vergangenheit auf uns lastet und der eine kollektive Angst und Stress erzeugt, die unserem Wirtschaftssystem nicht gut tut. Zugleich gibt es aber auch einen verheißungsvollen Sog aus der Zukunft.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass ein inspirierendes kollektives Hüter-Feld existiert, an das wir uns zum Beispiel mittels Meditation anschließen können. Durch diese Inspiration ist es uns möglich, die Grenzen des Gefangenseins im Gegensatzdenken zu transzendieren und zu erkennen, wo unser optimaler Platz in der Schöpfung ist. In Kontakt mit dieser Inspiration erfüllen wir unseren Job automatisch mit Freude zum Segen des Ganzen – in Stimmigkeit. Hans Jecklin schreibt: „Das ursprüngliche innere Wissen um das Stimmige ist unverlierbar; es ist lediglich verborgen in jenem Gewebe von individuellen und kollektiven Prägungen, das wir alle mit uns tragen. Die Wiederentdeckung der inneren Stimme und vor allem ihre Unterscheidung vom Gewirr der Stimmen von Angst, Mangel und Bedürftigkeit sind ein Lernprozess.“

 

 

Das Aufgehobensein entdecken

Ökologische Marktwirtschaft weiß beispielsweise schon, dass die Erde und ihre Bewohner eine Lebenseinheit, ein intelligenter Organismus ist, dessen Teile für ihr Wohlergehen aufeinander angewiesen sind. In diesem Sinne ist eine integrale Marktwirtschaft bereit, die Erfahrung der eigenen integralen Natur in die Wirtschaftsabläufe hinein zu tragen. Spirituelle Marktwirtschaft ist bereit, sich undogmatisch von dem Hüter-Geist inspirieren zu lassen und dadurch den optimalen Platz im großen Ganzen auszufüllen. Der spirituelle Lehrer Mario Mantese verwendet in anderem Zusammenhang den Begriff der Einpassung. Diese Einpassung ist kein Gefängnis, sondern – wie eine Asana-Position im Hatha-Yoga – eine Erinnerung an die einem entsprechende stimmige Haltung. Mantese sagt: „Es geht nicht um Veränderung, sondern um Erlösung des Veränderbaren. Erlösung des Veränderbaren geschieht durch Einfügen, durch Gnade und reine Liebe… Der Mensch sucht ständig die Leere der Egowelt…zu füllen, doch das gelingt nie. Diese Rastlosigkeit macht es dem Menschen unmöglich, die Stille jenseits der Stille zu realisieren (Anm. KJB: und aus ihr zu schöpfen).“

Hierzu noch einmal der Unternehmer Hans Jecklin: „Die entscheidende Wende liegt in der Verlagerung unserer Beheimatung von außen nach innen. Haben wir den Geschmack dieses Aufgehobenseins einmal entdeckt, mag es im Rückblick erscheinen, wie wenn eine tief in uns wirkende Erinnerung – eine unauslöschbare Sehnsucht, geliebt zu sein, uns durch unendliche Anstrengungen und Enttäuschungen des Lebens angezogen hätte, damit wir die Quelle der einen Liebe schließlich in uns selbst finden. Dem Zuwachs an Tiefe und Weite entspricht auch eine neue Qualität des Mitgefühls: eine stille Liebe, frei von Bedingungen, voller Dankbarkeit für das Wunder der Schöpfung, an und mit der wir uns selbst entfalten.“

Vordenker wie Sri Aurobindo, Teilhard de Chardin, Jean Gebser, Ken Wilber oder Don Beck haben dafür den philosophischen Boden bereitet. Um das Erdachte in unser Wirtschaftssystem hineintragen zu können, müssen wir uns selbst vom Hüter-Geist inspirieren lassen: Jeder von uns, ob Müllmann oder Vorstandsvorsitzender, repräsentiert, ja ist das Ganze im menschlichen Gewand.

 


Um einander an das große, hütende Ganze zu erinnern, habe ich das Buch „Ho´oponopono – die Kraft der Selbstverantwortung“ geschrieben und gebe entsprechende Seminare im deutschsprachigen Raum. Das hawaiianische Wort Kahuna bedeutet „Hüter“ – in dem Kontakt zum Hüter-Bewusstsein tragen wir einen neuen Geist in unser Wirtschaftssystem hinein.

Anregungen von Manfred Lütz

Manfred Lütz (* 18. März 1954 in Bonn) ist ein deutscher Arzt, katholischer Theologe und Schriftsteller. Er leitet seit 1997 das Alexianer-Krankenhaus in Köln.

Bücher (Auswahl):

>> Bluff - Die Fälschung der Welt. Verlag Droemer/Knaur

>> Irre - Wir behandeln die Falschen: Unser Problem sind die Normalen - Eine heitere Seelenkunde. Gütersloher Verlagshaus.

>> Das Leben kann so leicht sein - Lustvoll genießen statt zwanghaft gesund. Carl-Auer-Systeme Verlag.

>> Lebenslust - Wider die Diät-Sadisten, den Gesundheitswahn und Fitness-Kult. Pattloch-Verlag.

 
 

Vortrag "Alles Lüge! Die Fälschung der Welt"

Südwestrundfunk, SWR2 AULA, 30.09.2012, 08:30, Redaktion: Ralf Caspary

 

Ansage:

Finanzexperten präsentieren geschönte Bilanzen, die Politik präsentiert eine Welt ohne Alternativen, dafür mit viel Sicherheiten: Die Renten sind ja sicher!, Hirnforscher präsentieren uns eine angeblich objektive Welt aus Neurotransmittern und Neuronen, Fotojournalisten
präsentieren eine manipulierte Welt aus Pixeln, die junge Generation versinkt in den künstlichen Welten Facebook und Twitter. Und bei all dem Tanzen ums Goldene Kalb der artifiziellen Welten kommt uns das Wichtigste abhanden: Eine
Welt, die existentiell wichtig ist, jenseits der Täuschungen.

Das meint der Psychiater, Theologe und Bestsellerautor Manfred Lütz. Sein neues Buch heißt kurz und bündig "Bluff", und um diesen Bluff geht es in der SWR2 Aula.



 

Manfred Lütz:

Als Psychiater habe ich mit vielen Menschen zu tun, die in falschen Welten leben, in „kranken“ Welten zum Beispiel. Das kann man behandeln, diese Menschen leben nach einiger Zeit wieder in der normalen Welt. Aber wenn es tatsächlich uns allen so geht, dass wir uns vielleicht oftmals in einem falschen Leben verlaufen, dann ist das ein generelles Problem, das alle betrifft.

Liebe Hörerinnen und Hörer, wenn Sie jetzt im Moment meine Stimme im Radio hören und wenn Sie sich die Wände des Zimmers ansehen, in dem Sie im Moment sitzen, und die Einrichtung des Zimmers und sich für einen Moment vorstellen, das wäre alles ein Fake, das wäre alles künstlich, das wäre alles ein Spiel, und plötzlich, mit einem Mal wird klar, dass dahinter eine ganz andere, eigentliche Welt liegt, dann ist das im
Grunde ein unheimliches Gefühl. 
Dieses unheimliche Gefühl
hatten Menschen offensichtlich zu allen Zeiten. Es gibt die berühmte Geschichte vom Mönch von Heisterbach. Im Kloster Heisterbach im Siebengebirge am Rhein ging ein Mönch eines Tages im Mittelalter in den Wald und verlief sich, verführt vom Zwitschern eines Vogels. Er sank müde auf einem Baumstumpf nieder und schlief ein. Plötzlich weckte ihn die Klosterglocke zum Gebet, er stand auf und folgte dem Klang der Glocke, kam am Kloster an und – er erkannte den Pförtner nicht, und der Pförtner erkannte ihn nicht; er ging in die Klosterkirche, wo die Mönche zum Gebet versammelt waren und – er erkannte keinen dieser Mönche, und die Mönche erkannten ihn nicht. Man war ganz
beunruhigt. Plötzlich erinnerte sich einer der Mönche daran, dass in der Klosterchronik zu lesen war, dass vor 300 Jahren ein Mönch gleichen Namens in den Wald gegangen war und nie wieder zurückkehrte. Dieses Gefühl also, irgendwie im falschen Film zu sein, das ist ein Gefühl, das Menschen offensichtlich
immer schon hatten.

Es gibt einen berühmten Film: „Die Truman-Show“, der vor einigen Jahren viel Aufsehen erregte. Truman Burbank wird von seiner Geburt an gefilmt, ohne dass er das weiß. Er lebt in einem
gigantischen Studio, das so groß ist, dass man es sogar vom Weltall aus sehen kann, mit 5.000 installierten Kameras. Alle Menschen, die ihn
umgeben, sind Komparsen, Schauspieler. Sogar sein Vater spielt eine Rolle, seine Frau spielt eine Rolle, sie zeigt ab und zu ein Kaffee-Paket in die Kamera, wegen der Werbeeinnahmen. Milliarden Menschen schauen Tag für Tag, Jahr für Jahr die Truman-Show und sind beim Schauen der Show untereinander verbunden. Diese Truman-Show ist zwar
schön und unterhaltsam, aber sie ist nicht existentiell. Liebe, wirkliche Liebe, Gott, der Sinn des Lebens, gut und böse kommen in dieser Truman-Show überhaupt nicht wirklich vor. Es gibt in dem Bereich des Films nicht gut und böse, es gibt nur „gut gemacht“ und „schlecht gemacht“. Wie der zynische
ästhetizistische Regisseur immer wieder sagt, der sogar bereit ist, Truman Burbanks Leben gewissenlos zu opfern. Truman Burbank versucht dann irgendwann, weil die Liebe einer Frau ihn dazu bringt zu erkennen, hier stimmt irgendetwas
nicht, aus dieser Welt auszubrechen, was nicht gelingt, er versucht, mit dem Auto rauszufahren, was scheitert. Schließlich fährt er mit einem Schiff übers Meer und stößt mit dem Bug des Schiffes gegen eine Pappwand, auf der ein blauer
Himmel gemalt ist. Und er findet eine Tür mit der Aufschrift „Exit“. Obwohl der Regisseur ihn zurückzuhalten versucht und sagt, das sei doch eine so schöne Welt, das habe doch soviel Spaß gemacht, geht Truman Burbank aus dieser Welt
hinaus in seine existentielle Welt, von der er noch gar nicht weiß, was dann auf ihn zukommt.

Die These meines Buchs „Bluff“ ist, dass wir letztlich alle in so einer Welt leben, und zwar unentrinnbar. Es gibt keinen Ausgang aus diesen künstlichen Welten, in denen wir leben. Aber wir
können versuchen, wenigstens zeitweilig auszusteigen und etwas Abstand zu bekommen. Wir leben zum Beispiel dauernd in irgendwelchen Rollen: Wir sind Chef von irgendjemandem, Untergebener von irgendjemandem, Vater, Sohn, Nachbar, Freund – wir leben in Rollen. Und diese Rollen muss man auch mal durchbrechen. 
Soziologen erklären uns, dass
wir in Milieus leben, die uns befangen machen, einschränken. Sinus-Milieus heißt das mit einem wissenschaftlichen merkwürdigen Ausdruck. Es gibt Menschen, die leben in einem rustikalen Milieu. Die haben Bauernmöbel, einen röhrenden
Hirsch über dem Sofa, sie hören Musikantenstadl und haben auch eine entsprechende Auffassung. Und sie halten das für normal. Ich meine das gar nicht abwertend. Das sind sehr nette, sehr respektable Menschen. Dann gibt es Menschen, die hypermodern eingerichtet sind, die haben keine Wohnungseinrichtung, sondern eine „Installation“, in deren Wohnzimmer kann man
überhaupt nicht unterscheiden, was eigentlich der Sessel und was der Tisch ist. Die Toilette ist viereckig und schlecht beleuchtet.

Welchem Milieu man angehört, merkt man daran, welches Milieu man ablehnt, welches man irgendwie merkwürdig und unangenehm findet. Es gibt auch Menschen, die zum Beispiel in einem ökologischen Milieu leben mit voll kompostierbarer Wohnungseinrichtung, die auch entsprechend riecht. Diese Milieus sind nicht nur ästhetische Milieus, in denen man sozusagen zwischen schön und hässlich unterscheidet, sondern sie bestimmen auch, was wahr und falsch ist, was ein
wahres und ein falsches Leben ist, sie bestimmen, was gut und was böse ist. Und sie bestimmen es für alle Milieu-Insassen. Aber dieses Milieu-Leben ist nicht unser eigenes, wahres Leben.

Was aber ist dann mit der sogenannten objektiven Welt? Wir bilden uns doch ein, unsere Welt sei objektiv? Vor Jahrzehnten hat der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick ein Buch geschrieben: „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“, in dem er darauf hingewiesen hat, dass wir eigentlich gar nicht wissen, was wahr
ist, dass wir nur eine Scheinwirklichkeit haben, ein Konstrukt; und für die Therapie ist das auch ganz gut, weil ich die Depression ja nicht wie einen Betonklotz, den man gar nicht weg bekommen kann, wahrnehmen soll, sondern wie
etwas, was man auch wieder liquidieren kann, was man verflüssigen kann, so dass es irgendwann nicht mehr da ist. Aber die Grundfrage ist tatsächlich beunruhigend: Können wir die wahre Welt eigentlich erkennen? 
Der griechische Philosoph
Platon war der Auffassung, dass wir das nicht können. Er war der Auffassung, dass die Menschen wie Leute sind, die in einer Höhle sitzen, auf Stühlen gefesselt, und nach vorne schauen, die nicht zurück schauen können und deshalb an der Wand nur Schattenbilder sehen; und das sind Schattenbilder von Figuren,
die vor einem Feuer, das im Rücken dieser Menschen brennt, vorbeigetragen werden. Diese Menschen halten das, was auf dieser Wand stattfindet, für die eigentliche Wirklichkeit, weil sie gar nichts anderes kennen. Und so sei der Mensch, meint Platon, dass er das eigentliche, das wirkliche Leben, das ideale
Leben gar nicht kennt, sondern nur Abbilder davon. Die Wahrheit würde er nur erkennen, wenn er sich umdreht oder vielleicht sogar aus der Höhle herausgeht.
Auch der Philosoph Immanuel
Kant war der Auffassung, dass wir nicht die Dinge an sich erkennen können, sondern nur Erscheinungen, die zufällig unsere Sinnesorgane mal wahrnehmen können.
Liefert uns die Wissenschaft Objektivität? Die Welt ist, was die Wissenschaft beschreibt. Das glauben viele Menschen. Aber wenn das die einzige Welt ist, dann kommt das existentielle, das eigentlich wichtige Leben in dieser Welt überhaupt nicht mehr vor. Aber auch der Physik-Nobelpreisträger zum Beispiel liebt seine Frau. Das hat er aber nicht physikalisch erkannt, sondern existentiell, und das ist das eigentlich Wichtige in seinem Leben. Und wenn er auf dem Sterbebett liegt, dann wird er an die Liebe seiner Frau denken und nicht an irgendwelche Formeln, die er gefunden
hat. 
Der Kosmonaut Gagarin war im Weltraum und sagte, er habe Gott dort nicht gefunden. Natürlich kann man in der
Wissenschaftswelt Gott nicht finden. Gott ist kein Gegenstand der Wissenschaft im eigentlichen Sinne, und es war eigentlich nur naive Propaganda, was Gagarin mit seiner Aussage betrieben hat. Auch Liebe kann man nicht messen.
Als die Atombomben in Hiroshima und Nagasaki explodierten, da hat der Physiker und Philosoph Carl-Friedrich von Weizsäcker gesagt, das sei die letzte Konsequenz der galileischen Physik, und er hat seine Physik an den Nagel hängen wollen. Damit meinte er, dass Galileo
Galilei der Auffassung war, nur die physikalische, die naturwissenschaftliche Erkenntnis sei die eigentliche Erkenntnis, und Religion, Ethik etc. seien nebensächlich. Und das sei der Grundfehler, der dann schließlich zur Atombombe geführt habe. 
Das Problem sind nicht die Wissenschaftler, große Wissenschaftler sind häufig auch spirituell tiefe Menschen, sondern Wissenschaftsgläubige, die mit einer großen Naivität
denken, diese ganzen Dinge, die die Wissenschaft produziert, das sei die eigentliche Welt. Und so leben sie wie Truman Burbank in einer Welt voller Kulissen. Man kann das ganz praktisch erleben bei der Hirnforschung. Es gibt einige naive Hirnforscher, die denken tatsächlich, das Eigentliche der Psyche des Menschen, das seien die Neurotransmitter-Phänomene im Gehirn. Natürlich ist es so, dass tatsächlich alle unsere psychischen Reaktionen: Freude, Leid irgendwelche Korrelate im Gehirn haben. Das ist klar. Aber das ist nur eine Perspektive, unter der man den Mensch und seine Psyche sehen kann – eine mehr oder weniger wichtige und nützliche Perspektive. Das für die einzige
Perspektive zu halten, das ist wirklich naiv und letztlich auch
unwissenschaftlich. Man nennt das einen Kategorienfehler.

Paul Watzlawick hat das mal sehr schön an einem Beispiel illustriert: Ein Mensch kommt in ein Restaurant,
um ein Wiener Schnitzel zu essen. Man bringt ihm die Speisekarte, und er beißt nun herzhaft in die Speisekarte hinein, genau an der Stelle, wo „Wiener Schnitzel“ steht. Dann hat er natürlich in ein Wiener Schnitzel gebissen – aber
auf der falschen Ebene, meine Damen und Herren, auf einer sehr wenig schmackhaften Ebene. Und das scheint mir der Grundfehler einiger naiver Hirnforscher zu sein. Wirklich große Wissenschaftler sind bescheidene Leute. Werner Heisenberg, der Physik-Nobelpreisträger, hat gesagt: „Mit dem ersten
Schluck aus dem Becher der Wissenschaft trinkt man den Atheismus. Aber auf dem Boden des Bechers wartet Gott.“

Wie sieht es mit dem Psycho-Bereich aus, mit dem ich mich ja professionell intensiv beschäftige. Auch im Psycho-Bereich kommt die existentielle Welt eigentlich überhaupt nicht
vor. Gott zum Beispiel ist kein Gegenstand der psychologischen Wissenschaft. Freud hat ja versucht, Gott zu widerlegen, Viktor Frankl hat versucht, ihn so ein bisschen zu beweisen, aber beides geht eigentlich nicht. Gott ist kein Gegenstand der psychologischen Wissenschaft. Und auch gut und böse können wir Psychologen und Psychotherapeuten gar nicht erkennen, wir können nur Schuldfähigkeit oder mangelnde Schuldfähigkeit feststellen wie zum Beispiel im Fall des Norwegers Breivik. Auch Liebe kommt in der Psycho-Wissenschaft nicht wirklich vor. Wir können von Liebesgefühlen reden. Ich habe den amerikanischen
Psychotherapeuten Steve de Shazar mal gefragt, der berühmt ist für seine Komplimente, mit denen er seine Patienten aufbaute und gut behandelte, wie er eigentlich seiner Frau, die auch Psychotherapeutin war, wirklich existentielle Komplimente machen könne. Da sagte er, er mache einfach keine Worte, er schenke einen Strauß Blumen. Psychotherapie hat also nicht viel mit dem existentiellen Leben zu tun, sie kann kranke Menschen behandeln, einen Waschzwang therapieren – und wer das mal gehabt hat, weiß, das ist eine schreckliche Erkrankung und es
ist wichtig, dass wir das heute gut behandeln können. Aber zu denken, dass Psychotherapeuten Leute sind, die mehr Lebenserfahrung haben als ein altes Mütterchen aus der Eifel, das ist wirklich naiv. Das sind im besten Fall dynamische, gut ausgebildete Therapeuten, die Methoden gelernt haben, mit denen sie Menschen helfen können. 
Die Ratgeber-Literatur huldig
dem besseren wahren Leben, aber sie schlägt eine Schneise der Verwüstung durch Deutschland, wie der Soziologe Ulrich Beck gesagt hat, die Leute denken, sie sind gar nicht mehr für sich selbst existentiell kompetent, sie müssten alle diese Ratgeber gelesen haben. Aber wenn man weiß, wie man gut schläft, wenn man keine Rückenschmerzen hat, wenn man guten Sex hat, gutes
Essen, nie krank wird, wenn man sozusagen „reibungslos“ lebt, dann hat man möglicherweise gar nicht wirklich, echt, existentiell gelebt. Es gibt also Grenzen der Wissenschaft, der Psycho-Wissenschaft. Wir können nicht jede Lebenskatastrophe
durch Psychotherapie behandeln.
Das heißt, gute Psychotherapeuten sind bescheidene Psychotherapeuten. Sie wissen, dass sie zum Sinn des Lebens, zum Glück nichts wirklich zu sagen haben.

Ich komme zu den Medien, sie repräsentieren oftmals die gefälschte künstliche Welt par excellence – was wir
eigentlich auch alle wissen. Orson Welles hat in seinem berühmten Radio-Feature in den 30er-Jahren eine Geschichte erzählt: Außerirdische fallen in Amerika ein, und obwohl immer wieder gesagt wurde, das sei ein Fake, nur eine Sendung,
das sei gar nicht die Wirklichkeit, sind die Menschen zu Tausenden aus den amerikanischen Großstädten der Ostküste geflohen. Und umgekehrt: Als man am 11. September 2001 die Twin Towers in New York brennen sah, da dachte man doch im
ersten Moment, das ist ein Science Fiction-Film, das kann doch gar nicht die Wirklichkeit sein. Das heißt, die Medien spielen mit der Wahrheit oder der Wirklichkeit. Und das ist auch ganz gut so. Aber man muss aufpassen, dass man die inszenierte nicht für die eigentliche Welt hält. Und offensichtlich sind Medienprofis gerade Leute, die das am besten verstehen und dann immer mal wieder aussteigen. Hape Kerkeling, der mein Buch zusammen mit Frank Schirrmacher von der FAZ vorstellen sollte, war gar nicht zu erreichen, weil er bis zum 1. Januar nächsten Jahres mal wieder offensichtlich weg ist, was ich gut finde. Er hat erkannt, dass er sich nicht nur auffressen lassen will von dieser Medienwelt.
Auch Emil Steinberger – ich war ein Fan von dem tollen Schweizer Kabarettisten – hat irgendwann mit Auftritten aufgehört, weil er wirklich leben wollte. Aber für viele Leute, die nicht Medienprofis sind, scheint diese Medienwelt die
eigentliche Welt zu sein. Es gibt Menschen, für die ist die „Lindenstraße“ realer als ihr wirkliches Leben. Und wenn in der „Lindenstraße“ ein Mensch stirbt, dann sind sie erschütterter als wenn die Nachbarin stirbt. Und wenn sie erleben, wie jemand in der „Lindenstraße“ einsam ist, dann haben sie Mitgefühl,
aber die reale Nachbarin, die möglicherweise einsam ist, die besuchen sie gar nicht.

Das heißt, das existentielle Leben, das eigentlich wichtige Leben kann in dieser künstlichen Welt der Medien gar nicht wirklich stattfinden. Gott kann es da nicht geben, Liebe kann es nicht geben, Gut und Böse können in den Medien nicht wirklich stattfinden. Gott kann nicht stattfinden, weil der Rex Tremendae Majestatis, der Ehrfurcht gebietende majestätische Gott, natürlich im Fernsehen gar nicht auftreten kann. Da gibt es nur das „Wort zum Sonntag“, wo von einem bisweilen etwas domestizierten Gott berichtet wird. Auch Liebe gibt es in den Medien im radikalen Sinne nicht. Nun werden Sie sagen, man kann sich aber zum Beispiel in eine Schauspielerin verlieben. – Nein, ich glaube, man kann das nicht, man kann sich nicht existentiell in eine Schauspielerin verlieben. Denn sie spielt ja nur eine Rolle in dem Film, und selbst wenn sie anschließend in einer Talkshow sitzt, spielt sie eine Rolle, sie ist gar nicht sie selbst. Auch
Gut und Böse kommen in den Medien nicht vor und können gar nicht vorkommen. In den Gerichtsshows zum Beispiel ist alles erfunden. Der Höhepunkt der Fälschung sind dann die Reality-Shows.

Ich erlebe das immer wieder in der Therapie, wenn jemand kommt und ohne gefragt zu werden, sagt, ich bin kein Alkoholiker. Dann besteht der Verdacht, dass er möglicherweise doch Alkoholiker ist. Und wenn man so vollmundig behauptet, man würde die Wahrheit darstellen, wie das die Reality-Shows tun, dann ist das offensichtlich ein Hinweis darauf, dass genau das nicht stattfindet. Denn es ist immer nur die eine Wirklichkeit vor der Kamera, also eine künstliche Welt. Und schließlich muss ich die Finanzwelt ansprechen, die eine hohe manipulative Macht hat und in der Gott, Liebe, Gut und Böse auch nicht vorkommen. Und das ist auch gut so, ich klage da gar nicht drüber, mein Finanzberater soll ja nicht mein Geld dem nächsten Obdachlosen am Bahnhof geben, sondern er soll es professionellverwalten. Und in Casting-Shows wird das Jüngste Gericht sozusagen nachgeäfft. Im Gesundheitskult leben die Menschen in einer Welt aus Kalorien und Risikofaktoren, und in der Esoterik leben die Menschen in einer Welt voller bunter Papierflugzeuge, die in wirklichen existentiellen Katastrophen natürlich keine Rolle spielen. Wie kann man in einer solchen Welt seine eigene Identität wahren und sich vom Bluff abgrenzen? Das geht nur
dadurch, dass man sich an seine eigenen Wurzeln erinnert, an seine Geschichte. Aber auch da gibt es ein Problem: Die Geschichtswissenschaft kann existentielle Erlebnisse gar nicht wirklich wahrnehmen – Gott, Liebe, Gut und Böse. Gott
kommt in den Geschichtswissenschaften nur in den Erzählungen der Völker vor. Liebe ist höchstens ein störendes Gefühl, bei Kleopatra oder den Gattinnen Heinrichs IIX. Und auch Gut und Böse kommen in den Geschichtswissenschaften nicht wirklich vor. Joachim Fest hat einen glänzenden Film „Hitler – eine Karriere“ gemacht, in dem er versucht hat, historisch verständlich zu machen, wie die Menschen da mitlaufen konnten. Man hat ihn angeklagt, man hätte deutlicher zwischen Gut und Böse unterscheiden müssen. Das ist aber gar nicht die eigentliche Aufgabe und die eigentliche Kompetenz der Geschichtswissenschaft. Und dann gibt es natürlich auch noch massive, richtige Fälschungen. Denn die Geschichtswissenschaft ist häufig eine Wissenschaft aus der Perspektive der Sieger.

Das Schlimmste aber ist, dass wir uns inzwischen sozusagen von unseren spirituellen Quellen abgekoppelt haben. Das ist das größte Problem. Und das versuche ich in dem Buch zu erklären. In einer vaterlosen Gesellschaft, die Alexander Mitscherlich
vorausgesagt hat, leben die Menschen ihren Protest gegen Vater Staat, gegen alle Autoritäten inzwischen an Christentum und Kirchen, vor allem der katholischen Kirche aus und haben ihre spirituellen Quellen mit dämlichen Klischees zugepflastert. Gregor Gysi hat in der Evangelischen Akademie in Tutzing gesagt, er sei Atheist, aber er habe Angst vor einer gottlosen Gesellschaft, der die Solidarität abhanden kommen könne, Sozialismus sei
schließlich nichts anderes als säkularisiertes Christentum.

Wenn ich jedem von Ihnen, meine Damen und Herren, jetzt in diesem Moment sagen könnte, wann er stirbt, dann bin
ich sicher, dass Sie morgen schon anders leben würden, weil Ihnen klar ist, das ist ein unwiederholbarer Tag weniger auf der Rechnung. Den bekomme ich nie wieder. Nun ist es aber so, dass wir alle sterben und dass der morgige Tag ein unwiederholbarer Tag weniger auf der Rechnung ist. Nichts können wir wiederholen. Und im Bewusstsein der Unwiederholbarkeit jedes Moments können wir uns tatsächlich mit der eigentlichen, existentiell wichtigen Wirklichkeit beschäftigen.

Es gibt einen amerikanischen Science Fiction-Film – „Matrix“ –, in dem Maschinen die Menschheit erobert haben, und die Menschen hängen an irgendwelchen Melkmaschinen, um ihnen die Kräfte auszusagen. Und ihnen wird suggeriert, glücklich zu sein. Das wird immer produziert – ein Glücksgefühl. Der Hirnforscher Detlef B. Linke, mit dem ich befreundet war, der leider viel zu früh gestorben ist, hat einmal darauf hingewiesen, dass die Menschen sich in Wirklichkeit gar nicht nach Glück sehnen. Man könnte theoretisch eine bestimmte Stelle im Gehirn, wo das Glücksgefühl entsteht, immer reizen und einen Menschen auf die Intensivstation legen, und er könnte immer dieses Glücksgefühl haben. Aber, liebe Hörerinnen und Hörer, das wäre doch die Hölle. Wir Menschen wollen nicht bloß Glück, sondern wir wollen Wirklichkeit. Hape Kerkeling hat in seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ eine Gotteserfahrung beschrieben – nicht detailliert,
sehr diskret, eine Wirklichkeitserfahrung. Und er hat darauf hingewiesen, dass existentiell wichtig nur wenige Erlebnisse in unserem Leben sind. Jeder von Ihnen wird das Erlebnis gehabt haben, dass er für eine halbe Stunde in der Bahn gesessen und mit einem Menschen geredet hat, den er vorher nie gesehen hat und nachher nie mehr sehen wird, aber dem er wirklich existentiell begegnet ist. Wahrheitserfahrung, Erfahrung des Guten, die Erfahrung, dass das Gute sinnvoll und wahr ist, die Erfahrung des Schönen – das sind Zugänge zum richtigen Leben.

Der Papst hat gesagt, in der Musik könne man das Göttliche berühren, und der beeindruckende Atheist Herbert Schnädelbach hat gesagt, er könne die Matthäus-Passion von Bach nicht hören, ohne dass ihm die Tränen kämen und er rausgehen müsse. Stellen Sie sich vor, liebe Leserinnen und Leser, Sie wachen auf und sind plötzlich ganz in ihrer existentiellen Welt. Sie erleben Menschen, die Sie um ihrer selbst willen liebenswürdig finden und die ihrerseits Sie um Ihrer selbst willen liebenswürdig finden. Sie erleben wirklich gute Menschen, die uneigennützig handeln – oder auch Verbrecher, die ungeschminkt das Böse tun. Und Sie erleben auch manches Wirre und Unausgegorene, aber auch einen wirklichen Sinn im Ganzen der Welt, in der Sie wirklich leben, der nicht weggeschwätzt wird durch läppische Theorien, sondern den Sie sehen in jeder echten Zärtlichkeit zwischen Menschen, in jeder Tätigkeit einer Ameise, in jeder Schönheit einer Orchideenblüte. Es ist eine Welt wohl mit größeren Kontrasten zwischen Sinn und Unsinn, Schönheit und Hässlichkeit, Gut und Böse – aber es ist die reale Welt, die wirkliche Welt von uns allen, die Heimat, in die wir als Kinder hineingeboren wurden, die wir betasteten, sahen, hörten, rochen und schmeckten – die Heimat, die uns dann durch all die vielen gefälschten Welten, die sich uns aufdrängten, zeitweilig entglitt, aber in die wir, wenn wir nur wollen, wenigstens für Momente oder sogar dauerhaft zurückkehren können, wenn wir unseren existentiellen Erfahrungen wieder trauen. Es kann der Anblick eines anrührenden Menschen sein, der uns aufwachsen lässt, das tröstende Wort, die anmutige Geste. Es kann das Rauschen von hohen Pappeln sein, die sich langsam im Wind wiegen. Oder der Flug eines Kranichs. Und es kann Musik sein. Vielleicht ein Stück von Johann Sebastian Bach.









 

Vortrag "Lebenslust - Über Risiken und Nebenwirkungen der Gesundheit"

 

„...und das höchst Gut ist doch die Gesundheit!“
- kaum eine
Geburtstagsansprache kommt ohne diesen
Satz aus, und doch ist er blanker
Unsinn. Niemals in der gesamten
philosophischen Tradition des Ostens und des
Westens ist etwas so Zerbrechliches wie die Gesundheit der Güter höchstes gewesen. Noch bei Kant war das höchste Gut die Einheit von Heiligkeit und Glückseligkeit oder Gott. Doch heute ist alles anders. Wir leben im Zeitalter der real existierenden Gesundheitsreligion. Alle Üblichkeiten der Altreligionen sind inzwischen im Gesundheitswesen angekommen. Halbgötter in Weiß, Wallfahrten zum Spezialisten, Krankenhäuser als
die Kathedralen unserer Zeit, die das „Gefühl
schlechthinniger Abhängigkeit“ erzeugen, das nach Friedrich Schleiermacher Religion charakterisiert. Wir erleben den bruchlosen Übergang von der

katholischen Prozessionstradition in die Chefarztvisite. Diätbewegungen gehen als wellenförmige Massenbewegungen über Land, in ihrem Ernst die Büßer- und Geißlerbewegungen des Mittelalters bei Weitem übertreffend. Ein durchschnittlicher Hausarzt kann heute
ohne mit der Wimper zu zucken seinen
Patienten Pflichten im Stile strengster mittelalterlicher Ordensregeln auferlegen. Und der Patient nimmt solche Bußwerke klaglos auf sich, jeden Misserfolg nicht

der eventuell mangelhaften ärztlichen Weisung, sondern der eigenen schuldhaften Inkonsequenz anlastend. Unbewusst, aber umso machtvoller richtet sich die religiöse Ursehnsucht der Menschen
nach ewigem Leben und ewiger
Glückseligkeit heute an Medizin und
Psychotherapie. Bei Nichterfüllung Klage,
versteht sich.

Doch mit solchen Begehrlichkeiten ist das Gesundheitswesen völlig überfordert. Verschärft wird die Lage noch dadurch, dass im Grunde niemand genau weiß, was Gesundheit eigentlich ist. „Völliges
körperliches, seelisches und soziales
Wohlbefinden“ hatte die
Weltgesundheitsorganisation einst dekretiert. Wer aber
wäre dann noch gesund? Und ein berühmter Internist stellte augenzwinkernd fest, ob jemand gesund sei, das hänge davon ab, wie viele Untersuchungen man mache. Gesund wäre also ein Mensch, der nicht ausreichend untersucht wurde. Damit wird der Gesundheitsbegriff vollends utopisch und alle müssen sichirgendwie krank fühlen. Schon Karl Kraus hatte geunkt, die häufigste Krankheit sei die Diagnose und Aldous Huxley
bemerkte: „Die Medizin ist so weit fortgeschritten,
dass niemand mehr gesund ist.“ Auf diese Weise produziert die Gesundheitsgesellschaft nicht Gesundheit, sondern Unglück. Die Unerreichbarkeit des Ziels
zusammen mit seiner religiösen Verklärung sind der
Treibstoff für den gewaltigen und jedes Maß sprengenden Gesundheitsboom

unserer Tage. Gesundheit bestimmt das ganze Leben. Staatlich geförderte gesundheitsreligiöse Missionskampagnen überschlagen sich, Bonus-Malus- Systeme der Krankenkassen beruhen auf
der unbelegten Behauptung,
ungesundes Leben belaste die
Solidargemeinschaft, sind in Wirklichkeit aber
volkspädagogische Maßnahmen. Man möchte die Deutschen zwingen, gesund zu

sein. Es geht um Fitness, Wellness, gesunde Ernährung. Der Slogan „Fit for fun“ ist dabei wenigstens ehrlich. Dass Fitness Spaß mache, wird da ausdrücklich gar nicht behauptet. Man will sich vielmehr fit machen, um anschließend Spaß zu haben. Doch die meisten Menschen haben nach Beruf, Familie und Fitnessstress zum Spaß einfach keine Zeit mehr. Was sich im Gesundheitsbereich abspielt, ist

anstrengende Realsatire pur. Es ist Zeit, die Absurdität dieses
ganzen Treibens zu entlarven. Doch da sei Gott
vor! Genauer gesagt: Der Blasphemieschutz ist inzwischen von den Altreligionen auf die Gesundheitsreligion übergegangen. Über Jesus Christus kann man die

albernsten Scherze machen, doch bei der Gesundheit, da hört der Spaß auf. Der Spruch eines Rauchers „Warum soll meine Lunge eigentlich älter werden als ich?“ löst bei gesundheitsgläubigem Publikum alle Reaktionen aus, die im Mittelalter auf Gotteslästerung zu erwarten waren. Gesundheit ist die einzige satirefreie Zone in

unserer Gesellschaft. Hier herrschen strenge Regeln der political correctness. Als Politiker offen und ehrlich zu sagen, man könne nicht mehr sicherstellen, dass alles medizinisch Mögliche und Sinnvolle für alle getan werde, klänge geradezu irgendwie gotteslästerlich. Warum aber diese Ehrfurcht, warum die Angst, was ist geschehen? Unmerklich ist die Lebenszeit der Menschen drastisch zusammengeschmolzen.

Während der mittelalterliche Mensch seine diesseitige Lebenszeit plus Ewiges Leben vor sich hatte, sind die Altreligionen den westlichen Gesellschaften zunehmend abhanden gekommen. Nicht durch ein schlagendes Argument, durch eine brillante intellektuelle Attackeoder durch eine überzeugende Alternative sind Gott und Ewiges Leben ins Abseits geraten. Sie sind einfach irgendwie nicht mehr modern. „Man“ glaubt so was nicht mehr und hat sich der Einfachheit halber einige Klischees vor allem von Christentum und Kirche zusammengezimmert, die geeignet sind, das eigene Weltbild um die Nierentische von heute sauber zu halten. Das Ergebnis aber ist: Dem heutigen Menschen bleibt nur noch unendlich weniger Lebenszeit übrig: sein begrenztes Leben auf dieser Welt. Doch je mehr man das merkt, desto mehr bricht im

Wartesaal des Lebens Unruhe aus. Der Tod ist ausgebrochen im Wartesaal, der endgültige Tod ohne wenn und aber. Es hat sich herumgesprochen, dass alle sterben werden an der Vogelgrippe, an
BSE, an AIDS, am Leben, ohne
Ausnahme und dass kein Zug mehr fährt, noch nicht einmal nach Nirgendwo. Panik herrscht bei vielen, rette sich wer kann. Mit dem ewigen Leben rechnet zwar keiner mehr, aber wenigstens sterben möchte man nicht. „Gesundheit“ heißt das Zauberwort. Man muss etwas tun, um gesund zu bleiben, zu werden, wieder zu werden. Und die Inbrunst, mit der man sich darum bemüht,

sich dafür aufopfert und andere dazu animiert, erinnert an Religion. Die

Gesundheitsreligion herrscht schichten-, partei- und konfessionsübergreifend injedem Winkel unserer Gesundheitsgesellschaft. Selbst in den kleinen Raucherreservaten, die es noch gibt, raucht man mit schlechtem Gewissen. Denn

auch der Begriff Sünde wird heute eigentlich nur noch gesundheitsreligiös verwendet, zum Beispiel im Zusammenhang mit Sahnetorte. Nur die Gesundheitspäpste können sich jede offensichtliche Unwahrheit erlauben: „Young forever“ heißt der Titel eines neueren Gesundheitskatechismus. Das ist glatt gelogen, aber dennoch will es jeder glauben und hat ein verteufelt schlechtes

Gewissen, wenn er nicht alles tut, was der Katechismus vorschreibt. Wo früher an Wegekreuzen Marienkapellen standen, da schießen heute Fitnessstudios aus dem Boden, die Gesundheitsseiten in den
Journalen schwellen von Jahr zu Jahr an, es
mehren sich die Gesundheitssendungen im Fernsehen, die Diäten, die Städtemarathons, die Verehrung von Gesundheitspropheten und Fitnessgurus. Gesundheit genießt maximale religiöse
Verehrung.
Das hat allerdings katastrophale politische Folgen. Ein Politiker, der die Absicht hat, auch weiterhin gewählt zu werden,
muss Sätze ausstoßen, die dem Sinne
nach bedeuten: Wir wollen für die Gesundheit nicht weniger als alles tun. Solche Sätze gehören zum Ritus. Jeder weiß zwar, dass eine solche Maxime, einmal

Ernst genommen, zum sofortigen finanziellen Zusammenbruch des

Gesundheitssystems führen würde. Maximale Diagnostik und maximale Therapie sind schon jetzt nicht finanzierbar und würden übrigens das Leben zur Hölle machen. Dennoch, die religiöse Aufladung des Gesundheitsbegriffs macht eine sachgerechte öffentliche Diskussion
unmöglich. „Alles medizinisch Notwendige für
jeden Bundesbürger muss selbstverständlich geschehen“, dieser Satz gehört für jeden Politiker zum Pflichtprogramm. Sobald ein Politiker aber sagen würde, was nach seiner Ansicht „medizinisch notwendig“ ist, und infolgedessen, was nicht „medizinisch notwendig“ ist, ist er
nicht mehr wählbar. Und so steigen die
Gesundheitskosten weitgehend
ungebremst, die Gesamtausgaben der
Krankenkassen haben in diesem Jahr den Bundeshaushalt übertroffen. Nimmt man die Kosten für Fitness, Wellness und sonstige gesundheitsfördernde Maßnahmen hinzu, könnte man auf die Idee kommen, die gesamte Volkswirtschaft

sei ein Unternehmen zur Herstellung von etwas, das man nie erreicht, nämlich von Gesundheit. Doch jeder Eingriff in die grenzenlose Expansion des Gesundheitswesens steht letztlich unter tabu. Da man dennoch Aktivitäten vorweisen muss, wird in regelmäßigen Abständen der Schwarze Peter den Apothekern, den Ärzten, der Pharmaindustrie, den Krankenkassen oder den Politikern zugeschoben. An den Kern
des Problems, die absurde pseudoreligiöse
Aufladung des Gesundheitsbegriffs, wagt sich niemand. Selbstverständlich ist eine

maximale Kostenersparnis zu erzielen,wenn man Medikamente bei Aldi verkauft, ärztliche Honorare auf Mindestlohnniveau begrenzt, die Pharmaforschung in Deutschland auf Null reduziert, die
Krankenkassen auflöst und die Probleme im
Gesundheitswesen einfach verbietet. Doch dann hat man keine Medikamentensicherheit, keine Ärzte, keine pharmakologischen Innovationen, keine Mindestabsicherung. Bei den Ärzten hat man die bürokratischen und

ökonomischen Daumenschrauben bereits überdreht: Schon jetzt gibt es einen dramatischen Ärztemangel. Und der Ruf der deutschen Pharmaforschung sinkt. Der Verweis auf die üblichen Verdächtigen löst nichts und ist bloß ein Ritual zur Vertuschung der Ratlosigkeit.
Fernsehdiskussionen von vor vier Jahren über
Gesundheitspolitik sind genauso wenig von aktuellen Diskussionen unterscheidbar

wie die dazumal irrtümlich ausgestrahlte ritualisierte Neujahrsansprache von Helmut Kohl aus dem Vorjahr. Dennoch, das alles liegt nicht an den
Politikern, sondern an einer im
Gesundheitswahn dahin treibenden
Gesundheitsgesellschaft, die die Politik immer
wieder zu halsbrecherischen Kapriolen aufs Hochseil scheucht. Jede

demokratische Gesellschaft hat die Politiker, die sie verdient, und so lange wir in allen Geburtstagsreden von Flensburg bis Passau Gesundheit als „höchstes Gut“ preisen, müssen wir uns nicht wundern,
dass Gesundheitspolitik seit mindestens
zwanzig Jahren in Deutschland nicht mehr stattfindet. Denn Politik ist die Kunst des Abwägens. Ein höchstes Gut kann man gar nicht abwägen, dafür muss man

immer alles tun. So also treibt der gewaltige Ozeanriese Gesundheitswesen dahin und beim Blick auf die Kommandobrücke
stellt man fest - dass sie leer ist.
Niemand steuert das Gesundheitswesen, solange es niemand wagen kann, in der

aufgeheizten gesundheitsreligiösen Atmosphäre auch einmal für wirklich einschränkende Eingriffe zu plädieren. Erst durch tabulose, nüchterne und realistische Abwägung des hohen, freilich nicht höchsten Gutes Gesundheit würde Gesundheitspolitik endlich wieder
möglich. Dazu aber bedarf es zunächst einer
breiten gesellschaftlichen Debatte. Eine solche Ernüchterung würde das Ende des salbungsvollen Tons bei Reden über die Gesundheit bedeuten und die
Chance für einen realistischen
Gesundheitsbegriff: „Gesundheit ist
dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch

erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen“ (Friedrich

Nietzsche). Das ist viel näher an der alten hippokratischen Tradition der Medizin. Für Hippokrates gab es nicht Krankheit oder Gesundheit, das prägt erst später die platonische Tradition. Für Hippokrates gab es nur den individuellen kranken, leidenden Menschen und jede Diagnose
hatte schon nach Aristoteles
ausschließlich den Sinn der Therapie
für leidende Menschen. Eine Diagnose war
kein Wert an sich. Hans Georg Gadamer, Nestor der Philosophie in Deutschland, hat gegen Ende seines langen Lebens ein Büchlein publiziert mit dem Titel „Über die Verborgenheit der Gesundheit“. Und da weist er – von den Griechen her argumentierend – darauf hin, dass für die Griechen Gesundheit ein Geheimnis war, ein Göttergeschenk, das gestört werden konnte durch Krankheiten. Diese Störungen zu beseitigen, das war die Aufgabe der Ärzte, damit sie dann wieder wirken könne, jene geheimnisvolle Kraft der Gesundheit, für die man den Göttern nur danken könne. Die Herstellbarkeit von so etwas wie Gesundheit wäre für ein solches Denken völlig absurd. Und so kann dann vielleicht auch leise der

nachdenkliche Satz des dänischen Philosophen Sören Kierkegaard ans Ohr dringen: „Der Spaß, eines Menschen Leben für einige Jahre zu retten ist nur Spaß, der Ernst ist: Selig sterben“.

Die Kostensteigerung im Gesundheitswesen hat also letztlich religiöse Gründe. Radikal egoistisch ist diese neue Religion und unsolidarisch. Jeder kämpft verbissen für sich, denn es geht um nicht mehr und nicht weniger als um Leben und Tod. Irrsinnige zynische Kampfparolen schwirren umher „Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist
alles nichts“. Das aufbegehrende Volk vor
dem Kanzleramt der Republik wird in seiner Not nicht nach Brot rufen, wie dazumal in Versailles, Gesundheit wird es fordern, sofort und für alle. Jeder Kundige weiß, dass das nicht geht, aber wer sagt es dem Volk? Die Lage ist explosiv, zweifellos. Ängstlich betreibt man Pseudoaktivitäten, erfindet Scheinlösungen für Scheinprobleme, budgetiert, beschuldigt, entschuldigt, kündigt an, weist zurück, mahnt, droht, geht auf die Barrikaden, schießt zurück, tritt zurück. Doch das alles ändert
nichts am Ergebnis: Das Ewige Leben auf
Krankenschein gibt es nicht. Und die Gesundheitsreligion ist definitiv nicht mehr finanzierbar.Vor 50 Jahren konnten die damaligen medizinischen Errungenschaften vielleicht noch wenigstens annähernd „solidarisch“ für alle ermöglicht werden. Bei den rasanten und unvergleichlich kostspieligeren medizinischen Fortschritten unserer Tage ist eine solidarische
Bereitstellung des medizinisch Sinnvollen für alle eine
Illusion. Natürlich ist dieses Thema voller sozialer Brisanz. Zwar verdrängen die

westlichen Industriegesellschaften schon seit Jahrzehnten, dass medizinische Solidarität gegenüber den Menschen der Dritten Welt, die schließlich über die gleiche Menschenwürde verfügen wie wir, nicht stattfindet. Doch ist es eine neue Situation, dass diese Ungerechtigkeit nun inmitten unserer Gesellschaften zunehmend erlebbar sein wird. Man hat sich in über zweihundertjährigen blutigen Kämpfen und vor allem nach dem Scheitern des kommunistischen Experiments

einigermaßen daran gewöhnt, die Ungerechtigkeit zu ertragen, die in den unterschiedlichen Vermögensverhältnissen liegt. Warum kann der faule Millionärssohn in Saus und Braus leben und der fleißige Arbeitersohn muss sich plagen? Diese Frage hat heute an Brisanz verloren. Die Frage aber, warum der Arme weniger medizinische Chancen hat als der Reiche, wird zweifellos der soziale Sprengstoff der kommenden Jahrzehnte sein. Doch noch wird sie durch political correcte Nebelkerzen verdeckt.

Und schließlich „Ganzheitlichkeit“! Allüberall wabert dieser Ausdruck durchs Gesundheitswesen. In keiner Festrede in keinem Krankenhaus darf er fehlen. Ganzheitliche Gesundheit, das ist der absolute Overkill. Auch hier wäre ein Plädoyer für Nüchternheit angebracht. Solange es um eine diagnostische und therapeutische Berücksichtigung der
verschiedenen medizinischen Aspekte des
Menschen geht, insbesondere auch von psychischen Störungen und körperlichen Leiden, hat eine Sicht aus verschiedenen Perspektiven ihr Gutes.

Aber das Ganze, die gesamte ganzheitliche Existenz des Menschen in den Blick zu nehmen, das ist niemals ein wissenschaftlich-medizinisches, wohl aber ein religiöses Unterfangen. Das
ganzheitliche Krankenhaus überfordert seine
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele Krankenschwestern sind heute trotz ihrer

aufopferungsvollen Arbeit und ihrer hohen Fachkompetenz zutiefst frustriert, weil sie nicht die Zeit haben, die sie glauben für einen „ganzheitlichen“ Umgang mit dem Patienten zur Verfügung haben zu
müssen, um eine gute Krankenschwester
zu sein. Aber Hand aufs Herz: Unsere Krankenhäuser, auch unsere Hausärzte und unser sonstiges Gesundheitswesen können nicht ersetzen, was es in den

Familien und andernorts zu wenig an persönlicher Zuwendung gibt. Die

Sehnsucht nach ganzheitlicher Zuwendung ist eine religiöse Sehnsucht, die dem Menschen zutiefst innewohnt. Die Medizin hat dazu absolut nichts zu sagen. Die Gesundheitsreligion ist eine gigantische Anleitung zum Unglücklichsein. Sie suggeriert unerreichbare Utopien und
unterhält eine gigantische Industrie, die
ihren trügerischen Versprechungen die sehnsüchtigen Massen zutreibt. Wer immer strebend sich bemüht...von nichts kommt nichts...man muss schon etwas tun für die Gesundheit: Mit verbissenem Ernst und ohne jeden Humor, die Todesdrohung im Nacken und schuldgebeugt hetzen die Menschen bei den Städtemarathons durch die Straßen hässlicher Städte, laufen von Arzt zu Arzt und essen unschmackhafte
Sättigungsbeilagen zu einem Leben voller Verzicht
und Kasteiung. Um den Tod zu vermeiden, nehmen sie sich das Leben, nämlich unwiederholbare Lebenszeit. Es gibt Menschen, die leben von morgens bis abends nur noch vorbeugend, um dann gesund zu sterben. Doch auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot.

Einsam und untröstlich stirbt der Gesundheitsgläubige in seiner kalten

Gesundheitsgesellschaft. Denn die Gesundheitsreligion ist radikal egoistisch, sie hat keine gesellschaftlichen Konzepte, mit ihr ist kein Staat zu machen. Während die Hochreligionen Judentum, Christentum und Islam immer auch einen sozialen Aspekt hatten, interessiert sich der Gesundheitsgläubige nur für seine Laborwerte, seine Prognose, seine Zukunft. Das macht die Kämpfe in der Gesundheitspolitik oft so hart und rücksichtslos. Wer stirbt, hat verloren. Unmerklich aber umso wirkungsvoller hat die Gesundheitsreligion das Menschenbild unserer Gesellschaft verändert. Wenn der gesunde Mensch der eigentliche Mensch ist, dann ist der chronisch Kranke oder gar der Behinderte

ein Mensch zweiter oder dritter Klasse, dem man den Eingang zum Leben fürsorglich verwehrt oder den Ausgang mitfühlend erleichtert. Und so hat die Gesundheitsreligion inzwischen auch schon ihren Fundamentalismus entwickelt.

Der Fundamentalismus der Gesundheitsreligion ist die „Ethik des Heilens“. Die „Ethik des Heilens“ ist das Ende der Ethik. Die Ethik war einmal der argumentative kontroverse philosophische Diskurs über Moral. Doch wenn heute jemand „Ethik des Heilens“ sagt, ist
Ende der Debatte, dann wird es sakral. „Ich
weigere mich, einem mukoviszidose kranken Kind zu erklären, aus welchen absurden ethischen Gründen ich ihm nicht helfen soll“, so sinngemäß ein

bekannter deutscher Politiker. Weist man aber darauf hin, was die scheinbar so absurden ethischen Gründe sind, dass man einen Menschen am Beginn seiner Existenz - einen Embryo also - opfert,
um einen anderen Menschen zu heilen, gilt
man als zynisch. Das ganze wurde damals im Zusammenhang mit der Debatte über embryonale Stammzellen erwähnt und man behauptete damals, über

embryonale Stammzellen könne man irgendwann einmal die Parkinson’sche Erkrankung heilen. Das ist zwar aus neurologischer Sicht immer noch eher unwahrscheinlich, aber es war damals
ein guter Werbespruch. Wenn wir
dennoch einmal für einen Moment davon ausgehen, dass das gelingen würde und man würde morgen Abend im Ersten Deutschen Fernsehen einen Film über eine solche gelungene Heilung senden: Erst Parkinson-Patient, schwer

pflegebedürftig, sich kaum bewegen könnend, dann – nach der Therapie – Tennis spielend....Das wäre das Ende der Debatte über embryonale Stammzellen in Deutschland. Wer heilt, hat recht. Dieser eigentlich gute ärztliche Grundsatz, wird, ethisch genommen, zynisch. Das Menschenbild der „Ethik des Heilens“ widerspricht radikal dem
Menschenbild des Grundgesetzes, aber es ist
inzwischen zweifellos in unserer Gesellschaft mehrheitsfähig. Was also ist zu tun? Wir brauchen Mut zur Emanzipation! Emanzipation von den totalitären Zumutungen der schwülstigen Gesundheitsreligion. Mut zur Respektlosigkeit vor den Tabus der Gesundheitsgesellschaft, mit Gesundheitsblasphemie wenn nötig, mit Satire, dem bewährten Mittel gegen totalitäre Diktaturen. Gefragt sind nüchterner Atheismus oder seriöse Religiosität und einige kleine Wahrheiten: Dass reiche Menschen immer schon die Möglichkeit

hatten, älter zu werden als arme Menschen, dass das auch heute - etwas abgemildert - so ist, und dass das trotz aller Bemühungen so bleiben wird. Dass ein langes Leben nicht unbedingt erfüllter ist als ein kurzes. Dass man lustvoller lebt, wenn man seinen Frieden mit dem
Tod macht. Dass Gesundheit ein hohes
Gut ist, aber keineswegs das höchste und dass man es daher auch politisch abwägen darf. Warum kann es nicht sinnvoll sein, auf Kosten der eigenen Gesundheit anderen Menschen zu helfen? Warum kann man nicht für sich auf eine

kostspielige Diagnostik und Therapie verzichten, um das dadurch eingesparte Geld für die Ausbildung des Enkelkinds zu spenden? Gewiss, die Notfallmedizin wird man solidarisch finanzieren müssen. Man wird das Unfallopfer auf der Straßenkreuzung nicht nach seinen
finanziellen Möglichkeiten und
Versicherungsverhältnissen fragen.
Aber alles darüber hinaus müsste zur
gesellschaftlichen Debatte gestellt werden, ohne Denkverbote. Wie viel Ungerechtigkeit hält die Gesellschaft im Bereich der Gesundheit aus? Darüber muss man politisch streiten - heftig und auch parteiisch. Auf anderen Gebieten

wurde oft in jahrhunderte langem Ringen ein erträgliches Maß an Ungerechtigkeit ausgehandelt. Solche Kämpfe stehen bei der Gesundheit erst noch bevor. Oder beginnen sie gerade „und Ihr könnt
sagen, Ihr seid dabei gewesen“ wie Goethe bei
der Kannonade von Valmy? Gegen die Tyrannei der Gesundheitsreligion braucht es revolutionären Elan, eine wahrhaftige Befreiungsbewegung, die
den Menschen aus den das ganze Leben
erfassenden Pflichten des
Gesundheitswahns befreit und ihm wieder Zeit und Kraft

für das eigentliche Leben erstreitet.Da wäre auch an interessante Seiten der Altreligionen zu erinnern: Man vergleiche eine sinnesfrohe Wallfahrt nach Kloster Andechs inklusive Weihrauch, Starkbier
und Schweinshaxn mit einer
gesundheitsreligiösen Wallfahrt zum
Spezialisten nach Hannover, wohin man -
wegen Blutabnahme - nüchtern kommt und nüchtern und blutleer wieder abfährt. Nichts gegen maßvolle Bemühungen um die Gesundheit, aber es geht auch darum, die Kunst wiederzuentdecken, in den von der Gesundheitsreligion bloß

defizitär gesehenen Grenzsituationen menschlicher Existenz, wie Karl Jaspers sie nennt, in den unvermeidlichen Krankheiten, Behinderungen und Leiden eines Lebens, im Alter und sogar im Sterben Quellen des Glücks zu finden. Behinderung kann auch eine Fähigkeit sein. Manch geistig Behinderter hat mehr echte menschliche Herzlichkeit als wir
„Normopathen“. Krankheit kann der Aufruf sein,
ein dahinplätscherndes Leben zum eigentlich Wichtigen zu lenken. Marcel Reich-Ranicki hat einmal gesagt, jede gute Literatur habe mit Leiden zu tun. Und kein

Zweifel, eine Gesellschaft die die Jugend und nicht das Alter ehrt, ist immer eine unglückliche Gesellschaft, denn da schaut schon der Sechzehnjährige, wenn er in die Zukunft seines Lebens schaut, ins
Dunkel seiner Lebenszukunft. Anti-aging,
wenn es trendy und emphatisch angepriesen wird, ist im Grunde lukrative Volksverdummung. Und wie steht es schließlich mit dem Tod, dem Todfeind der Gesundheitsreligion? Freund Hein nannte ihn liebenwürdig eine weisere Zeit. Denn ein unendliches Leben ohne Tod, das wäre die Hölle. Alles wäre korrigierbar, nichts wäre endgültig und damit wäre
alles gleichgültig. Ein solches Leben wäre
die totale Langeweile, wahrhaftig, es wäre die Hölle. Nur dadurch, dass wir

sterben, wird jeder Moment unseres Lebens unwiederholbar wichtig und kostbar. Die unvermeidlichen Grenzsituationen annehmen, das ist wahre Lebenskunst. Ein auf diese Weise gelingendes Leben kennt Zeiten der Muße, zweckloser, aber höchst sinnvoller Zeit des Genusses
und der Lust am Leben, Zeiten in denen man
der Welt im Ganzen zustimmen kann. Und Heinrich Schipperges, der große Arzt

und Philosoph aus Heidelberg, hat einmal gesagt: „Um gesund zu sein, muss man der Welt im Ganzen zustimmen“.

Anregungen von Peter Bieri

Peter Bieri (* 23. Juni 1944 in Bern, Pseudonym: Pascal Mercier) ist ein Schweizer Philosoph und Schriftsteller.

 
 

 

 

 

Wie wäre es, gebildet zu sein?

 

Festrede von Prof. Dr. Peter Bieri

 

Bildung ist etwas, das Menschen mit sich und für sich machen: Man bildet sich. Ausbilden

 

können uns andere, bilden kann sich jeder nur selbst. Das ist kein blosses

 

Wortspiel. Sich zu bilden, ist tatsächlich etwas ganz anderes, als ausgebildet zu werden.

 

Eine Ausbildung durchlaufen wir mit dem Ziel, etwas zu können. Wenn wir uns

 

dagegen bilden, arbeiten wir daran, etwas zu werden - wir streben danach, auf eine

 

bestimmte Art und Weise in der Welt zu sein. Wie kann man sie beschreiben?

 

Bildung als Weltorientierung

 

Bildung beginnt mit Neugierde. Man töte in jemandem die Neugierde ab, und man

 

stiehlt ihm die Chance, sich zu bilden. Neugierde ist der unersättliche Wunsch, zu erfahren,

 

was es in der Welt alles gibt. Sie kann in ganz verschiedene Richtungen gehen:

 

hinauf zu den Gestirnen und hinunter zu den Atomen und Quanten; hinaus zu der

 

Vielfalt der natürlichen Arten und hinein in die phantastische Komplexität eines

 

menschlichen Organismus; zurück in die Geschichte von Weltall, Erde und menschlicher

 

Gesellschaft, und nach vorn zu der Frage, wie es mit unserem Planeten, unseren

 

Lebensformen und Selbstbildern weitergehen könnte. Stets geht es um zweierlei: zu

 

wissen, was der Fall ist, und zu verstehen, warum es der Fall ist.

 

Die Menge von dem, was es zu wissen und zu verstehen gibt, ist gigantisch, und sie

 

wächst mit jedem Tag. Sich zu bilden, kann nicht heissen, ausser Atem hinter allem

 

herzulaufen. Die Lösung ist, sich eine grobe Landkarte des Wissbaren und Verstehbaren

 

zurechtzulegen und zu lernen, wie man über die einzelnen Provinzen mehr lernen

 

könnte. Bildung ist also ein doppeltes Lernen: Man lernt die Welt kennen, und

 

man lernt das Lernen kennen.

 

Dabei entstehen zwei Dinge, die gleichermassen wichtig sind. Das eine ist ein Sinn für

 

die Proportionen. Man braucht, um gebildet zu sein, nicht die genaue Anzahl der Sprachen

 

zu kennen, die es auf der Erde gibt. Aber man sollte wissen, dass es eher 4000

 

sind als 40. China ist das bevölkerungsreichste, aber bei weitem nicht das grösste

 

Land. Es gibt nicht Hunderte von chemischen Elementen. Die Lichtgeschwindigkeit ist

 

weder 10 noch 1 Million Kilometer pro Sekunde. Das Universum ist nicht Millionen,

 

sondern Milliarden von Jahren alt. Das Mittelalter begann nicht mit Jesu Geburt und

 

die Neuzeit nicht vor 100 Jahren. Auch die Bedeutung von Menschen und ihren Leistungen

 

gilt es richtig zu gewichten. Louis Pasteur war für die Menschheit wichtiger als

 

Pelé, die Erfindung des Buchdrucks und der Glühbirne folgenreicher als diejenige des

 

Rasierapparats und des Lippenstifts.

 

Das Zweite, was im Zuge der Weltorientierung entsteht, ist ein Sinn für Genauigkeit:

 

ein Verständnis davon, was es heisst, etwas genau zu kennen und zu verstehen: ein

 

2/7

 

Gestein, ein Gedicht, eine Krankheit, eine Symphonie, ein Rechtssystem, eine politische

 

Bewegung, ein Spiel. Es gibt niemanden, der mehr als nur einen winzigen Ausschnitt

 

der Welt genau kennt. Doch das verlangt die Idee der Bildung auch nicht. Aber

 

der Gebildete ist einer, der eine Vorstellung davon hat, was Genauigkeit ist und dass

 

sie in verschiedenen Provinzen des Wissens ganz Unterschiedliches bedeutet.

 

Bildung als Aufklärung

 

Der Gebildete ist also einer, der sich in der Welt zu orientieren weiss. Was ist diese

 

Orientierung wert? «Wissen ist Macht.» Was die Idee der Bildung anbelangt, kann das

 

nicht heissen: mit seinem Wissen über andere zu herrschen. Die Macht des Wissens

 

liegt woanders: Sie verhindert, dass man Opfer ist. Wer in der Welt Bescheid weiss,

 

kann weniger leicht hinters Licht geführt werden und kann sich wehren, wenn andere

 

ihn zum Spielball ihrer Interessen machen wollen, in Politik oder Werbung etwa.

 

Orientierung in der Welt ist nicht die einzige Orientierung, auf die es ankommt. Gebildet

 

zu sein, heisst auch, sich bei der Frage auszukennen, worin Wissen und Verstehen

 

bestehen und was deren Grenzen sind. Es heisst, sich die Frage vorzulegen: Was

 

weiss und verstehe ich wirklich? Es heisst, einen Kassensturz des Wissens und Verstehens

 

zu machen. Dazu gehören Fragen wie diese: Was für Belege habe ich für

 

meine Überzeugungen? Sind sie verlässlich? Und belegen sie wirklich, was sie zu belegen

 

scheinen? Was sind gute Argumente, und was ist trügerische Sophisterei? Das

 

Wissen, um das es hier geht, ist Wissen zweiter Ordnung. Es unterscheidet den naiven

 

vom gebildeten Wissenschafter und den ernstzunehmenden vom einfältigen Journalisten,

 

der noch nie etwas von Quellenkritik gehört hat. Wissen zweiter Ordnung bewahrt

 

uns davor, das Opfer von Aberglauben zu werden. Wann macht ein Ereignis ein

 

anderes wahrscheinlich? Was ist ein Gesetz im Unterschied zu einer zufälligen Korrelation?

 

Was unterscheidet eine echte Erklärung von einer Scheinerklärung? Das müssen

 

wir wissen, wenn wir ein Risiko abschätzen und uns ein Urteil über all die Vorhersagen

 

bilden wollen, mit denen wir bombardiert werden. Jemand, der in diesen Dingen

 

wach ist, wird skeptische Distanz wahren, nicht nur gegenüber esoterischer Literatur,

 

sondern auch gegenüber wirtschaftlichen Prognosen, Wahlkampfargumenten, psychotherapeutischen

 

Versprechungen und dreisten Anmassungen der Gehirnforschung.

 

Und er wird gereizt, wenn er hört, wie andere Wissenschaftsformeln nur nachplappern.

 

Der in diesem Sinne Gebildete weiss zwischen bloss rhetorischen Fassaden und richtigen

 

Gedanken zu unterscheiden. Er kann das, weil ihm zwei Fragen zur zweiten Natur

 

geworden sind: «Was genau heisst das?» und: «Woher wissen wir, dass es so

 

ist?» Das immer wieder zu fragen, macht resistent gegenüber rhetorischem Drill, Gehirnwäsche

 

und Sektenzugehörigkeit, und es schärft die Wahrnehmung gegenüber

 

blinden Gewohnheiten des Denkens und Redens, gegenüber modischen Trends und

 

jeder Form von Mitläufertum. Man kann nicht mehr geblufft und überrumpelt werden,

 

Schwätzer, Gurus und anmassende Journalisten haben keine Chance. Das ist ein

 

hohes Gut, und sein Name ist: gedankliche Unbestechlichkeit.

 

Bildung als historisches Bewusstsein

 

Das aufgeklärte Bewusstsein des Gebildeten ist nicht nur kritisches Bewusstsein. Es

 

ist auch geprägt von historischer Neugierde: Wie ist es dazu gekommen, dass wir so

 

denken, fühlen, reden und leben? Und auf dem Grund dieser Neugierde liegt der Gedanke:

 

Es hätte alles auch anders kommen können, es liegt in unserer Kultur keine

 

metaphysische Zwangsläufigkeit. Das aufgeklärte Bewusstsein ist also ein Bewusstsein

 

der historischen Zufälligkeit. Es drückt sich aus in der Fähigkeit, die eigene Kultur

 

aus einer gewissen Distanz heraus zu betrachten und ihr gegenüber eine ironische

 

und spielerische Einstellung einzunehmen. Das heisst nicht: sich nicht zu der eigenen

 

Lebensform zu bekennen. Es heisst nur, von dem naiven und arroganten Gedanken

 

abzurücken, die eigene Lebensform sei einem angeblichen Wesen des Menschen

 

angemessener als jede andere. Solche Anmassung, die zur Essenz eines jeden

 

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Imperialismus und einer jeden Missionierung gehört, ist ein untrügliches Zeichen von

 

Unbildung.

 

Das historische Bewusstsein führt zu dem Bedürfnis, sich die Kultur, in die man zufällig

 

hineingewachsen ist, noch einmal neu anzueignen. Das hat viel mit Nachdenken

 

über Sprache zu tun. Die Geschichte von uns als Teilnehmern an einer bestimmten

 

Kultur zu beleuchten, heisst vor allem, sich die Geschichte unserer Wörter zu vergegenwärtigen,

 

denn wir sind sprechende Tiere, und nichts trägt mehr zu unserer kulturellen

 

Identität bei als die Wörter, mit denen wir unser Verhältnis zur Natur, zu den anderen

 

Menschen und zu uns selbst gestalten. Menschliche Lebensformen werden

 

durch Sprachen geprägt, in denen sich Weltanschauungen zu Wort melden. Wie wir

 

die Welt sehen, zeigt sich in den zentralen Kategorien, um die herum eine Sprache

 

gruppiert ist. Wie sind diese Kategorien entstanden, wie haben sie sich gewandelt?

 

Schnell fallen einem Kategorien ein wie «Geist», «Seele», «Bewusstsein» und «Vernunft

 

» - also diejenigen Wörter, die dazu dienen, das Besondere am Menschen, seine

 

besondere Dignität, zu bezeichnen. Der historische Wandel ist hier dramatisch und hat

 

gedankliche Unsicherheit hinterlassen, die zu kennen zur Bildung gehört. Ähnliches

 

gilt für die Ideen von Gut und Böse, Schuld und Sühne, Achtung und Würde, Freiheit

 

und Gerechtigkeit. Die Wortgeschichten zeigen, wie viel Unterschiedliches, Diffuses

 

und Fragmentarisches sich unter der glatten Oberfläche verbirgt. Wörter wie «Grausamkeit

 

» und «Leiden», «Glück» und «Gelassenheit» sind Beispiele dafür, wie sich in

 

wenigen Wörtern kulturelle Selbstbilder kristallisieren. In der Sprache der Gefühle

 

kommt zum Ausdruck, wie die Teilnehmer einer Kultur sich sehen. Lebensformen und

 

ihre Bewertungen kommen oft in prägenden Metaphern zum Ausdruck, und man ist in

 

einer Kultur erst richtig angekommen, wenn man die Sprache der Zärtlichkeit beherrscht,

 

die Schimpfwörter und Obszönitäten, wenn man weiss, was für sprachliche

 

Tabus es gibt.

 

Eine Kultur zu verstehen, heisst, sich mit ihren Vorstellungen von moralischer Integrität

 

auszukennen. Wir wachsen mit bestimmten moralischen Geboten und Verboten auf,

 

wir atmen sie ein mit der Luft des Elternhauses, der Strasse, der Filme und Bücher,

 

die uns erschüttern und prägen - sie machen unsere moralische Identität aus und

 

bestimmen unsere moralischen Empfindungen wie Entrüstung, Groll und schlechtes

 

Gewissen. Zuerst - das gehört zur Ernsthaftigkeit der Moral - setzen wir diese Dinge

 

absolut, wir lernen sie nicht als eine Möglichkeit unter anderen. Der Bildungsprozess

 

dann besteht darin, zur Kenntnis zu nehmen, dass man in anderen Teilen der Erde, in

 

anderen Gesellschaften und Lebensformen, über Gut und Böse anders denkt und

 

empfindet; dass auch unsere moralische Identität kontingent ist, ein historischer Zufall;

 

dass sich etwa die Vorstellungen von Sünde und Demut ausserhalb der monotheistischen

 

Religionen so nicht finden lassen; dass Rache und Vergeltung nicht überall als

 

verwerflich gelten; dass man über Leiden, Tod und Glück auch ganz anders denken

 

kann; und dass man anderswo mit den physischen und moralischen Übeln in der Welt

 

auch ohne den Gedanken fertig wird, dass sie nicht das letzte Wort sind und dass

 

dereinst noch einmal abgerechnet wird.

 

Für den Gläubigen kann Bildung Erschütterung bedeuten. Zu erfahren, dass Milliarden

 

von Menschen offenbar nicht den richtigen Glauben haben: Das muss ein Schock

 

sein. Und entsprechend schwer ist die Anerkennung des Offensichtlichen: dass es

 

geographischer und gesellschaftlicher Zufall ist, was ich glaube, welcher Liturgie ich

 

folge - und eben auch, wie meine Moral aussieht. Denn es gehört zum Inhalt religiösen

 

Glaubens, dass er nicht auf einer historischen Zufälligkeit beruhen darf. Das drohte

 

den Glauben zu entwerten, Religion erschiene plötzlich als Spielball kultureller Zufälligkeit.

 

Bildung ist deshalb subversiv, was Weltanschauung angeht. Sie bringt die Relativität

 

einer jeden Lebensform zu Bewusstsein. Totalitäre Ideologien, auch die Kirche,

 

versuchen, diesen Aspekt der Bildung systematisch zu ersticken, daher die Bücher-

 

und Reiseverbote. Im Islam steht auf Apostasie die Todesstrafe. Bildung löst

 

totalitäre Metaphysik auf und versteht Religion als Ausdruck einer Form und Fassung,

 

die Menschen ihrem Leben geben wollen. Religion, so der Gedanke, hat nicht mit

 

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metaphysischer Wahrheit zu tun, sondern mit Identitätsbildung, mit der Frage, wie wir

 

leben wollen. Die Kenntnis der Alternativen nimmt ihr nur scheinbar ihren Wert; der

 

Wert kann sogar als grösser erlebt werden, weil wir es jetzt nicht mehr mit einem unverfügbaren

 

Schicksal, sondern mit einer freien Wahl zu tun haben. Man könnte

 

sagen: Nur wer die historische Zufälligkeit seiner kulturellen und moralischen Identität

 

kennt und anerkennt, ist richtig erwachsen geworden. Man hat die Verantwortung für

 

das eigene Leben noch nicht vollständig übernommen, solange man sich von einer

 

fremden Instanz vorschreiben lässt, wie man zu denken hat über Liebe und Tod, Moral

 

und Glück.

 

Das Bewusstsein historischer Zufälligkeit schliesst noch viele andere Dinge ein: einmal

 

ein Wissen um unterschiedliche Staatsformen und Rechtssysteme, aber auch Dinge

 

wie: Vorstellungen von Intimität; was Anlass zu Scham ist; das Verhältnis zum Körper;

 

Formen der Höflichkeit und Würde; wie man feiert und sich anzieht; das Verhältnis zu

 

Drogen; Formen der Ausgelassenheit und Zärtlichkeit; wann man weint und lacht; Ausprägungen

 

von Humor; Ausdruck von Trauer; Beerdigungsrituale; was beleidigend ist;

 

wie man isst; was man verachtet; wie sich Mann und Frau einander nähern; Formen

 

des Flirts. Auch hier heisst gebildet sein: Wissen um die Vielfalt, Respekt vor dem

 

Fremden, Zurücknahme von anfänglicher Überheblichkeit.

 

Wenn ich in diesem Sinne gebildet bin, habe ich eine bestimmte Art von Neugierde:

 

wissen zu wollen, wie es gewesen wäre, in einer anderen Sprache, Gegend und Zeit,

 

auch in einem anderen Klima aufzuwachsen. Wie es wäre, in einem anderen Beruf,

 

einer anderen sozialen Schicht zu Hause zu sein. Ich habe das Bedürfnis nach wachem

 

Reisen, um meine inneren Grenzen zu erweitern. Bildung macht süchtig nach

 

Dokumentarfilmen.

 

Bisher habe ich Bildung als Weltorientierung, Aufklärung und historisches Bewusstsein

 

definiert. Jetzt füge ich eine Definition hinzu, die mir die liebste ist: Der Gebildete ist

 

einer, der ein möglichst breites und tiefes Verständnis der vielen Möglichkeiten hat, ein

 

menschliches Leben zu leben.

 

Bildung als Artikuliertheit

 

Der Gebildete ist ein Leser. Doch es reicht nicht, ein Bücherwurm und Vielwisser zu

 

sein. Es gibt - so paradox es klingt - den ungebildeten Gelehrten. Der Unterschied: Der

 

Gebildete weiss Bücher so zu lesen, dass sie ihn verändern. «Schützt Humanismus

 

denn vor gar nichts?», fragte Alfred Andersch mit Blick auf Heinrich Himmler, der aus

 

einer Familie des humanistisch

 

 

gebildeten Bürgertums stammte. Die Antwort ist: Er

 

schützt nur denjenigen, der die humanistischen Schriften nicht bloss konsumiert, sondern

 

sich auf sie einlässt; denjenigen, der nach dem Lesen ein anderer ist als vorher.

 

Das ist ein untrügliches Kennzeichen von Bildung: dass einer Wissen nicht als blosse

 

Ansammlung von Information, als vergnüglichen Zeitvertreib oder gesellschaftliches

 

Dekor betrachtet, sondern als etwas, das innere Veränderung und Erweiterung bedeuten

 

kann, die handlungswirksam wird. Das gilt nicht nur, wenn es um moralisch bedeutsame

 

Dinge geht. Der Gebildete wird auch durch Poesie ein anderer. Das unterscheidet

 

ihn vom Bildungsbürger und Bildungsspiesser.

 

Der Leser von Sachbüchern hat einen Chor von Stimmen im Kopf, wenn er nach dem

 

richtigen Urteil in einer Sache sucht. Er ist nicht mehr allein. Und es geschieht etwas

 

mit ihm, wenn er Voltaire, Freud, Bultmann oder Darwin liest. Er sieht die Welt danach

 

anders, kann anders, differenzierter darüber reden und mehr Zusammenhänge erkennen.

 

Der Leser von Literatur lernt noch etwas anderes: wie man über das Denken, Wollen

 

und Fühlen von Menschen sprechen kann. Er lernt die Sprache der Seele. Er lernt,

 

dass man derselben Sache gegenüber anders empfinden kann, als er es gewohnt ist.

 

Andere Liebe, anderer Hass. Er lernt neue Wörter und neue Metaphern für seelisches

 

Geschehen. Er kann, weil sein Wortschatz, sein begriffliches Repertoire, grösser geworden

 

ist, nun nuancierter über sein Erleben reden, und das wiederum ermöglicht

 

ihm, differenzierter zu empfinden.

 

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Jetzt haben wir eine weitere Definition von Bildung: Der Gebildete ist einer, der besser

 

und interessanter über die Welt und sich selbst zu reden versteht als diejenigen, die

 

immer nur die Wortfetzen und Gedankensplitter wiederholen, die ihnen vor langer Zeit

 

einmal zugestossen sind. Seine Fähigkeit, sich besser zu artikulieren, erlaubt ihm, sein

 

Selbstverständnis immer weiter zu vertiefen und fortzuspinnen, wissend, dass das nie

 

aufhört, weil es kein Ankommen bei einer Essenz des Selbst gibt.

 

Bildung als Selbsterkenntnis

 

Es kennzeichnet Personen, dass sie sich, was ihre Meinungen, Wünsche und Emotionen

 

anbelangt, zum Problem werden und sich um sich selbst kümmern können. Bildung

 

ist etwas, das an diese Fähigkeit anknüpft. Es mag einer noch so gut ausgebildet

 

sein und eine noch so grosse Orientierung haben, so dass er in der Welt erfolgreich

 

navigieren kann - wenn er sich nicht auf diese Weise gegenüberzutreten und an sich

 

zu arbeiten weiss, verfügt er nicht über Bildung in einem vollen, reichen Sinn des Ausdrucks.

 

Es kann sich dabei um Bildung als Selbsterkenntnis handeln: Statt dass ich nur bestimmte

 

Dinge glaube, wünsche und fühle, kann ich mich fragen, woher sie kommen:

 

welchen Ursprung sie haben und auf welchen Gründen sie beruhen. Im Falle des Denkens

 

und Meinens entsteht dadurch Wissen zweiter Ordnung, von dem schon die Rede

 

war. Doch nun werde ich auch reflektierter, was meinen Willen und meine Emotionen

 

betrifft: Wie bin ich zu ihnen gekommen? Was hat sie angeschoben, und wie gut

 

sind sie begründet? Es geht darum, sich in seinem Denken, Fühlen und Wollen zu verstehen,

 

statt diese Dinge nur geschehen zu lassen. Es geht um die Interpretation meiner

 

Vergangenheit und das Durchleuchten meiner Entwürfe für die Zukunft, kurz: um

 

das Schaffen und Fortschreiben von Selbstbildern. Und der Gebildete ist auch darin

 

reflektiert, dass er Fragen wie diese stellt: Woher weiss ich, dass ein Selbstbild kein

 

Trugbild ist? Haben wir einen privilegierten Zugang zu uns selbst? Sind Selbstbilder

 

gefunden oder erfunden?

 

Der Gebildete - so lautet meine nächste Definition - ist einer, der über sich Bescheid

 

weiss und Bescheid weiss über die Schwierigkeiten dieses Wissens. Er ist einer, dessen

 

Selbst- bild mit skeptischer Wachheit in der Schwebe gehalten werden kann.

 

Einer, der um die brüchige Vielfalt in seinem Inneren weiss und keine soziale Identität

 

für bare Münze nimmt.

 

Bildung als Selbstbestimmung

 

Im Prozess der Bildung geht es nicht nur darum, die Erkenntnis über sich selbst zu

 

vergrössern. Es geht auch darum, sich in seinem Denken, Fühlen und Wollen zu bewerten,

 

sich mit einem Teil zu identifizieren und sich vom Rest zu distanzieren. Darin

 

besteht das Schaffen einer seelischen Identität. So meisseln wir eine seelische Skulptur

 

für uns selbst.

 

Ich kann mit der Welt meines Wollens, meiner Gedanken und Gefühle aus verschiedenen

 

Gründen unzufrieden sein: weil es an Übersicht und innerer Stimmigkeit fehlt;

 

weil ich mir draussen ständig Beulen hole; weil ich mir darin fremd vorkomme. Dann

 

brauche ich im weitesten Sinne des Worts eine éducation sentimentale, diejenige Art

 

von Bildung also, die man einst mit gutem Grund Herzensbildung nannte: Gestützt auf

 

wachsende Einsicht in die Logik und Dynamik meines seelischen Lebens, lerne ich,

 

dass Gedanken, Wünsche und Gefühle kein unabwendbares Schicksal sind, sondern

 

etwas, das man bearbeiten und verändern kann. Ich erfahre, was es heisst, nicht nur

 

in meinem Tun, sondern auch in meinem Wollen und Erleben selbstbestimmt zu werden.

 

Diese Selbstbestimmung kann nicht darin bestehen, dass ich mich in einer inneren

 

Festung verbarrikadiere, um jeder Beeinflussung durch andere, die das Gift der

 

Fremdbestimmung enthalten könnte, zu entfliehen. Was ich lerne, ist etwas anderes:

 

zu unterscheiden zwischen einer Beeinflussung, die mich von mir selbst entfremdet,

 

und einer anderen, die mich freier macht, indem sie mich näher an mich selbst

 

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heranführt. Jede Form von Psychotherapie, die über blosse Konditionierung und

 

Dekonditionierung hinausgeht, trägt zu dieser Art von innerer Bildung bei.

 

Selbstbestimmung in diesem Sinne geschieht nicht von einem inneren Hochsitz herunter,

 

von dem aus ich über mein seelisches Geschehen Regie führen könnte. Ich -

 

das ist nichts anderes als dieses seelische Geschehen selbst. Dass ich über mich

 

selbst bestimme, kann nur heissen: Es findet ein unaufhörliches Knüpfen, Auflösen

 

und Neuknüpfen des Netzes aus seelischen Episoden, Zuständen und Dispositionen

 

statt, das ich bin, ein Entwerfen, Verwerfen und Umbauen meines Selbstbilds, an dem

 

ich messe, was mir innerlich zustösst. Der Gebildete ist einer, der über seine seelische

 

Gestalt selbst bestimmt, indem er einen stetigen Prozess erneuter Selbstbewertung

 

zulässt und die damit verbundene Unsicherheit aushält. Dadurch wird er im emphatischen

 

Sinne ein Subjekt.

 

Bildung als moralische Sensibilität

 

Education sentimentale, Herzensbildung, kann noch etwas anderes bedeuten: Entwicklung

 

von moralischer Sensibilität. Aus der Einsicht in die Kontingenz der eigenen

 

kulturellen Identität entsteht Toleranz - kein förmliches Dulden des Fremden, sondern

 

echter und selbstverständlicher Respekt vor anderen Arten, zu leben. Nicht, dass das

 

immer leicht wäre. Besonders schwierig ist es dann, wenn das Fremde die eigenen

 

moralischen Erwartungen verletzt. Was machen wir mit Grausamkeit, die uns in Rage

 

versetzt, anderswo aber akzeptierter Bestandteil des Lebens ist? Bildung ist die

 

schwer zu erlernende Kunst, die Balance zu halten zwischen dem Anerkennen des

 

Fremden und dem Bestehen auf der eigenen moralischen Vision. Es gilt, diese Spannung

 

auszuhalten: Bildung verlangt hier Furchtlosigkeit.

 

Wir hatten gesehen: Je besser jemand die Sprache des Erlebens beherrscht, desto

 

differenzierter empfindet er. Das hat zur Folge, dass auch seine Beziehungen zu den

 

anderen reicher werden. Das gilt vor allem für die Fähigkeit, die wir Einfühlungsvermögen

 

nennen. Sie ist ein Gradmesser für Bildung: Je gebildeter jemand ist, desto

 

besser ist er darin, sich in die Lage anderer zu versetzen. Bildung macht präzise soziale

 

Phantasie möglich. Sie ist es, die verschleierte Formen der Unterdrückung sichtbar

 

macht und Licht wirft auf Grausamkeiten, die man begangen hat, ohne es zu merken.

 

In dieser Form ist Bildung tatsächlich ein Bollwerk gegen Grausamkeit. Um zu

 

tun, was Himmler tat, muss man an unvorstellbarer Phantasielosigkeit leiden.

 

Bildung als poetische Erfahrung

 

Ausbildung ist stets an einem Nutzen orientiert: Man erwirbt ein Know-how, um etwas

 

zu erreichen. Dagegen ist die Bildung, von der hier die Rede ist, ein Wert in sich, wie

 

die Liebe. Es wäre falsch, zu sagen, sie sei ein Mittel, um glücklich zu sein, denn

 

Glück kann man nicht planvoll ansteuern. Und es ist natürlich auch nicht so, dass es

 

ohne Bildung kein Glück gibt. Aber es gibt Erfahrungen des Glücks, die aufs Engste

 

mit den besprochenen Facetten der Bildung verknüpft sind: die Freude, an der Welt

 

etwas besser zu verstehen; die befreiende Erfahrung, einen Aberglauben abschütteln

 

zu können; das Glück beim Lesen eines Buchs, das einen historischen Korridor öffnet;

 

die Faszination durch einen Film, der zeigt, wie ganz anders das Leben anderswo ist;

 

die beglückende Erfahrung, eine neue Sprache für das eigene Erleben zu lernen; die

 

freudige Überraschung, wenn man sich mit einem Mal besser versteht; die Erlösung,

 

wenn es einem gelingt, eingefahrene Geleise des Erlebens zu verlassen und so mehr

 

Selbstbestimmung zu erfahren; die überraschende Erfahrung, dass sich mit dem Anwachsen

 

der moralischen Sensibilität der innere Radius vergrössert.

 

Und Bildung schliesst eine weitere Dimension von Glück auf: die gesteigerte Erfahrung

 

von Gegenwart beim Lesen von Poesie, beim Betrachten von Gemälden, beim Hören

 

von Musik. Die Leuchtkraft von Worten, Bildern und Melodien erschliesst sich nur

 

demjenigen ganz, der ihren Ort in dem vielschichtigen Gewebe aus menschlicher

 

Aktivität kennt, das wir Kultur nennen. Niemand, der die Dichte solcher Augenblicke

 

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kennt, wird Bildung mit Ausbildung verwechseln und davon faseln, dass es bei Bildung

 

darum gehe, uns «fit für die Zukunft» zu machen.

 

Leidenschaftliche Bildung

 

Der Gebildete ist an seinen heftigen Reaktionen auf alles zu erkennen, was Bildung

 

verhindert. Die Reaktionen sind heftig, denn es geht um alles: um Orientierung, Aufklärung

 

und Selbsterkenntnis, um Phantasie, Selbstbestimmung und moralische Sensibilität,

 

um Kunst und Glück. Gegenüber absichtlich errichteten Hindernissen und zynischer

 

Vernachlässigung kann es keine Nachsicht geben und keine Gelassenheit.

 

Boulevardblätter, die aus purer Profitgier alles zerstören, wovon ich gesprochen habe,

 

können nur den heftigsten Ekel hervorrufen. Überhaupt ist der Gebildete einer, der vor

 

bestimmten Dingen Ekel empfindet: vor der Verlogenheit von Werbung und Wahlkampf;

 

vor Phrasen, Klischees und allen Formen der Unaufrichtigkeit; vor den Euphemismen

 

und der zynischen Informationspolitik des Militärs; vor allen Formen der

 

Wichtigtuerei und des Mitläufertums, wie man sie auch in den Zeitungen des Bürgertums

 

findet, die sich für den Ort der Bildung halten. Der Gebildete sieht jede Kleinigkeit

 

als Beispiel für ein grosses Übel, und seine Heftigkeit steigert sich bei jedem Versuch

 

der Verharmlosung. Denn wie gesagt: Es geht um alles.

 

Peter Bieri

 

Der 1944 in Bern geborene Peter Bieri ist seit 1993 Professor für zeitgenössische Philosophie

 

an der Freien Universität Berlin. Er hat den Lehrstuhl für «Sprachphilosophie

 

und Analytische Philosophie» inne. Unter dem Pseudonym Pascal Mercier hat er drei

 

Romane veröffentlicht: «Perlmanns Schweigen» (1995), «Der Klavierstimmer» (1998)

 

und «Nachtzug nach Lissabon» (2004). Unter seinem bürgerlichen Namen erschien

 

von ihm das Sachbuch «Das Handwerk der Freiheit» (2001). Bieri studierte klassische

 

Philologie, Indologie und Philosophie in London und Heidelberg. Er ist Mitbegründer

 

des Forschungsschwerpunktes «Kognition und Gehirn» bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Anregungen von Mitgliedern

 
 

Weisheit setzt Gelassenheit, Nachsicht, Humor, Selbstdistanz und Lebenskugheit voraus. Und sie ist völlig unabhängig vom Zeitgeist! (Monika)

Wer davonläuft, kommt nirgendwo an. (Doris)

Runter von der Couch, weg vom Computer! (Christine)

Es ist nichts zu schlecht, für etwas gut zu sein. (Monika)

Wenn man glaubt, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. (Doris)

Krisen in der Mitte des Lebens als Chance sehen. (Christine)

Man kann das Leben nur nach vorwärts leben und nach rückwärts verstehen. (Irmtraud)

Wo beginnen wir nun , um uns selbst zu verstehen ? Hier bin ich ,wie soll ich mich erforschen , mich beobachten  wie soll ich erkennen ,was tatsächlich in mir vor sich geht ? ich kann mich nur in den Beziehungen zu anderen wahrnehmen ,weil alles Leben Beziehung ist. Es hat keinen Sinn , in einer Ecke zu  sitzen und über sich selbst zu meditieren. Ich kann nicht für mich allein bestehen. Ich existiere nur in Beziehung zu Menschen ,Dingen und Ideen , und indem ich meine Beziehung zu den äußeren Dingen und Menschen wie auch zu den inneren Dingen untersuche , fange ich an , mich zu verstehen. Jede andere Form des Verstehens ist nur eine Abstraktion.Ich bin kein abstraktes Wesen. Ein selbstsicherer Mensch ist ein totes Wesen. Wir werden durch das Leben in Unruhe versetzt. Das Verlangen nach Wiederholung der Freude erzeugt das Leid. Im Inneren sind wir ein Gewirr von Elend und Unglück ,und darum ist es äußerst wohltuend , draußen als wichtige Person zu gelten.>>Bilder treten zueinander in Beziehung , nicht aber die Menschen selbst. (Gauri)

Weniger ist in allem mehr. (Doris)

Leben ist das, was sich ereignet, während Du was ganz anderes planst. (Christof)

Du kannst fallen, so oft Du willst, aber steh immer wieder auf. (Barbara)

Den anderen den Wind aus meinen Segeln nehmen! (Doris)

Dem Freudigen erwächst die Heiterkeit. Dem im Geist heiteren kommt der Körper zur Ruhe. Der im Körper ruhige fühlt Glückseligkeit. Dem Glückseligen ordnet sich alles Denken. (Doris mit einem Zitat von Gautama Buddha)

Sage ja zu den Überraschungen, die Deine Pläne durchkreuzen, Deine Träume zunichte machen, Deinem Tag eine andere Richtung geben. Ja, vielleicht Deinem Leben. Sie sind nicht Zufall. Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, selber den Lauf Deiner Tage zu bestimmen. (Doris mit einem Zitat von Dom Helder Camara)

Absichtslose Liebe ist gelebter Friede. (Doris mit einem Zitat eines unbekannten Autors)

Man soll den anderen so nehmen wie er ist, nicht so wie man ihn haben möchte. (Doris mit einem Zitat von Unbekannt)

Begib Dich auf den Weg, dann findest Du den Weg. (Hanne mit einem Zitat von Unbekannt)

Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber jedem Tag mehr Leben. (Petra mit einem Zitat von Unbekannt)

Die Vergangenheit ist Geschichte, die Zukunft ein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk. (Berndt Ebler, dem dieses Zitat als "Lauscher" auf einer Parkbank zuteil wurde)

Es ist nicht wichtig, was Dir begegnet - wichtig ist es, wie Du damit umgehst. (Hanne mit einem Zitat von Unbekannt)

Die Liebe hemmt nichts; sie kennt nicht Tür noch Riegel und dringt durch alles sich; sie ist ohn Anbeginn, schlug ewig ihre Flügel und schlägt sie ewiglich. (Christof mit einem Zitat von Matthias Claudius)

Turne bis zur Urne! (Horst mit Zitat von Dr. Grönemeyer)

Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, sollte man den Kopf nicht hängen lassen.

Sorgen machen das Leid von morgen nicht leichter, sie nehmen uns nur heute schon die Kraft, es morgen zu ertragen.

Liebe ist gemeinsame Freude an der wechselseitigen Unvollkommenheit.

Für Menschen ab 40: "Wer morgens zerknittert aufsteht, hat am Tag die besten Entfaltungsmöglichkeiten!!" (Gitta mit einem Zitat von Unbekannt)

Nicht weil die Dinge unerreichbar sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir die Dinge nicht wagen, bleiben sie unerreichbar. (Paul mit einem Zitat von Seneca)

Man muss die Menschen nehmen wie sie sind, es gibt keine anderen.

Die Tage Deines Lebens kannst Du nicht verlängern, aber Deinem Tag mehr Leben geben. (Peter 2 mit einem Zitat von Unbekannt)

Nicht aufgeben! Unsere größten Schwierigkeiten entstehen dadurch, dass wir aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg besteht darin, immer wieder einen neuen Versuch zu wagen. (Peter 2)

Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat. (Ingrid)

Das eigentliche Glück liegt nicht im Augenblick, sondern in der Erinnerung an den Augenblick. (Peter 1 mit einem Zitat von Marcel Proust aus dem Buch "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit)

Ett iss wie es iss, Ett kütt wie es kütt, und es ist noch immer gut gegangen (Anita mit einer rheinländischen Lebensweisheit)

Wenn's Dir gut geht, keine Angst, es geht vorbei.

Es gibt im Leben 2 tragische Erfahrungen: Die eine ist, dass man nicht bekommt, was man sich sehnlichst wünscht, die andere, dass man es bekommt. (Winfried mit einem Zitat von George Bernard Shaw)

Mitleid bekommt man umsonst, Neid muss man sich erarbeiten! (Paul hat dieses Zitat von Unbekannt zur Diskussion gestellt.)

Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht. (Elsi mit einem Zitat von Unbekannt)

Statt 100 Jahre Ratte, besser 1 Jahr Adler. (Oswald)

Nur bedingungslose Liebe ist wahre Liebe. (Oswald)

Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es. (Manuela mit einem Zitat von Erich Kästner)

Eine Jugendsünde ist, wenn man jung ist und sie verpasst. (Paul mit einem Zitat von Erich Maria Remarque)

Wir sind nicht nur für unser Tun verantwortlich, sondern auch für das, was wir nicht tun.(Paul mit einem Zitat des französischen Dichters Molière)

Man muss viel wissen, damit die anderen nicht merken, dass man keine Ahnung hat. (Albert mit einem Zitat von Unbekannt)

Alles beginnt mit der Sehnsucht. (Ruth mit einem Zitat von Unbekannt)

Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest - steig ab! (Ruth mit einem Zitat von Unbekannt)

 

Ein "Glücks-Rezept"

Gehe behutsam Deinen Weg inmitten des Lärms und der Hast dieser Welt und vergiss nie, welcher Friede im Schweigen liegen kann. Lebe soweit als möglich - und ohne Dich selbst aufzugeben - in guten Beziehungen zu anderen Menschen.

Verkünde Deine Wahrheit ruhig und klar. Höre auch anderen zu, sogar Törichten und Unwissenden: auch sie haben ihre Geschichte. Meide laute und aggressive Menschen, sie bringen nur geistigen Verdruss.

Es ist möglich, dass Du entweder stolz oder verbittert wirst, wenn Du Dich mit anderen vergleichst, denn immer wird es bedeutendere und unbedeutendere Menschen geben als Dich selbst. Freue Dich des Erreichten genauso wie Deiner Pläne, doch sei auf jeden Fall demütig.

Übe Vorsicht in Deinen Geschäften, denn die Welt ist voller Betrügereien. Verschließe Dich jedoch nicht dem Wert der Tugenden: viele Menschen streben nach hohen Idealen, und das Leben ist voll von stillem Heldentum.

Sei Du selbst. Heuchle vor allem keine Zuneigung und spotte nicht über die Liebe.

Trage freundlich die Bürde der Jahre und gib mit Anmut alles auf, was der Jugend zusteht.

Nähre die Kraft Deines Geistes, um plötzlichem Unglück gegenüber gewachsen zu sein. Viele Ängste entstehen aus Müdigkeit und Einsamkeit. Neben einer heilsamen Disziplin sei freundlich zu Dir selbst.

Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und Sterne, Du hast ein Recht darauf hier zu sein. Und die Kraft des Universums wird sich so entfalten, wie es sein muß, ob Dir das klar ist oder nicht.

Deshalb lebe in Frieden mit Gott, was immer Du Dir unter ihm vorstellst.
Und was immer Deine eigenen Bemühungen und Absichten sein mögen: halte Frieden mit Deiner Seele in diesem lärmigen Durcheinander des Lebens. Mit all ihrem Schein, ihren Kümmernissen und zerbrochenen Träumen ist diese Welt dennoch wunderbar.
Sei vorsichtig. Strebe danach, glücklich zu sein. (Diese Schrift eines unbekannten Verfassers wurde 1692 in der alten St. Pauls-Kirche von Baltimore gefunden.) (Beitrag von Inge)

 

Ich danke allen ...

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben, sie haben meine Phantasie beflügelt.

Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten, sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben, sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben, sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.

Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben, sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben, sie haben mir Raum gegeben für Neues.

Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben, sie haben mich wachsam werden lassen.

Ich danke allen, die mich verletzt haben, sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.

Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben, sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben so wie ich bin.

Sie geben mir Kraft zum Leben. (Beitrag von Inge)

Die Freiheit des Menschen besteht darin, alles tun zu dürfen, was einem anderen Menschen nicht schadet. (Connie mit einem sinngemäßen Zitat von Matthias Claudius)

Glück ist, wenn ich 3 x ja sagen kann auf die Frage: 1. Liebst Du, wo Du lebst? 2. Liebst Du, mit wem Du lebst? 3. Liebst Du, was Du tust? (Beitrag von Rosita)

Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend. (Inge mit einem Zitat von J.W. v. Goethe)

Tanze als würde dich niemand beobachten. Liebe als wärst du niemals verletzt worden. Singe als ob dich niemand hören könnte. Lebe als sei der Himmel auf Erden. (Andrea mit einem Zitat von Alfred D. Souza)

Das einzig Konstante im Leben ist die Veränderung. (Beitrag von Anne)

Glück kann man verdoppeln, wenn man es teilt. (Beitrag von Helmut)

 

DU - ZEIT
Vorbei eilst Du Zeit, und doch bleibst Du da, wo ich auch bin, Du bist mir immer nah.
Du quälst mich, erfreust mich, ich bewundere Dich, Du jagst mich, Du bremst mich, Du bestimmst über mich. Ich messe Dich in Sekunden, in Minuten und Stunden, in Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, die gegenwärtig und die einmal waren. Am Morgen, am Mittag, am Abend, bei Tag und bei Nacht. Ob ich geträumt oder ob ich gewacht, bei meiner Muse, bei all meinem Tun, bei all meinen Gedanken, bei meinem Ruhn, allen Tagen, die waren, die kommen und die uns nah, Du bist allgegenwärtig, warst immer schon da. Doch brauch ich Dich dringend, wenn ruft mich die Pflicht, es ist zum Verzweifeln, denn dann find ich Dich nicht. Du Zeit kommst und gehst, wer soll's verstehn, Kindheit, Jugend, Freude, Trauer und Schmerz, ja alles Geschehen, was noch nicht vergangen, wird mit Dir vergehen. Halten möchte ich Dich, doch es fehlt mir dazu die Macht, wer hat sie? Sag es mir Zeit: Hat Dich Gott so gewollt, so gemacht? Weil Du nun bist wie Du bist, leb ich in Dir mein Leben, wissend, Du wirst mir heute auf all meine Fragen keine Antwort geben. Doch wenn sie dann um ist, "meine Zeit", gibt es Dich, find ich Dich, begreif ich Dich dann in der Ewigkeit? (aus unbekannter Feder, auf Anregung von Inge)

Vor jeder Begegnung: Bedenke, was der Andere für einen Weg hatte. (Beitrag von Inge)

Begegnung mit einem Menschen heißt, von einem Rätsel wachgehalten zu
werden. (Beitrag von Inge)

Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut. (Beitrag von Gisela)

Bevor ich mich auf den Weg machen kann, meine Träume zu leben, besteht meine erste Herausforderung darin, mir zu diesem inneren Traum einen Zugang zu verschaffen (selbst formulierter Beitrag von Julia, 24.06.12)

Der 40 Euro Schein
Ein wohlbekannter Sprecher startete sein Seminar, indem er einen Scheck
von 40 EURO hoch hielt.
In dem Raum saßen insgesamt 200 Leute. Er fragte: „Wer möchte diesen
Scheck haben?“
Alle Hände gingen hoch.
Er sagte: „Ich werde diesen 40 EURO Scheck einem von Euch geben, aber
zuerst lasst mich eins tun.“
Er zerknitterte den Scheck. Dann fragte er: „Möchte ihn immer noch einer
haben?“
Die Hände waren immer noch alle oben.
Also, erwiderte er: „Was ist wenn ich das tue?“
Er warf ihn auf den Boden und rieb den Scheck mit seinen Schuhen am
dreckigen Untergrund. Er hob ihn auf, den Scheck; er war zerknittert
und völlig dreckig. „Nun, wer möchte ihn jetzt noch haben?“
Es waren immer noch alle Arme in der Luft.
Dann sagte er: „Liebe Freunde, wir haben soeben eine sehr wertvolle
Lektion gelernt. Was auch immer mit dem Geld geschah, ihr wolltet es
haben, weil es nie an seinem Wert verloren hat. Es war immer noch und
stets 40 EURO wert. Es passiert oft in unserem Leben, dass wir
abgestoßen,
zu Boden geworfen, zerknittert, und in den Dreck geschmissen werden.
Das sind Tatsachen aus dem alltäglichen Leben.
Dann fühlen wir uns, als ob wir wertlos wären. Aber egal was passiert
ist oder was passieren wird, DU wirst niemals an Wert verlieren.
Schmutzig oder sauber, zerknittert oder fein gebügelt, DU bist immer
noch unbezahlbar für all jene, die dich über alles lieben. Der Wert
unseres Lebens wird nicht durch das bewertet, was wir tun oder wen wir
kennen, sondern dadurch WER DU BIST.
Du bist was besonderes - vergiss das NIEMALS!
Zähle deine Segen, nicht deine Probleme.
Fürchte nie, etwas Neues zu versuchen.
Und denk daran:
Einfache Leute haben die Arche gebaut - Fachmänner die Titanic. (Beitrag von Anni, Juni 2012)

 

 

Einen Sprung in der Schüssel

Es war einmal eine alte chinesische Frau,
die zwei große Schüsseln hatte. Diese hingen an den Enden einer Stange, die sie
über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die
andere makellos war.
Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der
alten Frau enthielt die eine Schüssel stets die volle Portion Wasser, die andere
war jedoch immer nur noch halb voll. Zwei Jahre lang geschah dies
täglich.
Die alte Frau brachte nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach
Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung. Die
arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich aber wegen ihres Makels und war
betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte wofür sie gemacht
worden war.
Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen,
sprach die Schüssel zu der Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprunges, aus
dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft.“
Die alte Frau
lächelte: „Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen,
aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf deiner Seite des
Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deiner Besonderheit bewusst war. Nun
gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich
diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht
genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser
Haus beehren.“

Fazit:
Es kommt immer darauf an, was man daraus macht.
Und das hängt davon ab, ob man in etwas den Makel oder den Nutzen
sieht.
Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler - aber es sind
genau diese Macken, die uns einzigartig und unser Leben so interessant und
lohnenswert machen. Deshalb sollte man jede Person einfach so nehmen, wie sie
ist und das Gute in ihr sehen. (Beitrag von Anni, Juli 2012)

 

 

Gib Deiner Seele Zeit (Anthony de Mello)

Eine Frau hatte einen Traum. In
diesem Traum besuchte sie einen Markt. Dort inmitten all der Stände traf sie an
einem von ihnen Gott.
"Was verkaufst du hier?" fragte die Frau Gott.

Gott antwortete: "Alles, was das Herz begehrt."
Das konnte die Frau kaum
glauben. Sie überlegte eine Weile und beschloss dann, das Beste zu verlangen,
was sich ein Mensch nur wünschen konnte.

"Ich möchte Frieden für meine Seele
und Liebe und Glück. Und weise möchte ich sein und nie mehr Angst haben."
sagte die Frau zu Gott. "Und das nicht nur für mich allein, sondern für alle
Menschen."

Gott lächelte. "Ich glaube, du hast mich missverstanden. Ich verkaufe hier keine Früchte, sondern die Samen." (Beitrag von Anni, Juli 2012)

 

 

Der Hundekauf


Ein Geschäftsinhaber hatte ein Schild über seine Tür genagelt, darauf war zu lesen "Hundebabys zu verkaufen". Dieser Satz lockte auch Kinder an. Bald erschien ein kleiner Junge und fragte, "Für wie viel Geld verkaufen Sie die Babys?" Der Besitzer meinte "zwischen 30 und 50 Euro." Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog etwas Wechselgeld heraus. "Ich habe 2,37 Euro, kann ich sie mir anschauen?" Der Besitzer grinste und pfiff. Aus der Hundehütte kam seine Hündin namens Lady, sie rannte den Gang seines Geschäfts hinunter, gefolgt von fünf kleinen Hundebabys. Eines davon war einzeln, ersichtlich weit hinter den Anderen. Sofort sah der Junge den humpelten kleinen Hund. Er fragte, "Was fehlt diesem kleinen Hund?". Der Mann erklärte, dass als der Kleine geboren wurde, der Tierarzt meinte, er habe ein kaputtes Gelenk und wird für den Rest seines Lebens humpeln. Der kleine Junge, richtig aufgeregt, meinte, "den kleinen Hund möchte ich kaufen!". Der Mann antwortete, "nein, den kleinen Hund möchtest du nicht kaufen. Wenn du ihn wirklich möchtest, dann schenk ich ihn dir." Der kleine Junge war ganz durcheinander. Er sah direkt in die Augen des Mannes und sagte: "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Er ist ganz genauso viel wert wie die anderen Hunde und ich will für ihn den vollen Preis zahlen. Ich gebe ihnen jetzt die 2,37 Euro und 50 Cents jeden Monat, bis ich ihn bezahlt habe."Der Mann entgegnete, "Du musst diesen Hund wirklich nicht bezahlen, mein Sohn. Er wird niemals rennen, hüpfen und spielen können wie die anderen kleinen Hunde."

Der kleine Junge langte nach unten und krempelte sein Hosenbein hinauf, und zum Vorschein kam sein schlimm verkrümmtes, verkrüppeltes linkes Bein, geschient mit einer dicken Metallstange.

Er sah zu dem Mann hinauf und sagte, "Na ja, ich kann auch nicht so gut rennen und der kleine Hund braucht jemanden, der Verständnis für ihn hat." Der Mann biss auf seine Unterlippe. Tränen stiegen in seine Augen, er lächelte und sagte, "Mein Sohn, ich hoffe und bete, dass jedes einzelne dieser kleinen Hundebabys einen Besitzer wie dich haben wird."

Was lehrt uns die Geschichte? Im Leben kommt es nicht darauf an wer du bist, sondern dass jemand dich wertschätzt, was du bist, dich akzeptiert und dich tief in seinem Herzen liebt!!! (Beitrag von Anni, August 2012)

Nachgiebigkeit und Sanftheit sind die stärksten Waffen eines jeden Menschen ... Denn bedenke: Ein Baum, der dem Wind nicht nachgibt, zerbricht an seiner eigenen Stärke ... (Beitrag von Anni, August 2012)

 

Umarme mich, geliebte Seele
von Michal Snunit

Als der Himmel
erschaffen wurde und die Erde,
als die Pflanzen erschaffen wurden und die
Tier,
als die Menschen erschaffen wurden,
entstand auch die Sprache der
Umarmungen.
Die Sprache der Umarmungen ist die älteste Sprache der
Welt.
Es gab sie schon vor den Wörtern.
Sie hat ihre eigenen Zeichen und
jeder lernt sehr schnell, sie zu deuten.
Wird ein Kind geboren,nimmt es die
Mutter behutsam in die Arme,
damit es nicht erschrickt.
Bei dieser
Umarmung beginnt die Milch zu fließen.
Unsere erste Nahrung kommt aus der
Umarmung und ist warm und angenehm.
Empfindet das auch die Erde, wenn der
Himmel sie berührt,
wenn er sie umarmt in der langen schmalen Linie, die wir
Horizont nennen?
Als der Himmel erschaffen wurde und die Erde,
als die
Pflanzen erschaffen wurden und die Tiere,
als die Menschen erschaffen wurden,
entstand auch die Sprache der Umarmungen.
In dieser Sprache unterscheidet
sich eine Umarmung von der anderen.
Und so, wie man eine Pflanze leicht von
der anderen unterscheiden kann,
jedes Tier vom anderen, jeden Menschen vom
anderen,
kann man auch eine Umarmung von der anderen unterscheiden.
Die
Umarmung von Blume und Schmetterling ist süßer als der süßeste Nektar,
aber
nur kurz und flüchtig.
Die Blume hält still und erwartet den
Schmetterling.
Der Schmetterling flattert über die Blume, berührt zart ihre
Blütenblätter.
Dann fliegt er seiner Wege.
Eine einzige Blume reicht ihm
nicht.
Sein Leben ist kurz und es gibt so viele Blumen.
Die Umarmung von
Baum und Vogel ist so lieblich wie der lieblichste Gesang.
Was für ein Lied
singt der Vogel für den Baum?
Was flüstert er seinem Wipfel zu?
Wenn der
Abend kommt umarmt der baum den Vogel weich und warm,
damit er in der kalten
Luft nicht erfriert.
Wenn die Sonne aufgeht, breitet der Vogel seine Flügel
aus,
fliegt glücklich in die Arme des Himmels,
und nimmt die Umarmung mit
wie einen lieben Gruß.
Der Berg umarmt den Stein.
Der Fluss umarmt den
Fisch.
Die Wolke umarmt den Regenbogen.
Deshalb fällt der Stein nicht und
der Fisch trocknet nicht aus
und der Regenbogen verzaubert die Welt in den
Farben von Milch und Honig.
Und alle, die sich unter dem Dach des Himmels
umarmen,
sehen den Glanz der Sterne, die, zärtlich und wachsam,
das Glück
der Liebenden bewachen.
Die Umarmung von Vater und Mutter,
von Mann und
Frau,ist etwas ganz besonderes:
Es ist die Umarmung in Liebe.
Als der
Himmel erschaffen wurde und die Erde,
als die Pflanzen erschaffen wurden und
die Tiere,
als die Menschen erschaffen wurden,
entstand auch die Sprache
der Umarmungen
Ihr Zeichen ist die Liebe.
Wer je geliebt hat und wer
liebt, weiß,
dass Liebe Freude ist,
aber sie trägt auch Schmerz in
sich,
denn zum Umarmen gehören immer zwei.
Wen soll der Baum
umarmen,
wenn er nicht Vogel hat?
Wen soll der Berg umarmen,
wenn er
nicht den Stein hat?
Wen soll der Fluss umarmen,
wenn er nicht den Fisch
hat?
Wir Menschen haben eine besonders reiche Sprache der Umarmungen.
Es
gibt Menschen, die sich innig umarmen,
und andere, die sich nur zart mit den
Fingerspitzen berühren.
Und wieder andere umarmen sich von
weitem mit den
Augen,
und du kannst ihre Umarmung kaum erkennen.
Es gibt
Umarmungen,
die den Himmel berühren,
und Umarmungen, bei denen spielen die
Hände verrückt.
Es gibt lachende Umarmungen und ermutigende
Umarmungen
gegen die Einsamkeit oder
Umarmungen aus der Freude.
Und
wieder andere Umarmungen aus Angst,
die uns nicht gehen lassen
wollen.
Licht berührt die Dunkelheit,
die Dunkelheit sucht das
Licht:
Gegensätze, die sich umarmen.
Eine versöhnende Umarmung nach
einem
Streit ist zart, nie verletzend.
Eine sanfte Umarmung vor dem
Schlafengehen.
Eine Umarmung beim Tanzen.
Eine Umarmung in einer
Umarmung.
Und plötzlich eine Umarmung,
wenn man sich trennen muss.
Eine
herzliche Umarmung, wenn man sich wieder sieht,
und eine  besondere Umarmung
beim Abschiednehmen.
Und dann gibt es noch die längst vergessene
Umarmung,
die voller Sehnsucht,
die im Innersten des Herzens.
Diese
Umarmung bleibt unvergessen.
Die Sprache der Umarmungen ist eine Sprache ohne
Worte.
In ihr hat jede Umarmung eine Bedeutung.
Was wir am meisten
wünschen,
ist die Umarmung, die nie endet.

(Beitrag von Anni, September 2012)

 

Traumhafte Bilder, Regen wie Nebelfelder, Tropfen aus spektralfarbenen Kristall
und überall spür ich Dankbarkeit darin, dass ich so, wie ich bin, richtig und
wichtig, - ein Teil von allem bin. ~

(Beitrag von Anni, September 2012)

 

Gefühle haben
heißt das Leben zu spüren
und das Leben spüren
bedeutet
am Leben zu sein-

Am Leben sein
heißt auch kämpfen zu müssen
und
kämpfen müssen
bedeutet auch gewinnen zu können.

Gewinnen
können
heißt eine Chance zu haben
und eine Chance haben
bedeutet nicht
aufgeben zu müssen.

Nicht aufgeben müssen
heißt noch hoffen zu
können
und noch hoffen können
das bedeutet eigentlich alles.

(Beitrag von Anni, November 2012)
 
  
Gefühle entstehen ganz plötzlich.
Sie umgeben Dein Herz, Deine Seele, bestimmen Dein Leben.
Nicht immer ist es leicht, sie zu deuten.
Sie helfen Dir, Dich selbst zu entdecken, zeigen, was Du magst und was Dich kränkt.
Deine Gefühle, das bist Du.
Doch manchmal wünschst Du Dir, es gäbe sie nicht, so gäbe es keine Tränen, kein Leid.
Doch dann gäbe es auch nicht Dich!
Gefühle sind da, um zu zeigen, zu erklären.
Sie helfen den Menschen, sich zu erkennen.
Und sie lassen zu, Schwächen zu akzeptieren und Stärken zu honorieren.
Viele Gefühle sind tief in einem verborgen.
Es braucht Geduld und Liebe, sie zu ergründen.
Doch selbst die Liebe ist manchmal zu schwach, die Mauer um Dein Herz einzureißen, Deinen Gefühlen die Freiheit zu geben.
Gefühle und Liebe sind als Einheit unschlagbar.
Sie geben Dir Hoffnung und Kraft.
Und auch wenn du denkst, es gelingt Dir nicht, diese Einheit herzustellen, so wird es doch immer einen Menschen geben, der tief in seinem Herzen Gefühle verbirgt und den Mut hat, die Mauer darum einzureißen.

(Beitrag von Anni, Dezember 2012)

 

~~~

 

“The hardest part of any revolutionary struggle is always the beginning. For once enough people have been revved up and the ideals of the revolution have become deeply embedded in the minds of men, then the momentum of such a struggle becomes tsunami like; unstoppable, a meteor-like velocity tends to carry it through to its conclusion. We are at that stage just before the momentum takes hold; where the forces of darkness and light seem evenly matched, but hopelessness can set in because the darkness – the forces of hate, greed, separation, entitlement, violence – tends to be a lot more active than the forces of good.

I am full of hope though. Amidst the hopelessness and misery at the failure of humanity to look over its shoulder often enough, I am lucid enough to understand that every action has an equal and opposite reaction – the more people are pushed, humiliated, strangled, starved, frozen, and numbered – the more the white-fisted energy builds up for revolution. The escaped slave and later great American intellectual Frederick Douglass understood this well – that men will put up with a great deal of wrong-doing rather than fight back – but when they do - they must do so with full vigour – for as he said, power conceded nothing without a challenge. This revolutionary stance is also written into the American Constitution, a document which is being trampled upon by more and more bureaucratic imps, control freaks, collectivists, and nannying interferers.

The very word “authority” is abhorrent to me; it makes the hairs stand on the back of my neck and my jaw clenches. I have an innate desire to smash pedastools and scalp politicians and industrial leaders. The way I have tried to do this is by using the power of technology, the internet, the exchange of free ideas, in order to inspire people to regain (or remember) their own sovereignty.

It cannot be overlooked nor understated how much our childhood experiences and our upbringing can shape our minds. It is the ultimate brainwashing – so subtle, so all pervasive that we think people without jobs (and therefore bosses or managers) are weird, outcasts, lazy, or worse, dangerous! Regimented children in sterile classrooms fed psychoactive attention creating pharmaceutical drugs listening to a poorly paid state-worker deliver a standardized curriculum. This is the furnace of the new order of the ages, making humanity bow down to standardization, to the demands of the techno-industrial economy, and to “authority”. Sir, can I please go to the bathroom. Officer, can I please speak out with my megaphone outside this bank. There is no evidence that primitive societies nor the current indigenous cultures exist without hierarchy nor social authorities. But the great difference is that in these cultures you can go directly to the “Chief” or “Big Man” and look him in the eye – you can share personal,
intellectual, spiritual and argumentative space with whoever you have a problem
with.
Nowadays you are put through to a customer services assistant who is as clueless as you are as to who the boss is, and who is in charge. The levels of abstraction are matched by the levels of bureaucracy, of depersonalisation, of resentment. In the Kingdom of Technology, he who cares loses; he who wants a human connection is the idiot, she who wants to home-school is subversive.

The birth pangs of beauty, and of freedom, tend to always be grotesque. Sometimes we need to “go there” to remember how wonderful the here and now can be – this life can be a stunning and excellent experience for us – as long as we value the things that the corporate marketing men try and debase – we’ll be free as long as we remember to look inside ourselves for infinite truths that require no Prime Minister, Police Officer, nor X Factor, or newspaper. The greatest victory of the political classes was to convince the ordinary man that their problems were their problems too. Hence the endless rows of uniformed and obedient boy-men marching robotically towards their own mutilation in corporate wars. Rule Britannia they cry! America, America….they chant. But how patriotic can a mother be when her 18 year old adolescent son is returned in a bodybag? How great is Britain when we have killed 49 civilians for every combatant in the desert?

Killing, anomie, dehumanisation, all the calling cards of the industrial system that cannot exist any other way. We have swapped personal liberty, the freedom to make our own choices about how to live and die – we’ve swapped it for security – yes, I am countless times less likely to be killed or injured by my fellow man, but I live in a safe box, I live in a bank vault, and my food is processed and delivered by huge organisations, my entertainment is beamed out of plastic boxes. What have I become? What kind of rat do I allow myself to be every day? I can feel it though. The fury of it is as red and as metallic as my blood, the necessity of it a vital reminder that I am still alive, that I am still a human being, I am conscious, and I am feeling. Something massive and scary is being forged inside me; the will to freedom, the will to liberation, the most perfect need to find out why I am on this planet, why I am alive, and what does it mean to be a human being.

New and better ideas push out the old. The clerical class has been brushed aside as irrelevant, now I can see that the governmental class is being banished to the “bad idea” bin alongside it. The political classes in the Western world are in their death throes – and this explains the last-ditch attempt at empire building and world restructuring (by restructuring, I mean bombing and maiming mostly innocent civilians); it explains the massive propaganda displays of Queen’s Jubilees and Royal Weddings, it explains the Nobel Peace Prize winners supporting Israel. Now we all know the majority of people are docile and obedient, as has been
scientifically shown by the Milgram Experiment, and these masses will pretty much do whatever is asked of them. But when the marriage of power and child abuse is exposed within the British Establishment, and the ignorant masses look at the TV, then look at their own children, we must hope that something begins to
give. But the establishment is smarter than allowing the whole evil system to
come crashing down. Like good Roman Emperors, they throw the odd scapegoat into the coliseum, to be ripped apart by lions – these lions are public opinion and
the common purpose led media, having well trained the mind of the average man,
now steers it in useful directions. The point is for the average man to never
see the strings pulling his puppets; his school training and manipulated
allegiance will be stretched to breaking point; but man, being the way he is,
will follow a tyrant until his very children are being butchered in front of
him, and he will patriotically cry out for the tyrant to kill the children of
others in revenge. And so the whole system marches on, fed by its own ignorance
and the superstitious minds of its adherents.

But who do we blame? The public or the small percentage of enabled psychopaths? Well, having pondered this a lot, we must blame neither. We must blame ourselves. Why? In this cosmic adventure we have been given the conscious ability to solve problems, to stand up for what is right, to do what is valiant and courageous in order to help the ones we love. Each time we pay that
tax-bill or watch the news of yet another invasion of a country, we acquiesce,
we give our power away to those who not only do not care about you nor the
world but they don’t have the humanity to care for themselves! Forgive them for
they do not know what they do, he said, and I agree – to an extent – we are not
dealing with the sensitive scarred humans that we have become, we are dealing
with a much darker energy, of slaves tied to an industrial system that creates
the industrial way of dying.

And we have every reason to be positive. Many of us have found that the path of discovering truth leads to some profound understandings about the nature of the soul, of consciousness, and of the Universe. Those who have spent long enough seeking tend to return to their inner voice, the one that is connected to all matter and energy in the Universe in an ancient yet timeless forcefield. Some are able to look at the genocide and understand that this too shall pass, that as long as children are born on this world, then the chance for freedom will never go away.

Each action has an equal and opposite reaction. There is no defeating evil, nor is there victory over the ego, nor our own shadows. But we can rest assured that these ghosts and ghouls have no power over the light. They cannot stop photons, nor gravity, nor the creation of Universal matter in the guts of black holes. The futility of all tyranny is shown by the smiles on the faces of poor children. These poverty stricken children who smile are infinitely more regal, more divine than the tired faces of royalty, of billionaires, of industry leaders. As long as children smile, the dream of a better world will be the driving force for all life, despite what the
sad-clowns with their TV networks and share portfolios may try and say
otherwise. I have never seen a rich man in a suit nor in a luxury car, but I
have seen many rich men living without killing their landmass. Of them, I am
proud and eager to learn. The jealousies I have are the dying remnants of my
industrial training.

And if I can end by alienating a great deal of you, if I can show my true colours to the dismay of those who have listened thus far, let me state that I do believe that I am God, as much as you are, and we are living dangerously in the valley of darkness, having challenged ourselves with the only true delight, that of surprise! I am God living my few years away from the bliss. No one likes a know it all, not even the one true know it all, so I have forgotten. I have worried and stressed because, oh my ME, I feel so alive, so perfect in my transient imperfection.

And what of life and death? Well, as Spartacus said to his loyal friend - “I’m about as scared of dying as I was of being born” – and there you go. Linear time is experienced in this direction so as to scare us. Energy has no presets – it’s bubbling away quite contentedly away from time or space constraints. So for a fun and parting thought experiment – try and imagine your life lived backwards. Your relatives wait for years for the Earth to create a putrid corpse, then they dig it up, they have a ceremony, you suddenly wake up, grumpy and ill, and you march towards love affairs, you may even go to a war where other corpses have been rushed in, you remove lead or shrapnel from these corpses and send these living men on their way to shrink, become more child-like, until eventually we all become miniature Gods (Buddhas, I think babies look like Buddhas) – all forgiving, all carefree, all vulnerable, unable to hurt or share darkness, until the one day we shoot up into our mother’s vaginas then soon after under the act of copulation we
achieve oblivion as an egg and a sperm that is yet to be produced. Sound
insane? Is it any less insane than the suffering linear timeline we subject
ourselves to?

Those who have been on the ride long enough start to question the bright lights and fast turns. They realise it is only that, a ride, and it can be changed. Every day is the perfect moment for that grand epiphany. Every second is the second where you will have that deeply moving self-realisation that what you’ve called you this whole time has been the false-self – the Ego – and the real you is the world inside and outside the boundaries of your body. Every politician, every child, each tree, each sky is the manifestation of the real you. You are the world, the kingdom of God is every man, every woman, every child.

I made a choice over a year ago, no job, no bank account – just a choice, between fear and love. The smile of my son and the embrace of my partner, the blue skies when I need them and the hope in my heart for this world – these are all evidence that the love is all there is really.
The absence of it can be scary, as all voids are. But remember, we are the
void.
I’d like to dedicate the last 3 years of my films, my writings, and my madness to Bill Hicks. Without you, fellow tortured traveller, there would be no me. Rest in Peace Goatboy.” - Charlie Veitch

 

http://www.rhein-zeitung.de/magazin/newsundleute_artikel,-Charlie-Veitch-und-seine-Love-Police-ruesten-sich-fuer-911-_arid,303383.html

 

~~~

 

Der Reifen eines Rades wird von den Speichen gehalten.
Doch das Leere darin ist das Sinnvolle beim Gebrauch.
Aus nassem Ton werden Gefäße geformt.
Jedoch die Leere darin ermöglicht erst das Füllen der Krüge.
Aus Mauern, durchbrochen von Türen und Fenstern, baut man ein Haus.
Aber der Leerraum, das Nichts, macht es erst bewohnbar.
So ist das Sichtbare zwar von Nutzen,
doch das Wesentliche bleibt unsichtbar.

(Beitrag von Anni, Januar 2013)

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